Gangliensystem

[18] Gangliensystem (sympathisches Nervensystem), ist ein im Ganzen für sich bestehendes Nervensystem, obgleich vielfach mit dem System der Gehirn- und Rückenmarksnerven zusammenhängend. Es besteht theils aus centralen Organen, den Knoten oder Ganglien, theils aus den von diesen ausgehenden Nerven. Die Ganglien sind grauröthliche, plattrunde Anschwellungen, hauptsächlich aus grauer Nervenmasse gebildet und aus Primitivfasern und Ganglienkugeln bestehend, daher theils Ausgangs- theils Durchgangspunkte von Nervenfasern, u. mit ihnen treten vielfach Fäden der Gehirn- u. Rückenmarksnerven zusammen. Aus diesen Ganglien entspringen eine Menge Nerven (Gangliennerven), welche sich untereinander netzförmig zu Geflechten verstricken, und die dann, die Gefäße umspinnend, mit diesen in das Parenchym der Eingeweide eindringen. Mit Ausnahme der 2 langen u. knotenreichen Stämme, der Gränzstränge, die an beiden Seiten der Wirbelsäule herablaufen und als die Ursprünge des G.s anzusehen sind, sind die Ganglien mit ihren Nervengeflechten sehrunregelmäßig vom Kopfe und Hals an durch Brust-, Bauch- und Beckenhöhle vertheilt. – Nach seinen Verrichtungen gehört das G. vorzüglich dem vegetativen Leben an. Die Gangliennerven bedingen die bewußtlosen Empfindungen u. unwillkürlichen Bewegungen der vegetativen Organe, so im Gefäßsystem, in den Verdauungs- und Secretionsorganen.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1855, Band 3, S. 18.
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