Agelaus

[16] Agelaus (Gr. M.), 1.) Name dreier Helden der Ilias und Odyssee: eines Griechen welchen Hector; eines Trojaners welchen Diomedes erlegte, und eines von den Freiern der Penelope, welcher, da ihm die Anführung derselben gegen den sie mordenden Ulysses übertragen wurde, sie in zwei Abtheilungen trennte, von denen nur immer eine ihre Speere auf den Schrecklichen warf.

2) A., Sohn des Oeneus und der Tochter des Thestius, Althäa; - seine Brüder waren Toxus, Thyreus, Clymenus, und von Mars Meleager; - seine Schwestern, Gorge und Deïanira Meleager hatte den calydonischen Eber erlegt, die ihm als Siegeszeichen zuerkannte Haut und den Kopf des Thieres aber der Atalante abgetreten, welche den Eber zuerst verwundet hatte. Hierüber entstand ein förmlicher Krieg, in welchem auch A. blieb.

3) A., Sohn des Hercules und der Omphale, auch ein Enkel desselben, ein Sohn des Heracliden Temenus, des Anführers aller jener Helden, als sie den Peloponnes eroberten. A. sollte mit seinen Brüdern von der Thronfolge ausgeschlossen werden, welche dem Gatten ihrer Schwester, Deïphontes, zugedacht war, wesshalb sie ihren Vater durch die Titanen um Lohn ermorden liessen. Das Reich von Argos fiel jedoch gleichwohl an Deïphontes.

4) A., welcher den Paris gross zog, der ihm zum Aussetzen übergeben worden war. Er hatte zwar den Befehl vollzogen, allein als er nach fünf Tagen das Kind von einer Bärin gesäugt und unversehrt traf, dieses für ein Zeichen der Götter gehalten und den Knaben zu sich genommen; so war er es, der Troja'a Untergang veranlasste.

Quelle:
Vollmer, Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Stuttgart 1874, S. 16.
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