4. Kapitel. Mohammed und die Juden. 622-640.

[100] Der Religionsstifter von Mekka und Medina; sein Verhältnis zum Judentume und zu den Juden Arabiens. Abdallah Ibn-Salâm und die jüdischen Ansar; Pinehas Ibn-Asura und die jüdischen Gegner Mohammeds. Krieg mit dem jüdischen Stamm der Benu-Kainukaa, ihre Niederlage und Auswanderung. Krieg mit den Benu-Nadhir und ihre Auswanderung. Der jüdische Häuptling Hujef; der Koalitionskrieg gegen Mohammed. Krieg mit den Benu-Kuraiza und Untergang derselben. Krieg mit den Juden von Chaibar; die jüdischen Helden Kinanah und Marhab. Niederlage der Chaibarenser. Die Jüdin Zainab. Gehässigkeit des Koran gegen die Juden. Auswanderung der Juden von Chaibar und Wadil-Kora nach Kufa.


Das Judentum hat in der saburäischen Epoche nicht bloß einige arabische Stämme für sein Bekenntnis gewonnen und den Söhnen der Wüste überhaupt gewisse unentbehrliche gesellschaftliche Einrichtungen gelehrt1, wie die Regelung des Jahres, wovon Verkehr und Handel, Krieg und Frieden abhingen, sondern hat auch einen Religionsstifter erweckt, der in immer größeren Kreisen in die Weltgeschichte eingriff und noch in der Gegenwart fortwirkt. Mohammed, »der Prophet von Mekka und Jathrib,« war zwar kein Sohn des Judentums, aber er hat sich an dessen Brust genährt. Er ist durch das Judentum angeregt worden, eine neue Religionsform mit staatlichem Grunde in die Welt zu setzen, welche man Islam nennt, und diese hat wiederum auf die Gestaltung der jüdischen Geschichte und die Entwickelung des Judentums mächtig eingewirkt. In den friedlichen Zusammenkünften in Mekka, seinem Geburtsorte, auf den Meßplätzen und auf Reisen hörte Abdallahs Sohn viel von der Religion sprechen, welche das Bekenntnis des einzigen, weltbeherrschenden Gottes an ihre Spitze setzt, von Abraham, der sich dem Dienste dieses Gottes geweiht hat, von religiösen und sittlichen Einrichtungen, welche die Bekenner dieser Religion vor den Götzendienern [100] voraus hatten, und sein ursprünglicher und empfänglicher Sinn war mächtig von all' diesem ergriffen. Ein angesehener Mekkaner, Waraka Ibn-Naufal, aus dem edlen Stamme der Koraischiten, ein Vetter Mohammeds Gattin Chadiǵa, der das Judentum angenommen und Hebräisch zu lesen verstand2, flößte sicherlich Mohammed Liebe für Abrahams Religion ein.

In der Geschichte findet sich schwerlich eine Persönlichkeit, welche Mohammed gliche: er war aus Widersprüchen zusammengesetzt. Neben demütiger, gottdurchdrungener Frömmigkeit besaß er einen maßlosen Hochmut. Hingebung war in ihm gepaart mit Selbstsucht, Hochsinn mit Gemeinheit, schwungvolle Poesie mit engherzigem Kleinlichkeitssinn, Einfachheit und Mäßigkeit in Speise und Kleidung mit unersättlicher Liebesbrunst, Offenheit mit tückischer Verstellung, Mut mit Feigheit, ekstatische Verzückung mit berechnender Schlauheit. Jeder Zoll an ihm war ein Araber, ein wilder Sohn der Wüste, und doch durchbrach er die engen Schranken seines Volkstums und öffnete seinen Stammesgenossen einen weiten Gesichtskreis. Einerseits veredelte er die Araber durch erhabene Lehren, anderseits bestärkte er sie in ihrer Beschränktheit und ihren Vorurteilen. Er verstand weder das Lesen, noch das Schreiben und machte doch ein Buch (Koran) zum Mittelpunkte einer neuen Religion.

Mohammeds erste Lehren, die er in krankhaftem Zustande der Epilepsie empfangen und in engem Kreise als höhere Offenbarungen vom Engel Gabriel ausgegeben hat, trugen ganz und gar eine jüdische Färbung.3 Zu allererst stellte er den einfachen, aber noch nicht beherzigten Gedanken des Judentums auf: »Es gibt keinen Gott als Allah«, und erst später fügte sein Hochmut den Satz als Bekenntnisbedingung hinzu: »und Mohammed ist sein Prophet«. Wenn er von diesem Gotte sagte, er habe keinen Genossen (Antitrinität), er dürfe nicht im Bilde verehrt werden; wenn Mohammed [101] gegen den wüsten Götzendienst predigte, der in der Kaaba mit dreihundert Göttern getrieben wurde; wenn er gegen die Unsittlichkeit eiferte, die offen und ohne Scheu unter den Arabern auftrat; wenn er die gefühlsempörende Unsitte verdammte, daß Eltern ihre neugeborenen Töchter aus Bequemlichkeit oder Besorgnis ins Wasser warfen, und wenn er dieses alles als nichts neues, sondern als Lehre der alten Abrahamsreligion ausgab, so mußte daß Judentum darin einen Sieg seiner Wahrheiten und eine Erfüllung seiner Prophezeiungen sehen, »daß einst jedes Knie sich zu dem einzigen Gotte beugen, jede Zunge ihn anbeten werde«, gerade wie zur Zeit, als Paulus von Tarsus zuerst die Hellenen mit der Geschichte und dem Inhalte des Judentums bekannt machte. Das Beste, was der Koran enthält, ist der Bibel oder dem Talmud entlehnt.4 Erst die Kämpfe, die Mohammed in Mekka mehrere Jahre hindurch (612-622) für diese geläuterten Lehren zu bestehen hatte, setzten diesem edlen Kerne eine widerliche Schale an. Mohammeds Verhältnis zu den Juden Arabiens hat nicht wenig dazu beigetragen, den Lehrinhalt des Islams zu bestimmen und zu modifizieren. Ihnen ist ein Teil des Korans bald in freundlichem, bald in feindlichem Sinne gewidmet.

Als Mohammed in Mekka, dem Sitze des arabischen Götzentums, kein Gehör fand und sich sogar in Gefahr befand, wandte er sich an einige Männer aus Jathrib und forderte sie zur Annahme seiner Lehre auf. Diese, welche mit den jüdischen Religionslehren vertrauter waren, als die Mekkaner, fanden in Mohammeds Offenbarungen viel Verwandtschaft mit dem, was sie von ihren jüdischen Nachbarn öfter vernommen hatten. Sie zeigten sich daher geneigt, sich ihm anzuschließen, und brachten ihre Stammesgenossen dahin, ihn einzuladen, nach Jathrib zu kommen, wo seine Lehren schon wegen der dort zahlreich wohnenden Juden Anklang finden würden. Sobald er dahin kam (622, dem Jahre der Auswanderung: Heǵira), ließ es sich Mohammed angelegen sein, die Juden von Jathrib für sich zu gewinnen, und sein Streben so darzustellen, als wollte er das Judentum zur allgemeinen Anerkennung in Arabien bringen. [102] Er war gerade am Versöhnungstage in die Stadt eingezogen, welche von ihm den Namen bekommen sollte »Stadt des Propheten« (Medina) und als er die Juden fastend sah, sagte er: »Es geziemt uns noch mehr als den Juden, an diesem Tage zu fasten, und er führte den Fasttag Aschura ein.5 Mohammed schloß mit den jüdischen Stämmen ein förmliches Bündnis zu gegenseitiger Hilfeleistung6 und bestimmte ihnen zu Liebe die Richtung des Angesichtes beim Gebete (Kiblah) nach Jerusalem.7 Bei Streitigkeiten zwischen Juden und seinen Anhängern (Moslemin), die ihm zur Entscheidung vorgelegt wurden, zeigte er sich den Juden geneigter. Deswegen zogen es die Jünger Mohammeds vor, ihre Streitsache vor einen jüdischen Häuptling zu bringen, weil sie von einem solchen mehr Unparteilichkeit erwarteten als von Mohammed. So nahm einst ein Mohammedaner den jüdischen Häuptling Kaab Ibn Al-Aschraf und dagegen sein Gegenpart, ein Jude, Mohammed zum Schiedsrichter.8 Mohammed hielt sich eine Zeitlang einen jüdischen Sekretär für seine Korrespondenz, weil er selbst des Schreibens unkundig war.9 Den Juden Medinas war dieses Entgegenkommen von seiten eines so viel verheißenden Mannes sehr schmeichelhaft. Sie betrachteten in halb und halb als jüdischen Proselyten und glaubten durch ihn das Judentum zur Macht in Arabien gelangen zu sehen. Einige von ihnen schlossen sich ihm innig an und wurden seine Hilfsgenossen (Ansar), darunter ein gelehrter Jude Abdallah Ibn-Salâm aus dem Stamme Kainukaa und Mukchairik aus einer angesehenen Familie der Alghitiun.10 Abdallah soll ihm, ehe er sich zu Mohammed bekannte, drei Fragen vorgelegt haben, um ihn zu prüfen, ob er von prophetischem Geiste beseelt sei. Die drei Fragen lauteten: »In welchem Falle nimmt das ungeborene Kind das Geschlecht des Vaters und in welchem das der Mutter an; was wird den Frommen im Paradiese zur Speise vorgesetzt werden, [103] und welches ist das Zeichen des jüngsten Tages.« Diese drei Fragen, die aus dem Kreise der talmudischen Agada entnommen sind, soll nun Mohammed, sicherlich von einem andern vertrauten Juden inspiriert, richtig beantwortet haben. Abdallah soll von diesen Antworten so betroffen gewesen sein, daß er Mohammed als einen göttlichen Propheten anerkannt hat.11 Abdallah und andere Juden waren Mohammed bei den Offenbarungen des Korans behilflich, und die ungläubigen Araber hielten es ihm oft genug vor, daß »er ein Ohr sei« (Alles gläubig annehme), daß ihn nicht der Engel Gabriel, sondern ein Mensch belehre.«12 Indessen, wenn ihn auch Abdallah Ibn-Salâm und andere jüdische Ansar unterstützten, so waren sie weit entfernt, seinetwegen das Judentum aufzugeben, sondern beobachteten nach wie vor die jüdischen Gesetze, ohne das Mohammed anfangs Anstoß daran genommen hätte.13

Aber nur ein geringer Teil der Juden Medinas trat zu der Schar der Gläubigen über, besonders als sie sein selbstsüchtiges Streben, seinen Hochmut und seine unersättliche Geschlechtsliebe erkannten. Sie hatten ein zu hohes Ideal von den Propheten im Herzen, als daß sie diesen leidenschaftlichen Mann, den es nach jedem schönen Weibe gelüstete, ihnen hätten gleichstellen sollen. »Sehet ihn«, sprachen die Juden, »bei Gott! er wird von keiner Speise satt und hat keine andere Sorge als um die Weiber. Ist er ein Prophet, so möge er seinem Prophetenamte obliegen, nicht den Weibern.«14 Oder die Juden sagten: wenn Mohammed ein Prophet ist, mag er in Palästina auftreten, denn nur dort offenbart sich Gott einem Auserwählten.15 Auch wendeten die Juden gegen ihn ein: »Du rühmst dich, von Abrahams Religion zu sein, aber Abraham aß nicht Fleisch und Käse von Kamelen.«16 Hauptgegner Mohammeds von jüdischer Seite17 waren Pinehas Ibn Azura vom Stamme Kainukaa, ein Mann mit beißendem Witze, der bei jeder Gelegenheit ihn lächerlich machte; ferner jener obengenannte Kaab Ibn Al-Aschraf, [104] von einem arabischen Vater und einer jüdischen Mutter geboren; ein Dichter Abu-Afak, Greis über hundert Jahre alt, der ihn bei den unwissenden und blinden Arabern verhaßt zu machen trachtete, und Abdallah, Sohn Sauras, aus der Familie Alghitiun, welcher als der gelehrteste Jude von Heǵas galt. Selbst jüdische Proselyten, wie Kinana Ibn-Suria, der von den Ausiten abstammte, erkannten Mohammeds Prophetentum nicht an.18 Als einst Omar, zuerst heftiger Gegner und dann energischer Anhänger Mohammeds, unter eine Schar Juden trat, fragte ihn Pinehas Ibn-Azura19: »Welcher von den Engeln ist der Begleiter eures Propheten?« Und als ihm Omar erwiderte, es sei Gabriel, da entgegnete Pinehas witzig, auf einen agadischen Ausspruch anspielend20: »Dieser Engel ist unser Feind, denn er verkündet stets nur Strafen für uns.« Von Pinehas rührt auch das treffende Wort her, das er Mohammed entgegnete, als dieser den jüdischen Stamm der Benu-Kainukaa anging den Islam anzunehmen. Mohammed hatte sich in seinem Briefe des Ausdrucks bedient: »Gebet Gott ein schönes Darlehn.« Darauf ließ ihm Pinehas antworten: »Gott ist so arm, daß er ein Darlehn von uns verlangt.« Abu-Bekr, der nachmalige Kalif, soll dem Witzling dafür eine harte Strafe zugedacht haben, so daß Pinehas leugnen mußte, es gesagt zu haben.21 Mohammed merkte sichs aber wohl und teilte seinen Jüngern eine angebliche Offenbarung mit: »Gott hat die Stimme derer gehört, die da sprachen, Gott ist arm und wir sind reich. Ihre Rede wollen wir aufschreiben und ihre Tötung der Propheten, und zu ihnen sagen: nehmet die Pein des Fegefeuers hin.«22 So neckten sich die jüdischen Gegner Mohammeds mit ihm herum, legten seinen Aussprüchen und Offenbarungen einen lächerlichen Sinn unter und behandelten ihn wegwerfend, ohne zu ahnen, daß der schwache Flüchtling aus Mekka, der hilfeflehend nach Medina gekommen war, binnen kurzem ihre [105] Stämme demütigen und zum Teil vernichten und über einen großen Teil ihrer Religionsgenossen bis in die entferntesten Zeiten das Los werfen würde! Sie bauten zu sehr auf ihren Mut und auf ihre Stärke und vergaßen, daß der gefährlichste Feind derjenige ist, welchen man allzu sehr verachtet.

Mohammed nahm auch anfangs in schlauer Verstellung die Geringschätzung der Juden mit scheinbarem Gleichmute hin. Er sprach zu seinen Gläubigen: »Mit dem Volke der Schrift (Juden) streitet nur auf anständige Weise und saget: wir glauben an das, was uns, und an das, was euch offenbart ist. Unser Gott und euer Gott ist nur einer, und wir sind ihm ganz ergeben.«23 »Gebet den Schriftbesitzern weder Recht noch strafet sie Lügen,« soll er seinen Jüngern eingeschärft haben. – Aber für die Dauer konnte das Verhältnis nicht in den Schranken der Duldung bleiben. Von der einen Seite gaben sich die Juden Mühe, ihm seine Gläubigen abwendig zu machen, selbst seine treuesten Gefährten Omar, Hudseifa und Maad.24 Es gelang ihnen auch den ersten Mann in Medina', den Chazraǵiten Abdallah Ibn-Ubej, welcher auf dem Punkte stand, zum Könige dieser Stadt erwählt zu werden und durch Mohammeds Ankunft in den Schatten gestellt wurde, so sehr gegen ihn einzunehmen, daß er bis an sein Lebensende Opposition gegen Mohammed machte. Von der anderen Seite drangen seine Gläubigen in ihn, sich bestimmt darüber auszusprechen, wie er es mit dem Judentume halte. Sie sahen, daß seine Anhänger unter den Juden noch fortfuhren, die jüdischen Gesetze zu beobachten, sich des Kamelfleisches zu enthalten, und fragten ihn: »Ist die Thora ein göttliches Buch, so laßt uns auch deren Vorschriften befolgen.«25 Da Mohammed zu sehr Araber war, um sich dem Judentume anschließen zu können, anderseits wohl erkannte, daß die Araber den ihnen ganz fremden religiösen Bräuchen Widerstand leisten würden, so blieb ihm nichts übrig, als mit den Juden entschieden zu brechen. Er offenbarte hierauf eine lange Sura (die Sura der Kuh genannt), voller Schmähungen gegen die Juden. Die Richtung beim Gebete änderte er ab und verordnete, daß sich die Gläubigen nicht mehr nach Jerusalem, sondern nach Mekka und dem Kaaba-Tempel [106] wenden sollten (624).26 Gegen den Vorwurf der Inkonsequenz berief er sich auf eine angebliche Offenbarung durch Gabriel: »Die Gesichtsrichtung (beim Gebete) haben wir deswegen geändert, damit man unterscheide zwischen denen, welche dem Propheten folgen, und denen, welche ihm den Rücken zukehren. Manchem ist das unlieb, aber nicht dem, den Gott regieret. Wo du auch bist, wende dein Gesicht nach dem Tempel Alharram (Kaaba), wo du dich auch befindest – Volk der Schrift! Wisse wohl, daß diese Wahrheit von seinem Gotte ist.«27 Das Fasten am Versöhnungstage (Aschura) schaffte er ab und setzte dafür den den Arabern seit uralter Zeit heiligen Monat Ramadhan ein.28 Er mußte noch vieles zurücknehmen von dem, was er früher als Gottes Offenbarungen ausgegeben hatte. Mohammed behauptete jetzt, in der Thora sei von seinem Erscheinen und seinem Prophetenberufe viel die Rede gewesen29, die Juden hätten aber die Stellen ausgemerzt. Während er früher gepredigt hat, die Juden hätten den rechten Glauben, verbreitete er später, sie verehrten Esra (Ozaïr) als Sohn Gottes30, wie die Christen Jesus, folglich seien auch sie als Gottesleugner zu betrachten. Seine Verbitterung gegen die Juden, welche sein Prophetentum leugneten und seine Vorspiegelungen durchschauten, führte ihn immer mehr zu Ungerechtigkeiten gegen sie. Ein Gläubiger von den medinensischen Hilfsgenossen hatte einen Panzer gestohlen, und als es ruchbar geworden war, legte er ihn, um den Verdacht von sich abzuwälzen, in das Haus eines Juden, als wäre dieser der Dieb gewesen. Der Jude schwor aber bei Gott für seine Unschuld am Diebstahle. Darauf riefen die Ansar Mohammed auf, dem eigentlichen Dieb beizustehen, weil er doch zu den Gläubigen gehörte, und Mohammed ging darauf ein.31

So sehr er aber auch im innersten Herzen die Juden haßte, so wagte er es doch so bald nicht, sie durch Tätlichkeiten zu reizen. Noch war sein Ansehen nicht befestigt genug, und die Juden waren [107] durch ihre Zahl und ihre Verbindung teils mit den Chazraǵiten und teils mit den Ausiten der Schar seiner Anhänger überlegen. Dieses Verhältnis änderte sich aber nach der Schlacht bei Bedr (Winter 624), als die geringzähligen Mohammedaner einen Sieg über die zahlreichen Koraischiten davon getragen hatten. Mohammed war dadurch der Kamm so sehr geschwollen, daß er seitdem die Rolle eines demütigen Propheten mit der eines argwöhnischen Tyrannen vertauschte, dem jedes Mittel, auch Meuchelmord, recht war, sich seiner Feinde zu entledigen. Indessen ließ er sich noch immer von der Klugheit lenken, nicht mit den mächtigen jüdischen Stämmen anzubinden; er begann mit den schwachen und wehrlosen. Eine Dichterin Asma, Tochter Merwans, aus einem jüdischen Stamme geboren und mit einem Araber verheiratet, wurde von einem Meuchelmörder in der Nacht auf ihrem Ruhebette erschlagen, weil sie Satiren gegen den falschen Propheten gedichtet hatte. Und Mohammed sprach des anderen Tages: »Wer einen Mann sehen will, der Gott und seinem Gesandten einen Dienst geleistet, der sehe Omeïr an« (so hieß der Mörder).32 Einige Tage später wurde der jüdische Greis Abu-Afak von Omeïrs Sohn ermordet, und später auch Kaab Ibn Al-Aschraf, weil er die bei Bedr gefallenen Koraischiten durch eine Elegie betrauert hatte.33

Darauf sollte der jüdische Stamm der Kainukaa seinen frommen Zorn empfinden. Es war der schwächste der jüdisch-arabischen Stämme, und zu ihm gehörte jener Pinehas Ibn-Azura, der Mohammed durch schlagenden Witz lächerlich machte. Deswegen richtete sich sein Haß zuerst gegen die Kainukaa. Die Veranlassung war geringfügig. Ein Mohammedaner hatte einen Juden wegen eines schlechten Spaßes erschlagen, und die Kainukaa nahmen Rache dafür. Darauf forderte sie Mohammed auf, sich zum Islam zu bekennen oder den Krieg zu gewärtigen. Sie erwiderten ihm: »Wir sind zwar friedlich gesinnt und halten gerne das Bündnis mit dir; allein da du Gelegenheit suchst, uns zu bekriegen, so werden wir zeigen, daß wir auch Mut haben.« Sie rechneten darauf, daß ihre glaubensgenössischen Stämme, die Nadhir und Kuraiza, sie nicht im Stiche lassen würden, und zogen sich in ihre Festungen bei Medina zurück. Mohammed sammelte darauf seine Truppen und belagerte die Kainukaa. Wären die [108] zahlreichen Juden Nordarabiens, die Nadhir, Kuraiza und die von Chaibar, in richtiger Voraussicht, daß ihnen Ähnliches wie den Kainukaa bevorstand, ihnen zu Hilfe gekommen, und hätten sie mit dem Gegner Mohammeds ein Schutz- und Trutzbündnis geschlossen, wie zur Zeit, als es bereits zu spät war, so hätten sie ihn und seine geringen, zum Teil nicht ganz zuverlässigen Anhänger erdrücken können. Allein die Juden litten gleich den Arabern an Zersplitterung und hatten nur ihre selbstsüchtigen Stammesinteressen im Auge. Fünfzehn Tage kämpften die Kainukaa tapfer und warteten auf Verstärkung von ihren Glaubensbrüdern. Als diese aber ausblieb, öffneten sie dem Feinde die Tore ihrer Burgen. Mohammed ließ sämtliche Kainukaaischen Juden in Fesseln schlagen und machte Miene, sie abzuschlachten; aber ein drohender Blick des Chazraǵiten Abdallah Ibn-Ubej, ihres Bundesgenossen, schreckte ihn von diesem Vorhaben zurück. Abdallah faßte ihn am Panzerhemde und sprach: »Ich lasse dich nicht los, bis du mir die Bitte gewährst, die Gefangenen loszulassen; denn sie bilden meine Stärke, sie haben mich gegen die Schwarzen und Roten verteidigt.«34 Mohammed sprach dann eingeschüchtert: »Laßt sie frei, Gott verdamme sie und ihn mit ihnen!« Die Juden des Stammes Kainukaa, siebenhundert an der Zahl, mußten ihre Habe im Stiche lassen und ganz entblößt nach Palästina auswandern (Februar 624).35 Sie ließen sich jenseits des Jordans in Batanäa, dessen Hauptort Adraat war, nieder36, wo sie wahrscheinlich von ihren Glaubensgenossen, die zurzeit von dem byzantinischen Joche befreit waren, brüderlich aufgenommen wurden.

Nach dem Siege über die Kainukaa brachte Mohammed den Moslemin eine Offenbarung gegen die Juden, welche sie jedes Schutzes berauben sollte: »O, ihr Gläubigen, wählet keine Juden und Christen zu Bundesgenossen; sie mögen sich selbst beschützen. Wer sich mit ihnen befreundet, ist einer von ihnen; Gott duldet kein sündhaftes Volk.«37 Den Christen schadete diese Ausschließung weniger, da sie nicht zahlreich in Nordarabien vertreten waren und sich überhaupt passiv verhielten. Die Juden hingegen, an Unabhängigkeit gewöhnt und voll sprudelnden Mutes, waren durch diese Achtserklärung in[109] gefährliche Reibungen verwickelt. Ihre ehemaligen Schutzgenossen sagten sich meistens von ihnen los und übten auf Mohammeds Geheiß tückische Rache an ihnen. Ein Moslem tötete einen Juden, der sein Lebelang sein Wohltäter gewesen, und der Bruder des Mörders, selbst noch ein Heide, war empört darüber.38 Bei solcher Lage gehörte Mut dazu, wenn sich einige Muselmänner, welche ihre anerzogene Treue nicht durch Fanatismus unterdrückt hatten, dennoch der Juden angenommen haben. Diesen Mut bewies der schon genannte edle Abdallah. Als Mohammed zum Gefechte bei Uchûd ausrückte, gehörte auch Abdallah zum Gefolge und entbot dazu eine Schar von sechshundert jüdischen Bundesgenossen vom Stamme Nadhir. Der Prophet mochte sie aber nicht eher am Kampfe teilnehmen lassen, bis sie sich zum Islam bekannten. Als sie sich aber dessen weigerten, zog auch der edle Chazraǵite Ibn-Ubej mit dreihundert Mann ab.39

Bei diesem gegenseitigen tödlichen Haß zwischen Mohammed und den Juden ist es glaublich, daß die Benu-Nadhir ihn einst in ihre Burg Zuhara eingeladen haben in der Absicht, ihn von der Terrasse herabzustürzen und seinem Leben ein Ende zu machen. Ihr Häuptling war damals Hujej Ibn-Achtab, ein mutiger Krieger. Mohammed war der Einladung gefolgt, um sich von den Nadhir den Anteil an Lösegeld für erschlagene Araber zahlen zu lassen, merkte aber an den Bewegungen der Juden, daß sie es auf sein Leben abgesehen hatten, machte sich davon und eilte nach Medina. Schwer sollten die nadhiritischen Juden dieses Vorhaben büßen. Mohammed stellte ihnen die Wahl, ihre Heimat innerhalb zehn Tagen zu verlassen oder sich auf den Tod gefaßt zu machen. Die Nadhir waren anfangs bereit, den Kampf zu vermeiden und auszuwandern, allein ermutigt von Abdallah Ibn-Ubej, der ihnen Hilfe versprochen, nahmen sie den hingeworfenen Fehdehandschuh auf. Aber sie warteten vergebens, in ihren Burgen eingeschlossen, auf die in Aussicht gestellte Unterstützung. Mohammed begann den Krieg gegen sie damit, daß er die Dattelbäume, welche ihnen die Nahrungsmittel lieferten, ausreißen und verbrennen ließ. Darüber waren selbst seine eigenen Leute empört; denn diesen gewissenlosen Kriegern war eine Palme heiliger als ein Menschenleben. Nach [110] mehrtägiger Belagerung mußten die Nadhir kapitulieren, und die Bedingung war, daß sie ohne Waffen auswandern mußten und von ihrer Habe nur soviel mitnehmen durften, als ein Kamel tragen kann. Sie wanderten darauf, sechshundert an der Zahl, mit klingendem Spiele aus, ließen sich teils bei ihren Brüdern in Chaibar und teils bei Jericho und in Adraat nieder (Juni – Juli 625).40 Den Krieg gegen die Nadhiriten rechtfertigte Mohammed hinterher durch eine Koranoffenbarung: »Gott preiset, was im Himmel und auf Erden ist, er ist der Allverehrte, der Allweise. Er ist es, der die Ungläubigen unter den Schriftbesitzern aus ihren Wohnungen vertrieb, zu den schon früher Ausgewanderten (Kainukaa). Ihr dachtet nicht, daß sie auswandern würden; sie selbst glaubten, ihre festen Plätze würden sie gegen Gott beschützen; aber Gott fiel über sie her von einer ganz unerwarteten Seite und warf Schrecken in ihr Herz, so daß ihre Häuser von ihren eigenen Händen sowohl, als von denen der Gläubigen verwüstet wurden. Nehmet dies zur Belehrung, ihr, die ihr Augen habet. Hätte Gott nicht Verbannung über sie verhängt, so hätte er sie schon in dieser Welt gezüchtigt, doch in jener harrt ihrer die Pein der Hölle. Dieses ist, weil sie sich Gott und seinem Gesandten widersetzen; wer sich Gott widersetzt, den bestraft er mit Strenge. Sowohl euer Abhauen einiger Dattelbäume als eure Schonung anderer geschah mit der Erlaubnis Gottes; denn er straft damit die Übeltäter. Hast du nicht gesehen, wie die Heuchler ihren ungläubigen Freunden unter den Schriftbesit zern sagten: ›Werdet ihr vertrieben, so wandern wir mit euch aus, wir werden niemandem gegen euch gehorchen, werdet ihr bekriegt, so stehen wir euch bei!‹ – »Aber Gott bezeugt, daß sie Lügner sind. Wenn jene vertrieben werden, so ziehen sie nicht mit ihnen weg, werden sie bekämpft, so leisten sie ihnen keinen Beistand, und täten sie es auch, so würden sie bald den Rücken kehren und jene blieben hilflos. Die Heuchler gleichen dem Satan, welcher die Menschen zum Unglauben verleitet, und wenn sie ungläubig geworden, zu ihnen sagt, ich teile eure Schuld nicht; ich fürchte den Herrn der Welt.«41

Die vertriebenen Benu-Nadhir, welche in Arabien geblieben waren, nahmen ihr Unglück nicht so gleichmütig hin, sondern bemühten sich, eine Koalition der Feinde Mohammeds zusammenzubringen, um ihn mit vereinten Kräften zu bekämpfen. Mehrere [111] angesehene Nadhiriten: Hujej ben Akhtab, Kinanah ben Abû'l Chukoûk nebst einigen anderen und Sallam Ibn-Mischkam, stachelten die Koraischiten in Mekka, den mächtigen Stamm der Ghatafan und andere zu einem Bundeskriege gegen den übermütigen, tyrannischen Propheten auf, der mit jedem Tage mächtiger und grausamer wurde. Die Feinde Mohammeds in Mekka, obwohl racheglühend gegen ihren Stammesverwandten, mußten aber erst durch die Juden zu neuem Kampfe angeregt werden. Die Koraischiten waren nämlich zweifelhaft geworden über den Wert ihres ererbten Kultus gegenüber der von Mohammed gepredigten Religion und fragten die Juden: »Ihr Männer des Buches, die ihr alle Völker durch eure Schriften übertreffet, sagt uns, welche Religion ist die bessere; unsere angestammte oder Mohammeds?« Die Juden antworteten ihnen: »Die eurige ist besser.« Darauf soll sich Mohammeds Tadel beziehen: »Siehst du nicht jene, denen ein Teil der Schrift zugekommen ist; sie glauben an Gott und an Taghut (Götzentum) und sprechen zu den Ungläubigen: ihr seid besser geleitet als jene, welche an Mohammed glauben.«42

Endlich waren die arabischen Stämme durch die Rührigkeit der Nadhiriten zu einem Koalitionskriege bereit. Schwerer wurde es ihnen, ihre Glaubensbrüder, die Benu-Kuraiza, zur Teilnahme zu bewegen. Ihr Häuptling, Kaab-Ibn-Assad, wollte den Nadhiriten Hujej, der ihn um Asyl gebeten, anfangs gar nicht aufnehmen, weil sein Stamm ein Bündnis mit Mohammed und den Moslemiten geschlossen hatte, und er verblendet genug war, auf Mohammeds Wort zu bauen. Doch Hujej, der den Häuptling Kaab an ihre gegenseitige Freundschaft erinnerte und den Kuraiza mit einem Eide versprach, daß er und seine Freunde sich im äußersten Falle mit ihnen in die Festung einschließen würden, erlangte endlich Einlaß. Er wußte ihn so sehr von der Gefahr zu überzeugen, welche ihnen, als Juden, von seiten Mohammeds drohte, und von der Gewißheit des Sieges, welchen so zahlreiche Verbündete über die geringere Zahl der Moslemin erringen müßten, daß die Benu-Kuraiza sich anschlossen. – Zehntausend Mann Verbündete rückten ins Feld und dachten Medina unversehens zu überrumpeln. Allein [112] Mohammed war durch einen Verräter gewarnt worden und ließ, ohne tollkühn ein Treffen im offenen Felde gegen die Überzahl zu wagen, Medina mit einem tiefen Graben und anderen Vorkehrungen schützen, was von den Arabern als Feigheit ausgelegt wurde, aber von sicher berechnender Klugheit Mohammeds zeugt (Februar 627).

Die Araber, gewöhnt auf Ritterweise Mann gegen Mann zu kämpfen, erschöpften ihre Pfeile gegen die Schanzen ohne Erfolg.43 Es gelang Mohammed endlich sogar, gegenseitiges Mißtrauen unter die Hauptverbündeten, die Koraischiten, Ghatafan und Juden zu streuen. Er schickte einen heimlichen Boten vom Stamme Ghatafan zuerst zu den Kuraiza, der sie überredete, sich von den Verbündeten zu trennen, weil jene um einen Separatfrieden mit Mohammed unterhandelten, und daß sie dann, alleinstehend, zu schwach zum Widerstand und wegen ihrer Nähe allen Gefahren ausgesetzt sein werden. Die Kuraiza glaubten dem Falschen und versagten den Verbündeten, an einem allgemeinen Sturm gegen Medina teil zu neh men, teils weil sie am Sabbat nicht zur Schlacht ausrücken mochten, teils weil sie zuerst von den Verbündeten Geiseln in Händen haben wollten, daß jene nicht Verrat an ihnen üben würden. Nuaim, der Unterhändler, hatte aber jene schon von der Absicht der Kuraiza im voraus in Kenntnis gesetzt, daß sie nicht zum Kampfe ausrücken werden, und es als Zeichen der Lauheit ausgegeben, und da ohnehin im beginnenden Frühjahr die Witterung ungünstig war, zogen die Verbündeten unverrichteter Sache ab.

Der Grabenkrieg, wie er genannt wurde, war für Mohammed glücklich abgelaufen und wurde nur den Juden verderblich, die seinen ganzen Zorn empfinden sollten. Denn gleich am Tage nach dem Abzug der Verbündeten zog Mohammed, sich auf eine vorgebliche Offenbarung berufend, mit dreitausend Mann gegen die Kuraiza zu Felde. Er hatte seine Anhänger zu diesem Kriege förmlich fanatisiert: »Wer gehorsam ist, der verrichte sein Gebet in der Nähe der Kuraiza.« – Zu schwach zur Feldschlacht, zogen sich die Juden in ihre Burgen zurück und verschanzten sie. Darauf belagerte sie Mohammed mit 3000 Mann fünfundzwanzig Tage hintereinander (Februar – März 627). Da den Kuraiza die Lebensmittel ausgegangen waren, mußten sie an Kapitulation denken. Sie verlangten von Mohammed, daß er sie ebenso wie ihre Brüder, die Nadhir, [113] behandeln, d.h. mit Frauen, Kindern und einem Teil ihrer Habe abziehen lassen sollte. Der rachsüchtige Prophet verwarf aber diesen Vorschlag und verlangte, daß die Kuraiza sich auf Gnade und Ungnade ergeben sollten. Darauf traten die Juden zur Beratung zusammen und baten ihren Führer, Kaab-Ibn-Assad, ihnen Vorschläge zu machen. Dieser stellte ihnen drei Wege vor. Sie sollten entweder zum Islam übergehen, oder, echt zelotisch, ihre Frauen und Kinder mit eigenen Händen töten und dann einen verzweifelten Ausfall machen, oder endlich in derselben Nacht eines Sabbat, wo die Feinde einen Angriff nicht erwarteten, einen plötzlichen Überfall veranstalten. Aber die Kuraiza konnten sich mit keinem dieser Vorschläge befreunden. Sie mochten weder ihre Religion verleugnen, noch den Sabbat durch Krieg verletzen, noch die teuren Wesen opfern. »Nun,« erwiderte Kaab, da ihr Männer ohne Entschluß seid, so ergebet euch!«

Sie baten darauf Mohammed, ihnen den Ausiten Abu-Lubâbah zuzusenden, um mit ihm zu unterhandeln.44 Dieser, als ihr ehemaliger Verbündete, hatte ihnen viel Interesse gezeigt. Mohammed gewährte ihnen diese Bitte. Als Abu-Lubâbah in die Festung eingelassen war, kamen ihm die Kuraiza laut schluchzend und wehklagend entgegen und beschworen ihn bei ihrer Bundesgenossenschaft und bei den Kämpfen, die sie gemeinsam bestanden, ihnen die Wahrheit zu sagen, ob Mohammed wenigstens ihr Leben schonen würde. Abu-Lubâbah, anfangs von Mitgefühl hingerissen, aber zu vorsichtig, um ein Wort zu sprechen, fuhr mit dem Finger an seinen Hals und gab ihnen so ihr bevorstehendes Geschick zu erkennen. Bald aber bereute er es und redete ihnen zu, sich auf Gnade und Ungnade zu ergeben. Als die Kuraiza darauf auf Mohammeds Befehl gefesselt wurden, baten ihn die Ausiten, sie zu verschonen. Mohammed aber, der weder Gnade üben, noch es mit den Ausiten verderben wollte, wandte einen hinterlistigen Ausweg an. Er überließ die Entscheidung dem Ausspruche des Ausitenhäuptlings Sa'ad, der damals schwer erkrankt war an einer Wunde, die er bei der Belagerung von Medina von den Verbündeten erhalten hatte. Mohammed wußte, daß Sa'ad, erbittert über die Wunde, nicht zugunsten der Juden sprechen würde. In der Tat fiel sein Urteil unmenschlich genug aus. Sa'ad, die letzte Instanz, sprach die verhängnisvollen [114] Worte aus: »Ich verurteile alle Männer zum Tode, alle Frauen und Kinder zur Gefangenschaft, ihr Hab und Gut als Beute den Moslemin.« Mohammed verfehlte nicht, dieses Urteil als ein göttliches zu bestätigen und vollstrecken zu lassen. Nahe an siebenhundert Juden, darunter auch die Häuptlinge Kaab und Hujej, wurden auf einem öffentlichen Platze in Medina geschlachtet und in eine gemeinsame Grube geworfen; der Platz erhielt davon den Namen der Markt der Kuraiza.45 Diese Schändlichkeit wurde im Namen Gottes geübt. Der Koranvers darüber lautet: »Gott vertrieb diejenigen der Schriftbesitzer (Juden), welche ihnen, den Verbündeten, beigestanden, aus ihren festen Plätzen und warf Schrecken in ihr Herz. Einen Teil von ihnen habt ihr erschlagen und einen anderen gefangen genommen; er hat euch ihr Land, mit ihren Wohnungen und Gütern, das ihr früher nie betreten, zum Erbteil gegeben. Gott ist allmächtig.«46

Die Frauen wurden gegen Waffen und Pferde vertauscht, und ein schönes Mädchen, Rihâna, behielt sich Mohammed als Buhlerin, die aber seine widerlichen Gunstbezeugungen stolz zurückwies. Nur ein einziger der Kuraiza sollte am Leben bleiben. Ein Chazraǵite Thabit, dem ein Jude, Zabir-Ibn-Bata, während der Fehden zwischen den Stämmen Kaila Leben und Freiheit geschenkt hatte, verwendete sich für seinen Retter bei Mohammed. Weil Thabit sich sehr verdient gemacht hatte, gewährte ihm Mohammed Zabirs Leben und die Rückerstattung der Familienglieder und Güter. Voller Freude eilt er zu dem greisen Zabir, ihm die günstige Wendung seines Geschickes zu verkünden. »Ich danke dir,« sprach der jüdische Greis, der noch in Fesseln lag, »aber sage mir, was ist aus unserm Anführer Kaab geworden?« »Er ist tot,« antwortete Thabit. »Und Hujej Ibn-Ach tab, der Fürst der Juden?« – »Tot.« – »Und Azzel Ibn-Samuel, der unerschrockene Krieger?« – »Tot.« – »Dann mag ich nicht mehr leben,« sprach Zabir, »und verlange von dir, Freund, nur die Gnade, mich durch deine Hand sterben zu lassen.« Er reichte ihm hierauf seinen Hals hin mit zelotischem Heldenmute, und Thabit gab ihm den Tod.47

Ein Jahr darauf kamen die Juden der Landschaft Chaibar, ein [115] Bund von kleinen jüdischen Republiken, an die Reihe.48 Der Grund zum chaibarischen Kriege ist nicht bekannt geworden; aber wozu bedurfte es noch bei Mohammed eines Grundes? Ein Häuptling der Chaibariten, mit Namen Aljußar Ibn-Rizam, soll an einer neuen Koalition gegen Mohammed gearbeitet und den Stamm Ghatafan und noch einen anderen zum Kriege gegen ihn aufgestachelt haben. Mohammed ließ Aljußar nach Medina locken unter dem Scheine, er werde ihn zum Fürsten von Chaibar machen, und ließ ihn unterwegs ermorden (Ende 627).49 Der Hauptgrund zum Kriege gegen Chaibar war aber, die beutegierigen Muselmänner, welche einen erfolglosen Zug gegen Mekka unternommen hatten, mit der Beute der chaibarischen Juden zu befriedigen. Der Krieg gegen Chaibar war aber nicht so leicht und nahm die Verhältnisse eines ausgedehnten Feldzuges an. Denn hier gab es, wie schon erwähnt, eine Reihe von Festungen, die in guten Zustand gesetzt waren und von Männern verteidigt wurden, die als lebende Festungen gelten konnten. Die exilierten Nadhiriten in Chaibar entflammten ihre Genossen zu tapferem Kampfe. Arabische Stämme Ghatafan, Fezara hatten Hilfe zugesagt. Die Seele der Chaibariten war der verbannte Nadhirite Kinanah Ibn'ul Rabia' (o. S. 101), ein Mann von zelotischer Standhaftigkeit und Löwenmut, welcher König der Juden hieß. Ihm zur Seite stand Marhab, ein Riese von himjaritischer Herkunft, der jedem Schwertstreiche trotzte. Mohammed wendete sich daher vor dem Beginn des Krieges im Gebete zu Gott, daß er ihm Sieg über die Juden von Chaibar verleihen möge. Der Krieg, zu welchem Mohammed 14 000 Mann entboten hatte, dauerte beinahe zwei Monate (Frühjahr 628). Ein jüdischer Tapferer, der Nadhirite Sallam Ibn-Mischkam hatte geraten, den Angriff nicht abzuwarten, sondern mit großen Massen dem Feinde entgegenzugehen. Der Rat wurde aber verworfen. Die Chaibariten zersplitterten ihre Kräfte, indem sie die Mannschaften in die verschiedenen Festungen legten.50 Der Krieg gegen [116] Chaibar nahm daher denselben Charakter an, wie der gegen die anderen jüdischen Stämme. Er begann ebenfalls mit Umhauen der Palmbäume und dem Berennen der kleinen Festungen, welche nach kurzem Widerstande fielen. Am längsten und tapfersten leistete die Burg Kamuß, auf einem steilen Felsen erbaut, Widerstand. Mehrere Male schlugen die Juden den Sturm der Mohammedaner zurück. Abu-Bekr und Omar, die zwei tapfersten Feldherrn Mohammeds, später seine Nachfolger (Kalifen), ließen ihren Soldatenruhm vor den Mauern Kamuß'. Marhab tat Wunder der Tapferkeit, er hatte den Tod seines Bruders Harith zu rächen, der bereits gefallen war. Als Mohammed gegen ihn den dritten Feldherrn Ali, den späteren Gegenkalif, aussandte, rief der jüdische Held: »Chaibar kennt meine Tapferkeit, ich bin Marhab, der Held, schwer bewaffnet und erprobt im Feld!« Er forderte dann Ali zum Zweikampf heraus. Aber seine Stunde hatte geschlagen; er fiel durch die Hand eines ebenbürtigen Gegners. Nach vielen Anstrengungen gelang es den Feinden, in die Festung einzurücken. Wie es den Gefangenen erging, ist nicht bekannt. Kinanah wurde gefangen und gefoltert, damit er die verborgenen Schätze entdecken sollte. Aber er ertrug, wie die Zeloten nach dem Untergange Jerusalems, Schmerzen und Tod, ohne ein Wort zu sprechen. Nachdem die Festung durch Überrumpelung gefallen war, entsank den jüdischen Kriegern der Mut, und die anderen Festungen ergaben sich unter der Bedingung freien Abzugs. Später wurden sie im Besitz ihrer liegenden Gründe gelassen und brauchten nur die Hälfte ihres Ertrages alljährlich als Tribut zu zahlen.51 Die bewegliche Habe wurde erbeutet, und die mohammedanischen Krieger kehrten beladen mit den Schätzen der Judenheim. Auch Fadak Wadi'l-Kora und Taima unterwarfen sich, und deren jüdische Bewohner durften laut eines Vertrages in ihrem Lande bleiben. – Das Jahr 628 war für die Juden überhaupt verhängnisvoll. Es bezeichnet den Sieg Mohammeds über die chaibarischen Juden, den Untergang der letzten freien jüdischen Stämme und die Verfolgung der Juden Palästinas durch den Kaiser Heraklius, welche auf kurze Zeit wieder zu den Waffen gegriffen hatten. Das Schwert, welches die Hasmonäer zuerst zur Verteidigung ihrer Religion in die Hand genommen und das sie den Zeloten und diese wieder den arabischen Juden vererbt hatten, wurde den letzten jüdischen Helden von Chaibar entwunden, und [117] fortan mußten die Juden ein anderes Schild zum Schutze ihres Heiligtums gebrauchen.

Zwei schöne jüdische Frauen brachte sich Mohammed aus dem chaibarischen Kriege mit, Safia, die Tochter seines Todfeindes, des Nadhiriten Hujej, dessen Blut er zu Medina wie ein Schlächter vergießen ließ, und Marhabs Schwester, die schöne Zainab, die Frau Sallams. Dieses mutige Weib ersann eine List, um sich an dem Mörder ihrer Glaubensbrüder und Verwandten zu rächen. Sie stellte sich freundlich gegen ihn, bewirtete ihn und ließ ihn Liebesgenuß erwarten. Arglos aß Mohammed eine vergiftete Keule, die sie ihm und seinen Tischgenossen vorgesetzt. Einer derselben starb daran. Mohammed aber, der den Bissen als unschmackhaft ausgespieen, war für den Augenblick zwar gerettet, aber er litt lange Zeit daran und fühlte in seiner Todesstunde noch die Folgen der Vergiftung. Als Mohammed sie nach dem Grunde ihrer Tat fragte, erwiderte Zainab kaltblütig: »Du hast meinem Volke unsägliche Leiden zugefügt; ich dachte daher, bist du bloß ein kriegslustiger Unterdrücker, so werde ich meinem Volke Ruhe durch Gift verschaffen, bist du aber ein Prophet, so wirst du durch Gott davor gewarnt werden, und es wird dir nicht schaden.« Mohammed ließ sie darauf hinrichten.52 Darauf erließ Mohammed an seine Truppen den Befehl, das von den Juden erbeutete Küchengefäß nicht eher zu gebrauchen, bis es mit Wasser ausgekocht wurde.53 – Der Rest der Juden gab noch immer die Hoffnung nicht auf, sich seines Erzfeindes entledigen zu können. Sie intrigierten gegen ihn heimlich und machten mit den unzufriedenen Arabern gemeinschaftliche Sache. Das Haus eines Juden Suwailim in Medina war der Sammelpunkt für die Unzufriedenen, welche Mohammed und seine fanatische Schar die Heuchler (Munafikun) nannten. Es wurde aber verraten, und Suwailims Haus wurde in Brand gesteckt.54

Über Mohammeds Tod (632) empfanden die Juden in Arabien eine gerechte Schadenfreude; denn sie glaubten, gleich anderen, die Araber würden von dem Wahnglauben geheilt sein, daß er ein höheres, mit Unsterblichkeit begabtes Wesen wäre. Allein schon hatte sich der [118] Fanatismus, gepaart mit Eroberungs-und Kriegslust, der Araber bemächtigt, und sie nahmen die häßlichen Seiten des Koran ebenso wie die dem Judentum entlehnten Wahrheiten in demselben als unverbrüchliches Gotteswort hin. Das Judentum bekam an dem Islam, den es an seiner Brust genährt hatte, einen zweiten mächtigen Feind. Der Koran wurde das Grundbuch für einen großen Teil der Menschheit in drei Erdteilen, und da er von gehässigen Aussprüchen gegen die Söhne des Judentums gefüllt ist, so erzog er die mohammedanischen Völker, wie die Evangelien die christlichen, zum Hasse gegen dieselben. So groß war der Fanatismus des zweiten Kalifen Omar, einer wilden, energischen Natur, daß er das von Mohammed eingegangene Friedensbündnis mit den Juden von Chaibar und Wadi'l-Kora brach, sie von ihrem Grund und Boden vertrieb, ebenso wie die Christen aus Naǵaran, damit der geheiligte Boden Arabiens nicht von Juden und Christen entweiht werde. Die Ländereien der Juden wies Omar den mohammedanischen Kriegern an, und den vertriebenen Juden wurde dafür – noch gerecht genug – ein Landstrich in der Nähe der Stadt Kufa am Euphrat angewiesen (um 640).55 Doch, wie kein Übel in der Geschichte ganz ohne segensreiche Folgen ist, so beförderte auch die Herrschaft des Islam die Erhebung des Judentums aus der teilweisen Verkümmerung.


Fußnoten

1 [Über die soziale Lage der Juden zur Zeit vor Mohammeds Auftreten, vgl. auch Goldziher in Mélanges judéo-arabes VIII. in RdÉJ. XLIII. S. 10-14.]


2 Ibn-Ischak in Sirat ar-Rasul und Husseïn Addiabekri in Camis bei Weil: Mohammed Beilage zu Ende. Nöldeke hat in der Zeitschrift der deutsch-morgenl. Gesellschaft (Jahrg. 1858 S. 699 ff.) gründlich nachgewiesen, daß Waraka Jude blieb und nicht zum Christentum überging, und daß der Einfluß des Christentums auf Mohammed sehr gering war. [Es herrschen jedoch über Warakas Religion und seine hebräischen Kenntnisse Meinungsverschiedenheiten in den arabischen Quellen; vgl. Harkavy bei Rabbinowitz S. 102. Nach Caetani, Annali del Islam, Mailand 1905, S. 170 war Waraka Christ.]


3 [Über die Grundlagen von Mohammeds Lehren vgl. auch Caetani a.a.O. S. 181 ff.]


4 Vgl. Geigers Preisschrift: Was hat Mohammed aus dem Judentume aufgenommen. Zu dem dort Gegebenen läßt sich noch vieles hinzufügen. [Vgl. auch die Schrift Hartwig Hirschfelds: Jüdische Elemente in Korân, Berlin, 1878, ferner viele Untersuchungen von Goldziher und I. Barth, Midraschische Elemente in der muslemischen Tradition in der Festschrift für A. Berliner, Berlin 1903, S. 33-40.]


5 Eine alte Tradition, die auf Abu-Musa und Ibn-Abbas, Begleiter Mohammeds, zurückgeführt wird. Vgl. darüber Journal asiatique Jahrg. 1858 p. 116 f. und 125.


6 Vgl. Caussin de Perceval a.a.O. III. 22 ff.


7 Kommentatoren zu Koran Sura 2, 151 f. bei Maraccio Refutatio p. 61. [Vgl. jetzt hierüber auch Caetani a.a.O. S. 467 ff.]


8 G'alalein zu Sura 4, 58 bei Maraccio 158 b.


9 Quellen bei Weil: Mohammed 140, Note 209; Caussin de Perceval das. III. 74.


10 Caussin de Perceval das. 25. [Caetani S. 413.]


11 Bei Weil Mohammed S. 93, Note 120.


12 Vgl. Geiger: Preisschrift S. 39.


13 Weil das. S. 90, Note 115.


14 Kommentare zu Koran Sura 4, 52 bei Maraccio 19 a und 158 b, 371.


15 G'alalein zu Sura 17, 77 bei Maraccio 413 b. Geiger das. S. 12.


16 Ders. bei Maraccio 130 a. Vgl. Theophanes Chronographia I. 511.


17 [Über eine jedoch mit Vorsicht aufzunehmende Liste von jüdischen Gegnern Mohammeds in Medina vgl. Hirschfeld in RÉJ. X. S. 11-12 u. Caetani a.a.O. S. 414.]


18 Vgl. Weil Mohammed S. 119 Note 60 und Maraccio 158 b. Weil 118. Note 156. Caussin de Perceval a.a.O. III. 26.


19 Die Kommentatoren zur Sura 2, 97 bei Maraccio 43. Die Situation wird verschieden referiert, vgl. Geiger das. 18.


20 [Von Gabriel wird derartiges nicht in der Agada berichtet: vielmehr heißt es in den Midraschim zu Gen. 37, 15 nur, daß unter שיא Gabriel zu verstehen sei.]


21 Quellen bei Geiger S. 15.


22 Koran Sura 3, 182.


23 Koran, Sura 29, 46.


24 G'alalein bei Maraccio das. 122.


25 Weil das. 90, Note 115. Vgl. Theophanes Chronographia ed. Bonn I. 511.


26 Sprenger, Leben und Lehren Mohammeds.


27 Koran Sura 2, 145-154.


28 Weil, Mohammed 91, Caussin de Perceval Mohammed III. 34.


29 [So soll dem Zahlenwert nach in den Worten דאמב דאמ Gen. 17, 20, Er. 1, 7 Mohammed angedeutet sein; vgl. Abr. Ibn Esra im kurzen Exodus-Kommentar, ed. Reggio, Prag 1840, S. 6.]


30 Koran Sura 9, 31.


31 Quellen bei Maraccio 166 a. f.


32 [Vgl. Caetani S. 518.] –


33 Weil das. 117 f. [Ausführlicheres hierüber vgl. bei Caetani S. 534 bis 536; vgl. das. S. 537 über die Ermordung anderer Juden.]


34 [Vgl. Caetani S. 522.]


35 Das. 119. Caussin de Perceval a.a. III. 80 ff.


36 [Ein Teil blieb in Wadi al-Qurâ; vgl. Caetani S. 523.]


37 Koran Sura 5, 59, 60. [ed. Flügel V. 56.]


38 Weil, Mohammed a.a.O.


39 Das. 124. Caussin de Perceval das. 95.

40 Weil Mohammed 135. Caussin de Perceval 121 ff.


41 Koran Sura 59, 1-8, 11-16, [ed. Flügel 1-3, 11-12, 16.]


42 Koran Sura 4, 49 bei Maraccio das. 158 b; über das Wort Taghut s.o. S. 79 Anmerkung 2. [In den vom Verf. zitierten Korânversen, 52 ff. ed. Flügel, wird auf die Christen hingewiesen, während von den Juden in V. 45-49 gesprochen wird. Vgl. Rabbinowitz a.a.O. S. 113-114.]


43 [Über die Art der Kriegführung wie auch der Belagerung und Verteidigung Medinas vgl. Caetani S. 620-621.]


44 [Vgl. Caetani S. 629.]


45 Weil das. 167 f. Caussin de Perceval Mohammed III. 141 ff.


46 Koran Sura 33, 26 f.


47 Caussin de Perceval nach dem Sirat ar-Rasul und Chamis.


48 [Ihnen, wie den Juden von Makna hatte Mohammed noch kurz zuvor ein Schreiben gesandt, in dem er sie seines Wohlwollens versicherte. Vgl. Hirschfeld in JQR XV. S. 170 ff. u. S. 177-179, ferner Caetani S. 635 bis 636.]

49 Caussin de Perceval. III. 159 f. bei Weil lautet die Angabe anders das. 171 Note 255.


50 Caussin de Perceval 195 nach dem Tarik Chamis.


51 Weil 184 ff. Caussin de Perceval 196 ff.


52 So nach den meisten arabischen Chronographen. [Nach andern Berichten hat Mohammed ihr verziehen; vgl. Hirschfeld in RÉJ. X, S. 30.]


53 Weil Mohammed 188.


54 Caussin de Perceval III. 284.


55 Abulfeda annales ed. Adler I. 135, Tabari bei Weil: Geschichte Kalifen I. 56.



Quelle:
Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Leipzig 1909, Band 5, S. 120.
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