[69.]

[175] Der würffet jnn die höh den ball

Vnd warttet nit des widerfall

Wer will die lüt erzürnen all


69. Bos dun vnd nit warte

Bos dun vnd nit wartē

Der ist eyn narr der andern důt

Das er von keym mag han für gůt

Lůg yeder / was er andern tüg

Das jn do mit ouch wol benüg

Wie yeder vor dem wald jn byltt

Des glich jm allzyt widerhyltt

Wer andere stossen wil jnn sack

Der wart ouch selbs des backenschlack /[176]

Wer vilen seyt / was yedem gbrist

Der hört gar offt ouch / wer er ist

Wie Adonisedech hatt gton

Vil andern / als wart jm der lon /

Beryllus sang selb jn der ků

Die er het andern gerüstet zů /

Des glich geschach ouch Busyris

Diomedi vnd Phalaris /

Mancher eym andern macht eyn loch

Dar jn er selber fallet doch /

Eyn galg eym andern macht Aman

Do er wart selbst gehencket an /

Truw yedem wol / lůg doch für dich

Dann worlich / truw ist yetz mysßlich

Lůg vor / was hynder yedem stäck

Wol truwen / rytt vil pferd hyn wägk /

Nyt yß mit eym nydischen man

Noch wellst mit jm zů dische gan

Dann er von stund an vberschlacht

Das du nye hast jnn dir gedacht

Er spricht zů dir / fründt ysß / vnd trinck

Doch ist syn hertz an dir gantz linck

Als ob er sprech / wol günd ichs dir

Als hetts eyn diep gestolen mir /

Mancher der lacht dich an jn schertz

Der dir doch heymlich äß din hertz


Quelle:
Sebastian Brant: Das Narrenschiff, Basel 1494, S. 175-177.
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