Verlobung

[16] Es paßt uns nicht die alte Leier

In unsren jungen Liebesrausch,

Wir denken und wir fühlen freier

Und wollen's auch beim Ringetausch;

Der Treue Pfand, zu dieser Stunde

Empfang's in perlend-goldnem Wein

Und laß den Ring auf Bechers Grunde

Dir Sinnbild meines Lebens sein.

Laß übersprudeln mich und freue

Der Kraft dich, die da schäumt und gärt,

Denn innen, wie dies Bild der Treue,

Lebt meine Liebe unversehrt.


Quelle:
Theodor Fontane: Sämtliche Werke. Bd. 1–25, Band 20, München 1959–1975, S. 16.
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