Der .IX. būdtgnoß.

[88] An alle christenliche oberkeit jn wältlichem vnd geystlichem stand Teütscher nation, ein kläglich ernstlich klag aller gotsförchtigē Münch Nunnen

vnd pfaffen, dz man inen zů hilff ku i do mit

sy vō irē endt christischen by wo

nerē erlöst werden.


Ich mein man find vff erden keinen

Der diß büchlein läß on weinen.

Dañ es vnß clorlich bedeüt

Wie jetz läben die closter leüt,

Ders all ab thät das dücht mich zyt.

Sy machen nun vyl armer lüt.
[89]


So ich nünder bundtsgnoß verläsen hab miner mit gesellen fleissig arbeit zů entdecken teütscher nation iren schaden, bedunckt mich nütz vnd gůt das ich auch fürhalt die große zwancklich not vnd angst so vyl frummer menschen liden im kloster stand, vmb solichs ich offt härtzlich von jn gebätten bin, begibe ich mich deß inen zů trost vß brüderlicher liebe, vnd sag also.

Eüch ist wissen, küne teütschen, wie offt vnd dick ir angelanckt sind worden vmb hylff zů leisten den christen, so von türcken gekestiget sind, mit verheissung grosses ablaß vnd hulden gots, vnd were wol ein christlich wärck gesin, was aber eüch da von entzogen hab weiß ich nit, ich gedenck aber, ferre deß wägs sy auch ein grosse vrsach. Aber ich will eüch in der nähe anzeigen fromm erber christen, die nit minder geängstiget werden von iren gůt schinenden christscheinenden obern dann von türcken vnd heiden, darumb ir alle söllen bald mügliche hylff inen thůn von brüderlicher liebe wegen. Nemen war, o trewe teütschen, wie vntrewlich man vmbgadt mit ewern kinden, so es do zů kumpt, das vnütz kätzerisch Curtisan zů in ziehen alle pfrůnd, das offt einer .xl. oder .l. hat, oder also berupffen, das man sich nit meer dar vff begon mag. Dar zů die Romanisten sylber vnd gold vnd alles das kostlich vnd nutz by vnß ist, zů in vß vnseren landen ziehen, kompt es do zů, das wir vnser kind nit wol ziehen mögen, so wir sie nit gern geben in solichen vngewissen bättel, der vor der wält verachtlich ist, vnd auch gestiffte pfaffen pfründ eintweders geschwecht sind oder aber durch dispensation vyl in ein hand kummen, dar an vyl personen möchten versähen werden. Auch die pfrůnden, die theür sind vom bapst vnd bischoffen zů kouffen, werden wir zwingen vnsere kind in klöster ze gon, in ein wissentlichen kärcher. Auch ettlich auß vnß werden von den glyßneren verfürt, das wir wenen, kloster läben sy allein ein christlich läben, vnd was vsserhalb ist, sy alles von christo vnder dem wort, wält, verworffen. Do mit werden wir vnd vnsere kind verfürt, vnd haben[90] leider vnsere vorfaren lang geirret. Biß das vß genaden gottes solicher falsch täglich an tag kumpt vnd jetz vnsere kind jämerlich zů vnß vmb hylff schrien. Wie wol sy auch vor vyl iaren geschruwen haben, haben wir yn doch nit geloubt, so lang biß sie an seel vnd lyb fast verdorben sind, ein grosser theil, vnd kummen wir in nit zů hylff, ist zů besorgen, wir müssen got rechnung geben am jüngsten tag, sy sind doch teütsche geboren als wir, christen als wir, gots geschöpfft als wir, vnser flaisch vnd blůt. Es haben ouch andre höhers verstandts erber lüt vil kloster durch wandelt vnd war genummen irer klag, ob vß můtwill oder auß warheit solich ir schmärtzlich geschrey vnd anstlich klag erwachß, vnd haben erlernet, das ir laid vnd angst grösser ist tausent mal dann wir all immer schriben mögen, solichs ein kleinen thail wöllen wir anzaigen.

Aller münch vnd nunnen grosse klag ist. Sy werden mit vnchristlichen, vnmenschlichen schwären statuten beladen, das me in iren gewissen nit so schwer wer türckische dienstbarkeit, so ire prelaten sagen, solich statuten syen vß irem gewalt vnd ir gewalt sy von got, vnd wer in nit gehorsam sy, der widerstand got. Item kein ablaß, kein bycht mög abnemen vberträttung der statuten, es müß alles in das fägfewr, do mit der vnderthon gewissen allwäg vnrüwig ist, dann der statuten sind so vyl, das man sie nit gelernen noch gehalten mag, über trit man sy dann, so ist vnrüw deß härtzen do. Vnd werden die armen kind von anfang ires ingangs ins kloster also vol forcht vnd scrupuly gestossen, das sy dar nach ir nimmer ledig mögen werden, so sie alt vnd verstendig werden vnd doch mercken, es sy phantasy, noch kinden sy es nit mit růw vßschlahen, kurtz sie sind ir lebtag versteckt, vnd nagt sy ire conscientz allweg umb sunst, dann sagen die prelaten, du magst mit gůt gewissen solch scrupuly nit verachten, dann wer wider die conscientz thůt, der bawt zů der helle. Wären sy vnder den türcken, es fröwet sy, das sy hofften, in geschäch vnrecht, vnd sy wurden bald erlößt, auch wo sy möchten[91] entrinnen, so wär es inen erloubt. Aber im kloster müssen sy gedencken, sy sind solichs verpflicht, dörffen auch keiner erlösung ir lebtag me warten darff keiner gedencken do von zů kummen, wie gůt fůg er jmmer hat, dann man gybt inen für, solich ir gelübt sy man got schuldig, do von kein dispensatz jn helffen mög. Aber sich, lieber fründ, den grossen falsch, lüge vnd tyrany der klöster prelaten, sie selbs wellen fry sein von allen iren statuten, wöllen herren sein, vnd sagen, der prelat sy vber den Couent, dar zů lassen sie iren schmeichlern alles das nach, so lang sie zůthütler vnd wolgefellig heüchler sind, also das sie minder zucht vnd ordnung halten dann gemein frumm leyen vsserhalb der klöster. So man verweißt den prelaten, warumb sie als vyl iren sünen verhengen, antworten sie, wir haben gewalt zů dispensieren. Fragt man sie, warumb erlauben ir jhenen auch nit solichs, antworten sie, jhene haltend sich nit dar nach, idest die andern gefallen vnß nit. Also verstricken sie wider got vnd recht all ir vnderthon mit statuten vnd zwingen sie da mit, das sie willig werden, auch sagen, got sy nit got, vnd alles was die prelaten wöllen zů schand vnd sünd, das thůnd die vnderthonen williglich, ja einer kan vor dem anderen nit zů kummen, so gern wer jetlicher wol zů hoff, do mit er erlößt doch eins theil wurd von solichen vnbillichen statuten. Das haben dann die prelaten gern vnd läsen vff, welche inen gefallen, vnd als lang sie inen gefallen, dar neben haben sie andere in grossem qual, vnd brauchen auch die vffgelößten für mithälffer zů kestigen der andern. Da här kumpt, das minder warheit, stätigkeit, trew, redlicheit vnder münch vnd nunnen ist dann vnder den hänßlin in wälschlanden. Dann sie müssen allein mit solichem handtwärck ire fryheit vmb die prelaten kouffen, dann sie tyrannen sind, vnd ire vnderthon müssen sie allein mit falsch vnd wütery trucken, wer in williglich dar zů hylfft, der hat gůten lufft vor in. Aber andere die solichs nit künden, oder sich sölicher vnerlicher weiß beschammen, die stond gfärlicher dann die[92] frommen leüt im land wirtenbärg vnder hertzog Vlrich dem leüt frässer.

Es wird auch in klöstern niemand vff trew vnd glouben gezogen noch vff erberkeit, dann sie sähen, hören vnd meinen es thů einer sim stand gnůg allein dar inn, so er den prelaten also willfart. Deßhalb ist kein adelich gemüt in kloster leüten, kein fry stanthafftig tugentlich härtz, aber alle sind sie knechtlich, hin geworffen vnd halbs verzwyfflet leüt. Welcher gon will vff trew, glouben, tugend etc. ist meer veracht dann ein frumme iunckfraw im gemeinen hauß.

Auch klagen alle kloster leüt das gůt, das jetzund die klöster besitzen, oder das man täglich bätlet, werde so vbel vnd vndanckbarlich verzert, das sie offt selbs sagen, got kan vnß nit solichs lang vertragen. Es ist ein solich ding vmb kloster läben, je mee vnd lenger einer vmb münch vnd nunnen wonet, je minder in gelust ein kloster läben an zů nemen, er sey dann gar ein narr vnd arbeitsälig. Dann man erlernet so vyl abentheür, alenfantz vnd vffsatz, ia bübery, das man solichs in der wält nit findt. Sie sagen all münch vnd nunnen, wüsten die leüt, wie faul vnd vnwillig wir sind zů kor, wie ein vnütze arbeit ist vmb singen vnd läsen in der kirchen, vmb Capitel gebät, vmb vigilg, mäß, seel gefert, wie wenig sinn vnd vffmercken do by ist, die leüt geben vnß nit wasser dar vmb, do mit wir vnser hend wüschen.

Wüsten die leüt vnsern grimmigen zorn, vnsern vnabträglichen haß, vnsern mercklichen neid, vnser vnmässig essen vnd trincken, vnser schampere, raitzige, böchige, lichtfertige, eer abschnidende, spöttige, schädliche rede, es wär kein wunder, sie flühen vnß. Wüßten sie vnser grosse hoffart, wie wir in vnseren kutten vnd geberden, in vnserm vsserlichen gotsdienst wältlich lob sůchen, wir könden nit dry psalm läsen für ein tag zyt in der kirchen, wir leüten lenger dar zů, das es die leüt hören söllen, dann das gebät lang ist, was wir thůn wöllen, auch klein ding[93] lassen wir vff der kantzel verkünden vor allem volck vnd haben meer acht, wie es dem volck wissend werd, dann wie es von vnß recht verbracht werd. Item wie ein sprüch wort vnder vnß ist, es schadet nüt was man thůt, wann es allein die wält leüt nit sehen, sunderlich vnder den barfůsser obseruantzer.

Alle kloster leüt klagen, iren obern vnd irem anhang sei erloubt, gemeinen gotz dienst versumen, gemeine satzungen halten wann sie wöllen fressen vnd suffen, vßspacieren, bůlen, on vrlob geben vnd nemen vnd verzeren, andere ire mit gsellen verspotten, erzürnen vnderträtten wie sy wellen, solichs ist by münch vnd nunnen in offnen vnd beschloßnen klösteren, jetlichs thůt als vyl es mag, kan man nit mit geberden bůlen, so thůt man aber es mit worten vnd mit briefen durch die maur hinein. Es sind aber vyl vnder inen, die sich eins bessers besinnen vnd die gern nit also thůn wolten, aber der anderen sind so vyl, oder sind so gewaltig, das sich erbere gmüt vor in nit dörffen lassen mercken. Sie werffen für ghorsam, statuten, alten bruch, vorfaren heiligen vnd mancherley herter straffen, die man vffgelegt hat allen denen die anders thůn wöllen, dann ire obern wöllen, so doch die oberen vnd ire anhang nicht anders dann menschen gsatz vnd tyrannisch statuten handthaben, aber christlich ewangelisch lere ist ein gespöt by inen geachtet als ein brunn der vngehorsam vnd aller läckery, do zů ist kloster läben kummen. Kainem wirt zeit noch fůg sich zů geben vff ein recht in gekert läben. Allein der lyb ist anderst angethon dann wältlich leüt, vnd ist meer beschlossen dann sy, aber das gmüt gar nicht, wir mögen vnß nit vff ein schawlich läben geben, dann die kor arbeit ist so groß daß sy vnß an allem hindert, biß das wir .viij. oder .x. stund im chor schrien tag vnd nacht, werden wir so schwach im houpt, das wir vnsere sinn nit witer mögen triben, dann vyl meinen, sy haben alle ding wol vßgericht, so sy in dem chor vß gesungen haben, so es doch vnmüglich ist im chor andächtig vnd in gekert sin von wegen der vyle des gsangs, von wegen der behendikeit,[94] von wegen des vnuerstandts vnd von wegen der vnglicheit der Complexion, was eim dienet das schadt dem andern.

Ob wir schon vnß wolten geben jm tag vffläsen der helgen geschrifft, ist niemand, der vnß trewlich lere, ob man schon etwan leret, ist doch solichs me heydnisch lere dann christlich, wöllen dann wir selbs do nach fragen das heylsam ist, eintweders vermögens wir nit vnd haben nit fürderliche bücher do zů, man günnet vnß auch nit, das wir gelert lüt vsserhalb des klosters dar vmb fragen, im kloster haben wir kein, kan schon vnser einer etwas, so wils er allein wissen vnd keim anderen sagen. Dar zů sagt man zů eim der gern sich gebe vff das heilig ewangelium vnd vff erste lerer der christenheit, er sey ein luterist, ein huttist vnd vexiert in vnder solichem theckmantel, das im das kloster zů eng wirt. Vnder solicher gestalt hat man in vil örden vnd klöstern verbotten den Luther zů läsen by hoher pein, es wöll yn dann einer läsen zů verachten, sunderlich die barfůsser obseruantzer, welche es verbotten haben im offnen Capitel. Die prediger vnd Carmeliten, auch Carthüser vnd andre meer.

Die armen kloster frawen sind noch vil meer verhindert an rechtem ingekerten geistlichen läben. Dann ob sie schon gern wolten wissen rechte lere, ist nieman der es inen sag, do mit sy an seel vnd lyb arbeitsälig sind. Also ist alles kloster läben meer ein hindernüß an glück vnd an heil dann ein fürdernüß, meer ein schin dann ein sinn. By dem allem stond auch die gůten in bewerlicher sorg, das sy nach disem karren solicher trübsal müssen ziehen den ewigen wagen, dann sy können ermessen, das kloster laben zů vnseren zyten nit ein christlich wäsen sey, sunder meer ein vorbereitung des endtchrists, das anzeigt mag werden in vil stucken hie zů lang. Sunderlich haben es ermessen die bättel münch, deren in teütschland sind wol .xxiiij. tausent, vnd man hat es vber schlagen, das in Europa sind meer dann vier mol hundert tausent. Vnd ob schon ettlich vnder inen weren, welche vmb den bättel etwas nützlichs thäten oder thůn möchten mit heilsamer leer[95] vff der cantzel oder im bycht stůl, oder in solichem, ist ir doch so wenig, das vnder fünffzig, ia offt vnder hundert kaum einer wirt do zů geschickt funden, das sy selber offt beklagen. Vnd so das einfeltig volck maint, die münch setzen kein do hin, er sy dann geschickter dann ein leyen pfaff, so haben sie nieman dann ungeschickter, wie wol man anfacht der münch thorheit vnd eselheit wol verston. So sind sy nit angenummen vom römschen byschoff fürderlich zů singen vnd läsen in der kirchen, dann sölich örden waren vor hin gnůg, welche gestifft waren vff singen vnd läsen on den bättel, auch gnůg pfaffen, aber die bättel münch solten predigen vnd bychthören, wo die pfarrer ir bedörfften, aber dar nach wolten sy vber die pfarrer sein, vnd sind mit in zwiträchtig gesin biß vff die stund mit grossem schaden des volcks.

So ist auch nit not gsin, das man bättel münch orden stiffte vff sunder gebät für das volck, dann ob in nit zů gehört auß der geschrifft, aber meer den pfarrern vnd seel sorgern. Auch ist nit zů gedencken, das nit gmein gebät, so all christen zů got thůnd, meer gfall vnd eer erwerb by got, dann solicher fawler voller kloster esel. Vnd wie sie es ermessen, ist allweg by den vernünfftigen vnder in ein zwyfel, ir bättel mög nit bston by got. Ob sie schon wöllen predigen etlich vnder yn nach ir ersten bestallung, so darff keiner on grosse gefärlicheit dem volck predigen heilsame ewangelische lere, als man dann jetzund merckt, das der warheit niemand mer widerstand thůt dann bättel münch, das doch den frummen vnder in leid ist, doch müssen sie schmärtzlich schweigen oder groß vervolgung lyden von iren stieffbrüderen, so ist all ir ding meer gericht vff gewin der eren vnd des eigen nutz dann vff selen heil. Sie haben doch wöllen ein grund sůchen ires bättels, vnd finden, das der frum man Franciscus, ein stiffter barfůsser ordens, ist ein anfang alles bättets der örden, darumb haben sie im nach gedacht, wie doch sin bättel ein anfang gehabt hab, vnd finden also in der barfůsser getruckten chronick bücher. Franciscus ist ein vngelert einfeltig mensch gesin, vnd wie wol er für sich selbs ein frumm mensch ist gesin, hat er doch vyl dings vnderstanden, das von verstendigen leüten nie gelopt ist worden. Er nam,[96] für ein regel zů machen, die sinen sagen, er hab es vß offenbarung gots, aber es ist do wider, das er die erst regel verloren hat vnd wolt ein andere machen, ward die ander der ersten gar vngleich, als man jetz merckt, so man sy baide lyset, dann die erst ward bald dar nach wider funden, so ist der heilig geist nit wider sich selbs, auch do er die andere macht, kamen vyl nammhafftiger münch seines ordens zesamen vnd sagten im, sie wolten der anderen regel nit geleben, doch bracht Franciscus sein regel also hin durch, das man sie noch hat, vnd biß vff die stund nie in keim orden meer zwitracht ist gesin dann vnder den barfůssern. Die reformierten sind wider vnreformiert, die reformierten vnder einander meer zweiträchtig dann heiden vnd türcken, all barfůsser in gemein wider ander örden, vnd wider pfarrer, pfaffen vnd byschoff, wie des bapst brieff kammer vnd aller byschoff Cantzlyen mögen mit kriegs brieffen bewysen, die vber ire zanck gemacht sind worden.

Es was auch anfencklich vnder des bapsts räten ein grosser widerwill zů bestätigen die regel Francisci. Der heilig geist het anfencklich gnůg gewarnt die höüpter christlicher kirchen, hätte man wöllen volgen in abtriben der bättel münch fürnemen, dann schier alle byschoff vnd pfarrer in aller wält haben sich dar wider gestelt vnd vyl hohe schůlen, so lang biß das der bäpstlich hoff marckte was gewin im trůg diß bättel volck, do setzten sie zů den bättlern all ir vermögen in bullen, bannen, fryheiten. Do gegen flyssen sich die bättler, den bapst sein vnd der seinen fürnämen so hoch heben das es got gleich ist worden, vnd durch die bättler dem Endtchrist ein gůter wäg bereit ist worden.

Vnd wie wol der frumm Franciscus mäldung gethon hat in siner regel vom bättel, ist doch sein meinung gesin, das seine brüder solten sich fürderlich mit seiner hand arbeit neren vnd für ire trew arbeit nicht nemen dann blosse lybs narung on gelt vnd gold, ob man aber inen vmb ire fleissige handarbeit nit gebe gebürlichen lon, bar nach möchten sie sich keren auß gůter zůversicht auff[97] ein blossen bättel. Also hat Franciscus sein meinung der regel erklärt in sinem letzsten testament, das doch die barfůsser groß halten vnd schier der regel glich. Es ist auch allwäg wider gesin Francisco, das sine brüder groß Conent bawten, er ließ iren vil zerbrächen, ouch wolt er das vber fünff oder sächs nit in eim klösterlin wontendt. Er hat ouch sein sach alein vff grob arm schlecht vngelert leüt gesetzt, vnd deren nit vil solt sein, die einfältiglich manten die leüt zů erberkeit vnd frummkeit, kein gelert man hat ie mögen by irem bürischen läben ein fürgang haben, er sagt auch in der regel vnd in seim testament von siner brüder vnwissenheit. Ob schon ettlich gelert leüt by in sind gesin, ist in nicht dester baß gesin, sihe der barfůsser historien an, die man jetz gedruckt hat vnd ir fryheit bůch. Dann got hat es lassen darumb trucken, das man ire obenthür erkenn. Franciscus hat auch inen verbotten, sie solten kein bull vmb etwas sach erwerben vom bapst, sunder sich allweg gedultiglich vnd zůversichtlich got befälhen, jederman vnderworffen sein, von jederman lyden vnglück, das ist sein letst testament gsin, auch sein regel.

Aber die graw kut wolt lob vnd eer haben, wolt vol vnd faul sein vnd nicht darumb thůn oder lyden, mochten solichs nit baß hin durch bringen, dann mit bäpstlichem endchristlichem donder der bullen, do mit sie zwungen vnd bochten jederman wie sy wolten wider ire regel vnd gebot.

Dann sie haben allwegen die regel glosiert wie sy wolten, darnach liessen sie solich glosen approbieren vom bapst, als ob sie dester besser weren, vnd wo ein frummer gewißhafftiger vnder inen ist gesin, haben sie yn vervolgt biß vffs höchst, so lang biß sie in geschweigt haben mit vnglück vnd lyden, lyse ein büch von barfůssern genant Humbertus von Laßlen, Also fast ist Franciscus gangen vff handarbeit vmb spyß vnd tranck, das er wolt, wann einer auß seinen brüderen kein handtwärck kunde, solt er eins lernen, do mit er arbeitet vmb narung, vnd von wegen gůts exempel vor den leüten, so es vbel stünde das so vyl iunger gesunder starcker leüt allein vff dem bättel legen mit schaden ander hauß armer lewt. Dann sein[98] meinung was, es solten sine brüder arbeitsam leüt sein, er gedacht nit vff gelert leüt, darumb verbot er, es solt keiner die geschryfft erst im orden leren, aber ein handtwärck solt er vorhin leren, wann er keinß wüste.

Sichstu, das der ansang der örden ist nit gericht vff den bättel, sunder vff handarbeit, vnd wo man inen nit wolt vmb ire arbeit blosse noturfft geben, solten sy nit vmb den lon kriegen, aber meer mit gedult vmb brot gon, biß sie meer lon verdienen möchten.

Aber jetzt sind die münch so fawl, das sy ir aigne arbeit im kloster nit wöllen thůn dann mit vnwillen, vnd wenden für, sie singen im chor, das in nit gebotten ist.

Sie sagen sie predigen, darumb essen sie den bättel, ja vnder .xx. predigt kaum einer, vnd vnder .xxx. predigern ist kaum einer halb dozů geschickt, als jetz am tag leit, vnd were weger, es were kein bättel münch vff erden kummen.

Do nun sant Franciscus sein wäsen anfieng, fůr Dominicus auch hinnach mit seim fürnemen, do aber ettlich waldbrüder sahen solich glück im bättel, wolten sie auch ein bättel anfahen vnd nempten sich heremiten von sant Augustin. Darnach fiengen die carmeliten es auch an, biß schier die wält vol bättler ist.

Sollichs ermessen frumm erber leüt vnder den bättel örden, das sie also das allmůsen essen vnd nichts lobwirdigs dar vmb thůnd noch vor den andern thůn mögen vnd förchten sünd do by, das sie so vnuerdient den leüten söllen iren blütigen schweiß ab essen vnd do by des teüfels werden. Darzů grosse bübary für godt als gůt vnder dem münch schein.

Die prediger klagen grossen vnsäglichen schaden der christenheit, die durch iren orden für gadt, das sy also zůsamen halten zů trucken vnd würgen alle geschickte leüt der wält, wie sie gethon haben Johanni huß, Jheronimo von Prag, Johanni von Wesalia, Johanni reüchlin, Martino luther, Johanni Gerson, Erasmo roterodamo. Auch wo einer vnder inen ist sollichen erlichen leüten gleich,[99] můß er auch här durch. Ja sie sind berait dem bapst vnd keiser leidts zu thůn, wo sie etwas in vngefellig vnderston wolten, als vyl kronica anzeigen, do mit sie verzeren vnsäglich gůt, das sie auch abnemen iren armen klosterfrawen.

Die barfůsser müssen täglich groß jamer warten sein, do von sich etlich gůthärtzig vnder inen förchten nit on vrsach, dann sie irer regel grossen gewalt thůnd, mit vnmässigem bätlen, mit fawlheit vnd mit neid vnd haß vnd fräuel handlung vnder inen selbs, das in .xl. jaren kein oder wenig nütz leüt vnder in mögen ein fürgang haben. Solichs hat mir gesagt ein alter erfarner man barfůssers ordens, der gewaltig vnder inen ist gesin. Vnder allen ständen ist grössere ordnung dann vnder inen, jre leybrüder oder conuersen, die sy annemen an stat der knecht, die hörschen gewaltiglich vnder yn, das auch priester, gelert leüt in müssen in allen dingen vnderworffen sein mit spot vnd mitlyden der wält leüt, als ich offt gesehen hab wann sie in mein huß vnd hoff sind kummen. Vil wäger wer ein tüfel kein eim zů huß dann dise bätteler.

Die Carmeliten sagen, ire erste stifftung sy nit gesin vff den bättel, vnd ire vorfaren haben ire erste stifftung verlassen, die gůt was, vnd den sorglichen bättel angenummen, so doch kein regel vnder inen sy, vnd nicht verbotten by inen sy dann recht thůn, kein gůt härtz darff sich vnder in lassen mercken. Die Augustiner klagen eben solichs, doch halt ich nit so vbel von den Augustineren als von den andern, sie haben sich nie fast herfür gebrochen in hoffart vnd in zanck, doch förchten sie sich auch vbel by dem sorglichen bättel.

Die kloster frawen all, sunderlich die vnder den bättel münchen sind, klagen groß beschwerd, sie sind meer dann vbel versorgt mit beichtvätter vnd prediger, die ouch partijsch sind vnd einer hold, der andern sind, auch kan kein äptissin oder priorinn vor inen fridlich haußhalten, dann sie inen alwegen party machen vnder dem Couent, raitzen einen tail wider die äptissin, vnd hencken in an sich. Die münch wöllen den armen nunnen nit günnen, das sy[100] ire fromm vatter vnd můter vnd geschwisterig mögen sähen, vnd sagen die nunnen, es bedunck sy, die münch wellen allein lieb gehabt sein von inen. Dann so ire Prouincial zum iar ein mol oder .iiij. mit anderen münchen in ein frawenkloster gond, so lassen sie vor scheren vnd zwagen vnd schlagen ire kutten in die fält, sunderlich auch barfůsser obseruantzer vnd prediger münch, do mit sie iren gesponsen gfallen, aber die nunnen sagen, müsten sie inen nit günstig sein, sie sähens nit an. Die münch frässen gebrotens vnd gesottens vnd sauffen den besten wein, vnd müssen inen die nunnen solichs kochen vnd dörffen doch nümmer flaisch essen. Sie zwingen die nunnen das schier alle tag beichten müssen, do mit die münch ir findschafft oder holdtschafft vnder solchem schein vßrichten.

Die münch fragen vff alle ort, wie sie ein kind vfftriben yn ein kloster, darnach lassen sie die armen kind watten vnd schwimmen on alle hilff, das sie mord möchten schrien. Darzů nit allein ingeschlossen kloster frawen vnder irem regiment, sunder auch ire beginen grosse klag, do von nit zů sagen ist, vber sie haben. Ich will jetz nit melden der Carthüser klag, der Benedictiner, Bernharder vnd der glichen deren vnfüglich läben schreigt in alle wält.

Solichs angesehen, lieben fründ, lieben frummen teütschen, bin ich erbetten worden von vyl erberen frummen kloster leüten, euch solichen iren drang vnd qual anzaigen, inen vmb hylff zů bitten. Die Carthüser, Benedictiner, Bernharder, Premonstratenser, Regulierer, Wilhelmiten sind nicht nutz vff erden dann allein arm leüt zů schaben vnd schinden, doch mag man inen von wegen ir richtůmb nit widerstand thůn, so sind der bättelmünch so vyl, das auch zů besorgen ist, man mög sy nit abthůn. Darumb dunckt die frommen münch gůt sein nach got, das sie wöllen ire kutten von in thůn, vnd wöllen sich schamen irer fawlheit, fürhin wöllen sie sich neren aintweders mit priesterlichen wercken, als predigen, pfarrer sein, oder der pfarrer mithälffer, wolten nicht darvon begeren dann allein blosse not, welche aber solichs nit können, die wöllen arbeiten, dienen vnd wie sy mögen nach got ir narung gewinnen. Sie hoffen in got, er werd sie wol erneren, sy wöllen kein[101] sunder lust vnd richtům suchen. Dann neret sie got yn irem sündigen kloster bättel, dar wider got vnd ir regel satzung ist, er wirt sie auch neren, ob sie sich solichs abthůnd vnd sich ergeben in göttlich versähung vnd in gmein gebot der arbeit vnd lybs narung. Solichs ist inen nit sünd, ob sy die kutten abthůnd, ob sie auch eewyber nemen, welche zů iung sind gesin, do sie gelübt der küscheit gethon haben, ja got wil es von in haben vnd thůnd got ein dienst domit.

Die nunnen begeren, das man doch inen iren beschluß offne ein wenig, dann vyl müssen ersterben oder allwäg kranck sin in irem wäsen, so in abgeschlagen sind badenfart vnd andere ertzny, so doch kein frawen kloster vß irer rechten ersten regel soll beschlossen sein, der teüfel hat das erdacht durch můtwillig münch, sunderlich so sie nit söllen flaisch essen, das inen doch got erloubt hat, auch so sie sollen so ein schweren chor haben vnd schwerer dann die münch selbs, vnd das sie also nit wider ir regel beschwert werden mit statuten der münch vnd das sie mögen fry beichten wem jetliche darff vertruwen. Můß man doch also lyden das vil schand vnd schaden by in geschicht, dem got find ist, ob man schon vff disen wäg auch besorgt vnfůr, ist doch nit so vngötlich als das vorig. Darumb lieben frummen teütschen bieten ewer hand solichen gůthärtzigen kloster leüten, ob ettliche in solicher meinung werden auß dem orden trätten, verargen es inen nit, halten sy nit minder frumm oder erber, dann sy nit wider erberkeit thůnd, nit wider das gesetz gots, nit wider ire regel, dann kein regel hat vermeint, das ein sölich vngötlich wäsen solt in klöstern werden.

Jr söllen wissen, welches eim solichen klostermenschen darvon hilff, er hat me ablaß dann ob er gen Rom oder gen sant jacob gienge. Wär eim solichen kloster menschen dar von hilff, der erlößt sein seel aus sündigem läben, nit minder dann der ein gemeine mätzen zů der ee nimpt vmb gots willen. Christus wirt euch lonen, so ir helffen im[102] dise christlichen selen wider gewinnen. O lieben fründ, wüsten ir wie türckist regiment in klösteren ist, wie ein endtchristlich wesen, wie ein groß fägfewr den frummen menschen, es wurd eüch erbarmen, jr seel tauret sy vbler dann der lyb, sie achten deß zytlichen nit vyl, aber das sy mit irem vnglück söllen auch gots find sin, das ist inen vnträglich. Nun erkennen sy, das sy in disem falschen klosterschein nit mögen sälig werden, sunderlich die bättelmünch, dann sy mögen by irem gesunden iungen läben mit got den bättel nit essen, ouch ist ir arbeit der siben tagzeit nit gnůgsam den bättel zů verdienen. So darff ir keiner götlich ewangelisch lere predigen, sol dann einer teüfflisch endtchristlich ding predigen, so verdampt er ewer selen.

Darumb o ir barmhärtzigen teütschen erbarmen eüch vber solichs vnd beschirmen sie, so sy zů eüch fliehen. Nit gedencken, ja sie söllen ir gelübt halten, O got es sind böse schädliche gelübt, die got verbotten hat zů halten in der geschrifft vff solche weiß. Sie haben wol ein gůten schin, aber vyl schaden kumpt dar von. Es ist zů besorgen, das der groß zorn gottes offt kummen ist vber die wält von wegen der münch lichtfertigen stand vnd wäsen. Wann du eim solichen münch vmb gotz willen dar von hilffst, so thůst du mee, dann ob du ein ewig jarzeit stifftest, ein ewig liecht, ein ewige mäß, ja ein new kloster.

Jr frummen christen lassen eüch erbarmen solich vnmenschlich lyden der klosterleüt, ist ein menschlich härtz in eüch, so lassen eüch erbarmen solich vnchristlich wesen, ist ein christenlich blůt in eüch. Lassen eüch erbarmen solich vnmanliche gefencknüß, ist ein tütsche ader der fryheit in eüch. Sind sie doch ewer flaisch vnd blůt, ewer landtsleüt, ewer mit christen, lassen sie eüch erbarmen, das sy nit seel vnd lyb so vbel verderben.

O ir erberen vögt, schultheiß, rät vnd gericht der dörffer, stett vnd der land, ersůchen alle jar zwey mal in ewerem gebiet die klöster, dann sie vnmänschlich kärckern ire gefangen, erlösen die gefangnen, dann kein türck hörter bindet dann die münch, so sy gefangen haben ire mit[103] brüder, so doch die gefangnen frümmer sind dann die ledigen.

Ich gloub, das vber vyl ort kummen hagel vnd vngewitter vnd pestilentz von wegen solicher gefangen, die yn irem lyden schrien zů got vmb hilff vnd rach. Darumb ersůchen offt die gefäncknüß in klösteren, jr sind es schuldig vor got, ich hab es eüch gesagt, nicht mag eüch entschuldigen. Ob sie sagen, sy sind ewerem gewalt nit vnderworffen, ist war, so sie recht thůnd, aber in vnbillichen sachen sind sie eüch vnd jederman vnderworffen, Gott wirt eüch glück vnd heil vmb solich früntschafft bewysen.

Woluff woluff ir frummen teütschen vnd legen ewer hand an den pflůg, sind käck, got ist mit eüch.

Alle münch, so auß den klösteren in die wält gond, wellen nicht forderen rechtlich oder gewaltiglich von iren fründen, vnd iren klösteren, sy wöllen sich got befälhen vnd trewlich anderen dienen vmb das täglich brot, dann klosterläben ist jetz nicht dann finsternüß, sünd, schad, fägfewr, hell.

Sollich anligen der klosterleüt hab ich nit wöllen verhalten teütscher nation, auch ir fürnämmen wöllen anzeigen, do mit sich keiner ergere ab irem außgon, so ir ietz gehört haben ire vrsach. Es sind so vyl erber leüt in der wält, wer schad das nieman frumm wär dann die klosterlüt, was ist ir kut, ir feil, ir wyl, ir schäppler, ir blabperen vnd hülen im chor, kein fleisch essen vnd nach reden, kein lyninn hembd tragen vnd nidig sin, vyl fasten vnd kein gůts einander thůn.

Auch neret got so ein grosse wält, er wirt auch erbere leüt neren, so sie von gwissen wegen auß dem kloster gond. Es soll sich ein biderbman schamen, das er het ein fründ in eim kloster, do er in fawlheit, in gots findschafft, in der lüt vngnad ißt der armen leüt blütigen schweiß, eerlicher wär es wann du ein sew hirten zů eim vetter hettest.

Die münch bedörffen keiner dispensation vom bapst noch von ir vnwilligen oberkeit im kloster, nit minder dann[104] ein hůr bedarff vrlob vom hůrenwirt, so sie will frum werden.

Wo aber die klöster werden geordnet nach Christlicher form, wöllen sie gern wider dar in, hie zwischen wellen sie nit sein in dysen synagogen sathane, in disen sünden schůlen, in diser glyßner samlung, do by niemandt mag christlich läben on grossen qual, deß sie doch wol vß gots genad mögen vberhaben sin. Dann jetlichs mensch mag sich gebrauchen aller zimlichen fryheit vnd trost vff erden, so lang biß das got im solichs nimpt mit seim gebot.

Alles kloster läben zů vnseren zyten, all ir statut, regel, gelübt, gots gebärd vsserhalb des ewangelij ist nit wärd, das einer ein tag fastet, darumb solich hand zehalten, dann es alein glißnery vnd .N. ist alles sampt vnd ein vndertruckung ewangelischer leer. Nim dein fründ zů dir auß dem kloster, bistu rich, gib im das du täglich armen leüten gibst, das ist zwifach allmůsen.

Ich kan nit mee dar von sagen, die sach ist zů weitlöüffig, der tag ist vß, ir mercken ir jämerliche klag, darumb thůnd in mügliche hylff.


Biß fro, dein erlösung nahet.

Quelle:
Johann Eberlin von Günzburg: Sämtliche Schriften, 3 Bände, Band 1, Halle a. S. 1896–1902, S. 88-105.
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