Liebig

[56] Liebig, Justus, Freiherr von, Chemiker, geb. 12. Mai 1803 in Darmstadt, 1824-52 Prof. in Gießen, seitdem in München, gest. das. 18. April 1873, lieferte auf allen Gebieten der Chemie zahlreiche grundlegende Arbeiten, deren Resultate er für den Ausbau der theoretischen Chemie und die Begründung der Agrikulturchemie und damit der modernen Landwirtschaft verwertete. Besondere Verdienste erwarb er sich durch Darstellung und Einführung des Fleischextrakts (s.d.). Die Liebigstiftung der deutschen Landwirtschaft dient zur Förderung der Agrikulturwissenschaft. Hauptwerke: »Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Agrikultur und Physiologie« (9. Aufl. 1876), »Die Tierchemie« (3. Aufl. 1846), »Chemische Briefe« (6. Aufl. 1878), »Naturwissenschaftliche Briefe über moderne Landwirtschaft« (1859). Mit Geiger, Wöhler und Kopp gab er die »Annalen der Chemie und Pharmazie« (1832 fg.), mit Poggendorff u.a. das »Handwörterbuch der Chemie« (9 Bde., 1836-64) heraus. »Reden und Abhandlungen« gaben sein Sohn Georg von L. (geb. 17. Febr. 1827, Badearzt in Reichenhall und Dozent in München, gest. 31. Dez. 1903 in München) und sein Schwiegersohn M. Carriere 1874 heraus. – Vgl. Kohut (1904).

Quelle:
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911., S. 56.
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