7. Kapitel

[59] Persönliche Erlebnisse, Fortsetzung; eigenartige Krankheitserscheinungen. Visionen


Genauere chronologische Angaben bin ich in betreff der Zeit, die zwischen den letzten Besuchen meiner Frau (Mitte Februar 1894) und dem Ende meines Aufenthalts in der Flechsig'schen Anstalt (Mitte Juni 1894) in der Mitte liegt, aus dem bereits erwähnten Grunde zu machen nicht im Stande. Nur einige wenige Anhaltspunkte stehen mir in dieser Beziehung zu Gebote. Ich habe die Erinnerung, daß mir etwa Mitte März 1894, als der Verkehr mit übersinnlichen Kräften bereits in ziemlicher Stärke hervorgetreten war, ein Zeitungsblatt vorgelegt wurde, in dem so etwas wie meine eigene Todesnachricht zu lesen war; ich faßte diesen Vorgang als einen Wink auf, daß ich auf irgendwelche Rückkehr in die menschliche Gesellschaft nicht mehr zu rechnen habe. Ob es sich bei der betreffenden Wahrnehmung um einen wirklichen Vorgang oder um eine im Wege der Vision erzeugte Sinnestäuschung gehandelt hat, wage ich nicht zu behaupten. Nur der Eindruck ist mir geblieben, daß es bei diesem und ähnlichen Vorkommnissen, wenn wirklich Visionen in Frage gewesen sein sollten, Visionen waren, in denen Methode lag, d.h. daß ein gewisser Zusammenhang bestand, welcher mich jedenfalls erkennen ließ, was man mit mir vorhatte. Es war die Zeit, in welcher ich, wie schon erwähnt, dauernd, bei Tag und Nacht, im Bette festgehalten wurde; ob und wieviel Wochen vermag ich nicht zu sagen. Um die Zeit der Osterfeiertage – wann Ostern im Jahre 1894 fiel, weiß ich nicht – muß dann mit der Person des Professor Flechsig eine wichtige Veränderung vorgegangen sein. Ich habe vernommen, daß derselbe während dieser Feiertage eine Erholungsreise nach der Pfalz oder dem Elsaß unternommen haben soll. Im Zusammenhang damit habe ich Visionen gehabt, wonach sich Professor Flechsig entweder zu Weißenburg im Elsaß oder im Polizeigefängniß in Leipzig erschossen habe; ich habe auch – als Traumbild – seinen Leichenzug gesehen, der sich von seiner Wohnung nach dem Thonberg zu (also eigentlich nicht in der Richtung, die man nach der damaligen Verbindung der Universitäts-Nervenklinik mit dem inneren Johannisfriedhofe vermuthen sollte) bewegte. In anderen Visionen war mir derselbe wiederholt in Begleitung eines Schutzmannes oder in der Unterhaltung mit seiner Frau erschienen, deren Zeuge ich im Wege des Nervenanhangs wurde und wobei sich Professor Flechsig seiner Frau gegenüber »Gott Flechsig« nannte, sodaß diese geneigt war, ihn für verrückt zu halten. Daß es sich bei diesen Visionen nicht um Vorgänge handelt, die sich[60] gerade genau in der Weise, wie ich sie gesehen zu haben glaubte, wirklich zugetragen haben, ist mir jetzt wenigstens unzweifelhaft. Wohl aber halte ich ihre Deutung in dem Sinne für statthaft, daß sie eine Kundgebung der göttlichen Auffassung waren, was mit Professor Flechsig hätte geschehen sollen. Dagegen ist es ein wirklicher, d.h. nach der Bestimmheit meiner Erinnerung in diesem Punkte für mich subjektiv gewisser Vorgang – mögen mir nun andere Menschen darin Glauben schenken können oder nicht – daß ich ungefähr um dieselbe Zeit die Seele und zwar wahrscheinlich die ganze Seele des Professor Flechsig vorübergehend im Leibe gehabt habe. Es war ein ziemlich umfänglicher Ballen oder Knäuel, den ich am ehesten mit einem entsprechenden Volumen Watte oder Spinngewebe vergleichen möchte, der mir im Wege des »Wunders« in den Bauch geschleudert worden war, vermuthlich, um darin seinen Untergang zu finden. Diese Seele im Leibe zu behalten, sozusagen zu verdauen, wäre bei dem Umfang derselben wahrscheinlich ohnedies eine Unmöglichkeit gewesen; ich entließ dieselbe jedoch, als sie sich zu befreien strebte, freiwillig, einer Art Regung des Mitleids folgend, und sie entrang sich darauf durch meinen Mund wieder nach außen. Ueber die objektive Realität dieses Vorgangs habe ich um so weniger einen Zweifel, als ich später noch in einer ganzen Anzahl anderer Fälle in die Lage gekommen bin, Seelen oder Seelentheile in meinem Mund aufzunehmen und davon insbesondere noch eine ganz sichere Erinnerung an die üble Geruchs- und Geschmacksempfindung bewahre, welche derartige unreine Seelen Demjenigen, in dessen Körper sie durch den Mund eintreten, verursachen.

An die vorstehend erwähnten Vorgänge schloß sich, soviel mir erinnerlich, diejenige Periode an, welche mir von den Stimmen als die Zeit des ersten Gottesgerichtes bezeichnet wurde. Zufällig habe ich hier noch einige Daten im Gedächtnisse behalten, die mir von irgend welcher Seite genannt worden sein müssen; danach hätte das erste Gottesgericht den Zeitraum vom 2. oder 4. bis 19. April 1894 umfaßt. Dem »ersten Gottesgerichte« folgten dann noch eine Anzahl weiterer Gottesgerichte, die jedoch dem ersten an Großartigkeit der Eindrücke im Ganzen nicht unwesentlich nachstanden. Es handelte sich bei dem »ersten Gottesgerichte« um eine Reihe fortlaufender, bei Tag und bei Nacht erfolgender Visionen, denen, wenn ich so sagen darf, eine gemeinschaftliche Generalidee zu Grunde lag. Es war die Vorstellung, daß, nachdem aus den Kreisen des deutschen Volkes heraus durch den Konflikt zwischen Professor Flechsig und mir eine für den Bestand der Gottesreiche gefährliche Krisis sich ergeben habe, dem deutschen Volke, insbesondere dem evangelischen Deutschland nicht mehr die Führerschaft als auserwähltes Volk Gottes belassen werden könne, daß dasselbe vielleicht sogar bei Besetzung anderer »Weltkugeln« (»bewohnter Planeten?«) ganz ausfallen müsse, sofern nicht ein Kämpe für das deutsche Volk auftrete, der die fortdauernde Würdigkeit desselben erweise. Dieser Kämpe sollte bald ich selbst sein, bald eine andere von mir zu bezeichnende Persönlichkeit, und ich[61] habe in Folge dessen auf das Drängen der im Nervenanhang mit mir redenden Stimmen die Namen einer Anzahl hervorragender Männer als den nach meinem Dafürhalten für einen solchen Streit geeigneten Kämpen genannt. Im Zusammenhang mit dem bezeichneten Grundgedanken des ersten Gottesgerichts stand das bereits im vorigen Kapitel erwähnte Vordringen des Katholizismus, des Judenthums und des Slaventhums. Auch hierauf bezügliche Visionen habe ich in ziemlicher Anzahl gehabt, u.A. den Frauenflügel der Universitäts-Nervenklinik als zu einem Nonnenkloster oder einer katholischen Kapelle eingerichtet, barmherzige Schwestern in den Räumen unter dem Dache der Anstalt sitzen gesehen usw. usw. Dann aber hieß es, auch mit dem Katholizismus gehe es nicht mehr; nach dem Tode des jetzigen Papstes und eines Zwischenpapstes Honorius sei ein weiteres Konklave nicht mehr zu Stande gekommen, weil die Katholiken den Glauben verloren hätten usw. usw. Alles Dies habe ich in der damaligen Zeit für wirkliche geschichtliche Vorgänge gehalten und demzufolge eine vielleicht mehrhundertjährige Entwicklung als bereits der Vergangenheit angehörig gelaubt. Diese Auffassung kann ich natürlich jetzt nicht mehr aufrecht erhalten. Nachdem ich – freilich erst nach dem Verlauf mehrerer Jahre – durch Zeitungen und Briefe wieder in einen gewissen Verkehr mit der Außenwelt getreten bin, nachdem ich an dem Zustande der Baulichkeiten, die ich in der hiesigen Anstalt selbst und in deren Umgebung sehe, sowie an der Beschaffenheit der früher von mir besessenen und inzwischen in ziemlicher Anzahl in meine Hände zurückgelangten Bücher, Musikalien und sonstigen Gebrauchsgegenstände Nichts entdecken kann, was mit der Annahme einer großen zeitlichen Kluft, die in der Geschichte der Menschheit sich ergeben habe, verträglich wäre, kann ich mich der Anerkennung nicht entziehen, daß äußerlich betrachtet alles beim alten geblieben ist. Ob nicht gleichwohl eine tiefgreifende innere Veränderung sich vollzogen hat, wird weiter unten besprochen werden.

Von wesentlichem Einfluß auf meinen damaligen Vorstellungskreis waren auch gewisse Mittheilungen, die sich darauf bezogen, was alles in einer künftigen Seelenwanderung aus mir werden solle. Es wurden mir nacheinander die Rollen einer »Hyperboräerin«, eines »Jesuitenzöglings in Ossegg«, eines »Bürgermeisters von Klattau«, eines »Elsässer Mädchens, das ihre Geschlechtsehre gegen einen siegreichen französischen Offizier zu vertheidigen hat,« endlich »eines Mongolenfürsten« zugedacht. Bei allen diesen Voraussagen glaubte ich einen gewissen Zusammenhang mit dem aus den übrigen Visionen sich ergebenden Gesammtbild zu erkennen. Das Loos, eine »Hyperboräerin« zu werden, erschien mir als ein Hinweis darauf, daß für die Erde ein der allgemeinen Vereisung nahekommender Wärmeverlust entweder schon eingetreten sei oder bevorstehe; es war auch sonst davon die Rede gewesen, daß die Sonne sich in »Jupitersentfernung« zurückgezogen habe. Die künftige Bestimmung zu einem Jesuitenzögling in Ossegg, zu einem Bürgermeister in Klattau und zu einem Elsässer Mädchen in der oben bezeichneten Lage faßte ich als[62] Weissagungen auf, daß der Protestantismus dem Katholizismus und das deutsche Volk im Kampfe mit seinen romanischen und slavischen Nachbarn entweder schon unterlegen sei oder noch unterliegen werde; die mir eröffnete Aussicht endlich, ein »Mongolenfürst« zu werden, erschien mir als eine Andeutung, daß, nachdem alle arischen Völker sich als Stützen der Gottesreiche ungeeignet erwiesen hätten, nunmehr eine letzte Zuflucht bei nichtarischen Völkern genommen werden müsse. –

Ein verhängnißvoller Wendepunkt in der Geschichte der Erde und der Menschheit schien mir damals durch die Ereignisse eines einzelnen, mir bestimmt erinnerlichen Tages bezeichnet zu sein, an dem vom Ablauf der »Weltuhren« die Rede war und gleichzeitig fortwährend ein ungewöhnlich reiches Zuströmen von Strahlen nach meinem Körper unter prachtvollen Lichterscheinungen erfolgte. Was es mit dem Ausdruck »Ablauf der Weltuhren« für eine Bewandtniß hatte, vermag ich nicht zu sagen; es hieß, die ganze Menschheit würde wiederkehren, nur zwei nicht, nämlich ich selbst und der bereits im Kapitel V genannte Jesuitenpater S. Von diesem Zeitpunkte ab scheint dasjenige Verhältniß seinen Anfang genommen zu haben, das mir seitdem zu Hunderten und Tausenden Malen als »die verfluchte Menschenspielerei« bezeichnet worden ist. Ich habe Grund anzunehmen, daß seitdem das ganze Menschheitsgetriebe in einem Umfange, den ich bei den mir hinsichtlich meines Aufenthalts auferlegten Beschränkungen nicht vollständig zu übersehen vermag,1 nur noch künstlich im Wege unmittelbarer göttlicher Wunder aufrechterhalten wird. In meiner Nähe ist dies sicher der Fall, ich empfinde jedes Wort, das mit mir oder sonst in meiner Nähe gesprochen wird, jeden Schritt eines Menschen den ich höre, jeden Pfiff einer Eisenbahn, jeden Böllerschuß, der etwa bei Vergnügungsfahrten von Dampfern abgegeben wird usw., zugleich mit einem gegen meinen Kopf geführten Streiche, der in demselben eine mehr oder minder schmerzhafte Empfindung hervorruft, schmerzhafter, wenn Gott sich in größere Entfernung zurückgezogen hat, minder schmerzhaft, wenn er in größerer Nähe liegt. Ich vermag fast mit unfehlbarer Sicherheit vorauszusagen, wann eine solche Lebensäußerung eines Menschen in meiner Nähe, die dann »Störung« genannt und von mir als Streich empfunden wird, erfolgen muß, nämlich allemal dann, wenn das in meinem Körper vorhandene Wollustgefühl eine so starke Anziehungskraft auf die Gottestrahlen gewonnen hat, daß man, um sich wieder zurückziehen zu können, einer solchen »Störung« bedarf. Bis auf welche Entfernung dieses Aufziehen anderer Menschen durch göttliche Wunder, wenn ich diesen Ausdruck brauchen darf, stattfindet, vermag ich nicht zu sagen. Ich komme auf das ganze Verhältniß im weiteren Verlaufe noch des Näheren zurück.

Was die Veränderungen am Sternhimmel betrifft, so bin ich jetzt der Meinung, daß die Nachrichten über den Verlust des oder jenes Sternes, des oder jenen Sternbildes (vergl. Kap. VI. Seite 52) sich nicht auf die Sterne selbst bezogen haben – diese sehe ich ja nach wie vor am Himmel[63] – sondern nur auf die unter den betreffenden Sternen angesammelten Seligkeiten. Diese aber sind sicher vollständig aufgezehrt worden, d.h. die betreffenden Nerven in Folge der Anziehungskraft in meinem Körper aufgegangen, in welchem sie dann den Charakter weiblicher Wollustnerven angenommen und meinem Körper auch sonst ein mehr oder weniger weibliches Gepräge, insbesondere meiner Haut die dem weiblichen Geschlechte eigenthümliche Weichheit verliehen haben. Dagegen ist auf der anderen Seite für mich gewiß, daß Gott, der früher in ungeheuerer Entfernung von der Erde lagerte, genöthigt worden ist, sich näher an die Erde heranzuziehen, die damit in früher nie gekannter Weise zum unmittelbaren und andauernden Schauplatz göttlicher Wunder geworden ist. Vor allen Dingen konzentriren sich diese Wunder auf meine Person und meine Umgebung. Belege für diese Behauptung, soweit sie sich nicht schon aus dem Bisherigen ergaben, gedenke ich noch später beizubringen. An dieser Stelle will ich vorläufig nur bemerken, daß die damit eingetretene Veränderung, eben weil sie der Weltordnung widerspricht, mit gewissen Uebelständen für Gott selbst verknüpft und möglicher Weise auch sonst von verhängnißvollen Folgen begleitet gewesen ist. Von Strahlen, die die heilige Ruhe gewöhnt waren, wie sie etwa auf den höchsten Berggipfeln der Erde zu herrschen pflegt, wird es nämlich unangenehm und mit einer Art schreckhafter Wirkung empfunden, daß sie nunmehr an allen meinen Gehörseindrücken, z.B. dem Geräusch der Eisenbahnen theilnehmen müssen.2 Ich habe ferner Grund, anzunehmen, daß die Sonnenausstrahlung seit dem angegebenen Zeitpunkte (oder vielleicht etwa 1/4 Jahr später, worüber weiter unten das Nähere) unmittelbar von Gott und zwar von dem niederen Gott (»Ariman«) übernommen worden ist; dieser wird jetzt (seit Juli 1894) von den zu mir redenden Stimmen mit der Sonne geradezu identifiziert. Der obere Gott (»Ormuzd«) hat sich noch in größerer, vielleicht immer noch kolossaler Entfernung gehalten; ich sehe das Bild desselben als eine kleine, sonnenähnliche Scheibe, die vermöge ihrer Winzigkeit jedoch fast einem bloßen Punkte gleicht, in kurzen Zwischenräumen im Innern meines Kopfes auf den Nerven desselben erscheinen. Vielleicht ist es also gelungen, außer unserm an der Sonne (Ariman) erleuchteten und erwärmten Planetensystem noch ein zweites Planetensystem zu erhalten, auf dem der Fortbestand der Schöpfung durch die von dem oberen Gott (Ormuzd) ausgehende Licht- und Wärmeausstrahlung ermöglicht wird. Dagegen ist es mir mindestens sehr zweifelhaft, ob nicht die Bewohnerschaft aller anderen Weltkörper, auf denen, als zu andern Fixsternen gehörig, sich etwa ein organisches Leben entwickelt hatte, dem Untergange hat geweiht werden müssen.3[64]

Der Zeit, während deren ich dauernd im Bette festgehalten worden war, folgte gegen das Ende meines Aufenthalts in der Flechsig'schen Anstalt eine Zeit, in der wieder regelmäßige Spaziergänge im Garten derselben stattfanden. Dabei nahm ich allerhand wunderbare Dinge wahr. Daß ich zwei Sonnen zugleich am Himmel zu sehen geglaubt habe, ist schon oben erwähnt worden. Eines Tages stand der ganze Garten in einem so üppigen Blumenflor, daß das Bild der Erinnerungen, die ich aus der ersten Zeit meiner Krankheit von dem Garten der Universitäts-Nervenklinik, einer überaus schmucklosen Anlage, hatte, nur sehr wenig entsprach, die Erscheinung wurde als Flechsig'sches Wunder bezeichnet. Ein anderes Mal waren in einem ungefähr in der Mitte des Gartens gelegenen Pavillon eine Anzahl Damen anwesend, die Französisch sprachen, ein in dem Garten der Männerabtheilung einer öffentlichen Heilanstalt für Geisteskranke gewiß sehr merkwürdiger Vorgang. Die wenigen Patienten, die in dem Garten außer mir zuweilen erschienen, machten alle einen mehr oder minder abenteuerlichen Eindruck, in dem einen derselben glaubte ich einmal einen Verwandten von mir, den Mann einer meiner Nichten, den jetzigen Professor Dr. F. in K. zu erkennen, der mich scheu ansah, ohne jedoch ein Wort mit mir zu sprechen. Ich selbst kam mir, wenn ich mit einem schwarzen Mantel und einem schwarzen Klapphut auf einem Feldstuhl im Garten saß, wie ein steinerner Gast vor, der aus längst vergangenen Zeiten in eine fremde Welt zurückgekehrt sei.

Eine sehr bemerkenswerthe Veränderung hatte sich inzwischen mit meinem Schlafe vollzogen. Während in den ersten Monaten des Jahres 1894 mir nur mit den stärksten Schlafmitteln (Chloralhydrat) Schlaf und auch damit zum Theil nur mangelhaft hatte verschafft werden können und dann noch für einige Nächte Morphiuminjektionen gemacht worden waren, fielen in der letzten Zeit meines Aufenthaltes in der Flechsig'schen Anstalt wohl mehrere Wochen – alle Schlafmittel weg. Ich schlief – wenn auch zum Theil unruhig und stets unter mehr oder minder aufregenden Visionen – ohne alle künstlichen Mittel: mein Schlaf war Strahlenschlaf geworden.4 Strahlen haben nämlich, wie schon oben in Anmerkung 20b erwähnt worden ist, unter Anderen auch nervenberuhigende[65] und schlafmachende Wirkung. Diese Behauptung wird um so glaubhafter erscheinen, als schon der gewöhnlichen Sonnenausstrahlung eine ähnliche Wirkung, wenngleich in ungleich schwächerem Grade, beizumessen ist. Jeder Psychiater weiß, daß die Nervenerregung bei Nervenkranken in der Nacht erheblich zunimmt, am Tage aber, namentlich in den späteren Vormittagsstunden, nach mehrstündiger Einwirkung des Sonnenlichts eine wesentliche Beruhigung einzutreten pflegt. In ungleich höherem Grade ergiebt sich dieser Erfolg, wenn der Körper, wie in meinem Falle, unmittelbare göttliche Strahlen empfängt. Zur Herstellung des Schlafes ist dann nur eine verhältnißmäßig geringe Menge von Strahlen erforderlich; nur müssen, seit es außer den eigentlichen göttlichen Strahlen auch noch abgeleitete (d.h. von unreinen oder geprüften Seelen geführte Flechsigsche usw.) Strahlen giebt, alle diese Strahlen vereinigt sein. Ist dies der Fall, so verfalle ich alsbald in Schlaf. Als ich diese Erscheinung in der letzten Zeit meines Aufenthalts in der Flechsig'schen Anstalt wahrnahm, war ich nach den außerordentlichen Schwierigkeiten, mit denen mir bis dahin nur Schlaf hatte bereitet werden können, zunächst aufs Höchste verwundert; erst im Laufe der Zeit bin ich mir über den Grund der Erscheinung klar geworden.

An meinem Körper wurden, abgesehen von den schon mehrfach erwähnten Veränderungen an meinem Geschlechtstheile, im Laufe der Zeit allerhand Krankheitssymptome völlig ungewöhnlicher Art bemerkbar. Ich muß bei Besprechung derselben noch einmal auf die bereits in den vorhergehenden Kapiteln erwähnte Vorstellung eines Weltuntergangs zurückkommen, den ich nach den mir zu Theil gewordenen Visionen entweder für noch bevorstehend hielt oder bereits der Vergangenheit angehörig glaubte. Ueber die Art und Weise, wie sich derselbe vollzogen haben mochte, hatte ich mir je nach den Eingebungen, die ich erhielt, verschiedene Ansichten gebildet. In erster Linie dachte ich immer an eine Verminderung der Sonnenwärme durch größere Entfernung der Sonne und eine damit eingetretene mehr oder weniger allgemeine Vereisung. In zweiter Linie dachte ich an Erdbeben oder dergleichen, wobei ich nicht unerwähnt lassen will, daß mir einmal die Mittheilung gemacht worden ist, das große Erdbeben von Lissabon im Jahre 1755 habe mit einem dem meinigen ähnlichen Falle eines Geistersehers in Zusammenhang gestanden. Ferner stellte ich mir als Möglichkeit vor, die Kunde, daß sich auf einmal in der modernen Welt so etwas wie ein Zauberer in der Person des Professor Flechsig aufgethan habe5 und ich als eine doch immerhin in weiteren Kreisen bekannte Persönlichkeit plötzlich verschwunden sei, habe Furcht und Schrecken unter den Menschen verbreitet, die Grundlagen der Religion zerstört und das Umsichgreifen einer allgemeinen Nervosität und Unsittlichkeit verursacht, in deren Folge dann verheerende Seuchen über die Menschheit hereingebrochen seien. Diese letztere Vorstellung wurde namentlich dadurch begünstigt, daß längere Zeit hindurch[66] von zwei in Europa kaum noch bekannten Krankheiten, der Lepra und der Pest, die Rede war, die in der Menschheit um sich gegriffen haben sollten und von denen sich Spuren auch an meinem eigenen Körper zeigten. Von der Lepra will ich letzteres nicht ganz bestimmt behaupten; wenigstens könnte es sich dabei nur um geringe Ansätze dieser Krankheit gehandelt haben, da ich eine sichere Erinnerung an einzelne derselben angehörige Symptome nicht besitze. Immerhin habe ich die Namen der verschiedenen Formen, in denen die »Lepra« aufgetreten sein sollte, im Gedächtnis behalten. Es wurden genannt die »Lepra orientalis«, die »Lepra indica«, die »Lepra hebraica« und die »Lepra aegyptiaca«. Als Laie in der Medicin habe ich diese Ausdrücke früher nie vernommen, weiß auch nicht, ob sie den in der medicinischen Wissenschaft angenommenen technischen Bezeichnungen für die betreffenden Krankheitsformen entsprechen. Ich erwähne dieselben an gegenwärtiger Stelle zugleich zur Widerlegung der Annahme, als ob es sich bei mir um bloße mir von meinen eigenen Nerven vorgegaukelte Sinnestäuschungen handele; denn wie sollte ich, ohne jegliche eigene Kenntniß von Abarten der genannten Krankheit, von selbst auf derartige Ausdrücke verfallen sein? Dafür, daß bei mir irgend welche Keime der Lepra vorhanden gewesen sein müssen, spricht der Umstand, daß ich eine Zeit lang veranlaßt wurde, gewisse seltsam klingende Beschwörungsformeln auszusprechen, wie: »Ich bin die erste Lepraleiche und führe eine Lepraleiche«6 – Beschwörungsformeln, die, soweit ich verstanden habe, damit zusammenhingen, daß die an der Lepra Erkrankten sich als dem sicheren Tode verfallen zu betrachten und einander beim Eingraben in die Erde zur Herbeiführung eines mindestens erträglichen Todes behülflich zu sein hatten. Dagegen habe ich der Pest angehörige Krankheitserscheinungen an meinem Körper zu verschiedenen Malen in ziemlich starken Andeutungen gehabt. Es handelte sich hier um verschiedene Formen der Pest: die blaue Pest, die braune Pest, die weiße Pest und die schwarze Pest. Die weiße Pest war die ekelhafteste dieser Formen; die braune und die schwarze Pest waren mit Ausdünstungen des Körpers verbunden, die bei der ersteren einen leimartigen, bei der letzteren einen rußartigen Geruch verbreiteten; bei der schwarzen Pest waren dieselben einige Male so stark, daß mein ganzes Zimmer davon erfüllt war. Von der braunen Pest habe ich noch in der ersten Zeit meines Aufenthalts in der hiesigen Anstalt, im Sommer 1894, schwache Spuren bemerkt. Die Pest galt den Seelen als eine Nervenkrankheit, demnach als eine »heilige Krankheit«; ob sie mit der jetzt ab und zu wohl vorkommenden Beulenpest irgend eine Verwandtschaft hatte, weiß ich nicht. Immerhin verblieb es auch hinsichtlich der Pest bei mehr oder weniger starken Andeutungen, zu einer vollkommenen Entwickelung der Krankheitsbilder kam es nicht. Der Grund lag darin, daß die Krankheitserscheinungen durch nachfolgende reine Strahlen immer wieder beseitigt[67] werden mußten. Man unterschied nämlich »sehrende«7 und »segnende« Strahlen; die ersteren waren mit Leichengift oder irgend einem anderen Fäulnißstoff beladen und trugen also irgend einen Krankheitskeim in den Körper hinein oder brachten eine sonstige zerstörende Wirkung in demselben hervor. Die segnenden (reinen) Strahlen heilten den Schaden wieder, den jene angerichtet hatten.

Andere Vorgänge an meinem Körper hatten einen noch engeren Zusammenhang mit übersinnlichen Dingen. Bereits in den früheren Kapiteln ist bemerkt worden, daß die Strahlen (Gottesnerven), welche der Anziehung unterlagen, dieser nur widerwillig folgten, weil dieselbe zu einem Verluste der eigenen Existenz führte, also dem Selbsterhaltungstriebe wiedersprach. Man suchte daher immer die Anziehung wieder aufzuheben, m.a.W. von meinen Nerven wieder loszukommen. Das einzige durchgreifende Mittel zu diesem Zwecke wäre die Heilung meiner Nervenkrankheit durch Verschaffung ausgiebigen Schlafs gewesen. Hierzu konnte man sich aber nicht oder wenigstens nicht konsequent entschließen, weil dies nur im Wege selbstverleugnender Aufopferung der jedesmal zunächst betheiligten Strahlen möglich gewesen wäre, zu der eben die Fähigkeit oder die Entschiedenheit des Willens nicht vorhanden war.

Man versuchte es daher im Laufe der Zeit mit allen erdenklichen anderen Mitteln, die sich aber der Natur der Sache nach sämmtlich als durchaus ungeeignet erwiesen. Immer war hierbei die Vorstellung maßgebend, mich »liegen zu lassen«, d.h. zu verlassen, was man in der Zeit, von der ich jetzt handele, durch Entmannung und Preisgebung meines Körpers als den einer weiblichen Dirne, ab und zu wohl auch durch Tödtung und später durch Zerstörung meines Verstandes (Blödsinnigmachen) erreichen zu können glaubte.

Hinsichtlich der Entmannungsbestrebungen machte man aber bald die Erfahrung, daß die allmähliche Anfüllung meines Körpers mit Wollust- (weiblichen) Nerven gerade umgekehrt wirkte, die dadurch in meinem Körper entstehende sogenannte »Seelenwollust« die Anziehungskraft vielmehr erhöhte. Man setzte mir daher in jener Zeit zu oft wiederholten Malen »Skorpione« in den Kopf, winzige krebs- oder spinnenartige Gebilde, die in meinem Kopf irgendwelche Zerstörungsarbeit verrichten sollten. Dieselben hatten Seelencharakter, waren also sprechende Wesen; man unterschied nach der Stelle, von der sie ausgegangen waren, »arische«8 und »katholische« Skorpione; die ersteren waren etwas größer[68] und kräftiger. Diese Skorpione zogen sich aber regelmäßig aus meinem Kopfe wieder heraus, ohne mir Schaden zu thun, als sie die Reinheit meiner Nerven und die Heiligkeit meiner Gesinnung wahrnahmen – einer der zahllosen Triumphe, die ich in ähnlicher Weise auch später noch vielfach erlebt habe. Man suchte ferner, eben weil die Heiligkeit meiner Gesinnung eine zu große Anziehungskraft auf die Seelen ausübte, meine geistige Individualität in der verschiedenartigsten Weise zu verfälschen. Die »Jesuiten«, d.h. wohl abgeschiedene Seelen früherer Jesuiten, bemühten sich wiederholt, mir einen anderen »Bestimmungsnerven« in den Kopf zu setzen, durch den mein Identitätsbewußtsein verändert werden sollte; man überzog meine innere Schädelwand mit einer anderen »Gehirnmembran«,9 um die Erinnerung an mein eigenes Ich in mir auszulöschen. Alles ohne irgendwelchen nachhaltigen Erfolg. Man versuchte endlich meine Nerven zu schwärzen, indem man mir die geschwärzten Nerven andrer (verstorbener) Menschen in den Körper hereinwunderte, vermuthlich in der Annahme, daß sich die Schwärze (Unreinheit) dieser Nerven meinen eigenen Nerven mittheilen würde. In Betreff dieser geschwärzten Nerven will ich einige Namen nennen, deren Träger sich sämmtlich in der »Flechsig'schen Hölle« befunden haben sollten, was mich auf die Annahme leitet, daß Professor Flechsig über die betreffenden Nerven irgendwelche Verfügungsgewalt besessen haben muß. Es waren darunter ein gewisser Bernhard Haase – nur zufällig mit einem entfernten Verwandten von mir namensidentisch – ein schlechter Kerl, der irgendwelche Verbrechen, Mordthaten oder dergleichen sich sollte haben zu Schulden kommen lassen; ferner ein gewisser R. ein Studiengenosse und Verbindungsbruder von mir, der, weil er nicht gut gethan und ein ziemlich dissolutes Leben geführt hatte, nach Amerika gegangen war, und dort meines Wissens im dortigen Sezessionskriege 1864 oder 1865 gefallen10 ist; endlich ein gewisser Julius Emil Haase; dieser machte ungeachtet seiner geschwärzten Nerven den Eindruck einer sehr ehrenwerten Persönlichkeit. Er war wohl zur Zeit des Frankfurter Attentats alter Burschenschafter und dann praktischer Arzt, wenn ich recht vernommen habe, in Jena gewesen. An dem zuletzt erwähnten Falle war besonders interessant, daß die Seele dieses Julius Emil Haase vermöge der in ihrem Leben erlangten wissenschaftlichen Erfahrung[69] mir sogar noch gewisse medizinische Rathschläge zu ertheilen in der Lage war; auch in Betreff der Seele meines Vaters war dies, wie ich bei dieser Gelegenheit nachtragen will, in gewissem Maße der Fall gewesen. Irgendwelcher dauernde Erfolg ergab sich aus der Anwesenheit der geschwärzten Nerven in meinem Körper nicht; sie verloren sich mit der Zeit, ohne an der Beschaffenheit meiner eigenen Nerven etwas zu ändern.

Noch manche wunderbare Dinge könnte ich aus der Zeit meines Aufenthalts in der Flechsig'schen Anstalt erzählen. Ich könnte von Vorgängen erzählen, auf Grund deren ich annehmen darf, daß der Volksglaube, wonach Irrlichter abgeschiedene Seelen sind, in vielen Fällen, wenn nicht in allen Fällen Wahrheit ist; ich könnte erzählen von »Wandeluhren«, d.h. den Seelen abgeschiedener Ketzer, die in mittelalterlichen Klöstern Jahrhunderte lang unter Glasglocken aufbewahrt worden sein sollen (wobei auch so etwas wie Seelenmord mituntergelaufen) und die Fortdauer ihres Lebens durch eine mit unendlich eintönig traurigem Gesumme verbundene Vibrirung bekundeten (ich selbst habe den Eindruck im Wege des Nervenanhangs empfunden) usw. usw. Ich will aber, um nicht zu weitläufig zu werden,11 meinen Bericht über meine Erlebnisse und Erinnerungen aus der Zeit meines Aufenthalts in der Flechsig'schen Anstalt hiermit abschließen.

1

Vergleiche hierzu das Vorwort.

2

Die dafür gebrauchte, unzählige Male von mir gehörte Redewendung lautet »Der Hinhörungsgedanke gefällt uns nicht«.

3

Ich habe gewisse Anhaltspunkte, nachdem vielleicht mit der Möglichkeit zu rechnen wäre, daß auch das Licht der sämmtlichen Fixsterne nicht, wie unsere Astronomie annimmt, ein eigenes, sondern nach Art der Planeten (natürlich, wie in allen solchen Dingen, cum grano salis zu verstehen) ein (von Gott) entlehntes Licht ist, (vergl. oben Kapitel 1). Der Hauptverhaltungspunkt ist die Existenz der »Ordnungssonne« selbst, von der ja unsere Astronomie Nichts weiß. Vergl. übrigens die einschränkende Bemerkung in den Nachträgen IV am Schlusse.

4

Auch in der Zeit meines Aufenthalts in der Pierson'schen Anstalt und der ersten Zeit meines Aufenthalts in der hiesigen Anstalt (etwa ein Jahr lang) habe ich Schlafmittel, soviel ich mich erinnere, nicht erhalten. Ob in letzterer Beziehung ein Irrthum meinerseits vorliegt, würden wohl die Receptbücher der hiesigen Anstalt ausweisen müssen. Seit einigen Jahren bekomme ich regelmäßig wieder Schlafmittel (in der Hauptsache wohl abwechselnd Sulfonal und Anylenhydrat) und nehme dieselben auch ruhig ein, obwohl ich sie in Betreff meines Schlafs für indifferent halte. Ich bin überzeugt, daß ich auch ohne alle künstlichen Schlafmittel gerade so gut oder schlecht schlafen würde, wie das mit denselben geschieht.

5

Genannt wurde mir auch einmal der Name eines französischen Arztes »Brouardel«, der es dem Professor Flechsig nachgemacht haben sollte.

6

Ich habe dies meines Erinnerns auf Geheiß der inneren Stimmen auch einige Male dem Wärter R. gegenüber laut gethan, der dafür natürlich nur ein mitleidiges Lächeln hatte.

7

Das Zeitwort »sehren« entstammt offenbar einer altdeutschen Sprachwurzel, die soviel wie »schädigen« bedeutete und unserer jetzigen Sprache bis auf die Zusammensetzung »unversehrt« verloren gegangen, in der Grundsprache aber erhalten worden ist.

8

Der Ausdruck »arisch« (»Arier« ist bekanntlich eine andere Bezeichnung für die indogermanischen Völker) wurde damals überhaupt viel gebraucht; es gab auch eine »arische« Seligkeit usw. Im Allgemeinen diente der Ausdruck zur Bezeichnung der bei einem großen Theil der Seelen vorhandenen nationaldeutschen Richtung, welche dem deutschen Volke die Stellung des auserwählten Volkes Gottes erhalten wollte, im Gegensatz zu katholisirenden und slawisirenden Bestrebungen, von denen ein anderer Theil der Seelen erfüllt war.

9

Auch von einer Gehirnmembran habe ich als Laie in der Medizin früher Nichts gewußt, sondern diesen Ausdruck nur von den Stimmen mitgetheilt erhalten, nachdem ich die Erscheinung selbst wahrgenommen (empfunden) hatte.

10

Der oben erwähnte Fall R. ist eines derjenigen Momente, aus denen ich die Muthmaßung ableite, daß sich die Machtbefugnisse des Professor Flechsig als Verwalters einer Gottesprovinz (vergl. oben S. 39) bis nach Amerika erstreckt haben müssen. Dasselbe scheint bezüglich Englands der Fall gewesen zu sein; es hieß wiederholt, daß er einem englischen Bischof die von diesem geführten »16 englischen Strahlen« abgenommen habe, die ihm allerdings nur mit der ausdrücklichen Bedingung anvertraut worden seien, daß sie lediglich in einem für die Unabhängigkeit Deutschlands zu führenden Kriege sollten zur Verwendung kommen dürfen.

11

Es kommt die Erwägung hierzu, daß es sich dabei größtentheils um Visionen handelt, deren Bilder ich zwar im Kopfe habe, deren Beschreibung in Wortes aber ungemein schwierig, zum Theil geradezu unmöglich ist.

Quelle:
Schreber, Daniel Paul: Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken. Bürgerliche Wahnwelt um Neunzehnhundert. Wiesbaden 1973, S. 70.
Lizenz:
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Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken: nebst Nachträgen und einem Anhang über die Frage:
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