Pluto

[458] Pluto, (Mythol.) bei den Griechen Hades oder Aides genannt, der Gott der Unterwelt. Er war, nach der Götterlehre Griechenlands und Roms, der Sohn des Saturns und der Rhea, Bruder des Jupiters und Neptuns, und bekam bei der Theilung des Weltalls unter die Söhne Saturns die Oberherrschaft über das ganze Unterreich. Da dieses als ein Ort des Schreckens und Elends dargestellt wird, so wird auch Pluto als eine abschreckende, unerbittliche Gottheit vorgestellt. Er sitzt neben seiner Gemahlin Proserpina (s. dies. Art.) auf einem schwarzen Throne, hat ein greisendes, finsteres Ansehen, eine Krone, und als Befehlshaber-Stab eine zweizackige Gabel, welcher sein charakteristisches Zeichen ist, bisweilen auch einen schwarzen Schlüssel, womit er den Ankommenden die Thüre zum Reiche der Schatten öffnet. Zu seinen Füßen liegt der Cerberus, und um seinen Thron herrscht ewige Nacht. Er fährt mit vier Pferden von schwarzer Farbe; und ihm ist diese Farbe und alles, was Grausen erweckt, heilig, und die ganze Geisterwelt ist seinem Zepter unterworfen. Man opferte ihm daher, nicht um ihn lieb zu gewinnen, sondern um vor ihm und den bösen Dämonen sicher zu sein. Die Cypressen, als das Sinnbild des Todes, waren ihm geweiht, und der Monath Februar stand besonders unter seiner Leitung.

Quelle:
Brockhaus Conversations-Lexikon Bd. 3. Amsterdam 1809, S. 458.
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