Katze (1), die

[1513] 1. Die Katze, plur. inus. ein nur in dem zusammen gesetzten Hüttenkatze übliches Wort, diejenige Krankheit zu bezeichnen, welcher die Bergleute wegen der eingesogenen metallischen Ausdünstungen am häufigsten unterworfen sind, und welche in einer Lähmung vornehmlich aber in Engbrüstigkeit und Abzehrung bestehet. Wenn es in dieser Bedeutung nicht aus Asthma verderbt ist, so scheinet es zu dem alten quad, übel, böse, schlimm, Ital. cattivo, zu gehören. Bey dem Notker ist chazzon quälen, bey dem Ottfried Quist Qual, im Bretagnischen Quaez das Elend, und im Schwed. quiddrag keichend, hartschlägig. Hüttenkatze würde also eigentlich das Hüttenübel, die Hüttenkrankheit bedeuten. Hierher scheinen auch die zusammen gesetzten Katzenglas, Katzenglimmer, Katzenkerbel, Katzengold, Katzensilber, Katzenmünze u.s.f. zu gehören, unechtes, falsches Gold, Silber u.s.f. zu bezeichnen, weil keine begreifliche Verbindung zwischen diesen Dingen und dem Thiere dieses Nahmens Statt findet. S. auch Katzbalgen, ingleichen 6. Katze.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796, S. 1513.
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