Alraunwurzel

[136] Alraunwurzel kommt von Atropa Mandragora L., eine schon in der Schweiz, aber namentlich in Italien, Creta, Spanien u.s.w. wildwachsende Pflanze, deren Kraut und Wurzeln giftige, betäubende Eigenschaften hat; ersteres besitzt äußerlich aufgelegt zertheilende Kraft bei Drüsenverhärtungen. Schon bei den Alten war sie Zauberpflanze, aber auch später noch und bis in die neueste Zeit spielen die Alraunmännchen (Heckmännchen, Galgenmännchen) bei abergläubischen Leuten eine große Rolle. Sie sollen das Geld verdoppeln, unsichtbar machen u.s.w. und nur unter dem Galgen wachsen. Es wurde früher eine Zeit lang ein schwunghafter Handel damit getrieben, und zwar waren und sind es meist nicht einmal Wurzeln von der Mandragora, sondern von der Zaunrübe, Bryonia alba.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1854, Band 1, S. 136.
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