Gnosis

[245] Gnosis (gr. gnôsis) bedeutet die (höhere) Erkenntnis, welche die positive Religion durch Philosopheme tiefer begründen will. In der alten christlichen Kirche gab es katholische und häretische Gnostiker. Jene, wie die Alexandriner Clemens und Origenes, wollten den Glauben (pistis) nur durch Spekulation stützen, diese (Basilides, Valentinus, Saturninus, Marcion usw.) verwandelten ihn durch heidnische und jüdische Ideen in eine phantastische Metaphysik, in welcher sie die Welt und das Christentum durch Emanation aus dem Absoluten hervorgehen ließen. Vgl. Emanation, Äon, Asketik, Logos. Auch die Neuplatoniker und Schelling gehören hierher. Vgl. C. F. Baur, Die christl. Gnosis. Tüb. 1836.

Quelle:
Kirchner, Friedrich / Michaëlis, Carl: Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe. Leipzig 51907, S. 245.
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