|
[142] Wer leschen will eyns andern für
Vnd brennen loßt syn eygen schür
Der ist gůt vff der narren lür
Wer groß arbeyt vnd vngemach
Hat / wie er fürdere frömbde sach
Vnd wie eyns andern nutz er schaff
Der ist me dann eyn ander aff
So er nit jnn sinr eygnen sach
Lůgt das er flissig sy vnd wach
Der narren büchlin billich lysßt
Wer wis ist / vnd syn selbs vergißt[143]
Dann der geordente lieb will han
Der soll an jm selbst vohen an
Als ouch Terencius vermant
Ich bin mir aller nähst verwant
Eyn yeder lůg vor syner schantz
Ee er sorg / wie eyn ander dantz
Der will verderben ee dann zytt
Der jm nit segt / vnd andern schnyt
Vnd wer eyns andern kleydt mit flisß
Süfert / vnd er das syn beschisß
Wer leschen will eyns andern huß
So jm die flām schleht oben vß
Vnd brennt das syn jn alle macht
Der hat vff syn nutz wenig acht
Wer fürdern will eyns andern karr
Vnd hyndern sich / der ist eyn narr
Wer sich mit frömbder sach belad
Vnd selbst versumbt / der hab den schad
Wer sich des vber reden latt
Dar vß jm spott vnd schad entstat
Der mag die leng sich nit erwören
Der narr erwysch jn by dem gören
Mach wißheyt jnn mit schaden leren
Dem lydt syn dott am hertsten an
Den sunst erkennet yederman
Vnd er styrbt / vnd syn leben endt
Das er sich selbst nit hatt erkent
|
Ausgewählte Ausgaben von
Das Narrenschiff
|
Buchempfehlung
Seine naturalistische Darstellung eines Vater-Sohn Konfliktes leitet Spitteler 1898 mit einem Programm zum »Inneren Monolog« ein. Zwei Jahre später erscheint Schnitzlers »Leutnant Gustl" der als Schlüsseltext und Einführung des inneren Monologes in die deutsche Literatur gilt.
110 Seiten, 6.80 Euro
Buchempfehlung
Zwischen 1765 und 1785 geht ein Ruck durch die deutsche Literatur. Sehr junge Autoren lehnen sich auf gegen den belehrenden Charakter der - die damalige Geisteskultur beherrschenden - Aufklärung. Mit Fantasie und Gemütskraft stürmen und drängen sie gegen die Moralvorstellungen des Feudalsystems, setzen Gefühl vor Verstand und fordern die Selbstständigkeit des Originalgenies. Michael Holzinger hat sechs eindrucksvolle Erzählungen von wütenden, jungen Männern des 18. Jahrhunderts ausgewählt.
468 Seiten, 19.80 Euro