Achter Auftritt


[134] Märten. Hernach Schnaps.


MÄRTEN. Ein Glück, daß er ihn nicht vermutet! Das hätte schöne Händel gesetzt! Am Fenster. Wie er läuft! Er ist schon am Berge. Nun kann mein General wieder aus dem Hinterhalte hervorkommen. Es ist doch kurios, daß jetzt die schlimmsten Leute immer in die Höhe kommen! Man liest's in allen Zeitungen. Der da oben taugt nun ganz und gar nichts, und kommt zu solchen Ehren! Wer weiß, was noch daraus wird! Es sind gefährliche Zeiten; man weiß gar nicht mehr, wen man um sich hat. Auf alle Fälle will ich ihm schmeicheln. Er nutzt mir wohl wieder. – Mein General!

SCHNAPS an der Bodentüre. Es fällt Heu herunter. Ist er fort?

MÄRTEN. Schon weit weg.

SCHNAPS mit Heu bedeckt. Ich komme schon.

MÄRTEN. Ihr seht verzweifelt aus, General Schnaps.

SCHNAPS auf der Leiter sich reinigend. Das ist im Felde nicht anders; man kann nicht alles sauber haben.

MÄRTEN. Kommt nur herunter.

SCHNAPS. Ist er wirklich fort?

MÄRTEN. Schon weit weg. Er war besorgt, Ihr möchtet indessen zu Rösen schleichen, und lief, als wenn es hinter ihm brennte.

SCHNAPS herunterkommend. Vortrefflich! Nun schließt mir aber die Haustür zu.[134]

MÄRTEN. Das sieht verdächtig aus.

SCHNAPS. Besser verdächtig als ertappt. Schließt zu, Vater Martin. Mit wenig Worten sag ich Euch alles.

MÄRTEN gehend. Nun gut.

SCHNAPS. Wenn jemand pocht, pack ich ein und schleiche mich zur Hintertür hinaus; und Ihr macht, was Ihr wollt.


Quelle:
Johann Wolfgang von Goethe: Berliner Ausgabe. Poetische Werke [Band 1–16], Berlin 1960 ff, S. 134-135.
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