Gozzi [2]

[118] Gozzi, Graf Carlo, Bruder des Vorigen, wohl der ausgezeichnetste Lustspieldichter Italiens, geb. 1722 zu Venedig, gest. 1806, trat dem durch Goldoni und Chiari eindringenden französ. Lustspiele wirksam entgegen, indem er das nationale Lustspiel durch Schöpfung einer neuen Gattung, der Tragikomödie, hob. Seinem ersten u. vielleicht besten Stücke, der dramat. Bearbeitung des venetian. Ammenmärchens von den 3 Pomeranzen, folgten die durch Schillers Bearbeitung sehr bekannte Turandot, das blaue Ungeheuer u.a.m. Später wandte er sich mehr der Regelmäßigkeit u. den Spaniern, namentlich dem Calderon, zu und ärntete besonders durch »Il Metafisico« großen Beifall. Auch Versuche in der komischen Epopoe und Satyre fielen gut aus, aber in neuerer Zeit wurde G. in Italien über Gebühr vernachläßigt. Gesammtausg. Venedig 1792, 10 B.; an deutschen Uebersetzern und Bearbeitern war kein Mangel.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1855, Band 3, S. 118.
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