Ekkehard

[529] Ekkehard, Eccardus, Namen von 5 Mönchen des Klosters St. Gallen, welche sich zwischen 920–1220 als Lehrer, Dichter und Schriftsteller auszeichneten. – E. I., Vorstand der innern Schule und ein vom Papst Johann XII. ausgezeichneter Dichter, von welchem noch Hymnen und geistliche Lieder vorhanden sind. Er brachte 4 Neffen, darunter E. II. und E. III. ins Kloster u. st. 973. – E. II., eigentlich Hofmann, erwarb den Namen des doctor prosper et asper, unterrichtete auch die Herzogin Hadwig von Schwaben auf der Bergfeste Hohentwiel in den alten Classikern, lebte später am Hofe der Ottonen u. st. 990 als Dompropst zu Mainz. – E. III. ist wenig, der um 980 geborne E. IV., ein Schüler des Notker Labeo, später Vorstand der Domschule zu Mainz, am meisten bekannt; st. um 1036. Berühmt sind seine bis 971 reichenden »Casus monasterii S. Galli« (in den Monum. h. Germ. von Pertz im 2. Bde.); ferner das »Carmen Ratperti de S. Gallo« mit wichtigen Erläuterungen und ein »liber benedictionum«, eine Sammlung von eigenen und fremden Gedichten auf die Feste der Heiligen. – E. V. schrieb um 1210 das Leben des hl. Notker und galt als großer Musiker.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1854, Band 2, S. 529.
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