|
[255] Hie hab ich gstelt noch vil zů samen
Die narren sint / vnd hant den nāmen
Dern ander narren sich doch schammen
Noch sint sunst vil vnnützer lüt
Die wüst gantz jnn der narren hüt
Vnd sint dar jnn verharret gantz
Gebunden vff des tüfels schwantz
Vnd sint zů bringen nit dar von
Will ich still schwygend für sie gon
Vnd sie lon jnn jr narrheit bliben
Vnd von jr dorheyt wenig schriben[256]
Als Saracenen / Türcken / Heyden
All die vom glouben sint gescheyden
Den glich ich ouch / die kätzer schůl
Die haltt zů Prag / den narren stůl
Vnd hat gespreit vß jren standt
Das sie ouch hat yetz Märrhern landt
Die wüst jnn die narren kappen trettē
Glich wie all die anders an betten
Dann dry person / eyn woren gott
Den vnser gloub ist wie eyn spott
Die ich nit für schlecht narren han
Sie müssen vff der kappen stan
Dann jr narrheyt so öfflich ist
Das yedem důch zůr kappen gbrist
Des glich all die verzwiffelt hant
Vnd sint verstrickt jnns tüfels bandt
Als doreht frowen / böse wiber
All kuppeleryn / pfowentriber
Vnd andere die jn sünden synt
Vnd jnn jr narrheyt gantz erblynt
Do mit will ich ouch deren gedencken
Die sich selbs döten / oder hencken /
Vnd kynd vertůnt / vnd die ertrencken
Die sint nit würdig der gesatz
Oder das man sie ler / vnd fatz
Doch ghören sie jnn narren zal
Ir narrheyt gibt jnn kappen all
|
Ausgewählte Ausgaben von
Das Narrenschiff
|
Buchempfehlung
Seine naturalistische Darstellung eines Vater-Sohn Konfliktes leitet Spitteler 1898 mit einem Programm zum »Inneren Monolog« ein. Zwei Jahre später erscheint Schnitzlers »Leutnant Gustl" der als Schlüsseltext und Einführung des inneren Monologes in die deutsche Literatur gilt.
110 Seiten, 6.80 Euro
Buchempfehlung
1799 schreibt Novalis seinen Heinrich von Ofterdingen und schafft mit der blauen Blume, nach der der Jüngling sich sehnt, das Symbol einer der wirkungsmächtigsten Epochen unseres Kulturkreises. Ricarda Huch wird dazu viel später bemerken: »Die blaue Blume ist aber das, was jeder sucht, ohne es selbst zu wissen, nenne man es nun Gott, Ewigkeit oder Liebe.« Diese und fünf weitere große Erzählungen der Frühromantik hat Michael Holzinger für diese Leseausgabe ausgewählt.
396 Seiten, 19.80 Euro