Stülpen

[474] Stülpen, verb. regul. act. welches nur in den gemeinen Sprecharten, besonders Nieder-Deutschlandes, üblich ist. 1. Einen hohen hohlen Deckel auf etwas legen, besonders in den Zusammensetzungen zustülpen, aufstülpen, abstülpen, im Hoch- und Oberd. stürzen. 2. Umkehren, von Gefäßen oder andern Körpern mit breiten hohlen Flächen; im Hoch- und Oberdeutschen stürzen. Einen Topf, einen Scheffel umstülpen. Ein Butterbrot zusammen stülpen, daß die obern bestrichenen Flächen auf einander zu liegen kommen. 3. Umschlagen, aufschlagen, besonders in dem zusammen gesetzten aufstülpen, abstülpen. So auch das Stülpen.

Anm. Im Nieders. stulpen, im Schwed. stjelpa. Es ist allem Ansehen nach eine Onomatopöie sowohl des Bedeckens eines hohlen Raumes mit einem hohlen Deckel, als auch der Umkehrung eines hohlen Gefäßes.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 474.
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