Schisma

[85] Schisma, griech., Spaltung, besonders die Kirchenspaltung, nämlich die Aufhebung der äußeren Einheit u. Verbindung der Glieder der Kirche untereinander; vgl. Häresie. S.tiker, wer ein S. veranlaßt oder einem solchen anhängt. Als das erste Beispiel eines S. in der christlichen Kirche kann die Uneinigkeit der Gemeinde zu Korinth zur Zeit des Apostels Paulus gelten; seit dem 3. Jahrh. entstanden das novatianische, meletianische und donatistische S., im 9. Jahrh. trennte das große orient. S. die östl. Kirche von der westl. und dauert bis heute (vgl. Griech. Kirche). Streitigkeiten führten im Mittelalter oft genug zur Wahl von Gegenpäpsten und damit vorübergehend zum S., bekannt ist das große päpstl. S. von 1378–1409, während dessen Päpste zu Rom und in Avignon saßen u. welches gründlich erst vom Konstanzerconcil gehoben wurde. – S.tisch, was zum S. gehört.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1857, Band 5, S. 85.
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