Übung, die

[788] Die Übung, plur. die -en, das Verbale des Zeitwortes üben, die mehrmahlige Wiederhohlung einer und eben derselben Handlung. Etwas in Übung bringen. Die öffentliche Übung einer Religion. Besonders, um darin eine Fertigkeit zu erlangen; da es, wenn es einzelne Handlungen bedeutet, auch den Plural leidet. Etwas in steter Übung haben, es beständig üben oder thun. Sein Gedächtniß, die Truppen in beständiger Übung erhalten. Bey der Kunst muß die Übung das beste thun. Die Übung des Gebeths, der Geduld, der Demuth. Übungen der Gottseligkeit, Handlungen Einer Art, welche mehrmahls wiederhohlt werden, sich eine Fertigkeit in der Gottseligkeit zu erwerben. Ritterliche Übungen. Durch Übungen wird der Verstand stärker, Gell. Daher die Übungslehre, eine practische Lehre; Übungssätze, practische Sätze, welche zeigen, daß und wie etwas gethan werden soll.

Anm. Schon bey dem Notker Uobunga, und mit einem andern Endlaute Geuobeda. S. Üben.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 788.
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