12. Die spanische Inquisition in ihren Anfängen.

[472] Dank dem Forschungseifer und der Wahrheitsliebe spanischer Historiker und besonders des Don Fidel Fita sind neue Quellen für die Thätigkeit der spanischen Inquisition in ihren Anfängen unter Torquemada erschlossen worden. Mehrere Verzeichnisse von Namen der verurtheilten »judaisirenden Ketzer« liefern ein reiches Detail, welches durch das Colorit der Unmittelbarkeit und Kraßheit der Darstellung den Schauder vor dem sanctum officium noch mehr zu erhöhen geeignet ist. Diese Quellen bestätigen durchweg Llorente's Schilderung von der tückischen Grausamkeit dieser Inquisition, und nach Einsichtnahme von demselben dürfte Keiner die Unverfrorenheit des Verfassers der Biographie des Cardinals und Großinquisitors Ximenes de Cisneros (Hefele) theilen, zu behaupten, daß die Unthaten der Inquisition nur in »historischen Romanen und romanhaften Geschichten« vorkämen. Das aus diesen Quellen gewonnene Detail widerlegt auch gründlich die von dem Benediktiner Pius Bonifacius Gams gegen Llorente erhobene Beschuldigung der Unrichtigkeit und Uebertreibung (Kirchengesch. von Spanien III, 2, 1879). Diesem Detail gegenüber erscheint die Schilderung des ersten Geschichtsschreibers der Inquisition von derselben eher noch gemildert, als tendenziös übertrieben. Diese Reihe von Quellen ist erst seit 1885 veröffentlicht worden.

[472] I. Die umfassendste und detailreichste Quelle ist betitelt: La Inquisicion Toledana von der Einführung, den Opfern derselben und den Autos da Fé in Toledo vom Jahre 1486 bis 1501. Ein Augenzeuge hat die Vorgänge und die Entsetzen erregenden Unmenschlichkeiten mit treuherziger Naivetät und heiliger Einfalt berichtet. Diese Quelle hat zwar Llorente gekannt und benutzt; aber die summarische Verwerthung giebt lange nicht das anschauliche Bild, wie es sich aus dem Detail der Aufzeichnung der Vorkommnisse von Jahr zu Jahr und öfter von Tag zu Tag mit lebhaftem Colorit abhebt. Dieses höchst interessante Tagebuch der Inquisicion Toledana hat der unermüdliche und wahrheitsliebende Forscher Fidel Fita vollständig veröffentlicht in Boletin de la real Academia de la historia 1887, T. XI., 291-309.

II. La lista de los procesos originales, ein Verzeichniß der Verurtheilten in den Jahren 1480-1501 zuerst von der Inquisition in Villa-Real (Ciudad-Real) und dann in Toledo (in demselben Boletin 314 f.). Die Liste enthält 231 Namen. Die meisten mit Namen Genannten sind wohl dem Feuertode überliefert worden, wenngleich nur bei wenigen die Bemerkung angebracht ist: »relajado al brazo seglar é que mado«. Denn von Einigen, bei denen diese Note fehlt, ist anderweitig bekannt, daß sie verbrannt wurden.

III. Das grüne Buch von Aragonien (el libro verde de Aragon), welches bei der Genealogie von 103 Marranenfamilien, vor denen der Verfasser Juan de Anchias die Altchristen warnen wollte, sich mit ihnen zu verschwägern (o. S. 150), bemerkt gewissenhaft, welche Glieder dieser Familien leiblich, im Bilde (en efigie) oder in Gebeinen (en huesos) verbrannt worden sind. Auch daraus ergiebt sich eine große Anzahl von Verurtheilten theils in der Hauptstadt Saragossa und theils in anderen aragonischen Städten.

IV. In demselben grünen Buch befindet sich im Anhang eine Art Zeugenaussage über die Verschwörung gegen Arbues, über seinen Tod und die Namen Derer, welche in Folge dessen verurtheilt worden sind. Diese Pièce hat die Aufschrift: La muerte del bienverturato Martir Epila (Arbues). Im Anhang sind auch die Geständnisse des Sancho de Paternoy und anderer Mitschuldigen an diesem Vorgange mitgetheilt. Schade, daß don. Rodrigo de los Rios sie nicht mit abgedruckt hat.

V. Ein anderer Anhang zu diesem Buche enthält eine alphabetische Liste von 197 aufgeführten Namen Derer, welche in Saragossa verurtheilt worden sind vom Beginne der Inquisition in dieser Stadt (1485) bis zum Jahre 1574: Memoria de los que han sido quemados hasta el año de 1574 en la Inquisicion de los habidadores desta ciudad de Zaragoza. Von diesen 197 müssen 54 Namen abgezogen werden, welche der Zeit nach Torquemada's Tod (1498) angehören; es bleiben noch immer 140 Namen. Vollständig ist diese Liste keineswegs; denn es fehlen Namen, welche in der folgenden Liste aufgezählt sind.

VI. Ein dritter Anhang zu diesem Buche ist eine chronologische Liste der in Saragossa von der Inquisition Verurtheilten vom Jahre 1486 bis zum Jahre 1499. Sumario de los confesos condenados des de el año 1482 hasta el año de 1499 (vergl. o. S. 312 Anm., daß die Zahl 1482 eine Corruptel sein muß). Diese Liste ist noch weniger vollständig als die früher genannte, denn sie enthält nur einige 70 Namen und es fehlen viele, welche in der alphabetischen aufgeführt sind. Sie enthält auch Namen von Lutheranern, die verbrannt worden sind. Neben dieser Liste enthält eine andere die Namen [473] der Neuchristen, welche in Saragossa in derselben Zeit zur Buße verurtheilt worden waren. Diese beiden Appendices hat der Historiker Amador de los Rios in T. III seiner historia de los Judios veröffentlicht.

VII. Eine andere Liste mit 56 Namen von Verurtheilten in Saragossa, ausgezogen aus einem Ms., welches ein Verzeichniß der von 348 Marranen confiscirten Güter in Aragonien enthält und von dem Notar Martin de Quoca aufgezeichnet worden ist (Revue des Etudes XI, 84 u.f.). Von den 56 Namen gehören 50 der Zeit von 1486 bis 1498 an, d.h. während Torquemada's Funktion.

VIII. Eine Liste mit 102 Namen von Verurtheilten in Avila vom Jahre 1490 bis zum Jahre 1529. Die Namen sind als Trophäen verzeichnet in der Klosterkirche von Avila, wo sie Fidel Fita entdeckt hat. Er theilt sie mit in Boletin, Jahrg. XV., 1889, p. 333 f. Memoria de los Quemados ... que ay en el convento de Santo Thomas de Avila desde el año 1490 que se enipeçó à castigar. Von diesen 102 sind nun 14 abzuziehen, welche erst nach Torquemada's Tod gerichtet worden sind. In derselben Kirche sind auch 82 Namen der mit Buße Bestraften verzeichnet.

Alle diese Quellen geben eine stattliche Zahl von Opfern der Autos da Fé, und doch enthalten diese Listen nur die Namen der von wenigen Inquisitionstribunalen (in Villa-Real, Toledo, Saragossa und Avila) Verurtheilten. Aus der Quelle III ergiebt sich aber, daß noch in vielen aragonischen Städten Scheiterhaufen angezündet wurden, auf welchen Viele den Tod erlitten haben (vergl. w.u.).

Die herzlose Unbarmherzigkeit zeigt sich fast noch mehr in der Büßung, welche die Tribunale denjenigen Marranen aufgelegt haben, die ein reuiges Bekenntniß abgelegt hatten. Der Todesschmerz durch Verbrennen, den die Phantasie mit Schaudern nachempfindet, und der doch nur eine kurze Zeit andauert, scheint fast beneidenswerth gegen die Pein, welche über die Bußfertigen ihr ganzes Leben hindurch verhängt wurde. Diese Pein veranschaulicht ergreifend die Relation der Quelle I. Man erkennt daraus, daß mit dem Paragraphen 6 der von Torquemada und seinen Collegen berathenen Constitutiones St. Officii bitterer Ernst gemacht wurde. Dieser Paragraph lautet in französischer Uebersetzung (nach Revue des Etudes XI., 93): Les hérétiques sont proclamés infâmes. Ils ne pourront tenir aucun office, ni remplir aucune fonction publique, ni posséder de bénéfices. Ils ne peuvent être ni procureurs, ni apothécaires ... ni physiciens, ni chirurgiens ... Ils ne doivent transporter ou vendre or, argent, corail, perles fines, pierres précieuses, étoffe de soie ... ni même s'en servir pour se vêtir ou se parer. De toute leur vieils ne pourront posséder ni armes, ni cheval, sous peine d'être déclarés apostats, délit qui entraîne la mort. Aus dieser Quelle I ist ersichtlich, daß die Bußestrafe für die sogen. Reconciliados noch viel empfindlicher war, als diese Degradirung und Demüthigung. Ueberhaupt bietet diese Quelle, wie gesagt, ein anschaulich reiches Material, welche Qualen die Marranen, die Reconciliados wie die Relaxados, zu erdulden hatten, und mit welcher Grausamkeit die Inquisition in Toledo von Anfang an gegen sie verfahren ist.

Bekannt ist, daß in Sevilla bei der Einführung der Inquisition eine Verschwörung gegen sie geplant wurde, und daß sie durch ein Liebesverhältniß der Tochter eines der Verschworenen kurz vor der Ausführung verrathen und vereitelt wurde29. Bekannt ist auch, daß in Saragossa eine Verschwörung vieler [474] und angesehener Neuchristen Anfangs in so fern gelungen ist, als der Inquisitor Arbues umgebracht wurde. Aber nicht bekannt ist, daß auch in Toledo eine Verschwörung angezettelt wurde, die ebenfalls mißlungen ist. Der Anonymus in Quelle I erzählt von der Ankunft der Inquisitoren in Toledo und von der feierlichen Eröffnung, wie alle in der Kirche Versammelten in Eid genommen wurden, die Inquisition zu unterstützen und die judaisirenden Neuchristen zu verrathen, und wie Alle mit Exkommunikation bedroht wurden, welche mit Wort, Rath oder That gegen die Inquisition handeln würden. Ferner erzählt er, wie 40 Tage Gnadenfrist gewährt wurden für Diejenigen, welche sich selbst als judaisirende Relapsi angeben und um Absolution flehen würden. Dann fährt der Anonymus fort: Es vergingen wohl 14 Tage, ohne daß sich einer gemeldet hätte, weil die Getauften in dieser Stadt eine Verschwörung verabredet hatten, an dem Corpus Christi-Feste, sobald die Altchristen zur Prozession ausziehen würden, aus vier Straßen hervorzubrechen und die Inquisitoren, sowie alle Herren und Ritter, überhaupt das christliche Volk umzubringen. Sie hatten verabredet, die Pforten der Stadt und die Thüren der großen Kirche zu besetzen. »Es gefiel aber dem Erlöser«, daß die Verschwörung am Abend vorher entdeckt wurde, und der Corregidor einige Verschwörer festgenommen und Alles erfahren hatte. Und vor dem Auszug der Procession ließ er einen der Gefangenen hängen, und dann nahmen sie den jungen Gelehrten (Bachiller) de la Torre, welcher einer der Anführer war, gefangen und hängten ihn ebenfalls mit noch vier Anderen. Weil aber der Corregidor einsah, daß wegen der strengen Strafe die Stadt sich entvölkern würde, so verwandelte er sie in eine Geldstrafe für den maurischen Krieg. Da die Getauften kein anderes Mittel hatten und aus Furcht, verbrannt zu werden, meldeten sich viele von ihnen zur Absolution; »es scheint aber mehr wegen der Gewalt, als aus dem Entschlusse, sich dem heiligen Christenglauben wieder zuzuwenden, geschehen zu sein.«

»Und als die 40 Tage vorüber waren, machten sie (die Inquisitoren) einen öffentlichen Anschlag der Exkommunikation gegen alle Diejenigen, welche wüßten, daß sich einer in irgend etwas der Ketzerei schuldig gemacht, und es nicht angezeigt hätten. Dazu räumten sie eine Frist von 60 Tagen ein, und als diese vorüber war, wurde sie noch um 30 Tage verlängert.

In der Mitte dieser Frist beriefen sie die Rabbinen der Juden, nahmen sie in Eid auf ihr Gesetz und legten ihnen schwere Strafen an Leben und Gut auf, daß sie sofort den großen Bann in den Synagogen verkünden und ihn nicht eher aufheben sollten, bis Alle gekommen sein würden, das auszusagen, was sie in der Sache wüßten. Und so kamen viele Juden, um zu bezeugen, Männer und Frauen, und sagten viele Dinge aus.

Während dieser Zeit wurden im Hafen von Valencia festgenommen Sancho de Cibdad und seine Frau (Maria Diaz) nebst seinem Sohne und dessen Frau und noch Pero Gonzalez de Teba, Einwohner von Villa-Real, welche Ketzer waren. Sie waren von dort entflohen, weil dort die Inquisition bestand, hatten in dem Hafen ein kleines Schiff gekauft und verproviantirt und schifften sich auf dem Meere ein. Es gefiel aber Gott, daß ein Gegenwind sie in den Hafen zurückschleuderte. So wurden sie ergriffen, nach Toledo [475] gebracht und der Inquisition übergeben. Das waren die Ersten, welche hier als Ketzer verbrannt wurden.

Und nachdem die 90 Tage vorüber waren, begannen sie alle Diejenigen zu verhaften, welche befunden wurden, daß sie falsche Reue, und Andere, welche gar keine Reue gezeigt hatten.

Und am 12. Februar 1486 zogen in Procession alle die Reuigen, welche in sieben Kirchspielen wohnten, ungefähr 750 Personen, Männer und Frauen, die Männer ohne Mäntel, unbedeckten Hauptes, barfuß, ohne Strümpfe. Wegen der großen Kälte erlaubten sie ihnen, Sohlen an den Füßen zu tragen, aber oberhalb unbedeckt, mit dunklen Kerzen in der Hand. Die Frauen ohne Ueberwurf, ohne andere Bedeckung, das Haupt entblößt und barfuß wie die Männer. Unter diesen gingen viele vornehme Männer und Leute von Stande. Und wegen der großen Kälte und der Schande, welche sie vor den Leuten empfanden, die sie sahen – denn es waren viele Leute aus der Umgegend gekommen, um sie zu sehen – erhoben sie ein lautes Wehklagen, einige rauften sich das Haar aus – man glaubte, mehr wegen der Schande; als wegen der Gott angethanen Beleidigung – und so zogen sie durch die ganze Stadt bis zur großen Kirche. An der Thüre derselben standen zwei Kapläne, welche an Jedem von ihnen an der Stirne das Zeichen des Kreuzes machten mit den Worten: »Empfange das Zeichen des Kreuzes, das du verläugnet und durch Täuschung verloren hast«. Und sie traten in die Kirche bis zu einer Tribüne, auf welcher die Padres Inquisidores standen, und auf einer anderen Tribüne stand ein Altar, von dem aus man ihnen Messe las und predigte. Darauf erhob sich ein Notar, und rief jeden Einzelnen bei seinem Namen an: »Bist Du der und der?« Und der Reuige erhob seine Kerze und sagte »Ja«. Und es wurden ihm alle Dinge abgelesen, mit denen er judaisirt hatte. Ebenso machten sie es mit den Frauen. Nachher wurde ihnen öffentlich Buße auferlegt.

Diese bestand darin, daß sie sechs Freitage hintereinander in Procession gehen, die nackten Schultern mit Hanfstricken geißeln mußten, ohne Strümpfe und Kopfbedeckung. An allen diesen sechs Freitagen sollten sie fasten. Man befahl ihnen, daß sie lebenslänglich kein öffentliches Amt, als Alkalde, Alguazil, Regidor oder Rathsherr, oder öffentlicher Notar, oder Thorwärter (Portero?) bekleiden sollten. Diejenigen, welche ein solches Amt inne hatten, sollten es verlieren. Sie durften auch nicht Banquiers, Apotheker, Gewürzhändler sein, und keinerlei Steueramt verwalten (ni tuviesen oficio des sas (?) pecha). Sie durften nicht Seide, nicht Scharlach, nicht farbigen Stoff, nicht Gold, nicht Silber, nicht Perlen, nicht Korallen, überhaupt irgend welchen Schmuck tragen. Sie durften nicht als Zeugen gelten30. Dieses wurde ihnen befohlen unter Androhung der Strafe, als Rückfällige (relapsos) behandelt, d.h. zum Feuertode verurtheilt zu werden. Als Buße wurde ihnen noch aufgelegt, daß sie den fünften Theil dessen, was ihr Geschäft trägt, für den maurischen Krieg hergeben sollten.

Der Anonymus berichtet darauf ausführlich, in welche Kirchen die Reuigen [476] und Absolvirten an sechs Freitagen geführt wurden, wo für sie Messe gelesen und gepredigt wurde.

Am 2. April 1486 wurden die Reuigen aus anderen sechs Kirchspielen, fast 900 Personen, auf ähnliche Weise in eine Kirche geführt, mit demselben Ceremoniell, und wurden zur selben Buße verurtheilt. Hier ist nur hinzugefügt, daß sie lebenslänglich nicht auf Pferden reiten und nicht Waffen tragen dürften. Für dieselben wiederholte sich ebenfalls die Pönitenz der Procession an den Freitagen, nur daß ihnen ein Tag geschenkt wurde.

Am 15. Mai desselben Jahres wurde eine Aufforderung an die Marranen im Erzdekanat von Toledo erlassen, sich ebenfalls zur Reue und Buße einfinden mit der Bedrohung, bei der Absentirung nach 30 Tagen der Todesstrafe gewärtig zu sein. Die sich aus dem Staube gemacht hatten, wurden aufgerufen, sich zu stellen, darunter drei Mönche von St. Geronimo (Franciskaner) und gewisse Geistliche (tres Frayles de san Geronimo é á certos clerigos).

Dann wurden die Marranen im Erzdekanat von Madrid und Guadalajara auf dieselbe Weise zur Stellung aufgefordert.

Am 11. Juni 1486 wurden die Reuigen von vier Parochien in Procession geführt, fast 750 Personen mit derselben Demüthigung.

Am 10. August 1486 verbrannten sie 25 Personen, zwanzig Männer und fünf Frauen, unter diesen Doktor Alonso Cota aus Toledo, ein Municipalbeamter (Regidor), ein Königlicher Anwalt (Fiscal), ein Comthur des Ordens von San Jago (comendador de la horden de Sanjago) und andere Personen von Stande. Sie schleppten sie zu Fuß mit spitzer Mütze auf dem Kopfe, die Hände mit Stricken an den Hals gebunden, gekleidet in Sanbenitos von gelber Leinwand, auf welchen der Name des Verurtheilten und »der verdammte Ketzer« geschrieben war, auf den Platz, wo eine Tribüne mit Stufen stand (oben 476), gegenüber eine andere Tribüne, auf welcher die Inquisitoren und Notare sich befanden. Dann wurde Jedem laut sein Proceß vorgelesen, in welchen Punkten sie judaisirt hätten, und zum Schluß wurden sie der Gerechtigkeit des weltlichen Armes übergeben. Von da wurden sie aufs Feld gebracht, wo man sie verbrannte, und nicht ein Gebein blieb übrig, um Asche daraus zu machen (que gueso dellos no quedó por quemar é fazer ceniza).

Am 17. August 1486 zogen sie zwei Geistliche zum Verbrennen. Der eine, Baccalaureus der Medicin und Kaplan an der Capelle der Könige, in welcher er täglich zu celebriren pflegte, und der andere ein Pfarrer (cura) der Kirche Sanct Martin von Talavera. Zuerst wurden ihnen die geistlichen Gewänder angezogen, als wenn sie Messe lesen sollten. Dann wurde ihnen ihr Vergehen vorgelesen, daß sie ganz und gar das Gesetz Mosis beobachtet hätten, dann der geistlichen Gewänder entkleidet bis auf das Untergewand, und endlich dem weltlichen Arme übergeben und auf dem Felde verbrannt.

Am 15. October 1486 wurde ein Akt in der großen Kirche begangen. Nach der Predigt wurden die Namen gewisser Personen verlesen, welche als Ketzer gestorben waren, obwohl sie als Christen gegolten hatten. Es wurde befohlen, daß alle Diejenigen, welche Güter von diesen geerbt hatten, vor den Inquisitoren erscheinen und Rechenschaft über die Güter ablegen sollten, da sie nicht erben dürften und ihre Güter dem König gehörten. Mit schweren Strafen und Censuren wurden die Erben bedroht. Auch wurden die Namen gewisser [477] Personen verlesen, welche entflohen waren. Wenn sie sich nicht innerhalb einer gewissen Zeit einfänden, würden sie als Ketzer verurtheilt werden.

Am 10. December 1486 wurden in Procession geführt alle Reuigen des Erzdekanats Toledo, 900 Personen, ganz ebenso, wie bei den früheren Processionen. Der Anonymus fügt dabei hinzu, daß trotz der grimmigen Kälte mitten im Winter die Inquisitoren sie ohne Fußbekleidung auf Steinplatten stehen ließen. Sie mußten schwören, daß sie nicht blos selbst nicht judaisiren würden, sondern auch, daß sie alle Diejenigen verrathen würden, von deren Judaisiren sie Kunde haben sollten.

Tags darauf zogen in Procession (hier fehlt die Zahl, es müssen aber mehr als 200 gewesen sein) die Reuigen aus demselben Sprengel. Diesen wurde eine noch strengere Pönitenz aufgelegt. Sie sollten an sieben Freitagen sich zur Procession einfinden und außerdem an gewissen Festen und an allen Processionen sich betheiligen, welche in ihrem Gebiete begangen würden. Zweihundert von diesen wurde befohlen, ein ganzes Jahr im Sanbenito-Gewand auszugehen, und ihnen gedroht, bei Uebertretung als Relapsi bestraft zu werden.

Am 15. Januar 1487 zogen aus dem Erzdekanat Alcaraz 700, Männer und Frauen, in Procession, denen dieselben Demüthigungen und Büßungen aufgelegt wurden.

Am 10. März 1487 wurden fast 1200 aus den Erzdekanaten Talavera, Madrid und Gudalajara in Procession geführt mit denselben Büßungen. Einige derselben mußten lebenslänglich das Büßerkleid Sanbenito tragen.

Am 7. Mai 1487 ein Scheiterhaufen-Aktus mit 23 Personen, 14 Männer und 9 Frauen, darunter ein Kanonikus aus Toledo, ein messelesender Geistlicher, der abscheulicher Ketzereien angeklagt war. An seinem Schlafhemde hatte er gerade an der Stelle des Podex zum Hohne ein Kreuz angebracht. Unter der Folter gestand er ein, beim Celebriren des Abendmahles statt der vorgeschriebenen Formel ein Schmähwort gesprochen zu haben: Sus, periquete, que os mira la gente.

Am 8. Mai wurden die Bilder der flüchtig gewordenen und verurtheilten Marranen und die Gebeine der Verstorbenen öffentlich verbrannt.

Am 25. Juli 1488 ein Scheiterhaufen mit 37 Personen, 20 Männer und 17 Frauen.

Am 26. Juli 1488 ein Auto-da-Fé, bei welchem die Gebeine von mehr als 100 verurtheilten Marranen verbrannt und alle ihre Habe confiscirt wurde. Alle ihre Kinder, Enkel und Descendenten männlicher Linie wurden für unfähig erklärt, ein Amt zu bekleiden oder ein Benefiz zu erlangen, durften auch nicht Waffen tragen, nicht auf Pferden reiten und nicht Schmuck tragen, ganz so wie die Absolvirten (reconciliados).

Am 27. Juli 1488 wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt ein pfründeinnehabender Geistlicher (Clerigo racionero) aus Toledo und zwei Mönche vom Orden der Hieronymiten. Und aus demselben Kloster wurden vorher verbrannt drei Mönche und mehrere Personen, welche Prioren gewesen und eine hohe Stellung in genanntem Orden inne hatten.

Am 24. Mai 1490 wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt 18 Männer und 3 Frauen, unter diesen Fernando Garval, in dessem Hause ein Kreuz im Gebälk zum Vorschein gekommen war. An demselben Tage wurden 5 Männer und 6 Frauen zu ewigem Kerker verurtheilt.

Am 25. Mai 1490 wurden mehr als 400 verstorbene Männer und Frauen als Ketzer verurtheilt. An demselben Tage verbrannten sie auf öffentlichen [478] Plätzen die Bücher und falschen Bibeln der genannten Ketzer31. Auch wurde an demselben Tage eine Frau verbrannt, eine berüchtigte Ketzerin, welche laut aussagte, sie wolle im Gesetz Mosis sterben, es gäbe keine andere Wahrheit als dieses, und sie starb mit dem Worte: Adonay (y asi morió diziendo adonay).

Am 25. Juli 1492 wurde verbrannt Lope, der Lichtgießer, und noch vier andere Männer und Frauen wurden zu ewigem Kerker verurtheilt.

Am 30. Juli 1494 wurden verbrannt 9 Männer und 7 Frauen, einer mit dem Namen Tristan, der Buchhändler, und ein Goldarbeiter Garcin Gonsalez. Zu ewigem Kerker wurden verurtheilt 30 Personen, Männer und Frauen.

Am 22. Februar 1501 wurden verbrannt 38 Männer; sie waren vorher absolvirt. In dem Städtchen Herrera wurde ein Mädchen von etwa 16 Jahren in Haft genommen, welche auf den Rath ihres Vaters und Onkels verkündet hatte, daß der Messias mit ihr gesprochen und sie in den Himmel gehoben habe. Sie habe dort Alle, welche früher verbrannt worden waren, auf goldenen Stühlen sitzen gesehen, und daß sie die Hoffnung hegten, daß der Messias bald erscheinen und sie in das gelobte Land führen würde. Viele Leute von diesem Geschlechte (der Marranen) gingen, sie zu sehen. Sie gab sich als Prophetin des Messias aus, und sie gaben ihr Geschenke. – Sie bat um Gnade, wurde nicht umgebracht, aber Viele, welche von ihr getäuscht worden waren, verloren Leben und Vermögen, und andere Männer und Frauen blieben im Kerker.

Am 23. Februar 1501 wurden 67 Frauen verbrannt, alle aus Herrera und aus La Puebla de Alcocer. Man erzählte sich, daß einige im christlichen Glauben starben, dafür wurden sie durch Ersticken begnadigt.

In derselben Zeit kam die Nachricht, daß sie in Cordova 90 und darüber, Männer und Frauen, verbrannt hatten aus dem Städtchen Chillon; sie waren von jenem Mädchen verführt worden.

Am 30. März 1501: Scheiterhaufen mit 6 Männern und 3 Frauen. Diese und vier Männer waren aus Toledo und durch Büßung absolvirt worden und hatten doch wieder judaisirt. An demselben Tage verurtheilten sie 56 Männer und 87 Frauen zu ewigem Kerker, sämmtlich jung, unter 30 Jahren. Weil sie aber von den älteren verführt waren und um Barmherzigkeit baten, ließ man sie am Leben und legte ihnen nur Buße auf.

So weit der Anonymus aus Toledo, welchen Llorente nur theilweise ausgenutzt hat. Die Zahl der Verurtheilten in Toledo läßt sich kaum annähernd fixiren. Abgesehen davon, daß der Anonymus sie öfter unbestimmt läßt, hat er von manchen Jahren keine Aufzeichnungen gemacht. In den von ihm übergangenen Jahren 1489, 1491, 1493, 1495-1500 sind in Toledo Autos-da-Fé vorgekommen, wie aus dem Verzeichniß der Proceßakten hervorgeht (Quelle II). Die von dem Anonymus bestimmt angegebenen Zahlen ergeben das Facit, daß vom Jahre 1485-1491 in Toledo mehr als 200 verbrannt wurden. Die Zahl der mit schwerer Buße Belegten (reconciliados) in der Stadt und im Erzbisthum Toledo betrug mehr als 5450 und die Zahl Derer, deren Gebeine verbrannt wurden, mehr als 500. In diesem Landstrich waren also mehr als 6000 Marranen vor das Ketzertribunal gezogen worden.

[479] Die Zahl der Opfer auf dem Scheiterhaufen in Saragossa, welche die Listen (Quelle V–VI) mit Namen nennen, war jedenfalls größer als in denselben bezeichnet werden, da sie unvollständig sind. Wenn Pater Gams behauptet: Der Inquisitor Arbues von Saragossa müsse sehr milde verfahren sein, da seine Biographen in den Acta Sanctorum nur von dem von ihm verhängten Tod eines einzigen Mädchens tradiren, so hätte ihn die von Amador de Los Rios veröffentlichte Liste (V) eines anderen belehren können. Arbues fungirte von Mai 1484 bis zu seinem Tode, am 15. September 1485. Und aus dieser Zeit sind in der alphabetischen Liste verzeichnet: Alvaro de Segovia ... hereje judio relaxado en persona á 13 Setiembre 1485, also noch zwei Tage vor Arbues Tode. Ferner: Francisco de Graos, muger de Joan ... judia heretica, relaxada en persona en 2. Março 1483; die Zahl ist sicher falsch, statt 1485, da im Jahre 1483 in Saragossa das Tribunal noch nicht errichtet war. Außerdem nennt dieselbe Liste noch die Namen von zwei Frauen aus demselben Jahre; von einer sind die Gebeine verbrannt worden und die andere, weil entflohen, wurde in effigie verbrannt, Arbues hat also dasselbe unmenschliche Verfahren eingehalten, wie die anderen Inquisitoren.

Das grüne Buch von Aragon, das getreu die aus den marranischen Familien Bestraften öfter mit Namen nennt, läßt auf eine große Zahl schließen, welche in aragonischen Städten verbrannt oder sonst wie verurtheilt wurden. So nennt es von der Familie Sanchez, deren Urahn Asach Avendino (Zag Ibn-Dino) war, etwa 42 Glieder mit Namen und bemerkt dabei, ein Theil wurde verbrannt und ein anderer gedemüthigt (avergonados). In Person verbrannt waren vier Männer und zwei Frauen.

Von der Familie Sant-Angel – Stammvater war Rabbi Azaria Ginillo – wurden weniger Glieder verbrannt. Von dem Zweige dieser Familie in Barbastro tradirt das grüne Buch, daß viele davon zum Tode verurtheilt und einige gesühnt wurden (266). Was einem derselben angethan wurde, charakterisirt die ganze Ruchlosigkeit der Inquisition. Simon de Sant-Angel und seine Frau wurden zuerst von der Inquisition mit Büßung entlassen. Sie wurden aber von ihrem eigenen Sohne als Relapsi denunzirt, und diese Denunziation nahm die Inquisition als vollgültiges Zeugniß an und verbrannte die Eltern (Libro verde 251): lo mismo Simon Santángel y Clara su muger (fueron reconciliados). In den Proceßakten (No. VII, Revue des Etudes p. 86 f.) ist angegeben: Simon de Saint-Angel et Claire, sa femme, denoncés au St.-Office comme coupables d'hérésie et d'apostasie à Huesca. ... par leur fils légitime, Léonard de Saint-Angel ... 13. Mars 1489. Reconnus coupables, condamnés à mort et à la confiscation de leur bien ... Livrés au bras séculier le 30. Juillet 1490 à Illerda.

Von der Nemesis, welche den Sohn des verruchten Apostaten Josua Lorqui ereilte, berichten einige dieser Quellen (Libro v. 252): Ravi Usualorqui (Josua Alorqui).. nombre Geronimo de Santafé ... huvo un hijo ... Micer Francisco de Santa-Fé, que fui accessor de Governador, el qual estando presso por la Inquisicion se desesperó y le quemadaron el cuerpo por heretico Judaizado. Ebenso in dem Verhörbericht: Micer Francisco de Santa-Fé ... se desesperó en la Aljaferia (Kerker) y despues fué quemado. Ebenso in den beiden Listen (No. V–VI): Francisco de Santaffé, letrado, judio ... acsessor del governador, relaxado en [480] persona 25. Diciembre 1486. Der Frevel des Vaters wurde an dem Sohne geahndet.

Von den Familien Zaporta und Venetos in Monçon, Tamarit und Lerida sind viele verbrannt worden (266, 269): Muchos condennados y dados al braço seglar.

Die Familie Lopes de Villanova, von der mehrere Glieder nach Bordeaux entflohen waren und dort eine bedeutende Rolle spielten – von mütterlicher Seite stammte von derselben der französische Schriftsteller Michel de Montaigne (Malvezin histoire de Juifs à Bordeaux p. 75, 94 f.) – lieferte ebenfalls mehrere Opfer für den Scheiterhaufen. Ihre Vorfahren hießen als Juden Mose und Mair Paçagon (das. 260, 270 f.).

In der alphabetischen Liste (V) ist meistens das Metier der zum Tode Verurtheilten angegeben. Es finden sich darunter Notare, Ritter, Aerzte, ein General-Vicar des Erzbisthums von Saragossa (Pedro Monfort), ein Rector de Casa, ein vicario de Sena, ein racionero de Santa Engracia, ein Licentiat, also auch Personen vom geistlichen Stande. Auch in den übrigen Quellen werden Namen von Personen der höheren Stände und des Clerus aufgeführt, welche dem Feuer überliefert wurden. So in der zweiten Liste (VI) Mosen Anton Sanchez, prior de la Seo. In der Liste von Avila (VIII, 29): El canonigo Fernan Gonçales, hereje quemado. In No. 14 daselbst ist angegeben, daß der Vater desselben Diego Gonçales als Heresiarcha declarado verbrannt wurde. No. 41: Gomez Garcia Canonigo reglar del Burgo de la iglesia de St. Marco ... quemado por Judaiçante. – Die chronologische Liste (VI) registrirt mit Seelenruhe das Factum, wovon Llorente spricht: je frémis d'horreur en l'écrivant de la barbarie de l'inquisition de la bassesse de ce fils (I, 207 f.), nämlich, daß ein Sohn ein Zeugniß beibringen mußte, daß die Gebeine seines Vaters, welcher nach Toulouse entflohen und in absentia verurtheilt war, mit seinem Bilde verbrannt worden waren. Die Liste registrirt dieses Factum bei Aufzählung der Opfer vom Jahre 1486: La estatua de Gaspar de Santa-Cruz (quemada), y su hijo truxo testimonial de Francia de haberle allá quemado les huesos.

Die Proceßakten von Quoca (VII) enthalten noch einige bemerkenswerthe Züge aus den ersten Jahren der Inquisition. No. 28: Contra Anthonium de Jassa mercatorem: A tenu dans maintes occasions beaucoup de propos hérétiques. ... suit fidèlement les rites du Judaïsme, fait la Pâque avec du pain azyme, jeûne aux époques fixées par la loi de Moïse, célèbre le Sabbat etc. relaxado 1487. – No. 30: Contre Isabelle de Ruiz ... accusée d'avoir ... tenu de propos contre la foi chrétienne et suivi les rites judaïques ... mangé à jour de pâque du pain sans levain, ainsi que la soupe designée sous le nom de hamym (םיצח?) ... tradenda brachio seculari (1492). – No. 36: Contre Juan Martinez de la Rueda jurisconsulte, qui, d'après la rumeur publique, conserve dans sa bibliotheque certains livres en langue hébraïque contenant des discours hostiles à la foi chrétienne, 1487. Dieses Factum ist insofern bemerkenswerth, daß ein Sohn oder vielleicht gar Enkel eines Mannes, welcher zur Zeit der Vicente Ferrer gewiß mit Seelenpein die Taufe empfangen hatte, noch antichristianische Schriften in seiner Bibliothek heimlich bewahrt hat. –

Das sind Dokumente genug von den Unthaten der Inquisition, nicht aus Romanen, sondern aus den Archiven des sogenannten heiligen Officiums.


Quelle:
Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Leipzig [1890], Band 8, S. 472-482.
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Unsühnbar

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Der 1890 erschienene Roman erzählt die Geschichte der Maria Wolfsberg, deren Vater sie nötigt, einen anderen Mann als den, den sie liebt, zu heiraten. Liebe, Schuld und Wahrheit in Wien gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

140 Seiten, 7.80 Euro

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Buchempfehlung

Romantische Geschichten. Elf Erzählungen

Romantische Geschichten. Elf Erzählungen

Romantik! Das ist auch – aber eben nicht nur – eine Epoche. Wenn wir heute etwas romantisch finden oder nennen, schwingt darin die Sehnsucht und die Leidenschaft der jungen Autoren, die seit dem Ausklang des 18. Jahrhundert ihre Gefühlswelt gegen die von der Aufklärung geforderte Vernunft verteidigt haben. So sind vor 200 Jahren wundervolle Erzählungen entstanden. Sie handeln von der Suche nach einer verlorengegangenen Welt des Wunderbaren, sind melancholisch oder mythisch oder märchenhaft, jedenfalls aber romantisch - damals wie heute. Michael Holzinger hat für diese preiswerte Leseausgabe elf der schönsten romantischen Erzählungen ausgewählt.

442 Seiten, 16.80 Euro

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