Sieb, das

[83] Das Sieb, des -es, plur. die -e, eine löcherige gepochtene Fläche mit einem Kranze oder einer Einfassung, trockne, feine Körper damit durch rütteln oder hin und her bewegen von gröbern abzusondern. Ein Haarsieb, Drahtsieb, Kornsieb, Erzsieb u.s.f. Mit einem Siebe sieben.

Anm. Bey dem Ottfried Sib, bey dem Horneck Häsib, im Nieders. Seve, im Angels. Syfe, im Engl. Sieve. Da die in vielen Fällen gleich bedeutenden Räder, Reiter, Fege, die Bewegung ausdrücken, welche mit dem Sieben verbunden ist, so ist selbiges auch hier zu vermuthen, daher dieses Wort als ein Verwandter von dem Griech. σευειν, rütteln, σειειν, erschüttern, von unserm säen, u.s.f. anzusehen ist. Mit andern Endlauten heißt das Sieb im Schwed. Sickt, (S. Sichten), ingleichen Såll, im Ißländ. Saldr, im Finnländischen Seula, (im Griech. ist σάλευειν, bewegen,) im Polnischen Sito, (im Griech. ist σηθειν, sieben) u.s.f.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 83.
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