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[210] den 18. April. 1648.
Was ist Zeit vnd Welt?
Was jhr schnödes Wesen,
Ansehn, Kunst vnd Geld?
Nichts ist außerlesen.
Vnbestand vnd Fall
Herscht nur überal.
Keine Hoffnung sol
Vns den Muth erheben,
Taug auch etwas wol
Trost in Noht zu geben
Ist das Ruder fort,
Ohn des Herrn Wort?
Nichts sonst, was es sey,
Sättigt ein Gemüthe,
Alles Fleisch ist Hew,
Alle seine Güte,
Seine Zier, sein Ruhm
Eine Wiesen-Blum.
Herrlich pranget zwar
Eine Blum im Lentzen,
Die auch unser Haar
Artig kan bekräntzen.
Auch wird Gras vnd Kraut
Lieblich angeschaut;
Wann jhr Stoltz nun meist
Sich beginnt zu blehen
Vnd des Herrn Geist
Anhebt drein zu wehen,
So ist alles bald
Welck vnd ungestalt:
Also sind auch wir,
O wir armen Leute!
Vnsers Lebens Zier
Brüstet sich zwar heute
Vnd ist Rosen-roht,
Morgen kranck vnd todt.
Nur was Gottes Mund
Trewlich vns versprochen,
Hat bewehrten Grund
Vnd bleibt ungebrochen,
Wenn nun gleich die Welt
In einander fällt.
Was denn ist das Wort
Das so fest bekleibet?
Daß Er unser Hort
Stets in Christo bleibet,
Vnd zu aller frist
Vnser Leben ist.
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Im Jahre 1758 kämpft die Nonne Marguerite Delamarre in einem aufsehenerregenden Prozeß um die Aufhebung ihres Gelübdes. Diderot und sein Freund Friedrich Melchior Grimm sind von dem Vorgang fasziniert und fingieren einen Brief der vermeintlich geflohenen Nonne an ihren gemeinsamen Freund, den Marquis de Croismare, in dem sie ihn um Hilfe bittet. Aus dem makaberen Scherz entsteht 1760 Diderots Roman "La religieuse", den er zu Lebzeiten allerdings nicht veröffentlicht. Erst nach einer 1792 anonym erschienenen Übersetzung ins Deutsche erscheint 1796 der Text im französischen Original, zwölf Jahre nach Diderots Tod. Die zeitgenössische Rezeption war erwartungsgemäß turbulent. Noch in Meyers Konversations-Lexikon von 1906 wird der "Naturalismus" des Romans als "empörend" empfunden. Die Aufführung der weitgehend werkgetreuen Verfilmung von 1966 wurde zunächst verboten.
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