Schrauben

[1645] Schrauben, verb. reg. et irreg. act. welches im letztern Falle im Imperf. schrob, und im Mittelw. geschroben hat, die Schraube, d.i. den mit Gewinden versehenen Cylinder, umdrehen, um dadurch zu drücken. Fester schrauben, lockerer schrauben. Anschrauben, abschrauben, einschrauben u.s.f. Ingleichen, vermittelst einer Schraube drücken. Fest zusammen schrauben. Jemanden die Daumen schrauben, eine Art der Tortur. Figürlich. 1) Jemanden schrauben, oder um sein Geld schrauben, ihn durch List, durch einen ungegründeten Vorwand um sein Geld bringen. Noch häufiger aber ist im Hochdeutschen, 2) jemanden schrauben, ihn aufziehen, vexiren, ihm seine Unvollkommenheiten scherzend vorrücken. So auch das Schrauben.

Anm. Im Nieders. schruven, im Engl. to screw, im Franz. écrouer, im Schwed. skrufva. Es ist eine Nachahmung des Lautes, welchen eine Schraube, wenigstens von der ersten rohen Art, dergleichen dieses Werkzeug bey seiner ersten Erfindung und bey dem Ursprunge des Wortes im Umdrehen nothwendig von sich geben mußte, da es denn als ein Intensivum von reiben angesehen werden kann. Die irreguläre Conjugation ist die älteste, die reguläre aber im Hochdeutschen die übliche, wenigstens wird es in den figürlichen Bedeutungen nicht leicht anders als regulär gebraucht.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 1645.
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