Der .VII. bundtgnoß.
Dz lob der pfarrer

Von dē vnützē kosten der gelegt wirt vō dē gemeinē vnuerstēdigē volck vff mäß läsen, volgungen, begrebnüß, sybend, drysigst, jartag etc. V

vom lob der Pfarrer vnd irer nötigen

Caplon.[67]


Hie hebt an das lob der Pfarrer vnd

jrer nötigen Caplon, vnd ein vnderri-

chtung myßbrauchs der Volgun-

gen, mäßläsen etc. Auch wie

sich hin für ein jedes chri

sten mensch darinn hal

ten soll.


*


Oft vnd vyl bedenck ich gemeine klag der wält, Wie aller ding vnordenliches fürgangs fürderliche vnd meiste vrsach sey die oberkeit. Eintweders vß vnuerstand oder fawlheit oder bößwilligkeit. Vnd wirt solich klag zů dem dickeren wol warhafftig erfunden. Aber ich kan wol gedencken, das in vylen stucken das gemein volck grössere sterck gibt den mißbrauchen, durch ir häfftig anhangen vnd nachtruck, dann die oberkeit immer möcht zů wegen bringen, das will ich mit wenig worten nach vermögen in eim stuck anzeigen, do mit vrsach geben den verstendigen (deren jetzund vyl funden werden in der gemein) Weiter hie von zů gedencken, vnd mit gots hylff den mißbrauchen ein intrag zů thůn.


Es ist augenscheinlich, das in teütscher nation vier ding groß geacht werden. Das erst sind die Cerimonien genant der todten volg, oder der begrebnüß brauch, dar innen vermeint wirt handtreichung vnd hillf der todten, so jetz on mittel gefallen sind yn gottes grausame straff. Das vermeint end verwürff ich nit, dann es natürlich vnd christlich lieb erfordert. Aber solichs mittel on maß vnd urtheil fürvolgt, mag nieman verstendiger bewaren, vnd ist doch das gemein volck yn unseren landen so fast dar vff verwendt durch langs härkummen (als sy wänent) und durch eigengesůchig lere der kuchin prediger jnn vnd[68] vsserhalb der örden, das on sundere göttliche erleüchtung solicher wön nit bald von in getriben wirt, so behafft ist menschliche thorheit vff alle superstition, vnd möcht mich solichs ingebildet fürnemen der leüt abstendig machen von verhoffnung der besserung, wo ich nit merckte jetz sonnen schein, das got, oder durch inners geistlichs insprechen, oder durch hymmelische inflüß der menschen gemüt wolt erleüchten zů erkantnüß vnd verdruß, auch nachfolgend zů abstellung viler falschen gotzgeberden dar inn wir layder vil jar vnß vnd andern gestuncken haben. Begär ich o läser, du wellest glychmütig disen ratschlag oder fürhaltung läsen vnd erwägen, dar nach in bewären, oder besseren dar thůn, wo du aber wurdest anderwert handlen gegen diser geschryfft, so zaigest du meer an die schuld dann mein mißhandlung.


Das teütsche christen geneigt sind den todten behilfflich sein, gefalt mir also wol, das ich begär yn allen predigen ernstliche vermanung geschehen zů solicher gotsamer früntschafft. Aber so sich vnder disem erlichen deckmantel verborgen hat ein so schedlicher got mißfalliger vaßnacht butz eigens gefůchs, menschlicher blendung vnd hindernüß der rechten hylff, so den todten möcht fürderlich sein, mag ich nit lenger schwigen von entdeckung der boßheit vnd von nutzbarlicher ermanung der gůtwilligen (doch klein verstendigen) christen.


Wer mag sich enthalten von verwunderung so er war nimpt vnd merckt die kromschafft vnd jarmarckt der yn mässen geübt wirt. Syhe, so dein vatter vnd můter, geschwysterig, verwandten, fründ oder ein ander berüfft wirt auß diser zeit, so leret dich das liecht der natur vnd die sunn christenliches brauchs inen willig sein, hilff zů thůn, da durch sy erlösung auß den penen (ob sy dar inn weren) vnd begerte säligkeit erlangen möchten. Jetz ist dir fast not erkantnüß bequemlicher mittel, das du nit vyl legest vff solich ding, das inen nicht oder wenig hilfft vnd dir größlich schaden bringt an gůt vnd an[69] duncken. Dar vmb volge dyser lere, biß du bessers vberkummest. Stande für gott in grosser zůuersicht vnd bit in vmb hilff vnd trost disem todten, ermisse auch vnzäliche mißthat, dar durch wir den allmächtigen got täglichen vnd all stund erzürnen in disem läben vnd das streng gottes vrthail, darinn auch vnsere gerechtigkeit mißfellig sind, vnd wie vyl meer du behärtziget würdst in betrachtung gemälter zweier stuck, so vyl ernstlicher würst du zů bätten, doch das du vyl hoffnung habest in göttliche barmhärtzigkeit, die sich so vyl meer neigt zů der abgescheidnen selen, wie vyl meer sie ir bedörffen, vnd das die fürbit krefftiger vnd got geselliger werde, soll ein gantze früntschafft oder nachburschafft ir gebät dar zů thůn. Darumb dann in gebrauch ist kummen der zůlouff aller vmbsessen, so man ein lych zů grab will tragen, vnd auch das lang glocken gethön do mitlöüffig, das da durch alle christen gemanet werden die solichs hören, vff das wenigest ein härtzlichen wunsch zů got thůnd vmb hylff disem todten. Vnd es gehört auch allen predigeren, welche das gotswort verkünden zů, in allen predigen der christen menschen sollichs yn zů reden vnd anzeigen.

Dar nach so man an fyrtagen zůsamen kumpt in die tempell, soll man in gemein oder sunderheit erzelen dem volck die zal deren, so in vergangnen tagen verscheiden sind, mit hitziger vermanung zu fürbit, welche geschähen soll nit allein in dem gemeinen gebät, so nach der predig bald gesprochen wirt vom prediger vnd dem volck, sunder sölich todten hylff flächten in alles gebät, das das christlich volck die gantze maß vß vff den fyrtag vnd die gantz nachgond wochen zů got thůt. Es ist auch fürderlich nütz solichs zů vermanen, so man leret das jetlichem so vyl barmhärtzigkeit nach seim todt bewisen wirt von got, wie vyl er jetz (auch denen so es vmb in nit verdient haben) den todten in sim gebät behilfflich ist.

Das man aber vff ein begrebnüß oder jars tag mäß helt, vnd do mit das christlich volck versamlet vnd vermanet[70] zů bitten für die todten, ist meins beduncken ia auch haltens behilfflich vnd trostlich den todten. Dann auch die heilig Monica begärt man solt ir ingedenck sin nach irem todt by dem altar Christi. Nächste hilff ist armen lüten gůts thůn, dar durch gott gefallen wöllen, vnd in durch solich gebetten früntschafft bewegen zů erbarmung vber die abgescheiden seel, vnd auch die armen verpflicht werden fleissiger zů bitten. Das aber ein groß (doch wenig erkant) hilff den todten sy besserung des läbens, deren die in irem geschlecht by läben blibent, ist außfündig auß den worten des richen mans der im auch achtet ein erlichterung der penen, ob seine brüder durch gebesserts läben abgewendt wurden von hellischem kärcker. Kein geselliger werck ist gott dem herren, dann so ein christ yn seim gebät gedenckt der gepinigten selen, sunderlich deren, denen er sunderlich verpflicht ist, vnd ist fast behilfflich den todten. Dise ob gemelte mittel sind vnß angezeigt zů hylff den todten, wo du andere annimpst fürderlich zů üben meer dann gemelte, soltest wol dir vyl mü vnd den selen wenig trost machen.


Das aber leider menschliche thorheit do hin ist kummen, das aller kost vnd sorg gelegt wirt vff das, so nit meer dann ein theil vnd nit das gantz obgemeltes endes ist zů hilff den todten, Das ist vff vigil, kertzen, vyle der mässen, stifftung der jarzeit vnd ewig mäß. Deßglich so ein mensch gestirbt, wirt alle übung gekert vff grosse rüstung der theckung, vff dotenbor, vff vnütze vnd vyl köstige beraitung, wachs vnd kertzen, vff bestellung einer grossen summ der priester, vff anrichtung verdrossens, vberworffens, vnbedachts vigilgen. Das solichs diene zu wältlichem bracht, zů vppiger eer der läbendigen verneine ich nit. Das es aber nütze den todten als ein stracks vnd krefftigs mittel zů trost, mag nit bewisen werden dan vß eigengefůchigen vngegründten leren, als seitlichem auch mittelmässigem verstandt kundtlich sein mag. Ich möchte anzeigen,[71] das solicher vsserlicher gebracht zů grosser hindernüß dienet an hylff der todten, so durch märlin vnd kuchin prediger das drumm vnd das end aller hilff den todten fürderlich in solich vsser scheinliche ding gesatzt wirt, dar durch heimliche vnd vnentpfintliche hinlässigkeit erwechßt in menschlichen gemüten, so sy meinendt, den todten sy vyl vnd gnůg hilff geschähen in mässen, vigilgen, jarzeiten, wirt da durch täglichs personlichs gebät für sy abgelassen von den verwandten vnd (im beduncken) gelegt vff die tempel knecht vnd vff andre. So doch die tempel knecht (ich mein münch, pfaffen vnd nunnen) als hinlässig, verdrüssig sind solichs zů verrichten, als willig vnd auch) behend sy sind den sold darumb zů empfahen.


Man clagt täglichen ab der grossen vnträglichen mänig vngelerter pfaffen vnd klosterleüt, die allein nützen stet zů füllen, schatten zů geben vnd dem armen man sein narung ab etzen, vnd will doch niemand warnemen füglich mittel solich summ zů minderen. So man doch sicht wie on kunst, on sorg, on arbeit, vnd verdienst sich so vyl tausent mögen erneren allein mit heimlichem mäßläsen, in denen auch wenig wort recht vßgesprochen werden gentzlich, noch minder verstanden, vnd man mit bit vnd gelt söliche zů solichem so ernstlich raitzet, zeücht, treibt. Meinstu das nit menschliche fawlheit das warneme, dar zů sich schicken, vnd das macht so vyl münch, pfaffen und nunnen, die den gemeinen christen abnemen zytlich gůt, die seckel lären, vnd sy hie mit ein voll fawl leben füren. Dar durch teglich der gemein einfeltig mensch geblendt vnd got geschendt wirt.


Die wyl aber die superstition oder mißbrauch so groß gemerckt wirt im einfeltigen willigen volck, sind die tempel knecht so behend vnd klůg vnd merent solich apostützlerisch haltungen in der beicht vnd vff den kantzlen, vnd auch mit erdichtung ettlicher geicht vnd erschynungen der abgescheidnen selen, do mit sie bewegen klein verstendig vnd bald gelöübig leüt zů stifften ewige mäß, jarzeit, vnnd[72] zů merung der seelvesper, vigilien, mässen, in volgung sibenden, driessigsten, do durch dann münch vnd pfaffen also gemest vnd gefült werden, das schier alle wält inen zinßbar vnd inträgig ist, vnd ir settigung dienet zů schwechung nützlichs regiments vnd zů widersatz der verkündung christlicher lere, als kundlich ist allen, so lesen der priester vnd phariseier art im ewangelio, der abgötter diener widerstand, als du findest in der helgen legend, vnd der münch vnd pfaffen zů vnseren zyten, vor denen reformierung der christenheit minder fürgang haben mag dann vor thürken vnd heiden. Vnd kumpt do hin so sy gemest sind durch stifftung vnd bestallung der einfeltigen, als ob sy durch vyle deß zytlichen gůts (ynen rylich dar gebotten) bewegt wurden zů flyssigem vnd vylem fürbit vnd hylff der todten, das niemandt minder thůt für sy, dann die am meisten do von haben, das erfült wirt der spruch, Gots gebärdige dienstbarkeit hat geboren rychtůmb, vnd die tochter hat verzert die můter. Nun sich an von wunders wegen, wie vngebärtig här zů louffen die mäß pfaffen zů kirchen do hin sie bestelt sind, mit lachen, schwätzen vor vnd nach der mäß, fliegende tag zeit sprechen sy. Es jaget ye einer den andern, das er bald ende die mäß, do mit andere bald zů kummen. Die mäß würfft man här auß, vnd eylendts dar von, vor vnd nah nit ein Aue maria dar zů gethon. O was lychter gespräch verlouffen sich yn dem chor vnd sacristy, die wyl do wäret die seel mäß, was gespöts, so die frawen zů opffer gond, do stond die tempel knecht vnd richten eine nach der anderen vß, was trosts die armen selen haben von eier solchen mäß, mag ein jeder christen wol gedencken. Deßglichen so wirt das zehend wort in der vigilgen kaum gantz gesprochen, das alle mercken die läsen können. Ob dem grab spricht man gebrochne wort, kurtz ab bald dar von, gält här das ist hie kouffmans werde.


Aber was soll ich sagen von den dorffleüten, die do hin gebracht werden durch ire Lybpriester,[73] das sie nit allein ryliche presentz geben den pfaffen, sunder auch das mol vnd die abent vrten, nit allein den priestern ires dorffs, sunder berüfft man auch von verrem münch vnd pfaffen dar zů, vnd so jettlicher pfarrer den bryß will haben in seim dorff, halt man die pfaffen wol, do mit wirt der arm baur geschaben vnd geschunden, das im so vyl kosten dar vff gadt, biß er sein todten fründ auß den drysigst bringt, er vnd all sein gesind läbten ein monat da von, vnd wirt doch der armen vnd hauß armer leüt wenig vnd gar neüt bedacht. Wo beliben do die wort Christi Matthei am. ix. Ich will haben die barmhärtzigkeit vnd nit das opffer. Ettlich wellen dem allem empfliehen, vnd bringen silber vnd gold den münchen in die klöster, verhoffend von in werd den todten meer nach gethon, vnd wissen nit, das schier minder oder als wenig do selbst verricht wirt, dann man selten meer dann ein gesungen seelmäß zůeygnet in sunderheit für gegen vermeint begäncknüß, vnd wie wol sy alle schwartze mäßgewand an tragen vber altar, läsen sy doch soliche mäß anderen denen sie verpflicht sind, so vyl das auch kaum ein gedächtnüß von eim todten gehalten wirt in sunderheit. Nicht desterminder meinst, dir geschähe vyl, vnd füllest eim gantzen Conuent die krägen oder seckel, vnd hettest eim hußarmen man deim nachbauren geben so vyl zů steür an bezalung seiner schuld, oder an narung seiner kleinen kinden, got vnd die selen hetten meer hylff oder gefallens dar von. Ettlich wellen dryfigsten lassen läsen, vnd wissen nit das der verdingten mäß so vyl by den pfaffen vnd münchen sind, das man offt dry dreissigst yn ein můß schlahen vnd nemen doch von jettlichem sunderen vollen lon.


Was soll ich dann sagen von gestyfften jarzyten die selten werden gehalten vber .xx. oder .xxx. jar. helt man sy aber, so schlecht man .iiij. oder .v. zůsamen,[74] vnd gybt doch bestimpte presentz als sunder. Gang nun hin du thorechter lay vnd gyb dein gält vß zů fülle der tempel knecht, zů versumung der todten, zů außlärung deins seckels, dar auß dir neüt entspringt, dann das man dich zelt vnder denen die gewonheit halten, sunder ists kein lob meer dann man helts für gewonlich, glich als man můß solichen vnnützen kosten haben für die todten. Wie lang wend ir thorecht sein, wann nicht were dann so vyl vnd manifeltig gespöt von eüch gemacht, durch solich somen pfärd vnd tempel knecht vmb eüweren blůtigen schweiß, jr solten doch vffhören von vberigem kosten vnd achthaben vff hauß arme leüt, do ir not sähen. Ich will nit absprechen den erkoufften gülten, so jetzundt yn besytz haben die tempel knecht, aber den täglichen vnnützen vnkosten so do geschicht mag ich nit sehen. Wann du ye wilt vnbenügig sein an dines pfarrers mäß vnd an gemeinem gebät diner mitpfarrigen, so nim dar zů die priester, die in diner pfarr verpfründt sind, dar by laß dich benügen, vnd sprich nit, eya es ist also der bruch, dann ob man ein weniger gehärtziger wolt sin, in kurtzen tagen gienge ab der vnd andre mißbreüch. Ein rüwlich eerlich spend gegeben vor der kirchen armen leüten, so in dein pfarr gehörend, das ist got vnd der wält loblich.


Dir teüren christen in teütschem land, ziehen ab ewer hand von solichen gaben den tempel knechten, do mit ab gestelt werd ir faul vnütz ergerlich läben. Es gefalt mir nit vbel das man gestiffte pfrůnden handthabt, aber das man kein nüwe stifft. Der Pfarrer gült ist in zů geben vnd wolt got das jetliche pfarr hätte ein pfarrer vß vollem gewalt, der nit allein järig oder ewig vicary wär, der auch ein gůte ryliche prouision hätte, vnd neben im zween oder dry priester auch wol versehen, die im bystendig weren zů nötiger zit. Ein pfarrmäß mit gmeinem gebät der vnderthon ist ein gůter behilff der todten, ich rate dir nit weiter vmb maß zů werben. Ist es nit ein[75] jamer, das so vyl personen gemest werden in klöstern, sunderlich der Bättel örden, allein vff solichs regel geschrey im kor zů singen, das sie doch vnuerstandts halb nit verstond vnd behendikeit halben nit mercken könen, vnd verdruß halb nit achten wöllen, was got gefallens dar an habe ermäß ein jetlich christenlich härtz. Vnd wo der verstendig christenlich mensch hand abzug, wurden solich bären köfig vffgethon, vnd vilen sünden, da von ich nit schriben will, vrsach entzogen. Ob kein sünde wär dann vnuerdiente spyß niessen, were es doch ein sorgsam ding vmb vnß. O wie groß ist der zorn gottes vber die vnwissenden, fawlen, verdrüssigen klosterleüt, die dar inn hoffen ir narung zů gewinnen, so sie im köfig des klosters nagend, vnd im chor die tagzeit wie die atzlen taflent, da von mein gesell schriben wirt. Dann vnser xv. zůsamen geschworen haben soliche ding der wält zů gůt entdecken.


Darumb ir theüren teütschen hüten euch vor nüwen styfftungen, handthaben die alten, so eim ein gůter fründ stirbt, brauchen mittel im zů helffen, oben anfencklich gezeigt. Lassen euch benügen an üwers pfarrers mäß oder vff das meiste an den mässen der priesterschafft, so in jetweder pfarr verpfründt sind. Geben spend den armen, hälffen den dürfftigen, handthaben eüwer pfarrer by rylicher narung, die sy dann wol mögen haben by grossen vnd kleinen zähenden. Das man gůte fründ zů tysch ladet, zů zeiten des laidts, vnd einen pfarrer mit zweien oder drien priesteren dar zů, were ich nit. Aber füllen den gantzen tag biß zů nacht lobe ich nit. Wiltu ein jartag stifften, zůhe in vber .xxx. jar nit, dann er wirt nit gehalten oder vbel, vnd bringt den tempel knechten irrung der gewissen, doch on krefftige warnemung. Lassen eüch nit an den gemeinen mißbrauch, als ob es gar vßgericht sy, so man gewonliche cerimonien in der kirchen verricht hat für die todten, aber jetlicher gedencke täglichen yn sinem gebäte an den stadt der abgescheidnen peinigten[76] selen vnd bitte allso für sy wie er wolt für sich gebätten werden nach seinem todt, das nützt den todten vnd ermanet auch die läbendigen ires endts.


Dir hoch gekoufften christen, wann wolt ir eüch bessers bedencken vnd käcklich angryffen die abstellung der superstition? Sähen ir nit das eüch got die hand reicht vnd will euch hälffen, das ir mercken in dem, das got so vyl küner helden erweckt, welch schryen wider solichen mißbrauch vnd ir eer, lyb vnd gůt wogen zů ewerem heil. Sind můtig vnd gryffen die sach dapffer an, entziehen dem fewr das holtz, das ist den vnützen, vngelerten, fürwitzigen, faulen, frässigen, geytigen münchen vnd pfaffen, ziehen ab täglich vngestiffte handtreichung, ir werden sähen, der müssigänger vnd laster erdichter werden nit so vyl, wo dann diß volck abnimpt, so wirt der laster auch minder vnd der täglichen narung meer. Do mit will ich nit abgesprochen haben den styfftungen, so jetz besitzen die gewychten, aber täglichs zů tragen zůfelliger gaben beger ich abgestelt werden. Die Pfarrer vnd ire nötige caplon vnd mithelffer achte ich aller eren wärdt, vnd in soll nötige hylff trülich gereicht werden. Aber aller anderen münch vnd pfaffen wäsen will mein gesell nit loben, vnd ob man sy nit wol mag heüffig vnd gar ab triben, wirt doch ir zal sich selbs minderen wo ir meinem rat volgen, als ich oben angezeigt hab. Lassen euch befolhen sein die abgescheidnen selen, vnd erwegen also iren stand, das ir got fleissig bitten, er wölle eüch behüten vor solichem hörtem vrtheil vnd sie erlösen vß der vnrůw irer penen. Vnd meiner zů versprochnen gesellen lere nämen zů härtzen, so sie eüch zůsähen werden, ob schon fayßte, volle, gütschynende, eygengesüchige, gält strickende münch, pfaffen oder nunnen anderst fürgeben, achten ir nit, ob irer zal schon vyl ist, vnd ir schein glat vnd gůt geacht. Aber meer ziehen soliche sach in ein gůt verstendigs vrtheil eüwer[77] vernunfft vnd bewerter geschryfften, ir werden finden, das ich vnd mein gesellen euch mit trüwen meinent, vnd bitten got für vnß, das er vnß verlych gnad vnß vnd eüch zů leren was der selen heyl fürderlich ist.


Ich hoff vnd harr.

Quelle:
Johann Eberlin von Günzburg: Sämtliche Schriften, 3 Bände, Band 1, Halle a. S. 1896–1902, S. 65-78.
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