Plechelmus, S.S. (1-2)

[946] 1–2S. S. Plechelmus (Pechthelmus), Ep. (15. Juli). Der hl. Plechelmus (Pechthelmus, der Name bedeutet so viel als »glänzender Helm, Schutz«), ein Angelsachse, aus Northumberland gebürtig, ein Schüler des heil. Adelelmus2 (Adelmus), vielleicht auch dessen Verwandter, war von Kindheit an dem Gebete, Wachen und Fasten ergeben. Mit außerordentlichem Fleiße widmete er [946] sodann als Jüngling alle seine Kräfte der geistlichen Lesung und den heil. Wissenschaften. Nachdem er die hl. Weihen empfangen hatte, suchte er durch Wohlthätigkeit gegen die Armen und fleckenlosen Wandel seinen priesterlichen Ermahnungen Nachdruck zu geben. Nach dem frommen Gebrauche jener Zeit wallfahrtete er mit dem hl. Wiro nach Rom und erhielt dort mit diesem nebst zahlreichen Reliquien der hhl. Martyrer auch die Weihe und Sendung eines Missionsbischofes. Als solcher wirkte er eine Zeit lang zu Casa Candida, jetzt White Horn, in seiner Heimat mit vielem Segen, und ging dann, wenn nicht zwei hhl. Bischöfe d.N. anzunehmen sind75, um d.J. 750 mit den hhl. Wiro und Otgerus (s.d.D.) nach dem Festlande, wo ihm Herzog Pipin den Petersberg, jetzt Odilienberg genannt, bei Rörmonde als Aufenthalt anwies. Es gelang seinem apostolischen Eifer, in Gelderland, Overyssel und Trente eine reiche Seelenernte zu machen und eine große Zahl neuer Kirchen zu erbauen. Eben dort starb er. An seinem Grabe, das er in der Muttergotteskirche daselbst erhielt, ereigneten sich zahlreiche Wunder. Seine Reliquien kamen nach verschiedenen Orten. Bis zum J. 954 ruhten sie zu Odilienberg; dann kamen sie in die wahrscheinlich von ihm gegründete Silvesterkirche zu Oldenzael, im Bisthum Daventer (Ober-Yssel), wo aber nur sein Haupt blieb, während andere Theile seines Leibes unter dem Hochaltare der Kathedrale von Rörmonde (Geldern) ruhen76, welche der wilden Zerstörungswuth der Geusen, die i. J. 1571 den ganzen Altar umstürzten, glücklich entgingen und bei Erneuerung und Wiedereinweihung desselben i. J. 1594 aufgefunden und erhoben wurden. (III. 58–60.)


Quelle:
Vollständiges Heiligen-Lexikon, Band 4. Augsburg 1875, S. 946-947.
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