Gemüse, das

[555] Das Gemüse, des -s, plur. von mehrern Arten und Quantitäten, ut nom. sing. alles was von Feld- und Gartenfrüchten zur Speise gebraucht wird, als Erbsen, Bohnen, Grütze, Rüben, Kohl u.s.f. und so fern es zu dem Fleische gegessen wird,[556] auch Zugemüse heißt. Grünes Gemüse, im Gegensatze des trockenen oder Hülsengemüses.

Anm. In der Deutschen Bibel, wo dieses Wort mehrmahls vorkommt, lautet es nach Art der Oberdeutschen Gemüs. Im Hochdeutschen ist das e am Ende um des gelinden Lautes des s willen nothwendig. Im Oberdeutschen ist dafür auch Muß und Mußwerk, in Niedersachsen aber Moos, Reelkost und Reuung üblich. S. Muß.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796, S. 555-556.
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