Weihen

1. Man soll keinen weyhen, er habe denn sein Glieder alle. – Fischart, Gesch., in Kloster, VIII, 385; Murner, Schelm., 45.

Zum Priester soll keiner geweiht werden, der nicht vollständig gesund ist; er darf nicht mit hervortretenden körperlichen Gebrechen behaftet sein.


2. Wer geweiht ist, gehört vor seinen Obersten. – Graf, 436, 290.

Die Geistlichen hatten in Bezug auf kirchliche Angelegenheiten einen eigenen Gerichtsstand, sie waren den geistlichen Obern verantwortlich. (S. ⇒ Ross 53.)

Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 5. Leipzig 1880, Sp. 82.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien: