Neununddreißigste Rune.

[179] Wäinämöinen alt und wahrhaft

Redet selber diese Worte:

O du Schmieder Ilmarinen,

Laß uns nach Pohjola gehen,

Daß den Sampo wir gewinnen,

Wir den bunten Deckel schauen!


Selbst der Schmieder Ilmarinen

Redet Worte solcher Weise:

Können nicht den Sampo nehmen,

Nicht den bunten Deckel holen

Aus dem nimmerhellen Nordland,

Aus dem düstern Sariola;

Fortgetragen ist der Sampo,

Fortgebracht der bunte Deckel

In den Steinberg von Pohjola,

In das Herz des Kupferberges,

Hinter eine Neunzahl Schlösser;

Wurzeln sind ihm dort geschossen,

Neun der Klafter in die Tiefe:

Eine Wurzel in der Erde,

An des Wassers Rand die zweite,

In des Hauses Berg die dritte.


Sprach der alte Wäinämöinen:

Bruder Schmied, mein Vielgeliebter,

Laß uns gehen nach Pohjola,[180]

Daß den Sampo wir gewinnen!

Bauen wir ein Schiff, ein großes,

Um den Sampo aufzunehmen,

Um den Deckel fortzutragen

Aus dem Steinberg von Pohjola,

Aus des Kupferberges Innerm,

Hinter jener Neunzahl Schlösser.


Sprach der Schmieder Ilmarinen:

Sichrer ist der Weg zu Lande,

Lempo ziehe auf dem Meere,

Und der Tod auf dessen Rücken!

Dorten könnt' der Wind uns treiben,

Könnt' der Sturm uns niederwerfen,

Rudern müßten da die Finger,

Steuern da die Ellenbogen.


Sprach der alte Wäinämöinen:

Sichrer ist der Weg zu Lande,

Sichrer ist er, aber schwierig,

Voller Krümmungen und Ränke;

Wonnig ist's zu Boot im Wasser,

Mit dem Nachen hinzuschwimmen,

Wassers Fläche zu durchziehen,

Seiner klaren Flut zu folgen:

Wiegt der Wind den leichten Nachen,

Treibt die Wog' das Schifflein vorwärts,

Setzt der Westwind es in Schwanken,

Führt der Südwind es nach vorne;

Aber sei dem wie ihm wolle,

Hast du keine Lust zu Wasser,

Laß uns denn zu Lande reisen,

An dem Strande vorwärts schreiten!


Schmiede mir nur eine Klinge,

Mach' ein neues Schwert voll Feuer,[181]

Damit ich die Hunde schlage,

Ich des Nordens Volk verscheuche,

Da ich geh' den Sampo holen

Nach des kalten Dorfes Höfen,

Nach dem nimmerhellen Nordland,

Nach dem düstern Sariola.


Selbst der Schmieder Ilmarinen,

Dieser ew'ge Hämmerkünstler,

Stößt nun Eisen in das Feuer,

Stahl er in den Kohlenhaufen,

Gold soviel die Faust erfasset,

Silber mit der Hände Höhlung;

Stellt die Knechte hin zum Blasen,

Tagelöhner an den Blasbalg.


Eifrig blasen da die Knechte,

Drücken stark die Tagelöhner,

Gleich dem Brei zerschmilzt das Eisen,

Weich wie Teig die Stahlesmasse,

Gleich dem Wasser glänzt das Silber,

Flüssig wird das Gold wie Wogen.


Darauf schaut Schmied Ilmarinen,

Dieser ew'ge Hämmerkünstler,

Auf den Boden seiner Esse,

Zu dem Rande seines Ofens,

Sieht die Klinge schon entstehen,

Sieht den goldnen Griff sich bilden.


Nimmt die Masse aus dem Feuer,

Hebt das wohlgeratne Schmiedwerk

Aus der Esse auf den Amboß

Zu des Hammers munterm Klopfen,

Schmiedet nun ein Schwert nach Wunsche,

Eine Klinge ohnegleichen,[182]

Ziert sie aus mit gutem Golde,

Schmücket sie mit schönem Silber.


Wäinämöinen alt und wahrhaft

Kommt nun selbst um zuzusehen;

Nimmt die Klinge voller Feuer

In die rechte seiner Hände,

Wendet sie nach allen Seiten,

Redet Worte solcher Weise:

Ist das Schwert dem Manne tauglich,

Steht die Klinge wohl zum Träger?


Ist das Schwert dem Mann wohl tauglich,

Steht die Klinge wohl zum Träger,

An der Spitze strahlt das Mondlicht,

Auf der Fläche scheint die Sonne,

Sterne schimmern an dem Griffe,

An der Schneide schnaubt ein Rößlein,

Auf dem Knopfe miaut ein Kätzlein,

Auf der Scheide bellt ein Hündlein.


Schwingt die Klinge und versucht sie

An des Eisenberges Spalten,

Selber spricht er diese Worte:

Kann fürwahr mit dieser Schneide

Feste Berge quer durchhauen,

Felsen in zwei Stücke spalten.


Selbst der Schmieder Ilmarinen

Redet Worte solcher Weise:

Womit soll ich Unglücksel'ger,

Womit mich, ich Schwacher, schützen,

Womit schirmen, womit gürten

Gegen Land- und Seegefahren?

Kleid' ich mich in einen Harnisch,

Soll ein Eisenhemd ich anziehn,

Soll ich einen Stahlgurt umtun?[183]

Stärker ist der Mann im Harnisch,

Besser in dem Eisenhemde,

Kräftiger der Held im Stahlgurt.


Kommt die Zeit nun fortzuziehen,

Naht die Stunde aufzubrechen;

Wäinämöinen ist der eine,

Mit ihm ist Schmied Ilmarinen,

Gehen, um das Roß zu suchen,

Das gelbmähn'ge zu erspähen,

Mit den Zügeln in dem Gurte,

Dem Geschirre auf den Schultern,

Suchen beide nach dem Pferde,

Schauen nach ihm längs der Bäume,

Forschen nach ihm scharfen Blickes

In des blauen Waldes Umkreis;

Bis im Hain das Roß sie finden,

Das gelbmähnige im Tannwald.


Wäinämöinen alt und wahrhaft,

Mit ihm Schmieder Ilmarinen

Drücken an den Kopf die Riemen,

An des Rosses Maul die Zügel;

Rasselnd fahren sie des Weges,

Beide an dem Meeresufer,

Jammern hören sie vom Strande,

Klagen von dem Landungsplatze.


Wäinämöinen alt und wahrhaft

Redet Worte solcher Weise:

Scheint ein Mädchen dort zu weinen,

Scheint ein Hühnchen dort zu klagen,

Laß uns gehn um nachzuschauen,

Näher treten um zu sehen.


Selber schritt er darauf näher,

Ging heran um nachzuschauen,[184]

War kein Mädchen, das da weinte,

War kein Hühnchen, das da klagte:

War ein Nachen, der dort weinte,

War ein Boot, das sich beschwerte.


Sprach der alte Wäinämöinen,

An des Bootes Seite stehend:

Weshalb weinst du, Plankennachen,

Boot mit starken Ruderpflöcken,

Weinst du, daß du plump gezimmert,

Daß zu massig deine Pflöcke?


Antwort gab der Plankennachen,

Sprach das Boot mit Ruderpflöcken:

In das Wasser will der Nachen

Auch von teerbedeckten Rollen,

Wie nach eines Mannes Wohnung

Auch aus hohem Haus das Mädchen;

Deshalb wein' ich, armer Nachen,

Klag' ich Boot, erfüllt von Schmerzen,

Wein' ich, damit ich ins Wasser,

In das Meer gestoßen werde.


Hieß wohl, als man mich gezimmert,

Bei dem Baue ward gesungen,

Daß ich werden sollt' ein Kriegsboot,

Werden sollt' ein Kampfesfahrzeug,

Daß ich reiche Güter trüge,

Auf dem Boden große Schätze;

Bin nicht in den Krieg gekommen,

Niemals auf die Fahrt nach Beute.


Andre Boote, selbst die schlechten,

Ziehen immer fort zum Kampfe,

Schreiten hin zu muntern Schlachten,

Dreimal in dem Lauf des Sommers

Kommen sie mit Geld beladen,[185]

Schätze auf dem Boden tragend;

Ich, ein Boot, das gut gezimmert,

Das ich hundert Bretter habe,

Faule hier auf meinen Spänen,

Liege auf dem Zimmerplatze;

Und der Erde ekle Würmer

Ruhen unter meiner Wölbung,

Und die scheußlichsten der Vögel

Bauen an dem Mäste Nester,

Alle Frösche aus dem Moore

Springen an dem Vordersteven;

Wär' für mich wohl zweimal schöner,

Zwei- ja dreimal wär' es besser,

Wär' am Berg ich eine Fichte,

Eine Tanne auf der Heide,

Mit dem Eichhorn in den Zweigen,

Mit dem Hündchen an dem Stamme.


Wäinämöinen alt und wahrhaft

Redet Worte solcher Weise:

Weine nicht, du Plankennachen,

Klag' nicht, Boot mit Ruderpflöcken,

Bald sollst du zum Kriege ziehen,

Zu dem muntern Kampfe schreiten!


Bist du, Boot, ein Werk des Schöpfers,

Schöpfers Werk, des Meisters Gabe,

Kannst du mit dem Rand ins Wasser,

Seitwärts in die Fluten fahren,

Von den Fäusten nicht berühret,

Von den Händen nicht erfasset,

Von den Schultern nicht geschoben,

Von den Armen nicht gezogen?


Antwort gab der Plankennachen,

Sprach das Boot mit Ruderpflöcken:[186]

Geht doch nicht mein Stamm, der große,

Nicht die Boote, meine Brüder,

Ungestoßen in das Wasser,

Ungetrieben in die Fluten,

Wenn sie nicht die Hand berühret,

Nicht der Arm sie vorwärts schiebet.


Sprach der alte Wäinämöinen:

Stoß' ich dich nun in das Wasser,

Wirst du ungerudert laufen,

Ohne alle Hilf' der Stangen,

Ohne allen Dienst des Steuers,

Ohne Wind in deinen Segeln?


Antwort gab der Plankennachen,

Sprach das Boot mit Ruderpflöcken:

Geht doch nicht mein Stamm, der große,

Keiner aus dem ganzen Haufen

Ungerudert von den Fingern,

Ohne alle Hilf' der Stangen,

Ohne allen Dienst des Steuers,

Ohne Wind in seinen Segeln.


Wäinämöinen alt und wahrhaft

Redet Worte solcher Weise:

Wirst gerudert du denn laufen,

Mit den Stangen fortbeweget,

Von dem Steuer fortgelenket,

Mit dem Winde in den Segeln?


Antwort gab der Plankennachen,

Sprach das Boot mit Ruderpflöcken:

Laufet ja mein Stamm, der ganze,

Alle Boote, meine Brüder,

Durch das Rudern mit den Fingern,

Mit den Stangen fortbeweget,[187]

Von dem Steuer fortgelenket,

Mit dem Winde in den Segeln.


Ließ der alte Wäinämöinen

Nun sein Roß dort auf dem Sande,

Hing an einen Baum die Halfter,

Band die Zügel dort an Zweige,

Stieß den Nachen in das Wasser,

Sang das Boot hin auf die Fluten,

Fragte dann den Plankennachen,

Redet Worte solcher Weise:

O du Boot mit schöner Wölbung,

Hölzern Boot mit Ruderpflöcken!

Bist du schön auch um zu tragen,

Wie du schön bist anzuschauen?


Antwort gab der Plankennachen,

Sprach das Boot mit Ruderpflöcken:

Bin gar schön auch um zu tragen,

Fasse wohl auf meinem Boden

Hundert Männer, wenn sie rudern,

Stillesitzender ein Tausend.


Fing der alte Wäinämöinen

Darauf leise an zu singen,

Sang auf eine Seit' des Bootes

Jünglinge mit schönen Haaren,

Schönen Haaren, starken Fäusten,

Krafterfüllte Stiefelträger;

Sang zur andern Seit' des Bootes

Mädchen zinngeschmückt am Haupte,

Zinngeschmückt, mit Kupfergürtel,

Schöngeziert mit goldnen Ringen.


Und sodann sang Wäinämöinen

Bretterbänke voll mit Männern,

Waren viele alte Männer,[188]

Die schon lange müßig saßen,

Fanden knapp nur Platz im Boote,

Da die Jungen früher kamen.


Selber setzt' er sich ans Ende,

An den Hinterstamm von Birken,

Steuerte sein Schifflein rastlos,

Redet Worte solcher Weise:

Lauf auf baumentblößten Strecken,

Durch das Wasser nun, o Nachen,

Schwimm gleich einem Wasserbläschen,

Wie die Wasserrosen-Blätter!


Ließ die Jünglinge dann rudern,

Ließ die Mädchen stille sitzen;

Emsig rudern zwar die Jungen,

Doch der Weg will nicht entschwinden.


Ließ die Mädchen darauf rudern,

Ließ die jungen Männer sitzen;

Kräftig rudern zwar die Mädchen,

Doch der Weg will nicht entschwinden.


Ließ die Alten darauf rudern,

Ließ die jungen Leute schauen;

Kräftig rudern zwar die Alten,

Doch der Weg will nicht entschwinden.


Darauf setzt Schmied Ilmarinen

Selbst sich hin um nun zu rudern,

Da erst läuft der Plankennachen,

Läuft das Boot, der Weg entschwindet,

Weithin tönt der Schlag der Ruder,

Weit der Ruderpflöcke Knarren.


Ruderte mit starkem Brausen,

Bänk' und Seitenbretter schwankten,

Ebereschenruder stöhnten,[189]

Ihre Stiele gleich dem Feldhuhn,

Ihre Blätter gleich dem Birkhuhn,

Vorne lärmt das Boot gleich Schwänen,

Hinten krächzet es gleich Raben

Und die Ruderpflöcke schnattern.


Selbst der alte Wäinämöinen

Lenkte plätschernd nun den Nachen

An des roten Bootes Ende,

Lehnend an dem starken Steuer;

Eine Landspitz' kam zum Vorschein,

Sichtbar ward ein elend Dörflein.


Auf der Landzung' weilte Ahti,

Kauko an der Landzung' Busen;

Kauko weint, weil Fische fehlen,

Weil es ihm an Broten mangelt,

Weil zu klein ist seine Kammer,

Weil ein karges Los den Schelm traf.


Zimmert an des Bootes Seiten,

An des neuen Nachens Boden

An der Hungerspitze Ende,

An des Unglücksdorfes Rande.


Trefflich waren seine Ohren,

Doch noch besser seine Augen,

Wirft die Augen hin nach Nordwest,

Wendet seinen Kopf zur Sonne,

Sieht von fern den Regenbogen,

Weither eine Hängewolke.


Ist jedoch kein Regenbogen,

Ist auch keine Hängewolke,

Ist ein Boot, das rasch dahinzieht,

Ist ein Nachen, der da wandert

Auf des Meeres klarem Rücken,[190]

Auf der weitgestreckten Öde,

Stattlich ist der Mann am Steuer,

Wohlgewachsen der am Ruder.


Sprach der muntre Lemminkäinen:

Kenne gar nicht diesen Nachen,

Nicht das Boot von schöner Bauart,

Das aus Suomi jetzt herankommt,

Mit dem Ruderschlag von Osten,

Mit dem Steuer hin nach Nordwest.


Fing nun kräftig an zu rufen,

Rief, daß alles widerhallte,

Rief von seiner Landzung' Spitze

Übers Wasser hin der Muntre:

Wessen Boot ist auf dem Wasser,

Wessen Schifflein in den Wogen?


Sprachen aus dem Boot die Männer,

Antwort gaben so die Weiber:

Wer bist du, o Mann im Walde,

Welch ein Held, du in dem Dickicht,

Daß du dieses Boot nicht kennest,

Nicht das Fahrzeug von Wäinölä,

Nicht den Mann am Steuer kennest,

Nicht den Helden an dem Ruder!


Sprach der muntre Lemminkäinen:

Kenne wohl den Steuerlenker

Und erkenne auch den Rudrer;

Wäinämöinen alt und wahrhaft

Sitzet selber an dem Steuer,

Ilmarinen aber rudert;

Wohin ziehet ihr, o Männer,

Wohin wandert ihr, o Helden?[191]


Sprach der alte Wäinämöinen:

Wandern grade nun nach Norden

Durch die starken Wellenschichten,

Durch die schaumbedeckten Fluten,

Um den Sampo zu gewinnen,

Um zu schaun den bunten Deckel

Aus dem Steinberg von Pohjola,

Aus des Kupferberges Innerm.


Sprach der muntre Lemminkäinen:

O du alter Wäinämöinen!

Sollst auch mich als Mann nun nehmen,

Mich als dritten Helden rechnen,

Da du ziehst den Sampo heben,

Seinen Deckel fortzutragen!

Werde wohl als Mann noch gelten,

Wenn das Schlagen nötig würde,

Geb' Befehle meinen Händen,

Meinen Schultern gute Lehren.


Wäinämöinen alt und wahrhaft

Nahm den Mann mit auf die Reise,

Nahm den Schelm in seinen Nachen;

Lemminkäinen leichtgemutet

Kommt nun hastig angestiegen,

Eilt herbei mit schnellen Schritten,

Bringet mit sich Seitenleisten

Zu dem Boote Wäinämöinens.


Sprach der alte Wäinämöinen:

Ist schon Holz an meinem Boote,

Seitenleisten an dem Fahrzeug,

Angemessen ist die Schwere,

Weshalb bringst du Seitenleisten,

Holz du noch hinzu zum Boote?[192]


Sprach der muntre Lemminkäinen:

Nicht durch Vorsicht sinkt der Nachen.

Durch die Stütze nicht der Schober;

Oft schon forderten im Nordmeer

Stürme von dem Boote Leisten,

Gegenwinde Seitenbretter.


Sprach der alte Wäinämöinen:

Deshalb ist des Kriegesfahrzeugs

Wölbung auch gemacht aus Eisen

Und mit Stahl es vorn beschlagen,

Daß der Wind es nicht entführe,

Nicht der Sturm das Boot zerschlage.

Quelle:
Kalewala. 2 Bände, Berlin [o.J.], Band 2, S. 179-193.
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