Linie, starre

[603] Linie, starre: ein Begriff, durch den HERBART die Anordnung der einfachen, unräumlichen »Realen« (s. d.) erklären will. »Setze man der Einfachheit wegen nur zwei Wesen, so hat man auch nur zwei Orte. Diese sind völlig außer einander, aber ohne alle Distanz. Sie sind aneinander. – Behalte man das Aneinander, setze aber, da der Ort den Wesen zufällig ist, eins in den Ort des andern, so entsteht dem zweiten Wesen ein dritter Punkt (einfacher Ort des einfachen Wesens). Der zweite Punkt liegt nun gerade zwischen dem ersten und dritten, weil für die letzten noch kein anderer Übergang vorhanden ist als ganz und gar durch den zweiten. – Dasselbe aus demselben Grunde fortgesetzt, ergibt eine unendliche, starre, gerade Linie« (Hauptp. d. Met. S. 47 f.). »Das einfache und starre Aneinander (nicht In- noch Voneinander) erwächst, fortgetragen, zu einer Linie« (l.c. S. 52). Der Übergang der Punkte ineinander erzeugt die stetige Linie (Allg. Metaphys. I).

Quelle:
Eisler, Rudolf: Wörterbuch der philosophischen Begriffe, Band 1. Berlin 1904, S. 603.
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