Krampf

[651] Krampf (spasmus), bezeichnet jede krankhafte Zusammenziehung der Muskel- und contractilen Fasern überhaupt. Die Krämpfe sind entweder andauernde (tonischer K.), mit ununterbrochener Zusammenziehung, oder ab und zu nachlassende (klonischer K., Zuckung., convulsio), mit stoßweiser Hin- und Herbewegung. Nach dem Sitze der den K. erregenden Störung zerfallen die Krämpfe in: 1) locale Krämpfe, mit peripherischer Reizung des Bewegungsnervs; 2) Rückenmarkskrämpfe, die häufigsten, und meist über mehre Nervengruppen sich er streckend; 3) Hirnkrämpfe, mit Störung oder gänzlicher Aufhebung der Empfindung u. des Bewußtseins, mit Schielen und Veränderung der Pupille etc. Die Symptome der K.krankheiten sind verschieden, je nach der Eigenthümlichkeit der befallenen Muskeln, daher bald Streck- oder Beugbewegungen der Glieder, Erschütterungen, bei Schließmuskeln Sperr-K., Versperrung der betreffenden Höhlen, bei Austreibemuskeln Preß-K. Sehr häufig verbindet sich der K. mit Schmerzen. Die Ursachen der Krämpfe sind mannigfaltig, hauptsächlich aber Blutanhäufung od. Blutarmuth, örtliche mechanische Reizung, krankhafte Blutmischung, wie bei Pyämie, Vergiftungen etc.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1855, Band 3, S. 651.
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