Haubitze

[236] Haubitze, Geschütz, zwischen Mörser und Kanone stehend, zum Werfen von Granaten, Brand- und Leuchtkugeln, in großer Nähe auch zum Kartätschenschießen bestimmt, wird theils nach dem Gewichte der Hohlkugel, theils u. gewöhnlich nach der Bohrweite des Rohrs (5- etc. zöllige H.) bestimmt. Die äußere Form und die Laffete ist wie bei den Kanonen; die inneren Theile sind: der Flug oder die Seele, woraus die Granate geschleudert wird; das Lager, wo sie auf der Pulverladung sitzt; die Kammer, welche die letztere enthält; der Rost, das Metall am Ende. Man bedient sich der H. im Felde zur Bewerfung der Reiterei u. Infanterie besonders in gedeckten Stellungen, zum Anzünden besetzter Gebäude etc.; im Festungskriege ist ihr Gebrauch allgemein. Die russ. H.n (Einhörner) haben längere Röhren u. sind von den Franzosen nachgeahmt worden.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1855, Band 3, S. 236.
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