Peitsche, die

[683] Die Peitsche, plur. die -n, Diminut. das Peitschchen, ein Werkzeug zum Schlagen, doch nur ein solches, welches im Schlagen den diesem Worte eigenthümlichen Laut nachahmet. 1) Eigentlich. So führet im Bergbaue ein Holz, welches zwey Ellen lang und eine halbe Elle breit ist, und womit die Kupferbleche in der Seigerhütte gleich geschlagen werden, den Nahmen der Peitsche. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung ist die Peitsche eine gedrehete oder geflochtene und vorn spitzig zulaufende Schnur an einem Stiele, Thiere und Menschen damit zu hauen. Die Hundepeitsche, Fuhrmannspeitsche, Knutpeitsche, Bußpeitsche u.s.f. Mit der Peitsche hauen, d.i. schlagen. Mein Vater hat euch mit Peitschen gezüchtiget, 1 Kön. 12, 11, 14. Mit der Peitsche knallen, klatschen.


Der wilden Peitsche Knall betäubt die Straße ganz,

Zach.


Die Karbatsche, welche ihrer letzten Hälfte nach gleichfalls hierher gehöret, ist eine lederne Peitsche. In manchen Fällen wird in der anständigern Sprechart dafür das allgemeinere Geißel gebraucht. 2) Figürlich. Die Meerpeitsche, Steinpeitsche, Gnurrpeitsche oder Knurrpeitsche, ist ein Fisch, welcher lang, dünne und schmal wie eine Peitsche ist, und um Zelle in allen fließenden Wassern angetroffen wird; Ophidion barbatum L. Den Nahmen Knurrpeitsche hat er daher, weil er einen knurrenden Laut von sich gibt, wenn man ihn aus dem Wasser ziehet.

Anm. Im Nieders. Pietsche, im Schwed. Piska, im Griech. βιτζα, βισσα, im Böhm. Bic, im Pohln. Bicz. S. das folgende. Im Nieders. wird die Peitsche auch Schwepe genannt, Angels. Hweop, Engl. Whip.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 683.
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