Auff zwey zusammen schlaffende.

1.


Spiele Cupido du lüsternes kind!

Brauche die waffen /

Wo du zu schaffen /

Wo man dich kennet /

Und Söhnigen nennet /

Itzo beschlaffen wir unsere lust /

Decken mit federn die nackichte brust.


2.


Hätte gleich heute dein bogen verletzt

Unsere hertzen /

Sind doch die schmertzen /

Wieder gedämpfet /

Du selber bekämpfet /

Weil uns vergnüget die finstere nacht /

Die uns vom springen zu ruhe gebracht.


3.


Andre bediene / wir achten es nicht /

Schiesse / verletze /

Wieder ergötze /

Brauche vergnügen /

Wo liebgen nun liegen /

Itzo besieget dein bogen uns nicht /

Weil es uns allen am besten gebricht.


4.


Flammen entzünden nur flammen und glut /

Wilstu bekriegen /

Wilstu besiegen /[150]

Sollen wir brennen /

Gefangen uns nennen /

Müssen es feuer und brände nur thun /

Die uns entzünden und lassen nicht ruhn.


5.


Aber wir wissen: wir fühlen itzt nichts /

Unsre gedancken /

Bleiben in schrancken /

Unsere glieder /

Erquicken sich wieder /

Dieses gefieder ist unsere lust /

Wärmet uns weil uns nichts bessers bewust.


6.


Ruhet ihr täubgen / vertreibt euch die zeit /

Biß euch das hertzet

Was euch ietzt schmertzet /

Biß euch ergötzet

Was itzo verletzet /

Biß ihr in armen was männliches drückt /

Das euch mit fließendem zucker erquickt.

Quelle:
Herrn von Hoffmannswaldau und andrer Deutschen auserlesener und bißher noch nie zusammen-gedruckter Gedichte Vierdter Theil. Glückstadt 1704, S. 144-145,150-151.
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