Fünftes Kapitel
Der Mann muß hinaus, es ist ein Graus

[78] Die letzten Tage und Stunden daheim, wieviel gibt's da nicht noch zu durchleben! Ist's doch gerade, wie wenn man sich mit tausend Wurzeln und Würzelchen aus dem Boden reißen müßte, auf dem die liebsten Erinnerungen uns umblühen.

Jos mußte selbst darüber lächeln, daß ihm der Abschied so nahe ging und er es doch auf dem Stighof immer noch riechen konnte, wenn die Mutter eine Suppe anbrennen ließ. Er lächelte darüber, aber unter Tränen. »Fort ist fort«, meinte er immer wieder und schaute wie fragend zu Stighansens großem Hause mit dem Hirschkopf unterm Dachfirst hinüber. Auch der Mutter ging der Abschied nahe, und dabei hatte sie nicht einmal die Freude, ihn mutig seinem neuen Beruf entgegengehen zu sehen. Selbst ihr Trost, daß er da statt der Zusel die gute Dorothee neben sich haben werde, tat die gehoffte Wirkung nicht. Jos entgegnete klagend, er bleibe darum doch ein armer Teufel, um den das Mädchen sich nur wenig kümmern werde; Zusels Neckereien wären eigentlich noch eher zu ertragen als Dorotheens Mitleid mit dem verjagten oder doch aus dem Dienste geschickten Schneiderlein, welches nun wie sie bei dem gütigen, lieben Hans das Gnadenbrot essen dürfe.

Das war wieder eine der vielen, oft so schmerzlich beklagten Wunderlichkeiten, die den guten Jungen gewiß nie glücklich werden ließen. Bald schien es Demut, bald Trotz, sie selbst war noch nicht mit sich eins, wie man es nennen müsse, aber es machte ihr mehr Sorgen als alles andere. Das Gnadenbrot essen! Sie wußte nicht, wie er darauf kam. Hatte doch der Krämer, der ihn zuweilen auch im Stall etwas tun und selbst kleinere Händel für ihn abschließen ließ, nicht selten gestanden, daß im Jos ein tüchtiger Viehpatron verdorben und zum Schneider verpfuscht sei. So einer war wie geschaffen für den etwas unbeholfenen Hans, der sich nicht ungern bei allem, was in Kauf und Lauf kommen sollte, von andern, in[79] der letzten Zeit vom Krämer, raten und helfen ließ. Gewiß hätte man ihn gern gehabt auf dem Stighof, und vom Gnadenbrot wäre nie die Rede gewesen, wenn er nur nicht auch seine Sonderbarkeiten mitgenommen hätte. Das Ärgste fürchtete sie von seinem Eigensinn, seiner Empfindlichkeit und ähnlichen Eigenschaften, die sie zwar an Wohlhabenden oft als schön und selbstverständlich loben hörte, die aber denen, welche nun einmal zum Leiden und Dulden da waren, zur Quelle vieler Leiden und übler Nachreden werden mußten. Das erinnerte sie daran, wieviel sie ihm noch ans Herz zu legen habe. Doch wenn sie dann den guten Jungen mit dem treuen Gesichte des unvergeßlichen Vaters vor ihr stehen sah und der sie mit den tiefblauen Augen so wehmutsvoll anblickte, dann war alles wieder vergessen, was zu einer Predigt hätte werden können. So wie er da war, war er ihr dann recht, und sie konnte nichts mehr, als ihn dem Schutze des lieben Gottes anbefehlen. Er, der ihren liebsten Wunsch noch so gnädig erfüllte, da sie selbst nicht einmal mehr zu hoffen wagte, erhörte wohl auch noch ihre anderen Gebete für seine Zukunft, welche sich nun immer mehr von ihrer, der der armen, strafbaren Sünderin, loszulösen begann.

Mit einem wunderbaren Lächeln, in welchem sich Hoffnung und Sorge, Freude und Schmerz gleichzeitig widerzuspiegeln schienen, trug sie in den beiden Feiertagen weit Besseres als gewöhnlich auf das wackelige Tischchen im Herrgottswinkel. Oh, es war ein Opfer der Entsagung, wie nur Mütter es zu bringen vermögen, wenn sie so mit allem, was sie so für die nächste Zeit hatte, vor dem kleinen, ärmlichen Hausaltar neben dem Kruzifix des Sohnes glückliche Zukunft im voraus schon feiern wollte, seine Auferstehung aus dem Grabe ihrer Sündenschuld. Nur der, den die frommgläubige Mutter vom Kreuz auf sich herabblicken sah, konnte die Tränen wahrnehmen, die sie zu verbergen bemüht war, während sie ihm ihre Bitt- und Dankgebete zusendete. Bloß wenn Jos einmal aus der Stube ging, ließ sie ihren Empfindungen freien Lauf. Dann betete sie laut: »O du grundgütiger Gott und Heiland,[80] wie hast du es doch so gut und recht gemacht! Hilf ihm nur auch ferner, immer, und laß dafür mich um so übler dran sein; mich, die doch nichts anderes will und zu nichts anderem da ist, als dem sich zu opfern, für den zu tragen, der nur durch ihre Sünde auf der Welt und unglücklich ist. Er muß fort, darf nicht länger unter der Last meines Kreuzes bleiben. Dann hat er aber niemand mehr zu Rat und Schutz als dich. Du wirst ihn doch nie verlassen – gewiß nicht!«

Das Zusammenpacken machte den beiden viel länger zu tun, als man hätte glauben können, wenn man sah, um wie wenig es sich dabei zu kümmern gab. Aber die Mutter hatte eben um so eher Zeit, das wenige sorgfältig zu mustern, wobei sie dann soviel zu richten und auszubessern fand, daß sie die halbe Nacht ihre Nadel nicht mehr aus der Hand brachte. Türen und Fensterläden wurden, wie es für ähnliche Fälle vom Pfarrer strenge befohlen war, sorgfältig geschlossen, damit kein Mensch durch solche Entheiligung der hohen Festzeit geärgert werde, wenn etwa ein verspäteter Wirtshausgast hart vor der niedrigen Stube vorbeigehen sollte. Auch Jos nahm noch einmal seine Nadel zur Hand und dachte mit schmerzlichem Behagen, wie schwer ihm die Anschaffung dieses und jenes Kleidungsstückes geworden sei. Dann lebte er sich ganz in den Tag hinein, an dem er es das erstemal trug. Waren doch solche Tage seine einzigen Festtage, wie wenig man ihn auch eitel auf ein hübsches Kleidungsstück nennen konnte. Dann dachte er wieder daran, wie rasch der Hans einen ganzen Kronentaler nur für Eierschalen hergeben wollte. Dabei schien ihn etwas wie ein Windzug aus dem großen, vollen Hause da drüben so stark anzuwehen, daß ihn beim Anblick seiner abgetragenen Kleider ordentlich zu frösteln begann. Der Scharfblick der liebenden Mutter wäre gar nicht notwendig gewesen, um das zu bemerken. Wenn er wieder ein Kleidungsstück brachte, sprach er es deutlich genug aus, daß er das so durchaus nicht tragen dürfe, während er früher über ähnliche von ihr ausgesprochene Besorgnisse nur gelacht oder bitter bemerkt hatte, daß für Leute seiner Art auch das[81] Schlechteste gut genug sei. Es tat dem guten Weibe tief im Herzen weh, ihn so unzufrieden zu sehen mit dem, wofür auch sie manches, manches Opfer gebracht hatte. »Es ist doch ein Elend, daß er auch gar nie maßzuhalten weiß«, klagte sie. »Früher hat er da das Röcklein trotzig selbst am Sonntag tragen wollen, und nun soll es auch für den Werktag nicht mehr gut genug sein. Am Ende wird er mir nun gar noch kritisch und hochmütig werden.«

Diese Sorge wäre wohl den meisten recht überflüssig erschienen, wenn sie das ursprüngliche blaue, nun aber wie mit einem Register aller seit einem Schaltjahr gekauften Tuchgattungen überlegte Röcklein gesehen hätten, welches er beim Einpacken eine Bettlerfahne nannte. Aber ein klein wenig hochmütig und eitel war der Jos denn doch, seine Mutter betrog sich nur, wenn sie wähnte, daß das erst seit der Unterredung mit Hansen am Karsamstag so in ihn gefahren sei. Da war eigentlich gar nichts anders geworden, als daß Jos in der wehmütigen Stimmung dieser Stunden immer frei von der Brust weg reden mußte und daß der Mutter jetzt jedes seiner Worte zu sinnen gab. Der Stolz des Burschen auf seinen guten Kopf und seine geschickte Hand, mit dem er innerlich allen den vom Glück zart und warm Eingewickelten trotzte, wurde von ihr um so weniger bemerkt, da sie ihn, wenn auch ihr selbst unbewußt, immer geteilt hatte. Erst seit dem Karsamstage gingen Mutter und Sohn hierin etwas auseinander. Die erstere fand gerade jetzt, wo beinahe jedes seiner Worte eine ganz eigene Weichheit ausdrückte, soviel Gutes in ihm, daß sie für seine Zukunft viel unbesorgter blieb als er, der nicht ohne Herzklopfen an den Empfang auf dem Stighof zu denken vermochte und sich – wenigstens für den Anfang – so gern auch durch sein Äußeres ein wenig empfohlen hätte. Er dachte sich neben die stolze, strenge Stigerin und die geschickte Magd, malte sich ihren allmächtigen Einfluß auf Hansen so lebhaft aus, daß er sogleich wieder hätte absagen mögen, wenn er sich nicht vor der tausendsappers Magd allzusehr geschämt hätte. Ja, vor der war ihm schon[82] jetzt so angst, daß ihm eigentlich eine Zusel, gegen die er herzhaft grob und trotzig sein durfte, an ihrem Platze weit lieber gewesen wäre.

Vergebens bemühte sich die gute Schnepfauerin, ihm die letzten Tage daheim so froh als möglich zu machen. Durch all die tausend Zärtlichkeiten, die die wehmütige Abschiedsstimmung erfindet, macht man einen Menschen nicht heiter, dessen Kraft hauptsächlich in seinem Trotze liegt. Wenn sie ihm das Beste auftischte, wenn sie alles tat, damit er doch in seinem künftigen Glück, in seiner Herrlichkeit auf dem reichen, stolzen Stighof, auch sie und die Heimat nicht ganz vergesse – das hätte sie denn doch mit aller Opferwilligkeit unmöglich ertragen können –, machte sie ihm nur weh, und er wünschte von Herzen, daß er, wenn nun einmal die erste Dummheit beim Krämer nicht mehr zurückzunehmen war, sogleich von diesem weg auf den Stighof hätte gehen können. Der Nachmittag des Montags war unendlich lang für Mutter und Sohn. Die erstere quälte sich mit der Frage, was wohl die neuen Verhältnisse, Ehre und allgemeine Achtung aus ihrem Lieblinge machen würden; dieser aber fühlte sein Herz von tausend lieben Erinnerungen noch schwerer belastet als von der Sorge um die Zukunft. Beide hatten das Gefühl, daß sie so sich nie mehr gegenübersitzen würden, und doch war es trotz allem, was sie gemeinsam zu tragen und zu dulden hatten, so schön gewesen. Ja, schön, aber nun war das eben vorbei. Alles auf der Welt nimmt ein Ende, und – das empfand Jos – am besten ist's, wenn's recht rasch geht. Plötzlich, die Sonne war noch lange nicht über die hochaufragende Kanisfluh hinaus, warf er sich das kleine Bündelein auf die Schultern und sagte mit gewaltsam erzwungener Ruhe: »So, Mutter, jetzt geh' ich und sage dir tausendmal ›Vergelt's Gott‹ für alles Gute. Leb' wohl!«

»Wie, was?« fragte die Erschrockene. »Ich hab' noch Fleisch zum Feuer getan, das wollen wir doch abends noch mitsammen essen und uns so wohl sein lassen, als wir können.«

»Und uns dabei alles noch schwerer machen«, fiel Jos ein.[83]

»Na, Mutter, du hast nun genug Opfer für mich gebracht, und mir wär' jetzt eine angebrannte Suppe, von Dorotheen gekocht, viel lieber; ich könnte sie dann doch darum ein wenig necken.«

Die Mutter wollte noch etwas sagen, aber Jos war schon zur Türe hinaus.

Jetzt sah er das Haus, in dem er nun leben sollte, mit den großen Stallungen und den stolzen Fenstern, dem hohen Dachstuhl und hundert anderen Zeugen eines großen Wohlstands, den mehrere Neubauten hinten und vorn als einen wachsenden verkündeten. Jos zwang sich zum Lachen darüber, daß ihm der Abschied so schwer werden wollte, als ob er viele hundert Stunden weit gehen müßte. »Du bist doch ein recht dummer Tropf«, murmelte er und wollte schon wieder zur Mutter in die Stube zurück, als eben der Stighans daherschlenderte, der ihm schon von weitem zurief: »So, Jos, es ist recht, daß du endlich kommst! Ich hab' dich gerade aus dem Nest holen und mitnehmen wollen.«

»Wohin?«

»Nun natürlich nach Emaus, das heißt zum Löwenwirt drüben über der Ach. Auch meine Eigenen sind dort und wer heut' ein wenig lustig sein will. Ist doch der Löwenwirt noch beim alten Brauch geblieben und gibt allen gedörrte Birnen und Nüsse, die am Ostermontag zu ihm kommen. Drum nur flink! Wirf deine Herrlichkeiten da in einen Winkel und nimm dafür die Mutter mit, wenn sie mag! Ich sehe nicht ein, warum die allein heute traurig daheim sitzen sollte.«

Das tat dem Burschen recht in der Seele wohl, und wie ein Lichtstrahl der Freude zog es über sein Gesicht. Seinen Augen ging es wie allem, was schnell aus der Kälte an die Wärme kommt; sie wurden feucht, während er wieder ins Häuschen zurücklief, wo er es dann kaum erwarten konnte, bis die überraschte Mutter sich, immer noch widersprechend und dabei zitternd vor freudiger Erregung, ein wenig ordentlich angezogen hatte.[84]

Dem Jos war es auch schon darum sehr erwünscht, daß er zuerst allein mit Hansen zusammentraf, weil er von diesem zu erfragen hoffte, was die Stigerin und Dorothee zu dem neuen Knechte gesagt hätten.

Doch dazu sollte er keine Zeit mehr finden. Auf dem Wege, der sie an neuergrünten Wiesen, neben Hügelchen, von denen Gänseblümchen und Aurikeln die ersten Grüße des Frühlings still herüberwinkten, und über geschwätzige Bächlein führte, sah Hans zum erstenmal in diesem Jahre seine Felder und Wälder wieder. Mit seltener Lebhaftigkeit redete er von dem, was schon in den nächsten Wochen getan werden könnte, und aus jedem seiner Worte klang die Freude, die ihm seine Bauernarbeit machte. Selbst Jos wurde von dem herzlichen Tone so hingerissen in die Welt seines heiter plaudernden Gefährten, daß er diesen nicht mehr nur für einen einseitigen Bauern hielt, der am Nützlichen allein mit Leib und Seele hing. Nun sah er sich auf einmal behaglich lächelnd als Knecht auf diesem schönen Anwesen, das für sich selbst eine kleine Welt in der großen zu sein schien. Wie herrlich, wenn da nun einmal alles blühte und wogte unter seiner Pflege, wenn die Sense rauschte und Schritt um Schritt hunderte fast mannshoher Halme an die Mahde wälzte, wenn das duftende Heufuder dem großen Stadel zuschwankte, der bald so voll war, daß man im Winter, wenn die Kühe im Stalle ungeduldig auf ihn warteten, kaum noch Platz hatte, ihnen das selbstgedörrte Futter nach Verdienst und Bedürfnis in kleinen Ballen nach der Reihe aufzuwinden, wie sie nebeneinander im Stalle standen.

Die beiden kamen bald so ins Reden hinein, daß es für die ihnen folgende Mutter eine wahre Freude war, obwohl sie dabei eigentlich gar nicht beachtet wurde. Hatte sie sich's auch nicht anders gedacht, als daß ihr Jos schnell und leicht sich in alles hineinleben werde, so war sie doch angenehm überrascht, ihn schon jetzt mit soviel Verständnis reden und fragen zu hören. Er ist doch ein prächtiger Junge, dachte sie mit einem frohen Blicke zum tiefblauen Abendhimmel. Der[85] Hans mochte wohl etwas Ähnliches über seinen Zuhörer denken, während er ihm mit der Länge und Breite eines echten Bauern auseinandersetzte, wie er das und das und warum er es gerade so getan zu sehen wünsche. Jos hatte beim Fragen und Zuhören doppelten Vorteil. Er gewann bei Hansen immer mehr Zuneigung und erhielt manchen bedeutsamen Wink für sein künftiges Verhalten und brauchte nicht mehr wie ein Kind über alles erst zu fragen, wenn ihm das ein mal nicht mehr so günstig aufgenommen, so freundlich beantwortet werden sollte als jetzt.

Im Wirtshaus wurde dem Jos und seiner errötenden Mutter an dem Tische neben dem Kanapee Platz gemacht zwischen der Stigerin und ihrer Magd, die den Ankommenden das volle Glas entgegenhielt, aber so, daß man nicht sagen konnte, ob es Hansen oder dem Jos gelte. Jos wußte selbst nicht, woher er den Mut nahm, zu fragen, welcher von ihnen beiden denn auch eigentlich gemeint sei. »In der Zeit, wo du fragst und Umstände machst, hätten beide ganz leicht ein Schlücklein zum Bescheid nehmen können«, antwortete das Mädchen und zog lächelnd das Glas wieder zurück.

»Das ist ein schlimmes Zeichen«, bemerkte Hans. »Noch immer hat Dorothee es mir ordentlich zugebracht, wenn sie einmal etwas Gutes hatte; nun aber, da auch der Jos mitkommt, tut ihr die Wahl so weh, daß sie keinem mehr etwas anzubieten wagt.«

Die auf diese Bemerkung folgende Stille mußte Dorotheen etwas zu lang vorkommen, denn bald sagte sie: »Jetzt geht ein Engel durch die Stube und schreibt sich etwas auf.«

»Vermutlich, daß die Schnepfauerin einmal ins Wirtshaus ging«, meinte Hans.

»Und daß ihr der Wirt ein geschliffenes Glas bringt«, sagte Jos und hätte beinahe noch beigefügt: »Wie den Vornehmen«, aber er fühlte dunkel etwas Unpassendes und unterließ es, in diesem Augenblicke so derb an kaum vergessene Gegensätze zu erinnern, die sich gewiß früh genug von selbst wieder geltend machten.[86]

Das geschliffene Glas war übrigens nicht das einzige, was den etwas empfindlichen Jos auf das angenehmste überraschte. Hans hatte gesagt, die Mutter sei da mit den Eigenen; darauf hatte denn Jos erwartet, die ganze hochlöbliche Verwandtschaft derer vom Stig in vornehmer Langweiligkeit beisammen an einem eigenen Tische zu treffen. Nun aber sah er statt der ehrwürdigen Reihe die Stigerin mit Dorotheen in einem Kreise von Tagwerkern sitzen, welche gewöhnlich den stattlichen Hof bearbeiten halfen. Früher hatte das Schneiderlein oft gespöttelt über die halberfrorenen Taglöhnerseelen, die sich im Glanz ihrer Herrschaft zu sonnen suchten und es sich noch zur Ehre rechneten, als Schweif des prächtigen Kometen am Himmel des mit einer eingelegten Schiefertafel fast ganz bedeckten Herrentisches beim Kanapee zu gelten. Nun aber gestand sich Jos, es sei denn doch etwas Schönes, dieses Zusammengehören aller, die zur Ehre und zum Wohlstand eines Hauses das Ihrige beitrugen. Es tat ihm wohl, sich mit seiner Mutter in so einem Kreise zu wissen, und er beeilte sich, die seltene Freundlichkeit aller als etwas Selbstverständliches lächelnd zu erwidern.

Fröhlich stießen alle auf ein langes, glückliches Zusammenwirken an, nur dem Jos war etwas wunderbar zumute, als unterdessen der Wirt die ledigen Paare auf die Kammer zu dem an diesem Tage wenigstens bei ihm – das wurde besonders stark betont – noch üblichen Nußklopfen einlud.

In Stighansens und Dorotheens Gesicht hätte kein Zug sich ändern können, ohne daß es Jos so schnell und wohl viel eher noch als sie selbst bemerkt hätte. Selbst als Hans den Stuhl zurückschob, erschrak Jos nicht, weil er den Entschluß zum Aufstehen noch nicht aus seinem ruhigen Blicke zu lesen vermochte. So hätte er auch die Lippen schwerlich gespitzt, wenn er »Komm, Dorothee!« sagen wollte; damit beruhigte sich Jos, und er hatte recht. Hans blieb sitzen und fragte den Wirt, ob denn bloß auf der Kammer droben Ostermontag sei.

»Das gerade nicht!«[87]

»Gut, so bring du deine Herrlichkeiten nur her; auch hier ist alles lustig und ledig; oder wenn Verheiratete da sind, so mißgönnt ihnen das Mithalten um Gottes Willen nicht! Ich wüßte nicht, warum die Ledigen auch noch den Vorteil des Nußklopfens vor den Bedauernswerten haben sollten.«

»Das ist wieder einmal vernünftig geredet«, rief ein nirgends in der Stube Sichtbarer dem Stighans zu. Jos wäre fast im Zweifel gewesen, ob dieser Beifallsruf etwa ihm selbst entronnen sei, wenn er nicht sofort die wohlbekannte Stimme des Krämers erkannt hätte. Der saß also drinnen im sogenannten Herrenstüble, dessen Türe eine große Spalte offen ließ, und er hätte es nun nicht gerne gesehen, wenn da nun auf einmal nichts mehr als das Geschwätz einiger Verheirateter von strengen Wintern und ungezogenen Kindern zu erhorchen gewesen wäre. Davon kam seine Freude über Hansens entscheidendes Wort, und darum fuhr er jetzt fast singend fort: »Der Hans trifft halt den Nagel auf den Kopf und weiß immer genau das rechte Gewicht aufzulegen. Ja, das ist einer!«

»Nur schade, daß er kein Krämer worden ist, wenn ihm allenfalls auch dann das rechte Gewicht nicht abhanden gekommen wäre«, bemerkte Jos, der dem Verhaßten seine Freude soviel als möglich verderben wollte. Es entstand über diese Rede ein Gelächter in der Stube, als ob er weit etwas Witzigeres gesagt hätte. Nur Hans blieb ernsthaft und sagte strenge verweisend: »Das ist etwas grob für deinen Vetter; sei doch nicht gar so kindisch!«

Jos, erschrocken aufblickend, begegnete zuerst dem strengen Gesichte der Stigerin, dann brachte ihn eine unmutige Bewegung Dorotheens und die Verlegenheit seiner Mutter noch ganz aus der Fassung. Das durfte nicht so auf ihm liegen bleiben; wie er es auch immer wieder abwälzen mochte, es mußte weg.

»Vetter hin oder her«, sagte er ohne langes Besinnen. »Was kümmert der Herr Vetter sich selbst um seine Eigenen? Ich will gar nicht von mir reden; aber da drunten bei den[88] Schnäpslern sehe ich den Andreas, seinen Töchtermann, sitzen und ins Herrenstüble hinüberblicken wie ein Stiefkind.«

»Für den Andreas ist dort eben die passendste Gesellschaft«, bemerkte Hans mit seltener Hast.

Hatte es schon viel Redens gegeben, daß Jos auf einmal vom Krämer weg auf den Stighof kommen sollte, so mußte ein solches Gespräch um so eher die allgemeine Aufmerksamkeit erregen. Es war auch wirklich so still, daß sogar der zuunterst in der Stube sitzende Gatte Angelikas die über ihn gefallenen Bemerkungen gehört hatte. Die gedrungene Gestalt richtete sich langsam auf, die buschigen Augenbrauen hoben sich, und sein Auge funkelte, als er mit heiserer Stimme sagte: »Hans, der Stich trifft mich nicht mehr. Lieber unter Schnäpslern frei und selbherr als gebunden wie du am Herrentische. Wozu hätte mein Vater gespart und mir kein warmes Winterkleid kaufen dürfen, wenn ich noch jetzt von euerer Gnade abhängig wär'? Laßt mich immer der Lümmel sein, wenn ich nur mein eigener Herr bleibe. Übrigens kann ich ja Stiefvater werden, wenn ich nicht mehr gerne Stiefkind bin. Es gibt noch ganz anständige Leute, die nicht ungern eine Flasche mit mir leeren, wenn ich einmal andere so gnädig bevatern will wie Hans.«

»Es wär' klüger gewesen, wenn du die Angelika mitgenommen hättest«, rief Hans dem Erregten verächtlich zu.

Andreas fuhr erschrocken zusammen. Dann aber erwiderte er trotzig: »Gelt, du wähnst, es ärgere mich, daß sie nicht mitgeht? Nein, Hans, darüber bin ich endlich hinaus. Ihr habt mich an viel gewöhnt. Sie bleibe nur, wo ihr wohl ist. Ich mach' es auch so. Was hätt' ich auch sonst noch von meinem Geld als die Freud' an euerem Neide?«

Das Eintreten des Pfarrers unterbrach den Andreas in seiner immer leidenschaftlicher werdenden Rede. Es wurde stiller in der Stube als in der Schule, und wie Kinder blickten alle zu dem hochwürdigen Gaste auf. Jeder wünschte und fürchtete, daß er sich an seinen Tisch setze. Die Ehre wäre eine große gewesen, wenn man nur etwas mit ihm zu reden gewußt[89] hätte. Der ehrwürdige Greis richtete an manchen ein freundliches Wort, das aber oft nur mit einem leisen Kopfnicken errötend beantwortet wurde. Jetzt war Jos, der eine Zeitlang wie auf Nägeln saß, wieder ganz der Mann. Der Pfarrer setzte sich auch bald neben ihn und begann ein Gespräch über die ihm im Winter geliehenen Bücher, bis er von seiner Häuserin zu einem Schwerkranken geholt wurde.

Von diesem begannen nun auch die zurückbleibenden Bauern zu reden, während sie die langen Zipfelkappen wieder aufsetzten. Nur am Tische neben dem Kanapee blieb alles still. Dem Jos aber machte man andere, viel freundlichere Augen als während des von ihm angezündeten Streites, der nun ganz vergessen war. Hans kam unmöglich aus seinem Erstaunen darüber, daß ein Mensch, nicht einmal ganz in seinem Alter, der nur seinen, Lehrer hatte und noch dazu ein armer Teufel war, so sicher und glatt mit dem hochstudiertesten Mann weit und breit zu reden verstand. »Ja, gelt, Mutter!« nickte er der Stigerin zu, die gar nicht zu wissen schien, was für ein Gesicht sie zu dem Vorgange machen müsse. Jos schien sich darum auch gar nicht zu kümmern. Er hatte genug an dem glücklichen Lächeln seiner Mutter, und Dorotheens strahlendes Auge sagte ihm, daß auch sie den Mutigen schätze, der vor dem Pfarrer und einer Stube voll neidischer und besitzstolzer Aufpasser so herzhaft zu reden und sogar seine Meinung über Bücher zu sagen wagte.

Der Krämer, der jetzt langsam in die Gaststube herauskam, schien mit einem Blick in den Augen aller gelesen zu haben. Er stieß mit Hansen an und wünschte ihm kalt lächelnd Glück zu dem neuen Knechte, der wenigstens schwätzen könne wie ein Briefträger. Der Handel sei freilich etwas schnell gegangen, doch werde man ihn hoffentlich nie einen übereilten nennen. Er wenigstens gönne dem armen Wicht einen so guten Platz, auf dem er manches lernen könne, wenn er nicht zu eigensinnig sei, recht von Herzen und wünsche nur, daß er ihn lange zu behaupten vermöge. Dienstwechsel sei stets schlimm, da man sich immer allerlei nachzureden wüßte,[90] doch der Gescheitere gebe nach und möge nicht durch Nachreden ganz zwecklos schaden und auch den anderen zum Reden zwingen.

»Der Mann scheint mich ein wenig zu fürchten«, dachte Jos, und das freute ihn mehr, als ihn die Zumutung ärgerte, daß er es einem recht bösen, geschwätzigen Weibe gleichtun könne. Behaglich begann er mit den andern über das Sprichwort: »Neue Besen kehren gut, aber die alten wissen die Winkel besser« zu plaudern; der Krämer schlich wieder zu seinem Schoppen zurück; doch blieb er nicht lange ruhig, da es unter so vielen Menschen für ihn gar bald wieder etwas einzufädeln gab.

Bald wurde an jedem Tische ein eigenes Gespräch laut, und Jos war wohl beinahe der einzige Bauernknecht, der einige Handwerker bemerkte, welche sich beim Ofen an einem kleinen Tischchen allerlei Äußerungen über die stolzen Bauern und ihr Gesindel zuflüsterten. Sonst war dort auch sein Platz, und heute kam er gewiß nicht ungehechelt weg, wenn sie auch an ihm den ärgsten Spötter verloren. Nun, sie konnten ihn immer als einen untreu gewordenen Zünftler betrachten. Er hatte für sich selbst zu sorgen. Es lebte sich auch gar nicht übel bei einem reichen Bauern. Das Feste, Sichere im Wesen dieser gutherzigen Leute tat ihm wunderbar wohl. Die Mutter hätte gar nicht so ängstlich husten müssen, damit Jos die Witze seiner ehemaligen Gefährten nicht höre, denn er hatte nicht die mindeste Lust, noch einmal Händel anzufangen oder auch nur ein unebenes Wort zu erwidern. Mit dem gutmütigsten Lächeln sah er hinüber zu der alten Stigerin im Herrgottswinkel, welche die von Dorotheens rundlicher Hand ihr vorgelegten Äpfel und Nüsse sich vortrefflich schmecken ließ. Oh, die da unten, ohne festen Boden unter sich und jeder der natürliche Gegner der anderen, sie wußten nicht, was es hieß, zu einem geschlossenen Ganzen zu gehören. Sie waren ja die unbeachteten Diener von Hunderten, da konnte kein Verhältnis zu ihren Kunden entstehen wie zwischen Bauer und Knecht, die sich eine ganze kleine Welt[91] beherrschen halfen, wo es gleichzeitig immer zu schaffen und zu zerstören, zu säen und einzuheimsen gab.

Jos hatte schon oft gesagt, Stall- oder Hausgedanken, kurz, der ganze Jammer des Werktaglebens mit allem, was drum und dran hänge, gehöre so wenig ins Wirtshaus als in die Kirche. Jetzt konnte er sich selbst nicht mehr davor erwehren. Die, welche nun etwa wegen seiner Unterhaltung da waren, mußten ihn allerdings merkwürdig schweigsam finden; ihm selbst aber war dabei so wohl wie noch nie. Immer tiefer dachte er sich in sein Knechtleben hinein. Er sah die wohlgepflegten Kühe die Köpfe aufrichten und auf sein Kommen horchen, dann fuhr er mit dem selbst gezogenen Rind aufs Feld und hätte fast überlaut zu jauchzen und zu singen angefangen. Es litt ihn nicht mehr auf dem Stuhl. Plötzlich leerte er mit wenigen Zügen sein geschliffenes Glas, stand rasch auf, wie wenn er auf einmal zu einem Entschluß gekommen wäre, den er trotz allen Einwendungen sofort auszuführen gewillt sei, und sagte: »Hier wär' alles recht und hübsch, aber ich glaub', deine Kühe, Hans, täten nicht wünschen, daß immer Ostermontag wär'.«

Die Magd wollte gleich gehen, um einstweilen ein Futter zu geben.

»Das ist jetzt meine Arbeit«, widersprach Jos nicht ohne Selbstgefühl. »Nur den Schlüssel zum Heu müßt ihr mir sagen, dann könnt ihr alle dableiben, so lang' ihr wollt.«

Dorothee meinte, man dürfe ihn denn doch nicht wie einen Einbrecher ins öde Haus lassen ohne Gruß und ohne alles. Sie wolle lieber mit und ihn grüßen für alle und ihm Glück wünschen.

»Ja, geht nur und gewöhnt euch zusammen!« lachte Hans.

Jos verließ rasch die Stube, während Dorothee durchaus noch einmal trinken mußte.

Vor dem Hause wartete Jos etwas ungeduldig auf die Magd und eilte dann wie ein von ihr Verfolgter zum Dörfchen Rehmen hinaus. Erst als das kleine Tannenwäldchen am Ufer der Ach sie in seinen Schatten aufnahm, redete Jos das erste Wort,[92] und es kam gar nicht so überlegt heraus, als man nach der langen Bedenkzeit hätte erwarten können. »Mich nimmt's wunder«, begann er und schwieg dann erschrocken darüber, daß er bald laut gewünscht hätte zu wissen, was alle dachten, die ihnen mit so eigentümlichem Lächeln nachsahen.

»Was nimmt dich wunder?« fragte das Mädchen, aber erst, als sie wieder aus dem Wäldchen hinausgekommen waren. Es schien Dorotheen auch gar nicht aufzufallen, daß sie keine Antwort mehr erhielt. Sie beide sahen errötend ihre Schatten hart nebeneinander daherschreiten, als ob sie Arm in Arm gingen, bis der Schatten eines mächtigen Baumstumpfs wie ein Riese zwischen sie zu fahren schien. Erschrocken über die gehörnte Gestalt mit dem kurzen Hals wichen sie auf die Seite. Dann lachten beide laut auf und eilten dem über die tosende Ach führenden Stege zu.

Erst hier sah Jos, daß auch die Mutter ihm langsam folgte. Er wartete, bis sie bei ihm war, um ihr allen falls hinüberhelfen zu können, wofür sie ihm mit einem freundlichen Lächeln dankte, wie er es noch selten auf diesem kummerbleichen Gesicht gesehen hatte.

Sie hatte heut' seit vielen Jahren die schönste Stunde erlebt. Nicht der so seltene Wein, die erlebte Ehre machte sie so froh und weckte tausend Hoffnungen auf eine schöne, glückliche Zukunft. Einmal über das andere drückte sie des Sohnes kräftige Hand, die sie führte, und wenn auch Dorotheens Anwesenheit sie zuerst etwas scheu machte, so konnte sie doch nicht unterlassen, ihre Freude über das Erlebte auszusprechen. Freilich kam sie auch auf die Worte, mit welchen Jos den Krämer neckte, und der Ton ihrer Stimme wurde dabei sehr ernsthaft, aber sie waren schon zu hart bei den Häusern von Argenau, um darüber noch lange reden zu können. Sie dachte wieder an den Abschied, der ihr jetzt weit weniger schwer fiel als zwei Stunden vorher. »Daheim sich wohl sein lassen«, meinte sie, »können arme Leute nun einmal nicht, und, das angenommen, haben es wenige besser als wir, da wir uns ja täglich einen guten Morgen wünschen können.«[93]

Sie sprang wie ein junges Mädchen, um dem Jos die eingepackten Kleider aus dem Häuschen zu holen, und als er ihr die Hand reichend »Behüt' Gott!« sagen wollte, meinte sie, es wäre doch lächerlich, soviel Wesens zu machen, wenn man nur in ein Nachbarhaus gehe.

Dennoch zitterte ihre Stimme, als sie das sagte. Dann aber mußte ihr eine sehr dringende Arbeit eingefallen sein. Sie drehte sich rasch um und eilte ins stille, öde Häuschen zurück. Stighansens neuer Knecht bemerkte kaum, wie groß ihn die hungrigen Kühe ansahen, bevor sie sich an das ungestüm geforderte Futter machten, so sehr waren seine Gedanken mit dem wunderlich gestalteten Schatten beschäftigt, der sich so zwischen ihn und Dorothee gedrängt hatte. Je länger er ihn vor sich sah oder zu sehen glaubte, desto ähnlicher wurde er dem etwas stark gebauten, kurzhalsigen Stighans ... Jos ließ alles, was er heute sah und hörte, an sich vorüberziehen und war noch mit der Frage beschäftigt, ob Dorothee mit einer goldenen Kette zu fesseln sei vom nächstbesten Hans oder ob nicht vielmehr ein höherer Mut aus diesen lieben braunen Augen blicke. Da hörte er des Mädchens wundervolle Altstimme von dem einsam auf der Alp stehenden Hause und von der Sennerin singen. Oh, wie klang das gleichsam durch all seine Nerven hindurch! Er setzte sich auf einen Melkstuhl und lauschte. Jetzt rechnete er nicht mehr und fragte nichts. Um sein Herz weitete sich's, und feuchten Auges dankte er Gott, daß er da war, es mochte nun kommen, wie es wollte.

Quelle:
Franz Michael Felder: Reich und Arm, in: Sämtliche Werke. Band 3, Bregenz 1973, S. 78-94.
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