Viertes Kapitel.

Strategie.

[339] Was wir vom Begriff der Taktik im Mittelalter gesagt haben, gilt auch von der Strategie: Strategie, das ist die Verwendung des Gefechts zum Zwecke des Krieges, war selbstverständlich vorhanden, aber nur selten im Sinne einer Kunst.

Wir haben die militärischen Leistungen des Lehnsstaates als überaus klein kennen gelernt. Die Heere sind gering an Zahl, sehr wenig diszipliniert und nicht einmal von unbeschränkter Dienstverpflichtung.

Die Macht Karls des Großen beruhte auf dem ungeheuren Umfang seines Reiches und seiner durchgreifenden monarchischen Autorität; die eigentlich militärische Leistung war, wie der langsame und geringe Fortschritt gegen die Sarazenen und die Endlosigkeit der Sachsenkriege zeigt, nur gering. Von Strategie wagt man in diesen Feldzügen kaum zu sprechen, und die Teilreiche seiner Nachfolger sind bald völlig ohnmächtig. Auch als die beiden großen Könige des Sachsenstammes, Heinrich und Otto, durch einen Kompromiß mit den anderen großen Vasallitäts-Familien und der Stammes-Autonomie in dem östlichen Teil des karolingischen Reiches wieder eine starke Zentralgewalt geschaffen hatten, gelang es Otto wohl, unter Zusammenfassung aller Kräfte seines Reiches den Ungarn auf dem Lechfelde eine große Niederlage beizubringen, aber die militärische Macht des neuen Reiches war darum doch immer noch keineswegs groß und auch nicht sehr zuverlässig, da die halbe Selbständigkeit der großen Lehnsträger fortwährend die Autorität der Krone und den Landfrieden in Frage stellte. Ottos Heer in der Schlacht auf dem Lechfelde haben wir auf nicht[339] mehr als 6000-8000 Mann angenommen. Erst wenn man sich diese Zahl recht vor Augen hält, versteht man die Erfolge der Heiden. Nur zum Teil durch Kriegeskraft, ganz wesentlich dadurch ist man der Gefährdung durch die Seeräuber-Heere des Nordens und die Reiter-Heere der asiatischen Nomaden ledig geworden, daß die Normannen und die Magyaren selber in den christlichen Kulturkreis eintraten.

Nichts ist charakteristischer für mittelalterliches Kriegswesen als die Fehde zwischen Kaiser Otto II. und seinem Vetter König Lothar von Frankreich im Jahre 978. Der mächtige deutsche König, Herr von Deutschland und Italien und römischer Kaiser, muß aus seiner Hauptstadt Aachen fliehen, als der fast machtlose König der Westfranken plötzlich angerückt kommt. Wohl sammelt er, um sich zu rächen, schnell ein Heer und kommt damit bis vor Paris, kann aber der befestigten Stadt nichts anhaben und muß wieder umkehren und erleidet auf dem Rückzug noch erhebliche Verluste.346

Auch die Heere der salischen und staufischen Kaiser waren noch nicht wesentlich größer als das Heer Ottos des Großen auf dem Lechfelde – da wir hier einige zuverlässige quellenmäßige Nachrichten haben, ein nachträglicher Beweis für unsere Schätzung der Heere Karls des Großen, denn bei der zunehmenden Bevölkerung und gesteigertem Wirtschaftsleben in diesen Jahrhunderten sind die Heere jedenfalls nicht kleiner geworden.

Was sich in den Elementen der Kriegführung in dieser Zeit veränderte, hing mit der politischen Entwickelung zusammen.

Die weitere Durchführung des Lehnsstaates brachte es mit sich, daß alle die Halbselbständigkeiten, die dadurch geschaffen wurden, die Fürsten wie die Städte, bemüht waren, zu ihrer eigenen Sicherung sich mit Befestigungen zu versehen. Die Städte verstärkten ihre Mauern, auf den Hügeln und Bergen erhoben sich schwer einnehmbare Burgen. Die Bauten der Könige selber nahmen einen anderen Charakter an: während die Merowinger und Karolinger[340] ihre Pfalzen noch frei in der Ebene bauten, bauen die Sachsen-, Salier- und Staufen-Könige auf Hügeln oder sonst geschützten Plätzen Schlösser, die verteidigungsfähig sind.347

Dadurch wächst die Kraft der Defensive gegenüber der Offensive, und es wird dem Schwächeren leicht gemacht, sich der Entscheidung zu entziehen, dem Stärkeren aber erschwert, selbst wenn er einen Sieg errungen, davon auch Frucht zu pflücken, denn die Belagerung jeder einzelnen Stadt und Burg ist eine harte Arbeit, und es gibt ihrer unzählige. Der gewaltige deutsche Kaiser Friedrich, dem noch viele Italiener zuzogen, gebrauchte, um das Städtchen Crema zu bezwingen, über ein halbes Jahr. (1160.)

Statt einer wirklichen Belagerung finden wir öfter das System einer lockeren Blockade angewandt: man umgab die feindliche Stadt mit Kastellen, die ihr den Verkehr mit der Außenwelt abschnitten. So brachten schon die Normannen in Unteritalien die griechischen Städte zur Ergebung,348 und mit diesem Mittel bezwang Barbarossa zweimal Mailand, ohne daß er zu einer eigentlichen Belagerung und gewaltsamem Angriff geschritten wäre. Dazu gehört aber, daß man die eigenen Truppen sehr lange zusammenhält, und das können die mittelalterlichen Feudalheere nur selten.

Die Entscheidung in all den großen Staufen-Kriegen, auch in der Niederwerfung Heinrichs des Löwen durch Barbarossa und in dem Kampf, zwischen beider Söhnen, Philipp und Otto, hängt schließlich mehr als von Kriegstaten von der Parteinahme oder dem Parteiwechsel der großen Lehnsträger und der großen Städte ab, und diese Parteinahme wird durch militärische Erfolge wohl beeinflußt, aber doch nicht beherrscht. Einige wenige Male erscheint daher in dieser Epoche die Verteilung und Spannung der Kräfte derart, daß eine wirkliche Strategie auftauchte, z.B. in der Art, wie Otto der Große die Schlacht auf dem Lechfelde herbeiführte, und in dem Kriege Heinrichs IV. gegen den Gegenkönig Rudolph von Schwaben; und wie im Kriege die verschiedenen Elemente, das Politische, Strategische und Taktische fortwährend wechselseitig aufeinander einwirken, so erscheinen in diesen Schlachten auch Momente der Taktik, wie wir sie sonst kaum beobachten. Die[341] späteren Kriege der großen Staufer hingegen bieten trotz zahlloser Waffentaten nichts Ähnliches. Daß der Sieg von Hastings mit einem Schlage und auf die Dauer das große angelsächsische Reich unter die Herrschaft der Normannen bringen konnte, hängt mit dem ganzen unentwickelten politischen Zustand des Landes zusammen. Die deutschen Könige haben eine ähnliche Herrschaft in Italien nicht aufrichten können (obgleich man ihnen im freien Felde von vornherein keinen Widerstand zu leisten wagte), weil Italien, romanisch wie es ist, dennoch in den selbständigen Kommunen und in der universellen Institution des Papsttums stärkere Widerstandspotenzen hatte als das germanische Reich der Angelsachsen. Es ist den Italienern schließlich sogar gelungen, den Kaiser in offener Feldschlacht zu besiegen, aber es ist wohl zu beachten, daß die Niederlage bei Legnano (1176) für die schließliche Entscheidung doch keine wesentliche Bedeutung gehabt hat. Es war eine Zufalls-Schlacht, dadurch herbeigeführt, daß der Kaiser mit gar zu großer Zuversicht seine aus Deutschland angekommenen Kontingente durch das Mailändische Gebiet hindurch, einige Meilen an der Stadt vorbei, von Como nach Pavia führen wollte. Auf diesem Wege stellten ihn die Mailänder mit ihren Bundesgenossen, und die Deutschen erlagen der Überzahl. Aber das eigentliche Entscheidende ist, daß der Kaiser, seit er mit Heinrich dem Löwen zerfallen war, aus Deutschland nur noch sehr mäßige Streitkräfte heranziehen konnte, Mailand aber an den anderen italienischen Kommunen einen viel stärkeren Rückhalt hatte als in den früheren Kriegen. Auch ohne die Niederlage von Legnano hätte Friedrich schließlich ein maßvolles Abkommen eingehen müssen, und daß die Mailänder ihm trotz ihres Sieges weit entgegenkommen, zeigt, daß sie dessen Bedeutung nicht überschätzten.

Wiederum ist ganz ebenso der große Sieg Kaiser Friedrichs II. über die Mailänder und den lombardischen Bund bei Cartenuova (1237) so gut wie ohne Folgen geblieben.

Hat es etwa dem Mittelalter an der theoretischen Erkenntnis gefehlt, daß im Kriege die Feldschlacht das eigentlich Entscheidende ist, und daß es daher das höchste Gesetz der Strategie ist, alle Kriegskraft auf dem Schlachtfelde zusammenzubringen und zu vereinigen? Es ist interessant zu hören, daß es dem Rittertum an[342] dieser Einsicht nicht gefehlt hat. Eine französische Chronik, die »Taten der Grafen von Anjou«, läßt (1041) Lisäus den Seneschall zu seinem Grafen Gottfried Martell, als dieser Tours belagert und Entsatz naht, sprechen: »Besser ist es, daß wir vereinigt fechten, als daß wir von euch getrennt überwunden werden. Schlachten sind kurz, aber der Gewinn des Sieges ist groß. Belagerungen dauern lange und führen schwer zum Ziel: Schlachten unterwerfen euch Völker und Städte, und die in der Schlacht Besiegten verschwinden vor ihren Feinden wie ein Rauch. Ist die Schlacht gewonnen und der Feind besiegt, gehört euch die Herrschaft und auch Tours.«349

In demselben Geiste ließ Saladin, als sich die großen Heere des dritten Kruezzuges nahten, die Mauern vieler syrischer Städte niederreißen, um sein Feldheer durch die Besatzungen zu verstärken. So hatte ja auch schon Totilas, der Ostgothe, gehandelt.350 Aber das sind Ausnahmen und mußten Ausnahmen bleiben. Ganz vorwiegend finden wir durch das ganze Mittelalter hin das entgegengesetzte Prinzip, die Stärke der Verteidigung in festen Plätzen auszunutzen, da die Verhältnisse nur selten so liegen, um Siege im freien Felde wirklich ausnutzen zu können: Feudalheere sind dazu zu klein und zu schwach. Selbst Entsatzschlachten, die dem Angreifen den Vorteil bieten, das belagernde Heer in einer sehr ungünstigen Position angreifen zu können, finden sich nur selten.

Wie die Schlacht sich taktisch nicht wesentlich über den vervielfachten Kampf erhebt, zu dem man nur den Entschluß zu fassen braucht, so sind auch die strategischen Erwägungen nicht viel mehr als Ausführungen der Beschlüsse der Politik. Da es über das »Wie« einer Schlacht meist nichts Wesentliches zu beschließen gibt,[343] so bleibt immer nur die Frage, ob man sich stark genug fühlt, zu schlagen oder nicht. Wer sich nicht stark genug fühlt, sucht einen festen Platz auf, und für den Gegner bleibt wieder nur die Frage, ob er belagern soll oder nicht. Das mag von mancherlei Umständen abhängen, und der Entschluß oft sehr schwer sein, aber eigentlich strategischer Natur im höheren Sinne des Wortes, im Sinne einer Kunst, ist er nicht. Auch Ausrüstung, Ordnung des Marsches, Fürsorge für die Verpflegung mögen einen hohen Grad von Umsicht und Tatkraft erfordern, können aber nur in einem gewissen relativen Sinne als Handlungen der Strategie angesehen werden.

Selbst der entscheidende Entschluß, eine Schlacht zu schlagen, ist im Mittelalter insofern nicht strategisch, als er nicht im vollen Sinne des Wortes ein Entschluß des Feldherrn ist. In einem disziplinierten Heer wird geschlagen, indem der Führer es befiehlt. Ein mittelalterlicher Führer hat dazu sein Heer nicht genügend in der Gewalt. Er kann nur schlagen, wenn nicht nur er selbst, sondern sein ganzes Heer die Schlacht will. Auch in disziplinierten Heeren ist das Vertrauen der Massen in den Ausgang ein sehr wichtiges Moment: in einem mittelalterlichen Heer kann man ohne dies Moment überhaupt nicht schlagen. Es ist ein höchst charakteristischer Vorgang, den uns Widukind zweimal, vor einer Schlacht der Sachsen gegen die Slaven und vor der Ungarnschlacht auf dem Lechfelde, berichtet (I, 36 und III, 44), daß nämlich jeder noch einmal erst dem Feldherrn und dann die Krieger sich untereinander feierlich Hilfe gelobten. Auch sonst finden wir eine derartige feierliche Verpflichtung unmittelbar vor der Schlacht erwähnt, auch bei den Muslim. Der einheitliche Wille, der in dem Ganzen herrschen muß, ist nicht durch den Organismus des Heeres als solcher gegeben, der alles in dem Willen des Feldherrn beschließt, sondern muß im Moment geschaffen und verbürgt werden.

Dieser Umstand, die große Abhängigkeit des Feldherrn von der Stimmung und dem Willen des Heeres, wird auch einiges dazu beitragen, daß die Schlachten in den mittelalterlichen Kriegen so selten sind. Kriege fast unausgesetzt, Schlachten in vielen Jahren nicht, denn dazu gehört, daß in beiden gegnerischen Heeren[344] gleichzeitig das Gefühl der Überlegenheit vorhanden ist, es sei denn, daß der eine Teil nur notgedrungen schlägt, weil er das Gefecht nicht vermeiden kann. Auch ein moderner Feldherr schlägt in der Regel nicht, ohne daß er auf den Sieg rechnet. Er schlägt aber vielleicht auch gegen eine unzweifelhafte Überlegenheit, weil er hofft, durch seine Führer-Geschicklichkeit und Benutzung des Geländes die Inferiorität des Heeres auszugleichen. Der mittelalterliche Feldherr hat dazu, wie uns bei der Betrachtung der Frage der Taktik klar geworden ist, keine Aussicht: er schlägt nur, wenn er selbst und mit ihm sein Heer von der eigenen Superiorität überzeugt ist.

Charakteristisch für das ritterliche Kriegswesen und die Schwierigkeit, auf ihm eine wirkliche Strategie aufzubauen, ist, wie häufig es vorkommt, daß der taktisch geschlagene Teil dennoch seinen strategischen Zweck erreicht. Die Natur der Dinge verlangt und sagt, daß, wer das feindliche Heer erst besiegt hat, seinen sonstigen Zweck wahrscheinlich erreichen wird. Ein ritterliches Heer ist aber so wenig in der Hand des Feldherrn, daß die Abspannung, die auch nach einem Siege, namentlich einem verlustreichen, einzutreten pflegt, öfter nicht zu überwinden ist und den Führer zwingt, von der weiteren Verfolgung seiner Absichten abzustehen. Das haben wir in den Kriegen Heinrichs IV. mehrfach festgestellt und werden noch mehr Beispiele dafür finden.

Feldherrn-Taten, wie des Miltiades bei Marathon, des Pausanias bei Platää, des Epaminondas bei Leuktra, des Hannibal bei Cannä, des Scipio bei Naraggara, des Cäsar bei Pharsalus finden wir im Mittelalter nicht, es sei denn auf dem Lechfelde. Auch der Entschluß Wilhelms des Normannen, nach seiner Landung in England nicht sofort auf London vorzurücken, sondern den Gegner an der Küste zu erwarten und hier seine Kräfte zusammenzuhalten, mag als ein Akt der Strategie gebucht werden, der durch die Größe und Bedeutung des nachfolgenden Sieges einen tiefen Hintergrund erhält, aber erst nach einiger Reflexion kommt man doch dazu, das Wort Strategie dafür zu gebrauchen. In dem Kriege zwischen Heinrich IV. und Rudolf ist wohl strategisches Denken sichtbar, aber da keine große Entscheidung dadurch herbeigeführt worden ist, entbehrt es des vollen Interesses. Einige[345] künstlich und geschickt herbeigeführte Überfälle, wie z.B. Friedrichs II. Angriff auf die Mailänder bei Cortenuova, kann man dem Gebiet der Strategie zurechnen, aber es ist nicht der große Stil darin, wie in der Lechfeld-Schlacht.

Es wäre ein gänzliches Mißverständnis, zu meinen, daß deshalb die Persönlichkeit als solche im mittelalterlichen Heer von geringerer Bedeutung gewesen wäre. Im Gegenteil: eben weil die Technik und damit auch die Kunst der Taktik und Strategie kein rechtes Objekt hat, muß die Persönlichkeit um so mehr machen. Der Genius des Strategen tritt, prinzipiell gesprochen, in die Erscheinung, wo er Schlachten herbeiführt und sie durch die Kunst der Taktik gewinnt. Im Mittelalter sind Schlachten fast immer nur möglich, wo auch der Gegner sie will, und ein solches direktes Gegeneinanderstreben der Kräfte ist selten und kann nur selten sein. Die Kraft und das Talent der Führenden wird an anderer Stelle gebraucht, vor allem in dem Zusammenhalten des lockeren Gefüges des Lehnsstaats.

Das Deutsche Reich bricht immer wieder zusammen und wird immer wieder aufgebaut, je nach den Männern, die an der Spitze stehen, verschwinden und wiederkommen. Hier ist die Persönlichkeit alles.[346]

Quelle:
Hans Delbrück: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte. Berlin 1923, Teil 3, S. 339-347.
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