|
[271] Wo kriegten wir die Kinder her,
Wenn Meister Klapperstorch nicht wär?
[271] Er war's, der Schmöcks in letzter Nacht
Ein kleines Zwillingspaar gebracht.
Der Vetter Franz, mit mildem Blick,
Hub an und sprach: »O welches Glück!
Welch' kleine, freundliche Kollegen!
Das ist fürwahr zwiefacher Segen!
Drum töne zwiefach Preis und Ehr!
Herr Schmöck, ich gratuliere sehr!«
[272] Bald drauf um zwölf kommt Schmöck herunter,
So recht vergnügt und frisch und munter.
Und emsig setzt er sich zu Tische,
Denn heute gibt's Salat und Fische.
[273] Autsch! – Eine Gräte kommt verquer,
Und Schmöck wird blau und hustet sehr;
Und hustet, bis ihm der Salat
Aus beiden Ohren fliegen tat.
[274] Bums! Da! Er schließt den Lebenslauf.
Der Jean fängt schnell die Flasche auf.
»Oh!« – sprach der Jean – »Es ist ein Graus!
Wie schnell ist doch das Leben aus!«
[275]
|
Ausgewählte Ausgaben von
Die Fromme Helene
|
Buchempfehlung
Der junge Vagabund Florin kann dem Grafen Schwarzenberg während einer Jagd das Leben retten und begleitet ihn als Gast auf sein Schloß. Dort lernt er Juliane, die Tochter des Grafen, kennen, die aber ist mit Eduard von Usingen verlobt. Ob das gut geht?
134 Seiten, 7.80 Euro
Buchempfehlung
Zwischen 1765 und 1785 geht ein Ruck durch die deutsche Literatur. Sehr junge Autoren lehnen sich auf gegen den belehrenden Charakter der - die damalige Geisteskultur beherrschenden - Aufklärung. Mit Fantasie und Gemütskraft stürmen und drängen sie gegen die Moralvorstellungen des Feudalsystems, setzen Gefühl vor Verstand und fordern die Selbstständigkeit des Originalgenies. Für den zweiten Band hat Michael Holzinger sechs weitere bewegende Erzählungen des Sturm und Drang ausgewählt.
424 Seiten, 19.80 Euro