Vorhang, der

[1271] Der Vorhang, des -es, plur. die -hänge, ein Stück Zeug, oder dem Zeuge ähnliches Ding, welches als eine Decke vor etwas gehänget wird. Die Vorhänge vor einem Bette, vor dem Fenster, im gemeinen Leben, die Gardinen. Die Vorhänge zuziehen, aufziehen. Der Vorhang in der Hütte des Sitfts, im Tempel. Der Vorhang auf der Schaubühne. Daher sagt man figürlich, der Vorhang werde aufgezogen, wenn eine bis dahin verborgene Sache öffentlich, jedermann deutlich, bekannt zu werden anfängt: der Vorhang werde zugezogen, sowohl, wenn eine Sache ein Ende hat, als auch, wenn sie wieder dunkel und verborgen zu werden anfängt; der Vorhang falle zu, wenn sie völlig aufhöret.


Des Lebens Vorhang fällt, sein Schauspiel geht zu Ende,

Weiße.


Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 4. Leipzig 1801, S. 1271.
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