Pfalzgraf, der

[704] Der Pfalzgraf, des -en, plur. die -en, Fämin. die Pfalzgräfinn. 1) Ehedem eigentlich ein Graf oder Richter, welcher einer kaiserlichen oder königlichen Pfalz und ihrem Gebiethe vorgesetzet war, im Nahmen des Kaisers in derselben Gericht hielt, und das Recht sprach. Im Schwabensp. Pfalzengraf. Nach und nach wurden diese Pfalzgrafen in den ihnen anvertrauten Pfalzen und den dazu gehörigen Ländern erblich, da denn auch dieser Titel eine erbliche fürstliche Würde ward, welche gewissen Geschlechtern von dem hohen Adel eigen war, von welchen aber nur noch das Geschlecht der Pfalzgrafen am Rhein übrig ist, von welchem die eine Linie die Chur-Pfalz besitzet. 2) Nach Einführung des Römischen Rechtes, besonders unter Carln IV, ward noch eine andere an Würde weit geringere Art von Pfalz- oder Hochgrafen üblich, welche nur gewisse, gemeiniglich geringe Regalia der kaiserlichen Würde ausübten, und wozu die Kaiser noch jetzt Gelehrte und andere bürgerliche Personen zu erheben pflegen, welche sich aber aus Bescheidenheit lieber Countes Palatini, als Deutsch Pfalzgrafen nennen. S. Hofgraf.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 704.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien: