Stanislaus Kostka, S. (3)

[356] 3S. Stanislaus Kostka, Conf. (13. Nov. al 15. Aug.) Im Kirchengebete dieses hl. Jünglings ist gesagt, daß ihm Gott schon im zarten Alter die Gnade vollendeter Heiligkeit verliehen hat, weßhalb wir bitten, daß wir nach seinem Beispiele jeden Augenblick unserer Lebenszeit gewissenhaft benützen, und uns beeilen, in die ewige Ruhe einzugehen. In der That ist mit diesen Worten das tugendreiche und viel begnadigte Leben dieses Dieners Gottes kurz und vollständig beschrieben. Er war das jüngste Kind des Johannes Kostka, eines angesehenen polnischen Edelmannes und seiner Gemahlin Margaretha Kriska, einer Sprossin des altadeligen Geschlechtes der Odrova. Beide, besonders aber die Mutter, waren innige und werkthätige Verehrer des hl. Namens Jesu. Mit den frömmsten Gelöbnissen empfingen sie am 8. Oct. d. J. 1550 auf dem Familienstammschlosse Kostkau (Kostkovo), woher der Beiname, den neugebornen Knaben, fest entschlossen, ihn für Gott und den Himmel zu erziehen. Die fromme Mutter besorgte mit der zartesten Liebe die Grundlegung. Ihre Zusprüche fielen in das günstigste Erdreich; der Knabe wurde bald ein Muster aller kindlichen Tugenden. Er bekannte es später selbst, daß der erste Gebrauch, welchen er von seiner Vernunft machte, die Widmung seines ganzen Wesens und Lebens an Gott gewesen sei. Seine Eltern nannten ihn [356] oft einen Engel; er war und blieb es in seinem ganzen Leben; frühzeitig bildete und entwickelte sich in ihm die Knospe eines der Sünde abgewendeten, gottesfürchtigen und heiligen Lebens. Wer ihn beten sah, wußte sogleich, daß die göttliche Gnade Außerordentliches mit ihm vorhabe. Man sah es ihm an, wie er von der Gegenwart und Majestät Gottes so zu sagen durchdrungen und durchleuchtet war. Nicht weniger nahm er täglich an Kenntnissen zu. Nachdem er von einem Hauslehrer den ersten vorbereitenden Unterricht für eine höhere, wissenschaftliche Bildung empfangen hatte, schickten ihn die Eltern in seinem zwölften Jahre nach Wien in das viel besuchte adelige Convict, welches Kaiser Ferdinand I. den Vätern der Gesellschaft Jesu übergeben hatte. Auch hier bewahrte er die unbefleckte Reinheit seines Herzens und ragte unter allen Zöglingen an Geistesgaben und Frömmigkeit hervor. Schon damals gerieth er bei der heil. Messe öfter in Verzückung. Er pflegte betend zu studiren und studirend zu beten. In alle seine schriftlichen Aufgaben und Uebungen wußte er irgend etwas zum Lobe Gottes und zum Preise der Himmelskönigin, die er stets nur seine Mutter nannte, einzuflechten. Sein Abscheu vor der geringsten Sünde war so groß, daß er manchmal bewußtlos zusammenstürzte, wenn er eine unehrbare oder sonst sündhafte Rede anhören mußte. Schon zu Hause mußte der Vater bei solchen Anlässen sagen: »Stille, sonst wird mein Stanislaus so in den Himmel verzückt, daß man ihn wird vom Boden aufheben müssen.« Schlimmer schien sich die Zukunft zu gestalten, als er im J. 1565 nach Auflösung der Erziehungsanstalt mit seinem Bruder Paul und seinem Hauslehrer eine Privatwohnung in dem Hause eines Lutheraners beziehen mußte. Um so eifriger war er, die Gefahr eines solchen Hauses erkennend, bestrebt, das theure Kleinod des Glaubens und der Unschuld in seinem Herzen zu bewahren. Er stärkte sich durch inbrünstiges Gebet, fleißigen Kirchenbesuch, häufiges Fasten und oftmaligen Empfang der heil. Sacramente. Die Einwendungen seines Hauslehrers und die immer härter werdende Behandlung, die er von seinem Bruder (er hatte für eine Lebensweise, wie Stanislaus sie führte, nicht das mindeste Verständniß, und hielt dieselbe für entehrend) zu erfahren hatte – dieser trat ihn öfter sogar mit Füßen. – um ihn von seinem außerordentlichen Wege abzubringen, hatten die gegentheilige Wirkung: er blieb dabei, daß er leben wolle und werde, wie er glaube, daß es Gott gefällt, er sei für die Ewigkeit, nicht für dieses zeitliche Leben geboren. Doch ertrug er jede Unbill mit bewuderungswürdiger Geduld und gab in allen Dingen, die nicht mit seinem Gewissen im Widerspruche standen, soweit nach, daß er sogar tanzen lernte. Aber er war ebenso standhaft in den vorgenommenen frommen Uebungen. Jeden Sonntag empfing er die heil. Communion; jeden Tag wohnte er zwei heiligen Messen bei; jedesmal vor dem Schulbesuche ging er in die Kirche zur Anbetung des hl. Sacramentes; so oft er communicirte, war der Vorabend für ihn ein Fasttag; er gab sich in so frühem Alter nicht selten die Disciplin bis aufs Blut. Zu Ende des J. 1566 erkrankte er tödtlich. Seine Nachtwachen, seine für sein Alter nicht passenden Bußübungen mit Fasten und Geißeln und die schweren Mißhandlungen von Seite seines Bruders, die nahezu drei Jahre lang ununterbrochen fortgesetzt wurden, vielleicht auch dämonische Anfälle – ein solcher ist aus der Zeit seiner nachfolgenden Krankheit constatirt, wo ihn der Teufel unter der Gestalt eines großen Hundes dreimal anfiel – hatten seine Kräfte erschöpft. Er verlangte flehentlich die heil. Wegzehrung, aber der lutherische Miethsherr weigerte sich, diese papistische Ceremonie, wie er meinte, in seinem Hause vornehmen zu lassen, und sah sich hierin in Uebereinstimmung mit seinem Bruder und dem Hofmeister. Aber die Sehnsucht des frommen Jünglings nach dem Brode der Engel wurde hiedurch noch erhöht. Er betete zur Patronin der Sterbenden, der hl. Barbara, und halte bald darauf eine Erscheinung, in welcher ihm »himmlische Jünglinge« (so die Heiligsprechungsbulle, gewöhnlich heißt es zwei Engel) unter Beisein dieser glorreichen Martyrin die heil. Communion reichten. Obwohl der Hauslehrer hievon nichts bemerkte, sah er gleichwohl, wie sein Zögling sich auf die Kniee warf, und hörte ihn das: »Herr ich bin nicht würdig« beten. Ein anderes Mal [357] sah er die hl. Mutter Gottes, die das Jesuskind in seine Arme legte und ihm befahl, in die Gesellschaft Jesu einzutreten, die letzte Stunde sei noch nicht gekommen. In der That besserte sich von jetzt ab sein Befinden. Nun wollte er zu Wien ins Noviziat der Jesuiten eintreten, erhielt aber von dem Provincial P. Magius die Aufnahme nicht, weil die Einwilligung der Eltern mangelte. Auch der Cardinal Comendone, welchen er dringend bat, ihm behilflich zu sein, wies ihn aus demselben Grunde ab. Da faßte er den Entschluß, heimlich von Wien wegzugehen, um anderswo sich die Aufnahme zu erbitten, und mittlerweile sein Leben durch Betteln zu fristen, indem er zuversichtlich hoffte, Gott werde ihn den Weg zu dem ihm bestimmten Stande schon finden lassen. Als er eines Tages wieder von dem Bruder grob mißhandelt wurde, rief er wie in zorniger Entrüstung: »Ich sage und erkläre dir, daß ich deine Grausamkeit nicht länger mehr tragen werde; du bringst mich zur Verzweiflung und treibst mich von hinnen; dann sieh zu und gib dem Vater Rechenschaft!« Er schenkte darauf seine schönen Kleider einem armen Knaben und bekleidete sich mit dessen Lumpen. So verließ er Wien, ließ aber ein Schreiben zurück, worin er seine Entfernung zu rechtfertigen suchte. Der Brief, oder vielmehr beschriebene Zettel lautete: »Suchet keine andere Ursache meiner heimlichen Entfernung, als die Absicht, mich von der Welt zurückzuziehen, und dem Rufe Gottes zu folgen, der mich in die Gesellschaft Jesu eintreten heißt. Wenn mein Vater und mein Bruder mich lieb haben, wie sie mich lieben müssen, so werden sie mich deßhalb nicht verurtheilen, weil ich sie verlasse, um das einzige Glück meines Lebens zu suchen. Wenn mein Vater bedenkt, wie oft er mir betheuert hat, daß er meinen Eintritt in irgend einen religiösen Orden niemals dulden würde, wird er es begreiflich finden, daß ich ihm meine Entfernung vorher nicht anzeigen konnte, ohne zugleich die Ausführung meines Vorhabens unmöglich zu machen, aber ich bin überzeugt, daßß er eines Tags über meine Entfernung froh sein wird, da sie ihm die Gelegenheit benommen hat, sich meinem Wohle und dem Willen Gottes zu widersetzen.« Man eilte ihm nach, so schnell die Pferde zu laufen vermochten, und holte ihn ein, aber seine ärmliche Gewandung schützte ihn vor dem Erkanntwerden. So erreichte er unter dem Schutze der hl. Engel, die ihm wiederholt die himmlische Nahrung boten, welche er in einer Kirche, in die er auf seiner Reise zufällig eintrat, nicht hatte finden können, weil die Ortseinwohner vom katholischen Glauben abgefallen waren, glücklich sein Reiseziel Augsburg. Er gedachte hier den seligen Canisius aufzufinden, um die Erfüllung seines Vorhabens, den Eintritt ins Noviziat der Jesuiten, zu erreichen. Da man ihm sagte, daß dieser sich in Dillingen befinde, setzte er ohne Rast seine Wanderung fort. Im Convicte zu Dillingen fand er in der That Unterkunft, aber nicht als Novize, sondern als Diener. (Hiernach bitten wir unsere Darstellung, Bd. IV. S. 853 zu berichtigen.) Er mußte den Zöglingen der Anstalt, denen seine adelige Herkunft nicht unbekannt war, bei Tische die Speisen auftragen und die Zimmer reinigen. Nachdem er diese Prüfung drei Wochen lang vorzüglich bestanden hatte, schickte ihn der Selige mit zwei jungen Jesuiten nach Rom. Hier gewährte ihm der hl. Ordensgeneral Franz Borgia auf einen noch vorhandenen Empfehlungsbrief des sel. Petrus Canisius hin, und weil die Berufung des frommen Jünglings zum Ordensstande nach solchen Vorgängen überhaupt außer Zweifel stand, die Aufnahme. Als bald darauf ein Schreiben seines Vaters eintraf, worin er die sofortige Entlassung des Novizen – als einer gemeinen Seele, eines ungerathenen Sohnes, eines Strolchen und elenden Landläufers – verlangte, weinte dieser zwar bitterlich, erklärte aber, sich lieber in Ketten legen zu lassen, als von seinem Entschlusse abzugehen. Er setzte sich nieder und schrieb an seinen Vater: »Ich wäre untröstlich, mein theurer Vater, wenn ich Ihren Zorn und die mir gemachten Vorwürfe durch irgend eine böse That verdient hätte. Was ich gethan habe, kann ich weder als eine Schande für mich, noch für eine Entehrung Ihres Namens halten. Es ist schon lange her, daß ich meinen ganzen Ruhm darin einzig suche, Gott zu dienen und das Kreuz Jesu Christi zu umfassen. Darin habe ich so viel Wonne gefunden, daß ich nicht glauben kann, Sie [358] würden bei der Liebe, welche Sie zu Ihren Kindern tragen, mich dieses Gutes berauben wollen, das ich um alle Kronen der Welt nicht vertauschen möchte.« Hierin erkannte der Ordensgeneral noch deutlicher als vorher die Gewißheit seines Berufs zum Ordensleben und beließ ihn im Noviziate. Der hl. Novize war überglücklich, als er sich nun am Ziele seiner Wünsche, und in die Reihen der hl. Männer aufgenommen sah, welche der Jesuitenorden besonders in dieser seiner ersten Blüthezeit zählte; er übertraf bald alle Erwartungen: er unterzog sich nicht bloß mit allem Eifer den gemeinsamen Uebungen der Novizen, sondern leuchtete durch seine Heiligkeit dem ganzen Hause voran. Seine Andacht zum heil. Altarssacramente und zur Mutter Gottes ist nicht zu beschreiben. Er verkehrte nicht zeitweilig, sondern unablässig mit Gott; sein Wandel war im Himmel. Sein Gehorsam, seine Demuth, sein Gebetseifer wuchs mit jedem Tage. Die von ihm abgeschriebenen Ordensregeln trug er wie ein theures Kleinod immer bei sich. Alle ihm aufgetragenen Dienste, am liebsten Holztragen, Reinigung der Geschirre u. dgl. vollzog er mit pünktlicher Genauigkeit; dabei entbrannte sein Herz in so starker Gottesliebe, daß er genöthigt war, durch Anwendung von nassen Tüchern selbst im Winter seine Brunst zu lindern. Mit Erstaunen hörten seine Mitnovizen seine begeisterten Ansprachen und sahen, wie sein Angesicht im Gebete glänzte. Oft sagte er: »O wie glücklich sind wir! Alles was wir sind, gehört Gott, und Gott gehört ganz uns! Wir leben la wie die Heiligen im Himmel; wie ihnen ersetzt uns der Besitz Gottes alles Andere; wie sie vollziehen wir seinen Willen, wenn wir unsern Obern gehorsam sind.« Dabei gab er oft seine Sehnsucht, dereinst nach Indien zur Bekehrung der Heiden geschickt zu werden, zu erkennen. Im Rathe der Vorsehung war es anders beschlossen. Eines Tags machte er selbst den überraschten Brüdern die Mittheilung, daß er bald sterben werde. Es war nach einem Vortrage, den er eben über den Trost eines seligen Todes von dem sel. Petrus Canisius, welcher damals, in allgemeinen Kirchenangelegenheiten zum Papste Pius IV. gerufen, sich in Rom aufhielt, gehört halte. Er meinte, schon das nächste Mal das Fest der Aufnahme der Gottesmuttter in den Himmel mitfeiern zu dürfen und schrieb in diesem Sinne voll kindlicher Einfalt einen Brief an die Himmelskönigin, in welchem er sie um eine glückselige Sterbestunde anrief. Als er bald darauf an einem Wechselfieber erkrankte und das Bett aufsuchen mußte, erklärte er wiederholt, daß er dasselbe nicht mehr verlassen werde. Am 14. August sagte er ganz bestimmt für die folgende Nacht sein Ende voraus und verlangte die hl. Wegzehrung und die letzte Oelung. Beide Sacramente empfing er mit freudestrahlendem Angesichte auf dem Boden liegend, wie er verlangt hatte. Bald darauf sah er die hl. Jungfrau, von einer Schaar heil. Engel umgeben, und verschied. Er hatte ein Lebensalter von nur 18 Jahren erreicht, und zählte also mehr Thaten als Tage (operum plenior, quam dierum; annos auxit virtutibus). Sein letzter Hauch trug noch den hl. Namen Maria in den Himmel. Es war einige Minuten nach 3 Uhr Morgens am 15. August des J. 1568. Er ruht in St. Andrea in Monte Cavallo in der zweiten Capelle links vom Eingange. Als man nach zwei Jahren sein Grab öffnete, wurde der Leichnam des hl. Jünglings unversehrt und wohlriechend gefunden. Unter dem König Sigismund erfochten seine Landsleute im Türkenkriege unter dem sichtbaren Schutze des Heiligen einen glänzenden Sieg. Man sah hoch in der Luft auf einem glänzenden Wagen den hl. Jüngling mit der hl. Mutter Gottes und dem göttlichen Kinde den Schlachtreihen voranfahren. Ebenso erfuhren mehrere Städte in ansteckenden Krankheiten und Feuersgefahren die Wirksamkeit seiner Fürbitte. Nachdem Papst Paul V. seine Seligsprechung vollzogen hatte, wuchs unter seinen Nachfolgern Innocenz X, Clemens X. und Innocenz XI. seine Verehrung durch Bewilligung eigener Tagzeiten für die Mitglieder der Gesellschaft Jesu und für den Säcularklerus von Polen und Litthauen. Unter Papst Clemens XI. waren behufs seiner Heiligsprechung dreizehn auf seine Fürbitte gewirkte Wunder nachgewiesen, aus welchen nach einer sorgfältigen, ein ganzes Jahr in Anspruch nehmenden Prüfung folgende drei als hinreichend bestätigt wurden die plötzliche Heilung der 24jährigen Anna [359] Theodora von Ligneville von Atrophie und 14monatlicher gänzlicher Lähmung an den Füßen; ebenso die augenblickliche Heilung eines Benedictiners, Namens Andreas Faustus Unikowsky, der sieben Monate bettliegerig und jetzt am Sterben war; endlich die plötzliche Heilung eines Jesuiten von einer schweren Gliederkrankheit, in welcher er weder Hände, noch Füße, noch selbst die Zunge bewegen konnte. So erfolgte am 31. Dec des J. 1726 durch Papst Benedict XIII. seine Heiligsprechung, zugleich mit seinem Ordensgenossen Aloysius. Abbildungen zeigen den hl. Jüngling in der Jesuitenkleidung, aus seiner Brust sprühen Flammen hervor, oder sie stellen seine Communion durch die Engel, die Erscheinung der Mutter Gottes und andere Scenen aus seinem Leben dar. In seiner Capelle zu Rom ist er auf dem Sterbebette liegend dargestellt; in der rechten Hand hält er eine Lilie, ein Crucifix und einen Rosenkranz, in der linken ein Marienbild. Sehr schön ist ein Stich in der engl. Ausgabe von Butler. Der hl. Jüngling ruht, soeben gestorben, auf seinem Sterbelager auf dem Boden. Das unschuldige, mit einem zarten Hauche von Andacht übergossene Haupt ruht auf zwei Polstern. Der Talar ist gegen die Brust hin geöffnet; die über dieselbe gekreuzten Hände halten das Sterbekreuz und den Rosenkranz. Neben ihm kniet voll Verwunderung und mit Freude gemischter Trauer ein Jesuite im Chorrock, ein Novize küßt die Füße des Verstorbenen; zwei Leuchter mit Kerzen erhellen den sonst dunklen Raum der Zelle. Auf kleineren Bildern trägt er das Jesuskind auf den Armen oder er kniet, den Pilgerstab in der Hand, vor der Mutter Gottes. Im Refectorium des Priesterseminars zu Dillingen hängt ein sehr schönes Oelgemälde den jugendlichen Heiligen als Novizen S. J. darstellend mit dem Jesuskinde in den Armen; zugleich in kleiner Figur, wie er bei Tisch die Alumnen bedient25. Er ist Schutzpatron von Polen, insbesondere aber der Städte Warschau, Posen, Lublin, Lemberg u. a. O., und der studirenden Jugend. Seine Reliquien befinden sich größtentheils zu Rom. Doch gibt und gab es kaum ein Ordenshaus oder eine Ordenskirche, wo nicht Theile derselben verehrt werden. Papst Gregor XV. sendete sein heil. Haupt nach Polen; die Hirnschale befand sich vor einigen Jahren in dem Noviziathause zu Gorheim. Wahrscheinlich haben seine neuestens aus dem Vaterlande verbannten Mitbrüder diese theuren Reste vor ihrer Abreise in Sicherheit gebracht. Auch das Priesterseminar zu Dillingen besitzt eine Reliquie des Heiligen, welche ein ehemaliger Alumnus aus Rom mitbrachte; sie wird während der Octave des hl. Stanislaus, die hier zu seiner Verehrung gefeiert wird. in der Hauskapelle ausgesetzt. Das Museum, in welchem der erste (jüngste) Alumnencurs wohnt, trägt den Namen des hl. Stanislaus.26 In dem Filialdorfe zu Trunkelsberg, Pfarrei Amendingen27 bei Memmingen, trägt das Ortskirchlein seinen Namen. Auch befinden sich daselbst Reliquien des Heiligen. Verehrungstag ist in der ganzen kathol. Kirche der 13. Nov. Am nämlichen Tage des J. 1607 starb, gewiß merkwürdig, sein Bruder Paul, als Postulant der Gesellschaft Jesu. Er hatte durch zwanzig Jahre täglich die Tagzeiten der Mutter Gottes verrichtet.


Quelle:
Vollständiges Heiligen-Lexikon, Band 5. Augsburg 1882, S. 356-360.
Lizenz:
Faksimiles:
356 | 357 | 358 | 359 | 360
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika

Buchempfehlung

Stifter, Adalbert

Der Waldsteig

Der Waldsteig

Der neurotische Tiberius Kneigt, ein Freund des Erzählers, begegnet auf einem Waldspaziergang einem Mädchen mit einem Korb voller Erdbeeren, die sie ihm nicht verkaufen will, ihm aber »einen ganz kleinen Teil derselben« schenkt. Die idyllische Liebesgeschichte schildert die Gesundung eines an Zwangsvorstellungen leidenden »Narren«, als dessen sexuelle Hemmungen sich lösen.

52 Seiten, 3.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Romantische Geschichten III. Sieben Erzählungen

Romantische Geschichten III. Sieben Erzählungen

Romantik! Das ist auch – aber eben nicht nur – eine Epoche. Wenn wir heute etwas romantisch finden oder nennen, schwingt darin die Sehnsucht und die Leidenschaft der jungen Autoren, die seit dem Ausklang des 18. Jahrhundert ihre Gefühlswelt gegen die von der Aufklärung geforderte Vernunft verteidigt haben. So sind vor 200 Jahren wundervolle Erzählungen entstanden. Sie handeln von der Suche nach einer verlorengegangenen Welt des Wunderbaren, sind melancholisch oder mythisch oder märchenhaft, jedenfalls aber romantisch - damals wie heute. Nach den erfolgreichen beiden ersten Bänden hat Michael Holzinger sieben weitere Meistererzählungen der Romantik zu einen dritten Band zusammengefasst.

456 Seiten, 16.80 Euro

Ansehen bei Amazon