Caligula

[208] Caligula, geb. 13 Jahre nach Chr. Geb. der Sohn des Germanicus und der Agrippa, folgte dem Tiberius in der Kaiserwürde. Der Anfang seiner Regierung ließ das Volk goldene Tage hoffen; allein nach einer Krankheit, die ihn acht Monathe nach dem Antritt seiner Regierung befiel, zeigte er sich als das unsinnigste Ungeheuer, das die Geschichte kennt. Stolz bis zu dem Wahnsinn, sich mit den Göttern zu messen, ohne alles Gefühl für Menschenwürde, deren öffentliche Monumente er zerstörte, ausschweifend wollüstig, grausam aus Leidenschaft und mit Entzücken, war er drei Jahre lang die Geisel des menschlichen Geschlechts. Ein Tribun der prätorianischen Garden brachte ihn im 41. J. n. Chr. Geb. beim Ausgange aus dem Schauspiel um. Wenn dieses Ungeheuer die Schönheit seiner Frauenzimmer bewunderte, machte er ihnen oft das Compliment: »wenn ich will, kann ich diesen schönen Kopf abschlagen lassen.« Er ehrte niemand als sein Pferd, das den Namen Incitatus führte; dieses Pferd aß an seiner Tafel, wurde von ihm mit vergoldeter Gerste bedient, aufs prächtigste geschmückt, und mit den höchsten Ehrenstellen des Reichs bekleidet.

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Brockhaus Conversations-Lexikon Bd. 1. Amsterdam 1809, S. 208.
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