[257] 19/5305.
[1806 oder 1807.]
Donatoa
wartet auf mit Bitte eine Lücke in Ihrer Bibliotheck damit auszufüllen.
G.
19/5306.
Dein Andenken zum neuen Jahr erscheint mir sehr freundlich, wozu die artigen Verse des Franzosen mir liebliche Beylage sind. Es giebt einem gar nicht Wunder, daß die Weiber dieser Nation nicht feind seyn können, da sich das männliche Geschlecht kaum ihrer erwehren kann. Wenn man den Regierungs- [258] rath Müller erzählen hört, der von Berlin mit dem Friedens-Document gekommen ist; so begreift man recht gut, wie sie die Welt überwunden haben und überwinden werden. Wenn man in der Welt etwas voraussähe, so hätte man voraussehen müssen, daß die höchste Erscheinung, die in der Geschichte möglich war, auf dem Gipfel dieser so hoch, ja übercultivirten Nation hervortreten mußte. Man verläugnet sich das Ungeheure, so lange man kann, und vermehrt sich eine richtige Einsicht des Einzelnen, woraus es zusammengesetzt ist. Wenn man aber diesen Kaiser und seine Umgebung mit Naivität beschreiben hört, so sieht man freylich, daß nichts dergleichen war und vielleicht auch nicht seyn wird. Ich hoffe dir bald davon zu erzählen.
Wenn das Schloß von Blessirten rein ist, wag' ich wohl einmal einen Besuch bey euch, denn ich möchte nicht eher hinüber kommen, bis ich Anstalt zur Reinigung und Wiederherstellung machen kann.
Der erste didactische Theil meines Farbenwesens ist bald abgedruckt. Er wird 21 Bogen machen. Der zweyte, polemische wird etwa mit 10 abgethan seyn. Dazu habe ich das Manuscript schon zur Hälfte, nur bedarf es freylich noch einer tüchtigen Revision. Hubers Leben und Briefe habe ich mit großem Antheil gelesen, und ich finde, daß sich aus diesen Characteren, Verhältnissen und Begebenheiten ein sehr interessanter Roman schreiben ließe, weil man als- [259] dann herausheben könnte, was hier vertuscht werden mußte. Daß er mit mir weder als Schriftsteller noch als Mensch fertig werden kann, nehme ich ihm gar nicht übel. Er zeigt übrigens durchaus guten Willen gegen mein Wesen und Treiben; und ist es doch immer die Individualität eines Jeden, die ihn hindert, die Individualitäten der andern in ihrem ganzen Umfang gewahr zu werden.
Hierbey schicke ich eine Pose, die du vielleicht noch nicht gesehen hast und die dir wohl einigen Spaß machen kann.
Für den Wein will ich Sorge tragen, daß er bald bey dir anlangt.
Daß der indische Quietismus mit dem gegenwärtigen nördlichen Treiben einen wunderlichen Contrast in der Betrachtung hervorbringt, ist keine Frage. Du thust aber sehr wohl, in so eine ganz fremde Gegend wie ein Zugvogel hinüber zu eilen.
Grüße die Deinigen und den jungen Voigt von den Meinigen und mir. Ich freue mich unserer nächsten Unterhaltung, für die ich manches aufspare.
Weimar den 3. Januar 1807.
G.
[93] 19/5306a.
Weimar den 6. Januar 1807.
Sie haben, mein Werthester, zu rechter Zeit an unsre Speisekammer gedacht, welche freylich in diesen Tagen manches gelitten haben. Ihre selbstgewachsenen und selbstgedörrten Früchte geben unsrem häuslichen Tisch ganz unerwarteten Reiz und contrastiren durch ihre Süßigkeit mit manchem andern das wir nur durch die Säure aufzubewahren wissen. Sehr schön wär es, wenn wir in der guten Jahrszeit einmal den Bäumen und dem Besitzer persönlich danken könnten. Von den manchen Übeln erhohlen wir uns durch die bekannten Liebhabereyen. Könnten wir denn nicht auch einmal deshalb einen Tauschhandel anlegen? Die [94] besten Dinge, die man zu lange hat, verlieren endlich für unser Gefühl ihren Werth und man sehnt sich zu etwas Neuem. Schicken Sie mir doch einmal so ein Verzeichniß von dem, was Sie allenfalls weggeben. Ich sende Ihnen ein ähnliches dagegen. Die neuen Politica sind noch so sehr im Werden, daß man sie gar noch nicht einmal politisch nennen kann. Indessen ist es wohl billig, daß wir unsre Augen nunmehr nach Frankfurt wenden, wobey denn gelegentlich wohl eines Freundes zu denken ist. Leben Sie recht wohl und geben Sie manchmal ein Lebenszeichen.
Goethe.
[259] 19/5307.
Ew. Excellenz
erlauben in der Krausischen Succesionssache eine Bemerkung.
[260] Mein neulicher Bericht enthielt ein nur unbestimmtes Gutachten. Ich habe die Zeit über der Sache weiter nachgedacht und bin auf folgendes Interlocut gefallen.
Es geschieht toto die, daß man versiegelte Zimmer um irgend einer Ursache willen resignirt und wieder obsignirt. Ich wünsche daher etwa nachfolgende Weisung zu erhalten, daß man Ankunft der Krausischen Erben die Zimmer resigniren lasse, sich mit ihnen und andern von der Sache unterrichteten Personen dahin begebe, eine Übersicht des Vorhandenen sich verschaffe und die Verhältnisse und den Werth beurtheilen könne, worauf alsdann wieder zu berichten wäre. Es versteht sich, daß man wieder obsigniren ließe, und alles bis zur endlichen Entscheidung in Statu quo bliebe.
Schon seit 14 Tagen quäle ich mich mit den Symptomen meines alten Übels, die zwar nicht heftig, aber doch verdrießlich und bänglich sind, weil man von Augenblick zu Augenblick das schlimmste erwarten kann. Sie sind Ursache, daß ich so lange nicht angefragt habe, wozu ich mir nächstens die Erlaubniß ausbitte.
Mich angelegentlichst empfehlend
Weimar, den 11. Januar 1807.
Goethe.
[261] 19/5308.
Ew. Wohlgeb.
haben die Gefälligkeit, nach beykommendem Briefe, den ich mir wieder zurück erbitte, die darin verordnete Salbe für mich besorgen, ingleichen etwa 2 Loth Carlsbader Salz in Portionen von 1/2 Quäntchen theilen zu lassen.
Bey dieser Gelegenheit wollte für die Zukunft die Einrichtung vorschlagen, daß nur diejenigen Arzneyen, welche für mich, Frau und Sohn bestimmt sind, notirt, alles übrige für mein Haus verlangte nur gegen baare Bezahlung abgegeben würde, weil sich mit den Domestiken sonst die Sache nicht übersehen läßt.
Alles Gute anwünschend
Weimar den 13. Januar 1807.
Goethe.
19/5309.
Daß es dir und den Deinigen wohlgeht, freut mich von Herzen. Ich halte mich so ziemlich und suche die von Zeit zu Zeit androhenden Übel möglichst auszupariren. Willst du mir das Geld für den Wein schicken, so befördre ich solches mit meinen übrigen Zahlungen an Romann. Ich hoffe, er wird dich gut versorgt haben. Der Kürze wegen ließ ich ihn gleich [262] an dich adressiren, auch, weil ich sonst hier die Abgaben zahlen muß, von denen Ihr frey seyd.
Hierbey liegt auch ein Blättchen an Lenz, wogegen er das Mineralienkästchen wohl aushändigen wird. Diese Woche noch schreib ich an Schelver und auf dessen Antwort werde ich ein Votum aufsetzen und die Commissarische Resolution unserm jungen Freude sogleich mittheilen. Wir wissen freylich bey unsrer Casse noch nicht, was künftig haben werden. Jedermann spricht von Einschränkungen und da sind gerade manchmal gewisse unschuldige Capitel, die in diesem Falle zu leiden haben. Doch hoff' ich das Beste.
Mit dem didactischen Theil meiner Farbenlehre, dem eigentlichen Entwurf derselben, bin ich nunmehr, Gott seys gedankt! fertig. Sobald er völlig abgedruckt ist, es fehlt nur noch ein Bogen daran, erhältst du das Heft. Freylich geht nunmehr eine neue Noth an: denn die polemische Arbeit ist begonnen, ein Theil des Newtonischen Werks, der Optik, wird ausgezogen, übersetzt und mit fortgesetzten Noten begleitet. Dieses Pensum sollte von rechtswegen bis Ostern geleistet seyn, wozu ich Hoffnung habe, wenn nichts Zufälliges dazwischentritt.
Ich bin nicht so ganz Franzosenscheu, daß eben alle von Jena weg seyn müssten, eh ich hinüberkäme; doch erst abwarten, und abwarten, ob sich mein Befinden in diesen gefährlichen Monaten leidlich beträgt wie bisher.
[263] Sonst habe ich wenig zu sagen. Das Theater nimmt die Abende weg, die Morgen sind kurz und der Tag ist vergangen, ehe man viel geleistet hat.
Lebe recht wohl mit den Deinigen.
Weimar d. 14. 1807.
G.
19/5310.
Sehr ungern haben wir vernommen, mein werthester Herr Doctor, daß Sie eine Zeit her an einem bösen Übel gelitten, und freuen uns, daß es wieder besser geht. Lassen Sie uns bald diesen Winter ganz leidlich, doch sehe ich dem Frühjahr und Sommer entgegen, die mir eine Reise nach Carlsbad wieder möglich machen sollen.
Die Bricken sind angekommen und erinnern uns an jene Zeiten, wo noch alles voll auf war, und wo Handel und Wandel sich freyer hin und herbewegte.
Wie sieht es denn jetzt mit der Versendung der Wedgewoodischen Waare aus? Ich wünschte ein Service für 12 Personen, wovon ich das mir übersandte Verzeichniß wieder beylege.
Allein die Gefahr, daß es mir unterwegs weggekapert würde, möchte ich nicht gerne übernehmen. Sie und Ihre Handelsleute werden am besten beurtheilen können, was zu thun ist. Haben Sie die [264] Gefälligkeit, mir darüber nächstens Ihre Gedanken zu sagen. Übrigens leben wir hier in der größten Ruhe, als wenn gar nichts gewesen wäre, und erholen uns nach und nach von den erduldeten Unfällen.
Die Meinigen grüßen zum Besten, wozu ich die Versicherung hinzufügen kann, daß wir unsers Freundes Meyer und seiner lieben Gattin oft in Ehren gedenken.
Weimar den 14. Jan. 1807.
G.
[29] 19/5311a.
Ew. Hochwohlgeboren
erhalten mit Gegenwärtigem die hundert und zehn Gulden, vier Kreuzer, mit dem lebhaftesten Dank für die fortgesetzten Bemühungen. Auch künftig soll es mir angenehm seyn etwas von dieser Art auch ferner zu erhalten. Ich bin nur beschämt, daß Sie so oft für mich in Vorschuß gerathen.
Sie verzeihen, wenn ich dießmal nicht sogleich antworte. Unsre Lage war die Zeither bedenklich genug, und ließ uns über manches, was man thun und lassen sollte, in Ungewißheit. Gegenwärtig sind [30] wir sowohl von außen als innen ziemlich ruhig. Möchten Ew. Hochwohlgebornen mir wohl von der neuen Anstalt, die Sie in Augsburg zu treffen gedenken, etwas näheres melden. Wir haben davon nur das Allgemeine gehört und wünschten in dem Intelligenzblatt unserer Literaturzeitung das Publicum von einem so schönen Unternehmen umständlicher zu unterrichten. Darf ich bitten mich meinen Freunden in München zu empfehlen und in freundschaftlichem Andenken zu behalten.
Ew. Hochwohlgeb.
ganz gehorsamsten Diener
Weimar den 22. Januar 1807.
Goethe.
Fast hätte ich vergessen hinzuzusetzen: daß ich die baldige Übersendung durch den Postwagen mir erbitte.
[264] 19/5311.
Die Wirckung des lebhaftesten Sonnenstrahls nach langem düstrem Wetter, that Ew. Durchl. gnädiger und freundlicher Brief den ich heute früh erhielt und mit wenigen Worten und danckbarem Herzen erwiedere. Gesteh ich's manches Blatt hatte ich an Ew. Durchl. geschrieben und es jederzeit wieder vernichtet, aus Furcht einer unangenehmen Berührung. Denn wenn man sich wohl beobachtet; so fühlt man sich sonderbar aufgeregt und scheut sich oft vor einer Wirckung in die Nähe geschweige in die Ferne. Da Ew. Durchl. noch länger ausbleiben; so bitte inständigst um einen längern Brief und bitte mir die Erlaubniß aus öfter anzuklopfen.
Auf nichts mehr bin ich neugierig als künftig einmal das Detail des Rückzugs der mehr als zehentausend den Sie so glücklich geleitet haben, von Ihnen[265] selbst erzählen zu hören. Dagegen wir mit einigen lustigen Ereignissen aus der bösen Zeit aufzuwarten gedencken. Habe ich etwa in meinem Briefe schon erwähnt wie das Museum der Naturforschenden Gesellschaft durch ein altes Pferde Skelett ist gerettet worden.
Ich eile mit dem gefühltesten Dancke und der Betheurung einer ewigen treuen Anhänglichkeit zu schießen.
W. d. 15 Jan. 1807.
Goethe.
Die heilige Handlung ist vergangen Sonntag früh um eilf anständig und heiter vorgenommen worden, wobey wir es an den besten Wünschen für Ihr Wohl und Ihre Freude nicht fehlen lassen. Also gescheh es!
19/5312.
Wenn auch für Sie, mein werthester Herr Cotta, in meinem Briefe etwas unerfreuliches gewesen; so schreiben Sie es unsrer Lage, nicht meinen Gesinnungen zu. Von Preußen zertreten, von Franzosen geplündert, von Süddeutschen verhöhnt zu werden und das alles zusammen in etwa 14 Tagen, das war denn doch eine ziemliche rauhe Probe. Wir wollen hoffen, bey glücklichem Wiedersehen von alle dem Bösen, als einem Vergangenen, reden zu können.
[266] Für die übersendeten Huberischen Schriften dank' ich zum schönsten. Dieser erste Band ist werth, mit allgemeinem Beyfall aufgenommen zu werden und, ich hoffe, die übrigen gleichfalls. Sorgen Sie doch ja, daß alle seine Recensionen mit abgedruckt werden, und zwar in chronologischen Ordnung. Man wird gewiß mit Vergnügen sehen, wie ein solcher Mann zu seiner Zeit über die Phänomene deutscher Literatur geurteilt hat.
Haben Sie doch ja die Gefälligkeit, mir anzuzeigen, wann die von mir den 8. December abgesandte zweyte Lieferung angekommen. Ich bin gewissermaßen unruhig, davon in Ihrem letzten Briefe nichts zu lesen. Ich entschließe mich daher, einen Laufzettel nachzuschicken, damit die Sache komme.
Indem ich Ihren vorletzten Brief nochmals durchsehe, so kann ich doch vermuthen, daß das Paket in Ihren Händen ist. Doch bitte ich um ausdrückliche Nachricht.
Wollten Sie wohl die Gefälligkeit haben, die Summe von 110 Gulden 4 Kr. Rheinisch an Herrn Gallerie Director von Mannlich in München für meine Rechnung zahlen zu lassen, und mir solche zur Last zu schreiben.
Die Aushängebogen sind bey mir nach und nach angelangt. Den ersten, dritten und vierten Theil habe ich vollständig, den zweyten besitze ich nur bis zum 28. Bogen inclusive. Auch fehlt mir der Titelbogen; um deren Nachsendung ich bitte.
[267] Diese Bände ganz ernstlich durchzusehen hat sich noch keine Zeit gefunden; beym flüchtigen Durchblick zeige sich manches, das hingehen mag. Ein einziger Fehler möchte einen Carton fordern, den ich hier unten anzeige.
Der ich von Herzen wohl zu leben wünsche.
Weimar den 23. Januar 1807.
Goethe.
Pag. 64 im 1sten Theil lin. 7 von unten steht:
Das ungebaute Haus, und sollte heißen:
Das neugebaute Haus.
Eben als ich siegeln will, lese ich in der Frankfurter Zeitung folgendes:
La clôture de l'académie de Munich a eu lieu le 31. décembre, en conséquence d'un rescript du roi.
Wenn Sie etwas näheres von dieser Sache wissen, so haben Sie doch die Gefälligkeit, mir es mitzutheilen. Diese Nachricht beunruhigt mich wegen mehrerer Freunde.
19/5313.
Da die Franzosen dasjenige lustig behandeln können, was ihnen eben keine Ehre macht, so sollten wir ja auch wohl den Muth haben, darüber zu lachen, was uns Schaden bringt. Ich sende dir daher beyliegend einen Spaß, der uns zwar nicht ganz ver- [268] ständlich ist, der aber Stellenweise dir gewiß Vergnügen machen wird. Ob ich mich gleich diese Tage her nicht zum besten befand, so habe ich mich doch auf den Beinen erhalten, und hoffe so fortzufahren.
Schelver hat seine Stelle resignirt. Ich werde nun Herrn Geh. Rath Voigt wegen der Zukunft meine Vorschläge thun. Ob alles beym alten bleiben wird, weiß ich nicht; doch will ich unsern jungen Freund aufs mögliche besorgt seyn.
Lebe recht wohl und grüße die Deinigen.
Weimar den 24. Januar 1807.
G.
19/5314.
Weimar den 24. Januar 1807.
Sie sollen Dank haben, mein werthester Herr Körte, daß Sie mich an Lessings Portrait erinnerten. Seine Nähe hat mir viel Freude gemacht. Es ist wohl eingepackt und geht mit dem Postwagen ab.
Das übersendete Büchlein hat mich, wie Sie leicht denken können, betrübt. Warum kommen doch solche Verhältnisse ins Publikum? Es ist aber einmal nicht anders. Dießmal haben Sie denn freylich die Mehrheit auf Ihrer Seite: denn in diesem Falle liebt man den Verrath und man kann den Verräther nicht hassen.
Demoiselle Bardua macht ihre Sache recht gut. Ich wünsche, daß sie noch ein Jahr bey uns bleibt, [269] damit sie noch einige Stufen ersteige, und nicht, wie es so oft zu geschehen pflegt, in der Etage verweile, wohin sie gelangt ist.
Wir ergetzen uns alle Tage an der plastischen Nachbildung jenes schönen Kindes, das auch Ihnen so sehr am Herzen liegt, und wünschen zum Voraus alles Gute.
Mich zu freundliches Andenken empfehlend
Goethe.
19/5315.
Weimar den 24. Januar 1807.
Kaum ist mein Brief abgegangen, so entstehen wieder neue Unannehmlichkeiten durch die allgemeine Zeitung, indem ein Artikel aus Gotha nicht private, sondern öffentliche Verhältnisse verletzt. Es steht derselbe in Nr. 13. Man kann das behauptete nicht mit Stillschweigen übergehen, und verlangt höheren Ortes von mir, nachstehendes an Sie, mein werthester Herr Cotta, abzusenden, damit es gleichfalls in jene Zeitung eingerückt werde. Es ist recht traurig, daß in Zeiten, wo man so viel zu leiden hat, auch noch durch diejenigen die Übel vermehrt werden, welche sie nur das Zeitung- und Tageblatts-Wesen leider schon so ausgeartet, daß sich nichts Gutes mehr davon hoffen läßt. Verzeichen Sie, daß ich abermals [270] beschwerlich bin, allein ich konnte diesem Auftrag nicht ausweichen, und bleiben Sie übrigens meiner alten unveränderten Gesinnung versichert.
Goethe.
[Beilage.]
Weimar den 23. Januar 1807.
Die Accessionsacte der fünf sächsischen Herzoge zum Rheinischen Bunde ist schon in öffentlichen Blättern abgedruckt erschienen. Daraus erhellet, wie grundfalsch das Vorgeben ist, als wenn dem Herzoglichen Hause Gotha ein wohlhergebrachter Vorrang vor den übrigen Ernestinischen Sächsischen Häusern auch in dieser Acte zugesichert worden sey. Eben so falsch ist es, wenigstens in Beziehung auf Sachsen-Weimar, daß ein solcher Vorrang hergebracht, oder durch irgend eine andre Acte begründet sey. Denn man findet in jedem genealogischen Handbuche, daß die Primogenitur bey Sachsen-Weimar sey, und daß der jetzige regierende Herzog von Weimar den übrigen regierenden Herzogen zu Sachsen vorgeht, als worauf doch unter diesen Herzogen der Persönliche Vorgang, der Hausverfassung gemäß, beruhet.
19/5316.
Wenn ich nicht unter den ersten erscheine, die Ew. Durchl. heute persönlich, lebhaft und herzlich be-[271] grüßen; so sind meine Übel Schuld mit denen ich mich wieder seit einiger Zeit herummaneuvrire. Es scheint sie möchten gern ihr Jahrsfest auf meine Unkosten bey mir feyern und ich thue das mögliche sie von meinem Terrain abzuhalten.
Doch warum muß ich am heutigen Tage von Übeln reden! da uns am heutigen Tage von Übeln und Sorgen befreyt. Fühlen Sie in der Mitte der Ihrigen wie gewünscht und ersehnt Sie zurückkehren und gedencken dessen, der ewig treue Gesinnungen hegt und sich im Stillen manches Vergangen erfreut da sich wieder auf die Zukunft sicher hoffen läßt.
W. d. 29. Jan. 1807.
Goethe.
19/5317.
Ew. Wohlgeb.
haben so lange nichts von mir vernommen, daß ich mich über mein Stillschweigen thätiger entschuldigen möchte, als es gegenwärtig durch die wenigen Worte über unsres Müllers Rede geschieht. Ein paar Recensionen sind mir ins Stocken gerathen, weil ich die Sache zu ernsthaft nahm, und freylich, wo soll jetzt der leichte gute Humor herkommen, mit dem man manche Dinge behandeln müßte.
Nehmen Sie indessen die Versicherung meiner lebhaften Theilnahme an allem, was Ihnen begegnet;[272] nehmen Sie meinen Dank für so manche schöne Unterhaltung und Belehrung, welche mir Ihre Literaturzeitung so reichlich gewährte. Mit Sehsucht sey' ich dem Frühjahr entgegen, das wiederaufentstehende Jena zu besuchen und mein Scherflein wenigstens zu Gunsten einer neuen Epoche beyzutragen.
Ich empfehle mich zu geneigten Andenken und wünsche das beste Gedeihen.
Weimar den 21. Februar 1807.
Goethe.
19/5318.
Weimar den 23. Februar 1807.
Ew. Wohlgeboren
haben hoffentlich das kleine Paket mit den Carlsbader Steinen erhalten, das ich vorlängst abschickte, und gedenken unserer wohl in allem Guten, sowie unsre glücklich zurückgekehrten Flüchtlinge noch sehr lebhaft sich der guten Stunden erinnern, die sie mitten in den verworrensten Zeiten bey dem ruhigen und frohen Naturforscher zugebracht haben.
Gegenwärtig habe ich einen Wunsch vorzutragen, und es ist der, daß wir bey einer neuen Ausgabe von Winkelmanns Werken, zu der Anstalt gemacht wird, uns auch jener Umarbeitung des Aufsatzes über die Baukunst, welchen Ihr Herr Sohn im Manuscript besitzt, bedienen dürften.
[273] Ich habe, da er mir früher mitgetheilt war, eine Abschrift davon für die geheime Schatzkammer unserer Bibliothek machen lassen und wir erbitten uns nunmehr die Erlaubniß zum öffentlichen Gebrauch. Könnten wir das Original zu näherer Durchsicht nochmals auf einige Zeit erhalten, so würde der Abdruck desto correcter ausfallen.
Daß in so zerstörenden Momenten unsere Jenaischen Sammlungen verschont worden, hat Sie gewiß gefreut. Für die mineralogische besonders wäre es Schade gewesen, da sie in ihrer Art große Vorzüge hat.
Das botanische Institut ist auch noch ziemlich davongekommen, obgleich der Aufseher viel gelitten hat und das Wohnhaus übel behandelt worden ist. Wir haben Ihrem guten Neveu D. Voigt die Aufsicht übertragen und ich bin eben daran, ihm das Häuschen wieder einrichten zu lassen. Ich habe ihn bey Gelegenheit, als ich den Batschischen Nachlaß von Schulden befreyte und, was der Gesellschaft angehörte, in Ordnung bringen ließ, genau kennen lernen und habe mich über den graden Sinn und die Thätigkeit des jungen Mannes sehr gefreut. Ich hoffe für das Institut und sonst viel Gutes von ihm.
Leben Sie recht wohl, empfehlen Sie mich den werthen Ihrigen und allen, die sich in Göttingen meiner freundlichen erinnern mögen. Müßte ich diesen Sommer nicht nach Carlsbad, so sähen Sie mich gewiß bey sich, denn ich habe wieder so manche Fragen [274] gesammelt, die nur dort von Lebenden und Abgeschiedenen beantwortet werden können.
Goethe.
Gedenken Sie doch mein, wenn Ihnen eine merkwürdige Handschrift alter oder neuer Zeit durch die Hände geht.
19/5319.
Da ich bey mir einigermaßen Ordnung mache, so finde ich den Kästner, der dein gehört, und den Gautieri, den ich dem D. Voigt zu übergeben bitte. Es liegt auch ein Papier drin, das er zu seinen Acten nehmen wird. Ich freue mich auf diesen jungen Mann, wenn er nur erst sein neues Quartier wird bezogen und sich in seine neuen Verhältnisse eingerichtet haben. In seinem letzten Brief detaillirt er mir, wie er mit Anwendung der metamorphosischen Ideen vorwärts geht, und ich gestehe, es gelingt ihm recht gut. Wenn er noch ein paar Puncte überwindet, so bleibt nichts weiter zu erinnern. Bey unsrer nächsten Zusammenkunft will ich ihm drüber hinaushelfen, wenn er nicht indeß, wie mir sehr wahrscheinlich ist, darüber hinwegkommt.
Der zweyte polemische Theil meines chromatischen Werks wächst auch zusehends. Es ist aber immer eine schreckliche Arbeit. Wenn sie fertig ist, wird [275] man kaum glauben, daß man sie gemacht hat. Aus dem gröbsten bin ich durch; aber nun muß das alles noch einmal erst bedacht, redigirt, vieles nochmals durchexperimentirt und manches umgeschrieben werden. Indessen, wenn nur jeden Tag etwas geschieht, so sammelt sichs doch zuletzt, und ich treibe diese Arbeit mit desto mehr Lust, weil ich nach ihrer Beendigung an den historischen Theil der Farbenlehre gelange, den ich als ein Symbol der Geschichte aller Wissenschaften behandeln kann. Dabey kann ich denn freylich kaum an einen Termin denken, wann das alles fertig seyn soll. Doch das hat nichts zu sagen. Wir leben ohnehin mehr, als man glauben sollte, außer der Zeit.
Gestern besuchte mich Herr v. Dohm, der von Warschau kam; und obgleich das, worüber man sprach, sehr unerfreulich war, so erquickte man sich doch, einen so tüchtigen, standhaften und unter allem Wechsel seinem Geschäft treu bleibenden Mann zu sehen. Solche Stärkungen werden denn doch von Zeit zu Zeit Bedürfniß.
Die Vorstellung vom Tasso hat einen sehr guten Eindruck gemacht, einen bessern als ich erwarten konnte. Vielleicht haben dir die Frauenzimmer davon geschrieben. Übrigens ist noch mancherley interessantes angelangt, das ich dir wohl einmal zu zeigen wünschte; z. E. eine unzweifelhafte Cellinische Medaille, die freylich etwas durch Übergoldung an Schärfe verloren [276] hat, doch aber seine Kunst und Art noch recht gut erkennen läßt.
Laß mich bald wieder von dir vernehmen und sey mit den Deinigen von mir und den Meinigen aufs beste gegrüßt.
Weimar den 25. Februar 1807.
Goethe.
19/5320.
Ew. Wohlgeboren
erhalten hierbey den Betrag der übersendeten Silberblicke. Vielleicht sind wir von Seiten fürstlicher Commission um Ostern in dem Falle, Ew. Wohlgeboren etwas, nach dem Beyspiel des guten Bergmeisters, zu Liebe zu thun.
Ich freue mich, daß doch noch immer etwas zu unsern Schätzen hinzukommt, sowie ich nicht genug glückwünschen kann, daß sie erhalten wurden. Ich verlange sehr nach so langer Zeit, einmal wieder das Jenaische Schloß zu betreten, wo ich so manche gute Stunde gehabt habe, und von meiner Seite zu Herstellung der Beschädigten das mögliche beyzutragen.
Der ich von Herzen wohl zu leben wünsche.
Weimar den 25. Februar 1807.
Goethe.
[277] 19/5321.
Ew. Excell. übersende
1) ein Schreiben von Paris, das an die Bibliotheks-Commission abgegeben worden. Sollte man es nicht zu Serenissimi Kenntniß bringen? denn unsrer Casse möchten die fastes de la nation française doch etwas zu schwer fallen.
2) Das Schreiben eines Magisters, der sich Student unterschreibt und der wohl zeitlebens Student bleiben wird.
Weimar den 25. Februar 1807.
G.
19/5322.
Gehorsamster Promemoria.
Indem Unterzeichneter der Herzogl. sächsischen Cammer Weimarischer Abtheilung für das mitgetheilte Document den gehorsamster Danck abstattet; so verfehlt er nicht dasselbe von seiner Seite vollzogen sogleich zurückzusenden; wobey er nur bemerckt daß die Nummer des Hauses 422 sey, wie solches die Nummern der Nachbarhäuser und die bisherigen Einquartierungs-Billette ausweisen. Sodann überläßt er Fürstl. Cammer gefällig zu beurtheilen inwiefern bey Übergabe des gnädigsten Schenckungsbriefes bey[278] dem hiesigen Stadtrathe zu gerichtlicher Confirmation auch er, allenfalls durch einen Bevollmächtigten zu concurriren habe und erwartet deshalb beliebige Anleitung.
Weimar d. 25. Febr. 1807.
Goethe.
19/5323.
Ew. Wohlgeb.
erhalten hierbey die Antikritik nebst der gar schönen Gegenrede des Recensenten; es soll mir angenehm seyn, beyde bald gedruckt zu sehen. Übrigens muß Herr Wünsch einen sehr schlechten Magen haben, daß er den Gurkensalat immer noch nicht verdauen kann.
Herrn Windischmann machen Sie gelegentlich viel Empfehlungen von mir und sagen Sie ihm, daß ich bey meinen chromatischen Arbeiten sehr auf ihn zähle. Wie oft wünsche ich, mich mit ihm unterhalten zu können! Gewiß würde ich über manches geschwinder hinauskommen und das Ganze würde sich besser fügen.
Daß wir unserm Freund Müller etwas Erfreuliches erzeigen, hat er wohl um uns verdient. Auch ihn bitte ich vielmals zu grüßen.
In Hoffnung einer baldigen Frühlingszusammenkunft wünsche ich das Beste.
Weimar den 28. Februar 1807.
Goethe.
[279] 19/5324.
Des Herrn Major von Hendrich Hochwohlgeboren werden gehorsamst ersucht, nach nebenstehenden Vorschlägen die Reparaturen des botanischen Gartenhauses vornehmen lassen, und dabey gänzlich nach einiger Überzeugung zu Werke zu gehen.
Sehr angenehm würde es fürstlicher Commission seyn, wenn die Arbeit zu Ostern beendigt wäre und nicht über 60 Thaler zu stehen käme.
Weimar den 4. März 1807.
Goethe.
[94] 19/5324a.
Durchlauchtigster Herzog
Gnädigster Fürst und Herr
Ew. Hochfürstliche Durchlaucht geruhen Sich aus beykommenden Acten die gegenwärtige Lage des hiesigen freyen Zeicheninstituts unterthänigst vortragen zu lassen.
Nach Fol. 1 hat der Rath Krause, welcher in den Kriegsereignissen viel gelitten hatte, sich in das Haus des Legationsrath Bertuchs begeben, und man ließ, auf seinen Antrag, sogleich die Stunden durch Professor Meyer und die Unterlehrer fortführen, indessen sich der Tod gedachten Rath Krauses ereignete. Man machte verschiedene Einrichtungen nach Fol. 2; und da [95] ein eingereichtes Verzeichniß Fol. 4 und ff. nicht auslangend gefunden wurde; so ließ man Fol. 3 ein gedrucktes Schema abgeben, durch dessen Ausfüllung man über die Schüler und Ihre Absichten näher unterrichtet wurde. Es hat sich auch der Zudrang zu gedachter Anstalt täglich vermehrt, so daß man gegenwärtig wohl 250 Schüler zählt, deren Fähigkeiten und Vorschritte man genau beobachten wird.
Wie es mit demjenigen beschaffen, was der Zeichenschule an Vorschriften u.s.w. eigenthümlich zugehöre, ist aus Fol. 15 und 16 zu ersehen; welchem nach ferner, wie aus Fol. 33 erhellt, bey Resignation des Krausischen Nachlasses, das Nöthige besorgt worden.
Da sich denn aber nöthig macht, daß die ganze Einrichtung völlig wieder hergestellt werde, und der Director derselben unmittelbar dabey wohne; so ergeht das unterthänigste Gesuch an Ew. Hochfürstliche Durchlaucht dahin, obgedachtem Professor Meyer, als einem würdigen und erprobten Manne, die erledigte Stelle zu conferiren.
Was die Emolumente bey diesem Institute überhaupt betrifft; so erhielt Rath Krause von Fürstlicher Cammer 400 Thaler jährlich, Professor Meyer 300, von den Unterlehrern jeder 100; wozu jedoch verschiedene Cassen beytrugen.
Wollten nun Ew. Hochfürstliche Durchlaucht die dem Rath Krause bisher gegönnten 400 Thaler bey dem Institute lassen; so könnten 100 davon dem Professor [96] Meyer zugelegt werden, so daß er wie sein Vorgänger stünde; jedem der Unterlehrer legte man 25 Thaler zu, und die übrigen 200 würden dem Professor Meyer gleichfalls in vierteljährigen Terminen ausgezahlt, welche derselbe Fürstlicher Commission zu berechnen hätte. Man würde dafür dasjenige zu bestreiten suchen, was bisher aus Ew. Durchlaucht Schatulle noch besonders vergütet worden, und sich jährlich, nach einem Durchschnitt der letzten vier Jahre auf 250 Thaler belief; wobey denn die Anschaffung des Holzes und die Unterhaltung des Dieners beym Institut die stärksten Posten ausmachten.
Man setzt jedoch dabey voraus, daß man beym Abgang des gegenwärtigen Academiedieners die Stelle von Seiten fürstlicher Commission selbst zu besetzen habe, um dabey einige Ersparniß machen zu können.
Was übrigens denjenigen Punct betrifft, über welchen Fürstliche Commission nach Fol. 25 unterthänigst zu berichten hätte; so scheint sich derselbe von selbst zu erledigen, indem dasjenige, was die Krausischen Erben von dem Kunstnachlasse an Fürstliche Zeichenschule zu überlassen gedenken, nicht von sonderlicher Bedeutung zu seyn scheint. Man hat jedoch, da sich wegen Enge des Platzes und der Verworrenheit der Verhältnisse keine eigentliche Würdigung anstellen ließ, diese sämmtlichen Gegenstände bey Seite gebracht und verwahrt, und man wird solche, [97] sobald das Quartier einigermaßen in Ordnung, genauer zu schätzen suchen.
Der sich mit lebenslänglicher Verehrung unterzeichnet
Ew. Durchl.
unterthänigst treugehorsamster
Weimar
Johann Wolfgang von Goethe.
den 5. März 1807.
[279] 19/5325.
Ew. Wohlgeboren
ersuche, mir gefälligst die Namen der Professor auf den verschiedenen Akademien in beyliegendes Schema einschreiben zu lassen, da sich in Ihrer Expedition deshalb gewiß so manche finden.
Manche neuere Recensionen in Ihrer Zeitung haben mir abermals großes Vergnügen gemacht. Gewiß werden Sie auch für eine recht gute Recension der Weihe der Kraft sorgen. Es ist der Mühe werth dieses nicht verdienstlose, aber monstrose Werk gehörig zu würden. Der ich recht wohl zu leben wünsche.
Weimar den 7. März 1807.
Goethe.
[280] Als ich schon gesiegelt hatte, fällt mir noch eine Frage ein: wollten Sie Sich doch bey Herrn Professor Luden erkundigen, ob er einen französischen Roman von mir erhalten hat und ob er noch Gebrauch davon machen will? Wäre dieses nicht, so erbäte ich mir das Exemplar bald zurück.
19/5326.
Herr Unzelmann tritt bey mir ein mit wunderlichen Reden, wie er einen Brief von seiner Mutter habe, die sich doch sonst um seinen Vater nicht bekümmert, daß sein Vater krank sey und daß die Gegenwart des liebenswürdigen Jünglings in Berlin erwünscht und nothwendig seyn möchte. Er bittet um einen Urlaub, da jetzt die stille Woche eintritt u.s.w.
Wenn irgend etwas von Bedeutung vorgefallen wäre, so würden Vater und Mutter mir wohl selbst schreiben; aber auf einen Brief hin, den er nicht einmal producirt, Urlaub zu geben, den wir so streng verweigern, würde nicht räthlich seyn. Wollten Ew. Wohlgeboren wohl der Sache ein wenig näher auf den Grund sehen.
Weimar den 10. März 1807.
G.
[281] 19/5327.
Weimar den 11. März 1807.
Die Rollen deines Stückes, mein lieber Freund, sind ausgeschrieben. Hierbey folgt die Austheilung; wenn du sie billigst, soll sie also abgehen.
Ich wünsche, daß du in der Leseprobe seyn mögest. Ich werde auch dabey entweder selbst oder durch einen Abgeordneten erscheinen. Wegen Aussprache der Namen und mancher Schreibfehler in den Rollen ist diese erste Aufmerksamkeit sehr nöthig.
Nun komme ich aber mit einer Bitte, ob du mir nicht von der Herzogin und den Fräuleins etwas von putzenden Kleidungsstücken, auch einigen Redouten-Trudel an Silberspitzen, Vordüren, Flintern und dergleichen verschaffen kannst, um Philematium herausputzen. Ich erinnere mich noch, wie gut die Götz in den Brüdern aussah, wodurch das ganze Stück gehoben wurde. Damals aber waren es bessere Zeiten und ich kann jetzt auf die Garderobe wenig verwenden. Auch ist die Elsermann noch nicht lange beym Theater und hat selbst nur wenige Fähnchen. Das übrige wird sich finden, die Decoration ist auch auf gutem Weg.
G.
[282] 19/5328.
Weimar den 11. März 1807.
Daß die Sendung von Wein und Butter (also das Schmackhafteste, was die Erde trägt, weil die Butter uns statt seinen Öles gilt), glücklich angekommen sey, will ich mit wenigem melden.
Die versprochenen Antiquitäten und Novitäten an Münzen und Porzelain haben Sie wohl Ursache zurückzuhalten. Lassen Sie uns ja manchmal von sich hören und haben Sie die Gefälligkeit, mir zunächst eine Rechnung zu senden. Was ich für Sie auslegte, ist sehr einfach. Verzeichen Sie, daß die Posten Ihrer Gegenrechnung mannigfaltiger und mühsamer sind. Gute Sorten Wein, wenn Sie zufällig um leidliche Preise dazu kommen, senden Sie uns immer, nur nicht in zu großen Dosen. Im neu angekommen Franzwein haben wir schon Ihre Gesundheit getrunken. Was Sie uns vom Bremischen Zustand sagen können, lassen Sie uns doch wissen. Wir haben uns nothdürftig hergestellt, und was vorher am besten stand, steht jetzt wieder am besten, und so stufenweise hinunter bis zu dem, was gar nichts taugt und woran nichts verloren ist. Grüßen Sie Ihr schönes liebes Weibchen von uns allen, und bleiben unser gedenk.
Goethe.
[283] 19/5390.
Die Krankheit des guten Voigt ist mir sehr unangenehm und ich danke dir deshalb, daß du mich so bald beruhigt. Es wäre ein sehr großer Verlust gewesen, wenn er bey so schönen Kräften und so gutem Willen uns wäre entrissen worden. Grüße ihn ja vielmals von mir.
Daß Hegel nach Bamberg gegangen, um den Druck seiner Werke zu sollicitiren, ist mir sehr lieb. Ich verlange endlich einmal eine Darstellung seiner Denkweise zu sehen. Es ist ein so trefflicher Kopf und es wird ihm so schwer, sich mitzutheilen!
Daß die moderne Rhythmik ohne Poesie in der Gestalt einer Recension dich würde belustigt haben, daran hatte ich keinen Zweifel. Es ist übrigens recht gut, daß die Deutschen durch entsteht, ist wohl nicht für uns, doch für unsre Nachfahren nützlich und bequem. Die Menschen können nichts mäßig thun, sie müssen sich immer auf eine Seite legen. In zehn Jahren wird der Dünkel, womit die Rhythmiker von der strengen Observanz sich jetzt vernehmen lassen, höchst lächerlich seyn, und doch leisteten sie nicht, was sie leisten, wenn sie sich nicht soviel darauf einbildeten.
Zu dem Oratorium wünsche ich Glück. Die Jahrszeit ist mir denn doch noch zu unfreundlich, sonst be-[284] suche ich euch bey dieser Gelegenheit; und daß das Fest in der Kirche gegeben wird, macht die Sache für mich noch bedenklicher.
Lebe recht wohl. Besuche uns bald. Du findest bey uns schöne neuangekommene Sachen.
Weimar d. 14. März 1807.
G.
19/5330.
Sidner habe wohl erhalten. Er steht jederzeit wieder zu Diensten. Der Punct wegen der Pension ist, so viel ich weiß, schon zu Ihren Gunsten entschieden. Was die Biographie des Herzogs Bernhard betrifft, so habe ich den Gedanken daran lange aufgegeben. Warum dieses geschah und wie ich die Sache überhaupt ansehe, werde ich mündlich eröffnen, sobald ich das Vergnügen habe, Sie zu sehen. Vielleicht entschließen Sie sich alsdann, diese Arbeit zu übernehmen. Mit vieler Theilnahme gedenke ich stets des Unfalls, der Sie betroffen hat, und wünsche in der Folge Ihnen manches Freundliche und Nützliche erzeigen zu können.
Der ich recht wohl zu leben wünsche.
Weimar den 14. März 1807.
Goethe.
[487] 19/5330a.
Weimar, 17. März 1807.
Noch habe ich Ihnen, mein bester Voß, für Ihren letzten gehaltreichen Brief nicht gedankt, als Sie mich schon wieder mit einer neuen Sendung erfreuen. Fahren Sie doch ja fort mit Ihren Schilderungen Ihres Heidelbergischen Kreises, damit ich immermehr angereizt werde, wo nicht in Person, doch in meinen Progenituren einen Besuch abzustatten. August neigt sich schon sehr dorthin, um wieder wie vormals der Nachbar seines geliebten Lehrers zu seyn.
Was die Anzeige Ihrer Vorlesung betrifft, so erregt die Fülle wirklich Verwunderung. Gott gebe den Sämännern Glück und der Saat Gedeihen. Schade daß man eine solche Darstellung nicht im Kreise kann abdrucken lassen: denn jetzt, wenn man sich vorstellt, daß das zu lehrende von vorn bis hinten, von oben bis unten, aufgestellt seyn sollte, so macht der Anblick uns gewissermaßen verwirrt. Indessen kommt es ja auf einen Jeden an, wo er seine Mitte hinsetzen will, und Sie werden uns wohl verzeihen, daß wir diese Anzeige lieber von hinten hervorgelesen haben. Sehen Sie selbst einmal auf der andern Seite, wie hübsch sich das hinterst zuvörderst ausnimmt. – Empfehlen Sie mich Ihren lieben Eltern und allen Wohlwollenden.
Goethe.
[488] 1) Körperliche Übungen.
2) Naturkunde.
3) Mathematische Wissenschaften.
4) Geschichte mit ihren Hülfswissenschaften.
5) Philosophische Wissenschaften.
6) Bildende Künste.
7) Schöne Literatur und deutscher Styl.
8) Philologischer und humanistischer Unterricht.
9) Staatswirthschaft.
10) Arzneygelahrtheit.
11) Rechtsgelahrtheit.
12) Gottesgelahrtheit.
13) Allgemeine Encyclopädie und Literaturgeschichte.
Wenn Sie das Schema auf diese Weise betrachten, so stellt es sich sehr merkwürdig dar; vorzüglich auch, daß der deutsche Styl immer in der Mitte bleibt, und die Philologie sich als Achse, worum sich das Ganze dreht, noch immer darstellen muß. Jeder Freund eines mystischen Schematismus wird noch viel mehr zu finden aufgeregt werden. Leben Sie wohl und gedenken Sie unser.
G.
[285] 19/5331.
Weimar den 18. März 1807.
Sie haben mir, werthester Herr Cotta, durch Ihre Sendung vom zweyten März ein doppeltes Vergnügen gemacht. Die verschiedenen Abdrücke meiner Werke nehmen sich recht gut aus. Ich bedaure den Irrthum wegen der Velinexemplare, weil gerade diejenigen Liebhaber, welche etwas auzuwenden geneigt waren, dadurch verkürzt werden.
Auch das Humboldtische Werk war mir sehr angenehm, da ich schon so lange drauf gewartet hatte. Die Belehrung, die mir dadurch zuwächst, sowie die Ehre, die mir erzeigt, machen mir diesen Band sehr werth.
Vermuthlich ist die Scene aus Wallenstein nicht gedruckt, vielleicht auch nicht einmal in Ihren Händen; drum sende ich sie für das Morgenblatt, Nur bitte ich bey dieser Mittheilung, sowie bey den übrigen, die ich wohl bald nachsende, meinen Namen nicht zu nennen. An den Damen-Calender habe ich auch schon gedacht und hoffe, dieß Jahr etwas gefälliges zu senden.
Zu dem Humboldtischen Werke gehört ein in Kupfer gestochener Durchschnitt, worauf er sich durchaus bezieht. Dieser ist wohl noch nicht fertig. Ich bitte, mir ihn bald möglichst zu verschaffen.
[286] Der ich recht wohl zu leben wünsche und der Hoffnung entgegensehe, Sie in wenigen Wochen bey mir zu begrüßen.
Goethe.
19/5332.
Ew. Wohlgeb.
habe zuvörderst für manche schöne Recension zu danken. Der Montag wird durch die Ankunft Ihrer Zeitung jederzeit ein Fest: des Abends wird daraus vorgelesen und verschafft einen gemeinsamen Genuß.
Ihre Bedenklichkeit wegen der Medaille hat auch die unsere erregt und wahrscheinlich wird man damit noch zurückhalten. Man hält es ja sonst immer für ein Glück, wenn neutral bleiben kann.
Herr von Mannlich hat uns von München seinen Plan der Vertheilung der königlich bayerischen Gemähldesammlung in München, Schleißheim, Augsburg, Landshut und Bamberg übersendet. Professor Meyer hat vortreffliche Anmerkungen dazu gemacht und es ist dadurch ein Aufsatz entstanden, der allgemeine Theilnahme erregen wird; nur ist er etwas lang und es fragt sich, wie man ihn ins Publicum bringt. Ein Osterprogramm werden Ew. Wohlgeb. nicht drucken wollen, da es das Publicum nicht erwartet. Möchten Sie ihm ein Intelligenzblatt widmen, so würde es vielleicht wohl das Beste seyn. Auf alle Fälle sende ich das Werk, sobald wir solches nochmals durchgegangen.
[287] Wenn ich nicht irre, so schickte ich Ew. Wohlgeb. einmal ein Verzeichniß von Autographis berühmter Männer, die ich besitze. Dürfte ich Ew. Wohlgeb. ersuchen, mir solches zurückzusenden, wenn Sie auch gegenwärtig weder Zeit noch Gelegenheit haben Sollen, meine mancherley Orten her einen schönen Zuwachs bekommen, den ich nachtragen möchte.
Der ich recht wohl zu leben wünsche und mich bestens empfehle.
Weimar den 25. März 1807.
Goethe.
Können mir Ew. Wohlgeb. nicht noch mit einem Neujahrsprogramm aushelfen?
19/5333.
Ew. Wohlgeboren
danke recht sehr für das übersendete Buch. Ich hoffe daraus Belehrung und Vergnügen zu schöpfen. Sehr angenehm war mir's zu vernehmen, daß bey allen diesen Unruhen unsre Gönner und Geber noch immer fortfahren, an uns zu denken. Ich wünsche bald bey Ihnen einzutreffen und mich über das alte erhaltene und neu angekommene zu freuen.
Der ich recht wohl zu leben wünsche.
Weimar den 25. März 1807.
Goethe.
[288] 19/5334.
Hierbey sende durch gute Gelegenheit die erste Lieferung meiner Werke. Ich hatte gehofft, daß sie Ihnen in friedlicheren Stunden zukommen sollten; allein da es doch auch in den schlimmsten Zeiten langweilige Stunden giebt, die man sich mit Lesen vertreiben mag, so kommen diese Bände vielleicht auch zur rechten Zeit.
Lassen sie mich bald von sich hören. Von mir weiß ich nichts zu sagen, als daß ich die ruhigen Intervall, die uns gegenwärtig gegönnt sind, so gut als möglich benutze, um der Vergessenheit und Vergänglichkeit zu entziehen, was ich gedacht und allenfalls geleistet habe.
Könnten Sie durch einige meiner Lieder aufgeregt werden, sie zu componiren, so würde mir das ein erfreulicher Beweis Ihres Daseyns und Ihrer Neigung werden.
So viel für dießmal, mit einem herzlichen Gruße von den Meinigen.
Weimar, den 27. März 1807.
G.
19/5335.
Sie haben mir, werthester Herr Schmidt, durch Ihre Briefe viel Vergnügen gemacht, durch die Sie [289] mich theils von dem Zustande der so wichtigen Entreprise ferner benachrichtigen und zugleich die vertraulichen Eröffnungen fortsetzen. Nunmehr tritt aber ein Umstand ein, über den ich mich auch ganz aufrichtig erklären möchte, damit ein wechselseitiges Vertrauen nicht etwa gestört werde. Madame Beck, als die Anweisung jenes von Wien aus ihr zugestandenen Vorschusses hier ankam, behauptete, wegen des niedrig stehenden Curses nicht die sämmtlichen hiesigen Schulden auf einmal tilgen zu können, und verlangte, man sollte das noch fernerhin gestunden und ihr Frist geben, von Wien aus diese Posten zu bezahlen. Man schlug ihr dieses ab und sie trat nunmehr mit dem Gesuche hervor, daß man sie bey dem beschieden, daß da sie einmal ihren Abschied genommen und mit der wiener Direction contrahirt, man sie nicht eher hier wieder aufnehmen werde, als bis sie von dort ihre Entlassung erhalten. Ich melde dieses nachrichtlich, damit kein Misverständniß entstehe, wenn Madame Beck über diese Sache nach Wien schreibt. Empfängt sie von dort hinreichenden Vorschluß, daß sie ihre hiesigen Schulden bezahlen kann, so wird man nicht anstehen, sie zu entlassen. Entläßt man sie dort, so wird man kein Bedenken haben, sie hier wieder anzunehmen, weil sie zwar eine sehr wunderliche Frau, doch eine sehr brauchbare Schauspielerin ist. Dabey versteht sich [290] von selbst, daß sie bis zu ausgemachter Sache auf dem hiesigen Theater nicht auftreten, noch auch hier einige Sage erhalten kann. Haben Sie die Gefälligkeit, mir die dortigen Entschließungen zu melden.
Die verlangten Stücke lasse ich abschreiben und werde mir ein Vergnügen machen, damit zu dienen. Empfehlen Sie mich den Herren, die meiner mit Neigung gedenken, auf das allerbeste. Es sollte mir ein großes Stück seyn, wenn die Umstände mir erlauben, bald eine persönliche Aufwartung zu machen. Wenn die Kriegsbewegungen mich nicht verhindert, so gehe ich nach Pfingsten ins Carlsbad und wünsche vorher noch einige Nachricht von Ihnen zu erhalten. Mich bestens empfehlend u.s.w.
Weimar, den 27. März 1807.
19/5336.
Unterthänigster Vortrag.
Das Fach der Liebhaber ist eben so besetzt, daß man den Schauspieler Haide künftig bey dem hiesigen Theater wohl missen und dessen Sage in den jetzigen Zeiten dadurch ersparen kann. Wenn EW. Herzogliche Durchlaucht dem Gesuche desselben gnädigst deferiren und ihm die Annahme des Wiener Engagements im Laufe des jetzigen Contracts, jedoch ohne Consequenz auf ähnliches Gesuch anderer [291] Mitglieder, die man nicht wohl entbehren kann, erlauben wollen, so wird man schleunige Vorkehrungen zu treffen suchen, daß dessen Rollen noch vor dem Abgange der Gesellschaft nach Leipzig möglichst von andern übernommen werden können.
Es kommt daher lediglich auf Ew. Herzogl. Durchl. höchste Entschließung an, in deren Erwartung wir uns ehrfurchtsvoll unterzeichnen.
Weimar den 28. März 1807.
Ew. Herzogl. Durchlaucht
unterthänigst treugehorsamste
Hof-Theater Commission
Joh. Wolfg. v. Goethe. Fr. Kirms.
19/5337.
Weimar den 30. März 1807.
Daß uns die liebe gute Mutter noch als Genien in Worten und Werken erkennt, freut mich recht sehr. Es ist als jemals nöthig, genialisch zu seyn, wenn man nur einigermaßen leben und sich des Lebens erfreuen will.
Daß meine liebe Frau glücklich angekommen, war mir sehr beruhigend zu vernehmen. Der Brief, der mir es meldet, kam ganz zur Stunde. Er überzeugt mich von dem, was ich voraussah, daß die Zusammenkunft erfreulich seyn würde.
[292] Wegen künftiger Abenteuer werde ich wohl in Carlsbad ein Paar hübschere Pistolen kaufen müssen, die gegenwärtigen sind doch etwas zu colossal.
Auf die Erzählung mag sich unter den gegenwärtigen Umständen wenig Zeit finden. Dagegen will ich mit meinen Nachrichten etwas umständlicher seyn. Denn ich halte dafür, wenn man lange auseinanderbleibt, so soll man sich wechselseitig um das Detail des Lebens nicht bekümmern. Hofft man sich aber bald wieder zu sehen, so ist es gut, nicht aus dem Zusammenhange zu kommen.
Zuerst also muß zum Lobe der Köchin gesagt werden, daß sie ihre Sachen vortrefflich macht, gute Waare ankauft und sie mit Sorgfalt zubereitet, sodaß wir es uns jeden Mittag können wohlschmecken lassen. Um grünen Donnerstag hatten wir uns Kohlsprossen bestellt und Honig zum Nachtisch, um dieses Fest recht würdig zu feyern. August hatte selbst Eyer roth und hart gesotten. Da die Fastenbrezeln alle sind, so bäckt die Köchin allerley Torten und Kuchen, die ihr nicht übel gerathen. Ein Truthahn ist abgeschlachtet und andre gute Dinge sind im Vorrath.
Mit dem Keller geht es sehr ordentlich. Der Gnome pflegt mich genau zu betrachten, ob ich etwa mich um ein Nößel irren möchte; und so wirst du die Tabellen mit dem Vorrath übereinstimmend finden.
[293] Außer den beyden gewöhnlichen Gästen haben wir noch Niemand zu Tische gesehen. Lorzing hat das Buchstaben Kästchen abgeliefert, welches sehr schön gerathen ist. Dafür soll er auch auf den Truthahn eingeladen werden.
Mit der Elsermann und Deny war ich am grünen Donnerstag zu beyderseitiger großer Erbauung in den Treibhäusern. Und nun muß ich theatralische Neuigkeiten melden, weil bey diesem beweglichsten aller Wesen immer etwas neues und unerwartetes vorgeht.
Erstlich also ist heut Helene, welche Oper Mittwoch wiederholt wird. Sonnabend Emilia Galotti, wozu der Elsermann ihr weißes Atlaskleid fertig ist, über das sie große Freude hat. Nun sind wir daran, ihr das sie große Freude hat. Nun sind wir daran, ihr noch ein ächt italiänisches Morgenkleid zu den ersten Scenen zu erfinden und zuzurichten. Von Hofe her werden sich auch einige Tunikas einfinden, damit das Einsiedelsche Stück recht zum Glanz gelange. Es wird sich aber verzögern, bis du zurückkommst.
Haide hat um seine Entlassung gebeten und hat sie erhalten. Er geht mit vortheilhaften Bedingungen nach Wien, worüber denn der Nachwuchs höchlich erfreut ist. Reinholds gehen auf Michaeli ab. Es war an ihnen nichts zu halten. Übrigens hat sich von Truppen und Einquartirung nichts merken lassen. Das einzige, was uns innerlich beunruhigte, war, daß der Frau Herzogin Mutter Durchlaucht drey bis vier Tage bedeutend krank waren. Nun aber hat sichs [294] wieder gegeben und baldige völlige Herstellung ist zu hoffen.
Unser ganzes Haus befindet sich wohl, August gloriirt über seinen Ritt nach Erfurt, von welchem die Reiter schon vor Tische wieder zurück waren. Er hat sich gestern in einem neuen Starostenkleid gebrüstet.
Über das gute Wetter, das die vergangene Woche anhaltend war, haben wir uns besonders um deiner Reise willen gefreut. Jetzt scheint es wieder ein wenig. Wir wünschen die beste Witterung zur Frankfurter Messe und allem Zubehör; empfehlen uns allen Freunden, besonders der Frau Syndikus Schlosser, bitten um ein paar Zeilen manchmal und wüßten wenig mehr zu sagen.
Der Brief aus Eisenach ist zur rechten Zeit angekommen. – Mittwoch werden die Damen das erstemal wieder bey mir zum Frühstück seyn. Bey Mad. Schopenhauer war es ganz unterhaltend. Das junge Bertuchische Paar fand sich daselbst ein. Demoiselle Bardua hat mich nochmals zu mahlen angefangen.
G.
19/5338.
[Ende März]
Die Farbenlehre sende ich gleich zurück, es war mir sehr angenehm an dem Zeichen zu sehen wie weit Sie durchgedrungen.
[295] Mittwoch nach Ostern meinen verehrten und geliebten Besuch zu empfangen will ich mich bestens vorbereiten. Ich hoffe Humboldts Tropenländer vorstellen zu können.
G.
19/5339.
Weimar den 3. April 1807.
Obgleich heute kein Brief von Frankfurt angekommen, so will ich doch einen von hier abgehen lassen, um abermals zu melden, daß alles gut steht und daß man sich des schönen Frankfurt und daß man sich des schönen Frankfurt und alles guten, was dort zu genießen ist, mit Gemüthsruhe freuen kann.
Die Herzogin Mutter ist wieder hergestellt und von dieser Sorge wären wir also befreyt. Von Krieg und Kriegsgeschrey hören wir auch kaum etwas weiter, als was August gelegentlich mit großem Triumph aus der Bayreuther Zeitung erzählt. Was die häuslichen Dinge betrifft, so ist das Spargelquadrat nebst den Rabatten umgegraben, obgleich die Witterung keinesweges günstig ist und wir wieder starken Schnee gehabt haben.
Am Mittwoch ist die regierende Herzogin mit den Damen wieder zum erstenmal bey mir gewesen und ich hoffe diese Unterhaltung bis zu meiner Abreise fortzusetzen.
Die Oper Helene ist das zweytemal mit mehr Beyfall gegeben worden als das erstemal. Morgen bleibt es bey Emilia Galotti.
[296] Zu dem neuen Maskenstücke ist durch Herrn von Einsiedels Verwendung von Hof her ein prächtiges Kleid für die Elsermann angekommen, weißer Krepp mit guten Silberflintern, Zickzack gestickt, so daß es von weitem wie Zindel aussieht, nur viel blendender. Wir haben es ihr gestern nach Tische angezogen und sie hätte sich gar nicht wieder auskleiden mögen. Sonntag theile ich das Stück aus. Die Aufführung wird sich aber wohl bis zu deiner Rückkunst verschieben.
Sonst ist von da und dorther manches Freundliche eingegangen. Das Vergnüglichste aber wird mir seyn, wenn du dich mit der lieben Mutter wohl befindest und glücklich wieder bey uns anlangst. Wenn du deine Ankunft genau bestimmen kannst, so wollen dir die Reiter wieder bis Erfurt entgegen kommen. Lebe recht wohl, empfiehl mich der lieber Mutter und den Freunden und laß bald wieder von dir hören.
G.
19/5340.
Seit einigen Tagen zaudre ich, an Sie, verehrter Freund, zu schreiben. Nun will ich aber nicht länger aufschieben, Ihnen für den ersten Band Ihrer Reise auf das beste zu danken. Zu dem großen Geschenk des innern Gehalts kommt noch die freundliche Gabe Ihrer Zuschrift, die nicht angenehmer und ehrenvoller seyn könnte. Ich weiß gewiß den Werth eines solchen[297] Andenkens zu schätzen und danke Ihnen recht herzlich, daß Sie zu dem großen Antheil, den ich an Ihnen, Ihren Werken und Thaten nehme, noch auf eine so zarte Weise meinem Individuum eine persönliche Theilnahme an den schätzen gönnen, mit denen sie uns erfreuen.
Ich habe den Band schon mehrmals mit großer Aufmerksamkeit durchgelesen, und sogleich, in Ermanglung des versprochenen großen Durchschnittes, selbst eine Landschaft phantasirt, wo nach einer an der Seite aufgetragenen Scala von 4000 Toisen die Höhen der europäischen und americanischen Berge gegen einander gestellt sind, so wie auch die Schneelinien und Vegetationshöhen bezeichnet sind. Ich sende eine Copie dieses halb im Scherz, halb im Ernst versuchen Entwurfs und bitte Sie, mit der Feder und mit Deckfarben nach Belieben hinein zu corrigiren, auch an der Seite etwa Bemerkungen zu machen und mir das Blatt bald möglichst zurückzusenden. Denn die durch den Krieg unterbrochnen Unterhaltungen am Mittwoch, bey welchen ich unsrer verehrten Herzogin, der Prinzeßin und einigen Damen bedeutende Gegenstände der Natur und Kunst vorzulegen pflege, haben wieder ihren Anfang genommen, und ich finde nichts interessantes und bequemeres, als Ihre Arbeiten dabey zum Grunde zu legen und das Allgemeinere, wie Sie es ja schon selbst thun, anzuknüpfen.
Können Sie mir freylich dazu einen Probedruck[298] Ihres Durchschnittes vielleicht senden, so würde mir auf einmal geholfen seyn. Ferner könnten Sie mir einen außerordentlichen Gefallen erzeigen, wenn Sie mir nur ganz kurz, nach den Jahren, eine kleine Skizze Ihres Lebens, Ihrer Bildung, Ihrer Schriften, Ihrer Thätigkeit und Ihrer Reise senden möchten. Einzeln ist mir manches, ja ich könne sagen, alles bekannt; aber ich kann es nur nicht chronologisch zusammenbringen und an Zeit fehlt es mir auch, um in den Büchern und Journalen nachzuforschen. Sollten Sie wieder einmal zu uns kommen, so finden Sie die Geister und Gemüther schon vorbereitet, dasjenige aus der Quelle selbst aufzunehmen, was ihnen bisher aus der Quelle selbst aufzunehmen, was ihnen bisher durch die zweyte Hand überliefert worden. Was Sie mir sonst gewiß auf das beste benutzt werden.
Mich beschäftigt noch immer das Farbenwesen und der Druck des Werkes geht sachte fort. Der didactische Theil ist zurückgelegt, freylich zum größten Theil mehr Skizze als Ausführung. Jetzt bin ich auf den dornenvollen polemischen Pfaden. Es ist ein unfreundliches und auch undankbares Geschäft, Schnitt vor Schritt, Wort vor Wort zu zeigen, daß die Welt sich seit Hundert Jahren geirrt hat. Indessen muß ich dahindurch und freue mich zum Voraus auf das breitere historische Feld, in welchem ich lebhaft vorwärts zu schreiten hoffe, wenn ich mich aus dem theoretischen stachelichten Labyrinth herausgewunden habe.
[299] In Ihren und Bonpland's Arbeiten finden sich mehrere Fälle, die sehr bedeutend sind und die ich mir notirt habe, um sie in der Revision meines Buches, womit ich das Ganze schließen will, nachzubringen, wenn ich nur erst schon die Freude hätte, das Werk in Ihren Händen zu wissen und auf Ihre Beurtheilung des Ganzen, so wie auf Ihre Bemerkungen zu den einzelnen Theilen bald hoffen zu können. Doch darüber geht wohl noch ein Jahr hin, welches denn freylich zuletzt auch vergangen seyn wird.
Von Ihrem Herrn Bruder habe ich lange nichts gehört, wohl auch durch meine Schuld, denn ich habe lange nicht geschrieben. Sagen Sie mir doch von ihm.
Unser trefflicher Hackert in Florenz hat vom Schlagflusse gelitten. Er hofft sich wieder für die Kunst zu erholen. Seines gleichen hätte ich wohl in Ihrer Gesellschaft den tropischen Ländern gewünscht.
Sagen Sie mir doch auch ein Wort, wie es Hirt geht, Zelten und Bury. Es ist mir jetzt fast lieb, daß ich mich in Berlin nach wenig Menschen zu erkundigen habe.
Durchlaucht der Herzog hat uns viel von Ihnen erzählt, von Ihrem magnetischen Garten und sonstigen Untersuchungen. Er ist recht eingeweiht in das, was Sie leisten und vorhaben.
Mit den herzlichsten Grüßen und Wünschen!
Weimar den 3. April 1807.
Goethe.
[300] 19/5341.
Ew. Wohlgeboren
seit langer Zeit auch wieder einmal zu schreiben veranlaßt mich die vorseyende Expedition unsres Theaters nach Leipzig, das ich Ihnen auf das beste zu empfehlen wünsche. Sie haben immer viel Güte für unsre braven Künstler gehabt, die sich gewiß viel Mühe geben, wenn ihnen auch nicht immer ihre Zwecke gelingen sollten.
Ew. Wohlgeboren werden gewiß den Vorstellungen mit Aufmerksamkeit beywohnen, und ich wünschte, daß Sie Ihre Bemerkungen mir künftig mittheilten. Es ist noch manches, das ich anders wünschte, und doch läßt sich theils nicht alles leisten, wovon man überzeugt ist, und man gewöhnt sich auch nach und nach an Menschen und an Manieren und läßt geschehen, was geschieht; dagegen ein frischer scharfer Blick manches entdeckt und der gute Rath eines Fremden manches leichter und wirksamer anregt als die Lehren eines lange bekannten und gewohnten Vorsetzten.
Diesen Ihren guten Rath bitte ich unsren Schauspielern bey ihrem Aufenthalt in Leipzig nicht zu entziehen, besonders da der Übergang von einem kleinen auf ein großes Theater für die erste Zeit immer seine Schwierigkeiten hat. Dringen Sie gefälligst be- [301] sonders darauf, daß man den Schauspieler an allen Ecken und Enden des Hauses verstehen müsse.
Verschiedene von Ew. Wohlgeboren Stücken sind eingelernt. Haben Sie die Güte, die Proben zu besuchen, damit sie zu Ihrer Zufriedenheit mögen gegeben werden.
Diesen Wünschen füge ich noch eine Empfehlung hinzu. Wahrscheinlich kommt in einiger Zeit ein Engländer, der Chevalier Osborn, nach Leipzig, ein schon bejahrter, höchst erfahrender und interessanter Mann von dem besten Character. Er ist Mitglied der königl. Societät zu London und wünscht den Leipziger Gelehrten aufgeführt zu werden. Sie erzeigen ihm wohl um seinet- und meinetwillen diese Gefälligkeit. Der ich mit vorzüglicher Hochhaltung unterzeichne.
Weimar den 3. April 1807.
Goethe.
19/5342.
Durch Demoiselle Jagemann, welche in Wien gewiß sehr willkommen seyn wird, übersende ich die neue Bearbeitung von »Götz von Berlichingen«. Ich bitte, sie nur vertrauten Händen zu übergeben, und wenn sie allenfalls, aus gewissen Ursachen, nicht benutzt werden kann, mir das Exemplar bald zurückzuschicken. Einiges Andere soll bald nachkommen. Haben Sie die Gefälligkeit, mir Ihre bestimmtere Adresse, als ich [302] jetzt weiß, mitzutheilen, damit ich gewiß sey, daß meine Sendungen bey Ihnen eintreffen. Ich wünsche recht wohl zu leben und empfehle mich Ihrem geneigten Andenken.
Weimar, den 3. April 1807.
19/5343.
Deine Bemerkung ist ganz richtig, daß wir für das Alter ein wenig zu weit auseinandergesät sind. Die Jugend mag sich wohl auseinander begeben, denn sie ist beweglich genug, um wieder zusammenzukommen. Auch sind die Zeiten so wie Herbst- und Wintertage, wo man gern näher zusammenrücken mag. In Humboldts Reisen haben mir deswegen jene Affen gefallen, die, sobald sie in eine kühlere Temperatur kommen, sich gleich in großen Schaaren enge zusammendrängen. Dabey sucht denn jeder in die Mitte zu kommen, um so warm zu sitzen als möglich; welches zu gar possirlichen Unterhandlungen Anlaß geben mag.
Ich weiß nicht, ob ich dir schon geschrieben habe, daß der Humboldtischen Reise erster Theil angekommen ist. Er enthält Vorschläge zu einer Geographie der Pflanzen, und ein allgemeines Naturgemälde der Tropischen Länder. Es ist ein sehr gedrängtes gehaltreiches Werk, das von vielen Seiten interessirt. Da es besonders an die Einbilungskraft Anforderungen[303] macht, so habe ich, da ein Durchschnitt, der ihr zu Hülfe kommen soll, noch fertig und ausgegeben ist, einstweilen selbst eine ideale Landschaft skizzirt und nach dem angeschriebenen Maaß von 4000 Toisen, an der Seite, die Höhen der europäischen und amerikanischen Berge gegeneinander gestellt. Auch deren Schneelinien und Vegetationshöhen bezeichnet; wodurch uns ganz wunderliche Verhältnisse anschaulich werden. Vielleicht schreibt dir deine Fräulein Schwester etwas davon. Denn ich habe diese Dinge zum Gegenstand meiner Vorlesungen gemacht, welche Mittwochs wieder angegangen sind und die ich bis zu meiner Abreise ins Carlsbad fortzusetzen hoffe. Wenn du uns besuchst, so wirst gern daran Theil nehmen.
Die Müllerische Rede übersetzte ich, weil mir die Art sehr wohl gefiel, wie er unter den gegebenen Umständen seinen Gegenstand gefaßt hat. Ich ließ die Übersetzung drucken, weil ich hörte, daß der Verfasser deshalb mancherley Unannehmlichkeiten gehabt hatte, und ich überzeugt war, es werde zu seinem Vortheil gereichen, wenn mehrere das, was er gesagt hatte, in Deutscher Sprache vernähmen.
An dem Farbenwesen wird immer fortgearbeitet, aber ich sehe das Ende noch nicht ab. Bey der polemischen Behandlung muß ich Schritt vor Schritt die Newtonischen Versuche wiederholen, um sie genau beurtheilen und entwickeln zu können; und da läßt mich denn die Sonne mehr als einmal im Stich.
[304] Wolltest du wohl dem Doctor Voigt sagen, er möchte doch die Gefälligkeit haben, mir die große französische botanische Karte zu schicken. Ich bedarf ihrer jetzt gar sehr zu den Studien nach Humboldt. So weit für dießmal, mit den besten Grüßen und Wünschen für dein Wohlseyn und deine baldige Ankunft in Weimar.
d. 4. Apr. 1807.
G.
19/5344.
Nach Ew. Excellenz Aufforderung bin ich sehr bereit mitzuwirken, daß unsrer guten Fürstin Andenken nicht unwürdig gefeyert werde. Ich sende daher das mir mitgetheilte Schema weitläuftig geschrieben zurück, mit Bitte, das Besondere gefällig einzuzeichnen. Ich will das Ganze überdenken und einen doppelten Gebrauch vorbereiteten.
Ein kleinerer Aufsatz könnte zum Ablesen von den Canzeln dienen, einen andern etwas umständlichern sendete man an Cotta für seine Blätter, den ich gleich Montags ersuchen wollte, keinen andern Aufsatz über diesen Gegenstand aufzunehmen, da man erwarten kann, daß die Dresden Feder sich gleich in Bewegung setzen wird.
Morgen früh habe ich die Ehre aufzuwarten und das weitre umständlicher zu besprechen.
Weimar den 10. April 1807.
G.
[305] 19/5345.
Nachdem ich heute früh die Aufgabe einigermaßen durchgedacht und den Aufsatz nach meiner Weise angefangen hatte, empfang' ich das gefällige Blatt von Ew. Excellenz, dessen Inhalt, wie Sie sehen werden, mich immer mehr mit sich fortriß.
Ohne das, was ich dictirt, genau zu revidiren, sende ich es gleich. Vielleicht würden Sie es mit einigem Ausstreichen und Zusetzen für den ersten Zweck des Vorlesens von der Kanzel qualificiren und man würde alsdann Zeit und Luft gewinnen, etwas der verehrten und geliebten Verstorbenen wertheres aufzustellen. Sobald man sich in pragmatische Reflexionen, wie ich anfangs gethan, und die für den nächsten Zweck nicht am Platze sind, auslassen kann; so giebt es wirklich Gelegenheit, etwas Bedeutendes zu sagen.
Mich bestens empfehlend und fernere gütige Mittheilungen und Anlässe erwartend
Weimar den 12. April 1807.
G.
[97] 19/5345a.
Hierauf weiß ich nur zu erwiedern, daß, da Ew. Wohlgebornen eigentlich als Casse-Vorsteher in Verlegenheit kommen, wenn es zuletzt an Geld fehlt, ich es ganz Ihrer Entscheidung überlassen muß, ob Sie diese freylich wünschenswerthe Acquisitionen machen wollen. Läugnen läßt sichs nicht daß wir immer das alte Spiel fortspielen, mehr übernehmen als wir sollten, mehr leisten als man fordern könnte und am Ende, anstatt mit einer gewissen Behaglichkeit uns unsrer Thaten zu freuen, noch als Supplicanten und Bettler erscheinen müssen. Da das aber einmal nicht anders ist so will ich mirs auch in Gottes Nahmen gefallen lassen.
Weimar den 12. April 1807.
G.
[305] 19/5346.
Nach jeder Communication mit Ew. Excellenz hat beyliegender Aufsatz an Gehalt und Form gewonnen. Ich sende ihn daher nochmals zu gefälliger Durchsicht.
[306] Ist erst das Ganze beysammen, so will ich im Einzelnen noch seilen und ausputzen, soviel es die Kürze der Zeit erlaubt, und auch gern Druck und Correctur besorgen. Ich dächte, man ließe es auf ein folio Blatt hüben und drüben abdrucken. Die Jahrzahlen setzte man ad marginem; nur müßte alsdann in den Circularien an die Geistlichen bemerkt werden, daß die Jahrzahlen nicht mit abgelesen werden. Erhalte ich es dießmal von Ew. Excellenz zurück, um vor allen Dingen Serenissimo und dem geheimen Conseil vorgelegt zu werden. Dürfte ich mir auch zugleich Ew. Excellenz Entwurf zurück erbitten zu nochmaliger Durchsicht und weiterm Gebrauch bey fernerer Überlegung. Mich angelegentlich empfehlend
Weimar den 13. April 1807.
G.
19/5347.
Wir haben einen großen Verlust an unsrer durchlauchtigsten Herzogin Amalia erlitten. Ich melde Ihnen das sogleich mit der Bitte, nichts in die allgemeine Zeitung noch in das Morgenblatt über diese treffliche Dame aufzunehmen, was nicht von mir kommt. Vielleicht wäre für die allgemeine Zeitung eine simple Anzeige, wie die beyliegende, das schicklichste. Für das Morgenblatt sende ich einen aus-[307] führlichern Aufsatz, wobey ich denjenigen zum Grund lege, der Leichenfeyer bestimmt ist. Heute nicht mehr, in Hoffnung, Sie bald bey mir zu begrüßen.
Weimar den 13. April 1807.
Goethe.
19/5348.
Weimar den 17. April 1807.
Wenn Ihnen, verehrter Freund, die Übersetzung Ihrer trefflichen Arbeit einiges Vergnügen machte, wenn sie Ihnen sogar gewisser Umstände wegen erwünscht ans Licht trat; so ist mein Zweck vollkommen erreicht. Ich übernahm die Arbeit, weil sie mir Vergnügen machte; ich ließ sie schnell abdrucken, um einem Vorurtheil entgegen zu arbeiten, das sich zu verbreiten schien und schon manchen ergriff, der das Werk nicht mit Augen gesehen hatte. Schon sehe ich in meinem Kreise die besten Wirkungen und schon mehrere Personen haben mir versichert, daß es ihnen unbegreiflich sey, daß man in solchen Äußerungen etwas Tadelnswerthes habe finden können. Sie können denken, wie sehr mich dieses freut, da Sie meiner unwandelbaren Freundschaft versichert sind. Lassen Sie ja nicht ab, nach Ihrer Überzeugung zu handeln und zu schreiben; besonders legen Sie von Zeit zu Zeit, wie bisher, in unserer Literaturzeitung Ihre Gesinnung aufrichtig [308] nieder. Man wirkt und nutzt im Sturme muthig fort; es kommt eine Zeit, wo der Parteygeist die Welt auf eine andre Weise spaltet und uns in Ruhe läßt.
Beygehendes empfangen Sie mit Nachricht. Es mußte leider aus dem Stegreife gefertigt werden. In der Folge läßt sichs extendiren und besser machen.
Tausend Lebewohl.
G.
19/5349.
[17. April.]
Bey der verzeichneten Vertheilung müßte nichts zu erinnern. Bey mir sind auch 25 aus der Druckerey abgegeben worden, die mir hinreichen.
Das Übel diesmal sehr heftig hat sich bald entfernt. Ich empfehle mich bestens.
G.
19/5350.
Ew. Wohlgeboren
haben mit den werthen Ihrigen meine kleine Frau so gefällig und freundschaftlich aufgenommen, daß ich nicht genug Dank dafür zu sagen weiß. Ich habe ihr, da sie bisher so manches Ungemach erleiden müssen, von Herzen die guten Stunden gegönnt, die sie in Frankfurt in der Nähe meiner Mutter und meiner ältesten, besten Freunde zubrachte.
[309] Bleiben Sie von unsern erkenntliche Gesinnungen überzeugt und nehmen Sie ein Packet, das die erste Sendung meiner neuen Ausgabe enthält, mit Wohlwollen auf und erneuern vor Zeit zu Zeit bey dem Anblick dieser Bände das Andenken an Personen, die Ihnen ganz ergeben sind. Dem Gegenwärtigen lege ich ein Blatt bey, und indem ich wünsche, daß Sie in langer Zeit keinen Gebrauch davon machen mögen, empfehle ich mich und das Meinige Ihrer gütigen Vorsorge.
Der ich die Ehre habe, mich mit vorzüglicher Hochachtung zu unterzeichnen
Ew. Wohlgeboren
gehorsamsten Diener
J. W. v. Goethe.
Weimar
den 17. April 1807.
19/5351.
[17. April.]
Sie können leicht denken, wertheste Freundin, daß seit dem 12. dieses, als dem Tage, wo meine kleine Frau zurückkam, Frankfurt unser beständiges Gespräch gewesen, und daß es mir fast zu Muthe ist, als käme ich selbst daher. Haben Sie tausend Dank für alles Gute und Freundliche, das Sie der Reisenden erzeigen wollen, für die eine lebhafte Erinnerung jener heitern Stunden ein kostbarer Schatz für die Zukunft bleiben [310] wird. Gedenken Sie unser manchmal, wenn Sie die beyliegenden Bücher aufschlagen und etwas darin finden, das Ihnen ein angenehmes Gefühl erregen kann. Ihre lieben Töchter grüßen Sie vielmals und danken ihnen so wie meinen übrigen Freunden auf das Beste für Alles, was meiner Abgeordneten Gutes geschehen. Ich genieße es mit und habe dafür, als wäre es mir selbst geschehen, mich verbunden zu achten.
Erhalten Sie uns meiner Mutter jene unwandelbare Freundschaft, die wir zu schätzen wissen und zu verdienen suchen. Ich schließe mit einem herzlichen Lebewohl und mit den besten Wünschen.
Goethe.
19/5352.
[18. April.]
Das Fallen des Barometers hat sich auch an meinem Unglauben gerächt indem es mir ein großes Übel angedeutet hat. Von Vorgestern auf gestern hatte ich einen Anfall so heftig als je. Es war in der letzten Zeit so viel zusammengekommen und ich hatte mich nicht geschont. Dank für das Übersendete. Es kommt eben recht.
G.
[311] 19/5353.
Ew. Excellenz übersende einige Papiere, um nur wieder ein Lebenszeichen von mir zu geben. Zu den beyden Veränderungen hier und in Jena will ich gern mit Rath und That an die Hand gehen, ob ich gleich in meinem Leben schon so viel aus- und eingeräumt habe, daß über die Translocation mit dem Translocirten fast nichts gethan worden ist.
Von den Folgen meines Übels habe ich mich so ziemlich erholt; doch muß ich im Zimmer bleiben, besonders bey einem Wetter, das ganz außer der Zeit ist. Doch hoffe ich bald wieder aufwarten zu können und über manches zu conferiren.
Mich bestens empfehlend
Weimar den 20. April 1807.
Goethe.
19/5354.
Für das mitgetheilte Lustspiel danke zum schönsten. Es hat mir sehr viel Vergnügen gemacht und wird uns Gelegenheit zu mancher Unterhaltung geben.
Wenn beyliegender Roman noch nicht in Kochberg gewesen ist, so haben Sie die Güte, ihn mit meinem Empfehlungen hinzusenden.
Dießmal hat mich mein Übel sehr hart behandelt. Ich habe es aber offenbar durch Verwogenheit herbey-[312] gelockt, indem ich mich die letzten 8 Tage gar nicht schonte und sehr vieles zusammenkam. Der Arzt verbietet mir, die angenehme Gesellschaft Mittwochs bey mir zu sehen. Mögen Sie es wohl, mit meinem Bedauern, Durchlaucht der Herzogin anzeigen. Doch hoffe ich bald eine fröhliche Zusammenkunft.
Weimar den 20. April 1807.
G.
19/5355.
Ew. Wohlgeb.
habe schon längst manches zusenden wollen und auch gegenwärtig bleibt noch einiges zurück, was noch nicht ganz aufzunehmen.
Sodann wollte ich eine Anfrage thun. Es kommt eine Schrift heraus ungefähr unter dem Titel: Bemerkungen eines Augenzeugen über den Feldzug des Fürsten Hohenlohe. Wenn Sie dieses Werk noch keinem Recensenten zugetheilt haben, so könnte ich hoffen, Ihnen eine recht schätzbare Recension desselben zu verschaffen. Wollten Sie mir darüber einige gefällige Nachricht geben, so würde ich die nöthige Einleitung treffen.
[313] Beyliegende Briefe bitte gefällig austheilen zu lassen.
Der ich recht wohl zu leben wünsche und mich bestens empfehle.
Weimar den 26. April 1807.
Goethe.
Wer hat wohl die Rudolphischen Reisebemerckungen recensirt?
19/5356.
Ew. Wohlgeb.
erhalten hierbey die längst angekündigten Aufsätze, die münchner und andre Galerien betreffend.
Daß sie im Königreich Bayern Sensation machen werden, daran Heilsames, besonders für Nürnberg.
Auch die früher mitgetheilten Müllerischen Briefe liegen bey. Verzeihung, wenn ich sie allzulange behalten.
Daß sich wieder eine hübsche Zahl Studirender einfindet, ist mir höchst erfreulich. Es wäre schön, wenn unsre Geduld und Beharrlichkeit belohnt würde.
Leben Sie recht wohl. Ich wünsche nichts mehr als einige schöne Tage bald in Ihrer Nähe zuzubringen.
Weimar den 30. April 1807.
Goethe.
[314] 19/5357.
Weimar den 30. April 1807.
Sie verzeihen, werthester Herr Doctor, wenn ich die glückliche Ankunft der köstlichen Fische noch nicht gemeldet, und meinen besten Dank für diese Sendung noch nicht abgestattet habe. Die Meerwunder kamen zwar zur rechten, aber doch zur unruhigen Zeit ins Haus. Geheimrath Wolf von Halle kehrte von Frankfurt zurück, wo sie meine Mutter besucht hatte, und gar manches mischte sich durch einander, was jetzt noch kaum aufgelöst ist. Deshalb ist auch noch keine Antwort auf den Brief Ihrer lieben Frau erfolgt, und die Suppenrecepte sind auch deshalb noch nicht abgegangen. Ich will aber doch nicht länger zögern, ein Lebenszeichen von mir zu geben und für so manches Gute zu danken.
Wenn ich übrigens auf manchen Punkt Ihrer Briefe Antwort schuldig geblieben, so verzeihen Sie mir. Ich bin von manchen Seiten gedrängt und meine körperliche Übel nöthigen mich, auf eine baldige Abreise in's Carlsbad zu denken, da denn noch manches vorher abzuthun und zu berichtigen ist. Unsre Schauspieler werden den größten Theil des Sommers in Leipzig zu bringen, in Lauchstädt nur kurze Zeit.
Für Jena scheint sich wieder die Hoffnung zu beleben. [315] Es sind 60-70 Studenten angekommen, welches für die jetzige Epoche schon hinreicht. Ich sage nichts weiter, als ein herzliches Lebewohl, dem ich viele Grüße der Meinigen hinzufüge.
Goethe.
Auch den köstlichen Madera kann man nicht genug loben, er hat mir schon einigemal statt aller Arzney gedient.
19/5358.
[April oder Mai.]
Wir sind eben im Begriff, den gedruckten Bogen zu corrigiren, und machen noch einige Verbesserungen. So wünschten wir zu wissen, ob der Herzog von Braunschweig (der kurz verstorbene preuß. Feldmarschall) der letzte Bruder der Herzogin gewesen, oder ob noch einer übrig sey? Wollten Ew. Excellenz die Güte haben, uns einige Auskunft darüber zu geben.
G.
19/5359.
[1. Mai.]
Beyliegendes Conzept kann, wenn es Ew. Excell. Beyfall hat, mundirt werden. Die Sache kommt dadurch in Gang.
Mit Fernow spreche ich heute selbst, schwerlich wird er geneigt seyn sich nach Jena zu verfügen.[316] Beym Bibliotheckswesen wünscht ich ihn nicht einmal angestellt. Wir brauchen mechanisch thätige Subalternen. Bald mehreres mündlich. Mit den besten Empfehlungen
G.
19/5360.
Ew. Excellenz
erwähnten vor einigen Tagen einer möglichen Translocation des Professor Fernow nach Jena und ich verschob, darüber meine Gedanken zu eröffnen, weil ich es als ein Brief von Hofrath Eichstädt und ein Billet von Ew. Excellenz mit, woraus ich sehe, daß die Absicht dringender ist, als ich geglaubt, und ich versehe daher nicht, meine Meinung sogleich zu eröffnen.
Professor Fernow hat alle Ursache zu wünschen, daß eine solche Veränderung nicht sogleich geschehe, und ich will gern gestehen, daß einer meiner liebsten Wünsche zu schreiten droht, wenn sie unmittelbar erfolgte.
Ich kann in meiner gegenwärtigen Stille keine andern Plane hegen als solche, die darauf hinausgehen, daß Weimar seinen alten literarischen Ruf erhalten und von dieser Seite bedeutende Wirkungen äußern möge, zu einer Zeit, da unsre Widersacher, [317] besonders seit den letzten Unfällen, uns so gern für vernichtet erklären möchten.
Einer meiner angelegensten Wünsche seit langer Zeit war, daß eine Ausgabe der Winckelmannischen Werke von hier ausgehen möge. Schon bey Edition seiner Briefe geschah dieser Absicht Erwähnung, und seit der Zeit sind viele Anfragen und manche Mittheilungen bey mir geschehen. Endlich fand sich die Gelegenheit, daß Professor Fernow mit dem Enkel desjenigen Walthers in Dresden, der Winckelmanns erster Verleger war, einen Contract über die Herausgabe sämmtlicher Werke schließen konnte.
Die Sache hat ihre großen Schwierigkeiten: denn es ist hier nicht blos die Rede, das Gedruckte wieder abdrucken zu lassen, sondern es gehört bey einigen Theilen eine ganz neue Redaction dazu. Besonders ist die Geschichte der Kunst durch die Wiener Ausgabe und durch Zusätze, welche Winckelmann besonders edirt, in eine Verwirrung gerathen, daß eine neue Bearbeitung nöthig wird. Auch hat sich seit jener Zeit so manches in der Kunstgeschichte und den Hülfswissenschaften aufgeklärt; es ist so vieles gegen Winckelmann und öfters nicht ohne Grund geschrieben worden, wovon der Herausgeber in beygefügten Noten Rechenschaft abgelegen muß.
So viele zu einem solchen Geschäft nöthige Eigenschaften Professor Fernow auch besitzt, so fühlt er doch, daß nur durch eine Verbindung mehrerer diese[318] Arbeit glücklich vollbracht werden kann. Er hat sich daher mit Hofrath Meyer associirt und beyde halten deshalb regelmäßige Conferenzen, in welchen sie die streitigen Punkte besprechen und das, was jeder für sich gearbeitet , zusammentragen. Hierzu kommt noch der Vortheil, eine in dem Fach wohlversehene Bibliothek in der Nähe zu haben; und ich darf wohl anführen, daß auch aus meinem Hause manches Natur und Kunst, so wie griechische und lateinische Sprache betreffendes beygetragen wird.
Aller dieser Vortheile würde der Herausgeber bey einer Veränderung des Ortes völlig entbehren und schon dadurch die Vollendung der Arbeit unmöglich werden. Rechnet man nun hinzu, daß die Präparation auf einige Collegia einem gegenwärtig so gut als neu antretenden academischen Lehrer in den ersten Semestern seine ganze Zeit wegnimmt, bis er seine Hefte ausgearbeitet und sich in die academische Schnurre gefunden; so läßt sich leicht einsehen, daß kaum eine Hoffnung zu Vollendung jener Arbeit übrig bleibt.
Betrachtet man dagegen den Fall, in dem die Academie sich befindet, so ist zwar nicht zu läugnen, daß der Name des Professor Fernow ihr zur Ehre gereichen werde, ob aber zum Nutzen, das ist eine andre Frage. Die Collegien, welche Professor Fernow lesen würde, sind von der Art, daß sie keinen Studenten auf eine Academie ziehen, sie sind nur nützlich und einigermaßen bedeutend, wenn eine Academie stark [319] frequentirt ist und besonders mehrere wohlhabende Studenten zählt. Gegenwärtig würde sich Professor Fernow schwerlich eines gutbesetzten Auditoriums erfreuen, und was noch schlimmer ist, er würde bey wenigen Zuhörern von den wenigsten honorirt werden; wie es ihm schon früher bey einer besser bevölkerten Academie erging.
Betrachtet man nun, daß von einer Seite ein geringer Nutzen, von der andern ein großer Schaden sowohl für das Individuum, als für die Literatur überhaupt entspringt; so ist es freylich wünschenswerth zur Ehre des Weimar-Jenaischen Wesens, welches denn doch eigentlich nicht separirt werden kann, und bey unmittelbarer Wirkung und Gegenwirkung mit einander stehen und fassen muß, daß Professor Fernow bey verlängertem hiesigen Aufenthalt das unternommene interessante Werk vollenden könne. Er wird dadurch sowohl seinen Namen als den Namen des Landes, wo er sich aufhält, in noch bessern Credit setzen, und er sich Folge, wenn die Academie sich sehr mehr erhebt, ohne seinen entschiedenen Nachricht dort mitwirken können. Gegenwärtig würde es für diejenigen, die sich für diese Sache lebhaft interessiren, höchst traurig seyn, wenn der Tod unserer verehrten Herzogin, durch den uns soviel entrissen worden, auch noch Schuld an der Zerstörung eines Werkes seyn sollte, das sie, wenn sie länger hätte, mit Vergnügen aus ihrer Umgebung hätte hervorgehen sehen.
Weimar den 1. May 1807.
G.
[320] 19/5361.
Sie erhalten, werthester Herr Schmidt, durch Herrn Haide, den ich Ihnen nicht zu empfehlen brauchte, drey Stücke: »Egmont«, »Stella« und »Das Räthsel«. Ich wünsche, daß etwas davon brauchbar seyn möge. Empfehlen Sie mich bestens den hohen Theilnehmern und lassen mich von Zeit zu Zeit hören, wie die Anstalt gedeiht. Alles Gute wünschend u.s.w.
Weimar, den 3. May 1807.
19/5362.
Für die Composition des Liedes danke ich zum allerschönsten. Es ist in den jetzigen Augenblicken sehr erquicklich, wenn man sich nur kurze Zeit in eine leichte lose Stimmung versetzen kann.
Das gesellschaftliche Spiel, wonach Sie fragen, besteht in folgendem: Man nimmt einen dünnen Span, oder auch einen Wachsstock, zündet ihn an und läßt ihn eine Zeit lang brennen; denn bläst man die Flamme weg, daß die Kohle bleibt; denn sagt man so eilig als möglich das Sprüchelchen:
Stirbt der Fuchs, so gilt der Balg,
Lebt er lang, so wird er alt,
Lebt er, so lebt er,
[321] Stirbt er, so stirbt er.
Man begräbt ihn nicht mit der Haut,
Das gereicht ihm zur Ehre.
Nun giebt man die glimmende Kerze geschwind dem Nachbar in die Hand, der dasselbige Gesetzchen wiederholen muß; und das geht so lange fort, bis die Kohle bey einem auslischt, der denn ein Pfand geben muß.
Der Verlust unserer Herzogin Mutter ist bey so manchen andern zerrütteten und verruckten Verhältnissen sehr groß. Man darf, wie gegenwärtig überhaupt, über nichts, also auch darüber nicht weiter nachdenken. Man muß von einem Tage zum andern leben und eben thun und leisten, was noch möglich ist.
Sie wieder zu sehen wär' mein großer Wunsch; aber ich mag Sie nicht einladen. Mit meiner Gesundheit will es nicht recht fort, und ich eile gleich nach Pfingsten ins Carlsbad; komm ich zurück, so läßt sich vielleicht auf irgend eine Weise an eine fröhliche Zusammenkunft denken.
An meiner Farbenlehre wird sachte fortgedruckt; aber es geht wohl noch ein Jahr hin, bis ich fertig werde. Ich bin auf gar zu vielerley Weise unterbrochen worden, ob ich gleich den Faden niemals ganz habe fahren lassen.
Gelegentlich meld' ich Ihnen, was ich von Ihren Compositionen meiner Lieder besitze; und Sie haben die Gefälligkeit, mir die fehlenden zu senden.
[322] Leben Sie recht wohl! So viel für heute. Ehe ich weggehe, schreibe ich noch einmal, oder von Carlsbad aus.
Weimar den 4. May 1807.
19/5363.
Ihrer Briefe, die nach einander ankommen, erfreue ich mich gar sehr und fahre fort, einiges zu erwiedern. Wie erwünscht wäre mir gewesen, Ihr Oratorium mit anhören zu können: denn leider bin ich von Musik gar zu sehr abgeschnitten, und das Bißchen Operette, ob wir gleich mitunter recht gute Stimmen haben, wills doch auch nicht thun. Daher scheint auch in mir aller Gang und Klang verschwunden, so wie alle Imagination, die sich auf Musik bezieht. Vielleicht führt uns das gute Glück und ein vernünftiger Vorsatz bald wieder zusammen, und wir finden uns im Stande etwas in Gesellschaft zu arbeiten.
Daß Ihnen mein Elpenor Freude gemacht hat, ist mir höchst angenehm und der Zweck dieser Blätter nun schon erreicht. Doch ist vielleicht bey dem Beyfall, den Sie meinem Fragmente schenken, Ihre Neigung zu mir und meinem Wesen als mitwirken anzusehen: denn ich gestehe gern, daß ich diese Arbeit selbst nicht mehr beurtheilen kann. Wenn etwas ins[323] Stocken geräth, so weiß man immer nicht, ob die Schuld an uns oder an der Sache liegt. Gewöhnlich aber wirft man eine Abneigung auf etwas, das man nicht vollenden kann, als auf ein Ding, das uns widerstrebt und das wir nicht Herr werden können. Überhaupt habe ich bey Herausgabe meiner Sachen geworden sind, ja daß ich fast kein Interesse mehr daran habe. Das geht so weit, daß ich, ohne freundliche treu fortgesetzte Beyhülfe, diese zwölf Bändchen gar nicht zusammengebracht hätte. Jetzt haben wir sie aber meist hinter uns und bis Einen kommen sie diese Tage sämmtlich in Cotta's Hände. Da mag nun weiter aus uns werden, was will so wäre doch soviel gerettet. Ich freue mich zum Voraus auf den Spaß, den Ihnen der fortgesetzte Faust machen wird. Es sind Dinge darin, die Ihnen auch von musikalischer Seite interessant seyn werden.
Können Sie mir das Verzeichniß der von Berlin weggeführten Kunstschätze ertheilen, so geschieht mir ein Gefallen. Wenn man nur weiß, wo sie aufbewahrt werden, so sind sie uns nicht verloren.
Leben Sie recht wohl und lassen Sie nach Carlsbad von sich hören.
Weimar den 7. May 1807.
G.
[324] 19/5364.
Ew. Excellenz
sende hierbey den Eichstädtischen Brief zurück. Wegen der Gartenbefriedigung kann ich folgende Auskunft geben. Da der obere und untere Garten zum Botanischen Institut gehörte; so daraus ganz natürlich, daß die Befriedigung aus der Botanischen Casse besorgt wurde. Im gegenwärtigen Falle aber, da der untere Theil an einen Privatum abgetreten worden; so möchte dieses onus wohl nicht allein jener Anstalt aufzubürden seyn. Das billigste, sollte ich denken, wäre, wenn man, wie es auch mit andern anstoßenden Nachbarn geschieht, den Aufwand theilte, und wir die eine Hälfte, Herr Hofrath Eichstädt die andre Hälfte besorgten. Treten Ew. Excellenz diesem Vorschlag bey, so kann ich Herrn von Hendrich ein Wort schreiben und unsre Hälfte kann von der Straße herein gleich angefangen werden.
Von den Gatten und Stufen ist ohnehin die Rede nicht mehr, da Niemand aus dem Botanischen Garten in dem Eichstädtischen Besitzthum, und Niemand von daher etwas im Botanischen Garten zu thun hat.
Möchten Ew. Excellenz mir die Haberfeldische Predigt gelegentlich mittheilen; so würde mir angenehm seyn, diesen Ehrenmann daraus kennen zu lernen. Für [325] das andere Übersendete dank' ich aufs beste und remittire es nächstens.
Leider helfe ich mir seit dem letzten Anfalle meines Übels nur von einem Tage zum andern fort, und denke daher, wenn nicht große Hindernisse eintreten, auf die Pfingstfeyertage nach Jena zu gehen, dort, was wegen unserer Anstalten nothwendig seyn möchte, zu besorgen, die vorjährige Rechnung zu betreiben und meine fernere Reise so einzurichten, daß ich vor Ende May in Carlsbad wäre.
Sollte noch etwas vorher einzuleiten oder einzurichten seyn, wobey meine geringe Mitwirkung nöthig wäre, so stehe zu Befehl.
Mich angelegentlich empfehlend
Weimar den 7. May 1807.
G.
19/5365.
Ew. Wohlgeboren erhalten hiebey ein Blättchen über die Schlacht bey Eylau. Können Sie mir den Plan der Schlacht von Lübeck senden, so wird auch in Kurzem eine kleine Recension davon folgen. Die größere über den Hohenlohischen Feldzug hoffe bald zu schicken. Der ich mich zu geneigtem Andenken empfehle.
Weimar den 8. May 1807.
Goethe.
[30] 19/5365a.
Ew. Hochwohlgeboren
erhalten hiebey die kurzgefaßte Kunstgeschichte mit vielem Danke zurück. Die hiesigen Kunstfreunde sind mit mir Überzeugung, daß sie als Vorrede zur Beschreibung der Schleißheimer Gallerie gar wohl stehen werde. Wer mit diesen Sachen schon bekannt ist, wiederhohlt sie sich gern im Kurzen, und für den, der sich erst unterrichten will, ist eine solche Darstellung eine große Wohlthat. Wie viele Fremde sehn[31] nicht eine solche Gallerie, und gar mancher weiß weder was er sieht, noch was er sehen soll. Wie gut ist es daher, ihn gleich bey dieser Gelegenheit, da er bedeutende Kunstwerke vor Augen hat, auf die Geschichte der Kunst aufmerksam zu machen; ihn aufmerksam zu machen, daß solche Werke nur successiv entstehen konnten, und ihm von dieser Succession einen allgemeinen Begriff zu geben. Auf diese Weise wird mancher angeregt und vieles Gute gestiftet.
Was Ew. Hochwohlgeborenen wegen Ausstellung des Gemähldeschatzes mitgetheilt uns gleichfalls sehr schätzbar. Sie werden ehstens in dem Intelligenzblatt der A. L. Z. finden, welchen Gebrauch wir davon ge macht, und ich hoffe es soll zu Ihrer Zufriedenheit gereichen. Wir gehn zwar noch etwas weiter als Sie selbst, indem man ja allerley wünschen und vorschlagen kann; allein Ihre Behandlungsweise erhält dadurch noch verstärkte Argumente, die, wie wir wenigstens glauben, keinem Widerspruch unterworfen sind. Wie sehr sollte mich's freuen, persönlich einmal Zeuge Ihrer schönen Bemühungen zu seyn und die trefflichen Sachen theils wieder zu sehen: Denn die Düsseldorfer und Mannheimer ja die Münchner selbst sind alte Bekannte; doch letztere, wegen Länge der Zeit, mir fast aus dem Gedächtniß geschwunden.
Für die letzte Sendung von Rom habe ich nur noch im Allgemeinen gedankt. Ich darf aber nicht verschweigen, daß sie dießmal besonders gut ausgefallen [32] ist, ja vielleicht war sie unter allen die vorzüglichste, nur bey dem Packen bleibt immer etwas zu desideriren. Ich habe daher auf einem Beyblättchen meine Wünsche geäußert.
Mit den lebhaftesten Empfehlungen an meine vortrefflichen Münchner Freunde unterzeichne ich mich mit vorzüglicher Hochachtung und Anhänglichkeit
Ew. Hochwohlgeb.
ganz gehorsamsten Diener
Weimar den 8. May 1807.
J. W. v. Goethe.
[326] 19/5366.
Bey dem Verkehr mit Ew. Wohlgeboren wirft man immer die Wurst nach der Speckseite, oder um ein edleres Gleichniß zu brauchen: man vertauscht eherne Waffen gegen goldene. So hat mir Ihre letzte Sendung sehr viel Freude gemacht. Das mumisirte Haupt zog alle unsre Aufmerksamkeit auf sich, und mein August, der sich Ihnen bestens empfiehlt, wollte die Absicht des Sticks im Munde darin finden, daß man den Kopf daran aufgehangen, um ihn entweder zu trocken oder trocken zu halten; welche Hypothese ich hiermit zur Beurtheilung übergebe.
Das zweydeutige Geschöpf ist nicht weniger merkwürdig. Nach meiner Weise bin ich nicht abgeneigt zu glauben, daß es ebensowohl stationäre als übergehende Larven geben könne. Vielleicht giebt uns künftig die Anatomie dieses Lebensweise hierüber näheren Aufschluß. Was halten Ew. Wohlgeboren von der Rana paradoxa? Sollte sie eine Larve oder ein bestehendes Thier seyn?
Der Boerhavische Brief ist mir von großem Werth; auch für die andern danke ich zum schönsten. Ich wünschte nur, wieder dagegen etwas angenehmes er zeigen zu können.
[327] Da ich nach Pfingsten wieder ins Carlsbad gehe, so lege ich ein Blättchen bey, nach welchem, auf mein Anrathen, der alte Steinschneider Müller künftig seine Sendung ordnet. Mögen Ew. Wohlgeboren sich etwas auszeichnen; so bitte ich, es nur mit einem Strichelchen an der Nummer zu thun und mir das Blatt bald zurückzuschicken.
Von der merkwürdigen Übergangsgebirgsart, welche mit C bezeichnet ist, lege ich auf alle Fälle einige bedeutende und instructive Stücke bey.
Auf Ihre Anfrage wegen des Purpurino kann ich nur soviel melden, daß uns davon keine antiken Stücke bekannt sind, wenigstens keine entschiedene. Ich besitze den unteren Theil einer runden Dose von diesem Material von sehr schöner Farbe und eine polirte Platte, die deswegen merkwürdig ist, weil sie aussieht, als wäre sie aus lauter Sechsecken zusammengesetzt, auf alle Fälle aber zusammengeschmolzen ist. Doch hat die Farbe nicht das Feuer der Dose. Daß es ein durch Metallkalk gefärbtes Glas oder schlackenhaftes Wesen sey, ist wohl nicht zu läugnen. Sonst gab man dem Gold allein die Ehre, diese Farbe hervorbringen zu können; allein bey Gelegenheit der gemalten und gefärbten Fensterscheiben ist es sehr lebhaft zur Sprache gekommen, daß man diese Farbe auch durch Eisen hervorbringen könne. Nun finden Ew. Wohlgeb. auch noch eine Kupfergarschlacke; woraus denn wohl hervorgehn möchte, daß es bey dieser Farbe nicht so- [328] wohl auf das Metall als auf die Behandlung ankommt; wie es mit den übrigen Farben wohl auch seyn möchte, obgleich nicht zu läugnen ist, daß dieser oder jener Metallkalk diese oder jene Farbe per Excellentiam und ohne große Umstände hervorzubringen im Stande sey. In meiner Farbenlehre, in der Abtheilung von chemischen Farben, habe ich deshalb manches beygebracht; wenn ich nur erst mit dem Druck dieser Arbeit zu Stande wäre, daß ich sie mittheilen und mir Belehrung von meinen Freunden zum weitern Fortschreiten erbitten könnte.
Ihr guter Neveu zu Jena hat einen bösen Einstand zu seiner neuen Existenz gegeben, indem er an einem schlimmen Halse sehr hart darnieder lag. Kein Wunder, daß auch er diesen Tribut bezahlen mußte, da die Schreckenszeit, in der er sich sehr brav gehalten, doch auch in seiner zarten Natur widrige Eindrücke zurücklassen mußte. Er ist nun in den Garten gezogen und ich hoffe, die Frühlingsluft soll seine Wiedergenesung beschleunigen.
Leider konnte ich die in Ihrem letzten Brief enthaltenen Empfehlungen an unsere verehrte Herzogin Mutter nicht mehr ausrichten. Sie hat uns ganz unvermuthet verlassen, denn bey dem Anfrage ihrer Krankheit schien das Übel nicht von Bedeutung. Wir haben sehr viel ab ihr verloren, und um so viel mehr, als schon manche Glieder der eigentlichen alten Weimarischen Societät vor ihr hingegangen sind.
[329] Alle diejenigen, die sich noch des Tagslichtes erfreuen, danken für Ew. Wohlgeboren gütiges Andenken und nehmen aufrichtigen Antheil an Allem, was Ihnen Gutes begegnet. Auch ich empfehle mich bestens und werde nächstens das mitgetheilte Winckelmannische Halbmanuscript mit vielem Dank zurücksenden. Der ich recht wohl zu leben wünsche.
Weimar, den 9. May 1807.
Goethe.
19/5367.
Weimar den 12. May 1807.
Ew. Wohlgeboren
erhalten hierbey die bewußte Recension. Wem das Buch selbst gegenwärtig, ist, für den wird sie ein großes Interesse haben. Der Recensent vertheidigt die Hauptarmee gegen die Armee des linken Flügels und durch diesen innern Federkrieg klärt sich für das Publicum manches auf, wodurch die Sache freylich nicht besser wird.
Da die Recension sich gleichsam in Text und Anmerkungen theilt, so werden Sie am besten beurtheilen, wie etwas der Abdruck zu machen ist, da der Recensent in der eigentlichen Recensionsform nicht recht gewandt zu seyn scheint.
Übrigens wünschte ich, daß Ew. W. einige harte Stellen, wo von Unwahrheit u. dergl. die Rede ist, [330] einigermaßen milderten, umsomehr, als der Recensent am Schluß dem Verfasser selbst Gerechtigkeit wiederfahren läßt, und ihn nur einer leidenschaftlichen Ansicht der Dinge beschuldigt. Es wird dieses um so nöthiger seyn, da Sie den Verfasser persönlich kennen, und für Ihr Institut gutes von ihm hoffen, so wie er auch mir ein interessanter und achtungswerther Mann scheint.
Wollten Sie wegen des Zauns nur mit Herrn Major von Hendrich sprechen, welcher die Herstellung unserer Hälfte übernommen hat, sowie der Punct wegen der Gitterthüren auch besorgt ist.
Mich bestens empfehlend
Weimar den 12. May 1807.
Goethe.
19/5368.
Ew. Wohlgeboren
empfangen meinen lebhaften Dank für Ihren vertraulichen Brief, dessen Inhalt ich bestens zu benutzen gesucht habe. Unsre Regie wird sich gleich bey ihrer Ankunft Ihren fernern gütigen Rath erbitten.
Einen Prolog habe ich nach Ihren Wünschen auch mitgegeben. Wollten Sie die Gefälligkeit haben, ihn durchzusehen und zu beurtheilen, ob er am Platz paßt, welches man in der Entfernung nicht so gut empfinden kann.
[331] Da übrigens die älteren Schauspieler Ihnen schon bekannt sind und sich eher zu produciren wissen, so wollte ich Ihnen besonders jüngeren empfehlen, den Nachwuchs, dessen Emporkommen uns bey der Lage unsres Theaters höchst angelegen seyn muß.
Demoiselle Elfermann, ein munteres Kind, von gutem Betragen, wird Ihnen gefallen und Sie vielleicht anlocken, ihr über diese oder jene Rolle etwas zu sagen. Sie hat etwas Manier von Berlin mitgebracht, worüber sie aber schon aufgeklärt ist und nur manchmal einer kleinen Erinnerung deshalb bedarf.
Die Herren Lorzing und Deny sind gute gesittete Leute, nicht ohne Talent und von besten Willen. Da sie nunmehr in Routine kommen, so wird es auch mit ihnen vorwärts gehen.
Im Ganzen bin ich überzeugt, daß der Aufenthalt in Leipzig für unsre Gesellschaft sehr wohlthätig seyn wird, besonders wenn sich einige Kenner und Freunde zu Mittelspersonen zwischen höchst nothwendig ist, damit man sich bald wechselseitig befreunde und keine Mißverständnisse entstehen.
Ich wünsche, daß alles gut gehen möge, und daß Ew. Wohlgeboren zuletzt mit Zufriedenheit das Amt eines Epilogisten übernehmen möchten. Denn wenn man einen Prolog noch allenfalls in der Ferne schreiben kann, so darf der Epilog nur aus einer unmittelbaren Nähe entspringen.
[332] Zu Ende dieses Monats geh' ich nach Carlsbad und hoffe dort von Zeit zu Zeit sich wieder zeigenden Übel, wo nicht völlige Genesung, doch Linderung. Möge dieser mein Brief auch Sie von jedem Anfall befreyt antreffen. Gesundheit brauchte man wohl niemals mehr als gegenwärtig. Mich zu geneigtem Andenken empfehlend
Weimar den 12. May 1807.
Goethe.
19/5369.
Einige Schreibmaterialien von Herzogl. sächsischer Canzeley zu erhalten wünscht
W. d. 13. May 1807.
Goethe.
19/5370.
Weimar, den 14. May 180