1818

709.*


1818, 16. Februar.


Mit Friedrich Wilhelm Riemer

»Rath und That muß freilich jeder bei sich selber suchen.«[298]


710.*


1818, Februar.


Mit Carl Ludwig von Knebel

Jetzt macht alles Verse, doch Goethe meint, es sei niemals weniger Poesie in der Welt gewesen, als eben jetzt.[299]


711.*


1818, 27. Februar.


Mit Friedrich von Müller

und Julie von Egloffstein

Abends 7 3/4 Uhr holte ich Julie zu Goethen ab. Wir waren erst ganz allein mit dem alten Herrn und Ottilie und da war er ganz allerliebst. Julie legte ihre Zeichenbücher vor, die er sehr humoristisch kritisirte. Es ist unerlaubt, ja unverschämt, so viel Schönes zu machen, ohne einen Begriff davon zu haben; sie solle Perspective studiren, und vorzüglich schalt er die sklavische Treue im Zeichnen nach der Natur. Dann soupirten wir unten in dem neueingerichteten Zimmer, während Goethe eine allerliebste Liebesgeschichte von Karlsbad erzählte, als zwei junge Mädchen von Frau Elisa v. d. Recke gehört hatten, er gebe sich mit älteren Damen gar nicht gerne ab. Darauf zeigte er uns merkwürdige Handschriften aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges und aus dem brandenburgischen Hause, welche in einer Foliantenkapsel gar zierlich und nett eingeschachtelt waren.[299]


712.*


1818, 5. März.


Mit Friedrich von Müller

Heute besuchte ich Goethen, der sehr genial [Professor] Friesen das Skelet eines Tigers nannte und seine Vorahndungen des Unheils aus der Wartburgfeier erzählte. »Quiconque rassemble le peuple, l'émeut,« rief er mehrmals aus. »Gegen Voigt saß mir die Mißbilligung der Erlaubniß zur Wartburgfeier schon auf den Lippen; ich habe sie aber verschluckt, um mich nicht zu compromittiren ohne Erfolg. Ich habe im 22. Jahre den Egmont geschrieben und bin seitdem nicht stille gestanden, sondern diese Ansichten über Volksbewegung immer fort mit mir sich durchleben lassen. Nun weiß ich wohl, woran ich bin; meint ihr, der Egmont sei nur ein... gewesen, der mir entschlüpft, oder man müsse mich erst trepaniren, um den Splitter aus dem Gehirn zu ziehen?«[300]


713.*


1818, 6. März.


Mit Julie von Egloffstein

Goethe öffnete uns seine Zimmer, als ich bei Ottilien den Abend zubrachte. Er war höchst liebenswürdig in seinem weißen Flausrock und schaukelte uns gleichsam hin und her im sanften Auf- und Niederwogen[300] seines Gesprächs. Nachdem er eine Mappe der interessantesten Kupferstiche mit uns durchblättert und viel Gewichtiges darüber gesagt hatte, kamen wir plötzlich von der Kunst auf die Natur zu sprechen.

Von Wiesbaden äußerte er, daß das Leben dort zu leicht, zu heiter sei, als daß man nicht verwöhnt würde fürs übrige Leben. Er möge daher nicht zu oft hinreisen; Karlsbad störe das innere Gleichgewicht schon weit weniger. Oft bestimme die kleinste Zufälligkeit die dauerndsten Verhältnisse im Leben, und am meisten wirkten Berge auf die Verschiedenheit der Sitten und Charaktere, weit mehr als Klima und Sprache. Viel Scharfsinniges und fast Fabelhaftes erzählte er von seinen Wolkenstudien. An die freundliche Einladung zu ihm nach Jena »auf seine Tanne« knüpfte er die interessantesten Äußerungen über das Leben und Treiben der Jenaischen Professoren, das ihn ewig frisch und in steter Fortbildung erhalte.

»Seht liebe Kinder, was wäre ich denn, wenn ich nicht immer mit klugen Leuten umgegangen wäre und von ihnen gelernt hätte? Nichts aus Büchern, sondern durch lebendigen Ideen-Tausch, durch heitere Geselligkeit müßt Ihr lernen.«

Als die Richtigkeit seiner Ansicht, daß Professoren mehr als andere Geschäftsleute zu thun hätten, bestritten und der Kanzler z.B. hingestellt wurde, nach Belieben bei der Nachbarschaft zu weilen, sagte Goethe, ein Kanzler müßte eigentlich gar keine Nachbarschaft haben[301] und von Staatswegen eine Brandmauer vor seinen Fenstern aufgeführt werden. Nun da verdiene ich ja wohl den Dank des Staates, entgegnete Julie, daß durch eine neuere Vorrichtung an meinem Zeichenfester wenigstens zum Theil solch eine Brandmauer aufgeführt worden ist. »Ja wohl,« sagte Goethe, »einen dreifachen Dank, des Kanzlers Augen, des Staats und Ihrer (Julien v. Egloffstein) eigenen Augen wegen. Ob das der Kanzler wohl auch gewissenhaft niederschreiben wird?«[302]


714.*


1818, erste Hälfte März.


Mit Julie von Egloffstein

Außerdem noch habe ich auf Goethes Wunsch und Geheiß ein neues Studium begonnen – die Perspective nämlich, und zwar beim hiesigen Theatermaler, der die bequemste Methode haben soll, es den Leuten beizubringen, und zwar in kurzer Zeit. Ich scheute die neuen Kosten und sträubte mich; Goethe meinte, ich sei nur zwei Zoll breit vom wahren Weg entfernt und könne nur durch die Kenntniß der Perspective dahin gelangen; sechs bis acht Stunden wären hinreichend dazu. – Müller ließ heimlich den neuen Lehrer kommen und sandte ihn mir sodann unvermuthet über den Hals.[302]


715.*


1818, erste Hälfte März.


Mit Caroline Gräfin von Egloffstein

Goethe geht morgen wirklich schon wieder, weil er sich die Angst um Ottiliens Niederkunft ersparen will .... Goethe läßt sich von mir vorsingen und scheint sehr zufrieden; er hat neue Lieder, von Zelter neu componirt, die ich ihm vorspielen und bekannt machen muß.[303]


716.*


1818, April.


Mit Caroline Gräfin von Egloffstein

Wir haben bis jetzt unsere Musenscherze vor Goethe heimlich gehalten, weil er die dichtenden Frauen haßt und wir von ihm geliebt sein wollen; allein er weiß es nun und – unparteiisch wie die Liebe ist – findet er den Musenverein geistreich und wohlgethan!? – O, unparteiischer Mann! Er hat sich sogar über meine Kritik der Schriftsteller höchlichst ergötzt.[303]


717.*


1818, 29. April.


In Dornburg


a.

Der schönste Sommermorgen begünstigte die Fahrt, die ich [Caroline Freifrau v. Egloffstein] mit einigen[303] Freunden [v. Müller, Julie v. Egloffstein] unternommen hatte .... Einer meiner Begleiter meinte... [unter anderem]: Goethe sei äußerst tolerant mit dem Verstande, jedoch nicht mit dem Gemüthe, daher widersprächen seine Schriften den Handlungen im täglichen Leben, durch welche er intolerant erscheinen müsse.

Was mir bisher in Goethes Benehmen räthselhaft gewesen, lösten diese wenigen Worte und klärten mich über den Charakter des großen Meisters auf. Auch vertiefte ich mich so sehr in diese Betrachtung, daß ich erst wieder daraus erwachte, als wir in Dornburg anlangten, wo nach kurzem Verweilen in dem uns angewiesenen Zimmer Goethe erschien und uns mit ungewöhnlicher Freundlichkeit begrüßte. Auf den ersten Blick erkannten wir, wie wohlthätig der Aufenthalt in jener reizenden Umgebung, die Ruhe und Freiheit, die ihm hier zutheil geworden, auf Geist und Körper bei ihm eingewirkt. Sein großes Auge strahlte in milderm Glanze und über seine schönen classischen Züge war die reinste Heiterkeit verbreitet. Die starre Maske, welche er aus Verlegenheit und Convenienz vorzuhalten pflegte, hatte er abgelegt und stand nun in seiner ganzen Erhabenheit vor uns.

Nach manchen scherzhaften Äußerungen ging er allmählig auf die wichtigsten Anliegen der Menschen über. Mit der größten Klarheit und Wärme sprach er von Religion und sittlicher Bildung als den Hauptzwecken der Staatsanstalten. Er sagte unter andern: »Das[304] Vermögen jedes Sinnliche zu veredeln und den todtesten Stoff durch Vermählung mit der geistigen Idee zu beleben, ist die sicherste Bürgschaft unsers überirdischen Ursprungs, und wie sehr wir auch durch tausend und abertausend Erscheinungen dieser Erde angezogen und gefesselt werden, so zwingt uns doch eine innige Sehnsucht den Blick immer wieder zum Himmel zu erheben, weil ein unerklärbares tiefes Gefühl uns die Überzeugung gibt, daß wir Bürger jener Welten sind, die so geheimnißvoll über uns leuchten und wir einst dahin zurückkehren werden. Die Religion soll Frieden zwischen den Gesetzen jenes geistigen Reiches und der Sinnlichkeit des Menschen stiften; die Moral war nur ein Versuch dies zu bewirken, sie ist jedoch schlaff und knechtisch geworden, als man sie dem schwankenden Calculo einer bloßen Glückseligkeitstheorie unterwerfen wollte. Kant hat sich ein unsterbliches Verdienst erworben, indem er die Moral in ihrer höchsten Bedeutung aufgefaßt und dargestellt hat. Sie sollte den Charakter der Roheit mildern, der nur nach eigenen Gesetzen leben, in fremde Kreise nach Willkür eingreifen will. Dieser Rohheit und Willkür Schranken zu setzen, wurden Staatsvereine geschlossen, und alle positiven Gesetze sind nur ein mangelhafter Versuch, die Selbsthülfe der Individuen gegeneinander zu verhüten. – Wenn man das Treiben der Menschen seit Jahrtausenden überschaut, so erkennt man darin einige, unter mannigfachen Verbrämungen sich wiederholende Formeln,[305] die mit Zauberkraft auf ganze Nationen wie auf die Einzelnen eingewirkt, und als das untrügliche Zeichen einer höheren, alles leitenden Macht betrachtet werden müssen.«

Diese Äußerungen prägten sich meinem Gedächtniß so kräftig ein, daß ich sie bei der Rückkehr nach Weimar niederschreiben konnte.


b.

Wir [v. Müller u. a.] fuhren bei heiterster Frühlingssonne gegen 8 Uhr Morgens von Weimar aus nach Dornburg.

– – – – – – – – – – – – – – – –

Gegen 11 Uhr langten wir an .... Eilig durchflogen wir die Zimmer rechts und links... und fixirten uns dann sofort an das Eckfenster im Zimmer der Frau Großherzogin Louise, damit unsere eifrige Zeichnerin von hier aus einen Theil der Gegend, vom alten Schlosse gegen die Brücke hinab, aufnehmen könne. Wir mochten so etwa eine halbe Stunde am offenen Fenster gesessen haben, als durch den kleinen Garten unter dem Fenster ein stattlicher Mann ernst und feierlich aus den Gebüschen heranschritt.

Es war Goethe, der hochverehrte Meister, den ein Brief von mir gestern Abend von unserer Hierherreise benachrichtigt und zu uns eingeladen hatte! – Jubelnd flogen wir ihm entgegen, und sein heiteres Auge lohnte unserer herzlichen Bewillkommnung. Alsobald mußte[306] das Zeichnen fortgesetzt werden, mit der zärtlichsten Sorgfalt machte er auf alle kleinen Vortheile in Aufnahme und Behandlung des Gegenstandes aufmerksam und förderte so das begonnene Werk zum allerheitersten, bald lobend, bald scheltend. »Ach! wärst Du mein Töchterchen, rief er scherzend aus, wie wollt ich Dich einsperren, bis Du Dein Talent völlig und folgerecht entwickelt hättest! Kein Stutzer sollte Dir nahen, kein Heer von Freundinnen Dich umlagern, Convenienz und gesellige Ansprüche Dich nimmer umgarnen; aber copiren müßtest Du mir von früh bis in die Nacht, in systematischer Folge, und dann erst, wenn hierin genug geschehen, componiren und selbstständig schaffen. Nach Jahresfrist ließe ich Dich erst wieder aus meinem Käfig ausfliegen, und weidete mich dann am Triumphe Deiner Erscheinung.« Unsre Zeichnerin zeigte aber keine sonderliche Lust, sich einer solchen Kunstdiät zu unterwerfen, obwohl sie mit der muntersten Laune den alten Meister beschwor, ihr seine strengen Lehren auch auf ihrem gewohnten Lebensgange nicht zu versagen. Er schüttelte skeptisch den Kopf, vermeinend: solche hübsche Kinder horchten gar freundlich auf die Lehren der alten Murrköpfe, weil sie sich stillschweigend den Trost gäben, nur so viel davon zu befolgen, als ihnen gerade beliebte. »Willst Du aber, mein Engelchen,« fuhr er fort, »hierin wirklich eine Ausnahme machen, so fordere ich zur Probe dreißig Copien von Everdingens in Kupfer gestochenen kleinen Landschaften,[307] die ich Dir zum Beginn eines folgerechten Portefeuille geben werde und setze Dir sechzig Tage unerstreckliche Frist.«

Die Freundin schrie hoch auf über die gewaltige Aufgabe; aber Goethe blieb unerbittlich und setzte wie ein wahrer Imperator hinzu: »wie Du es ausführst, das ist Deine Sache; genug, ich fordere es und weiche kein Haar breit von meinem Gebote ab.«

So verstrich unter Scherzen und Neckereien der Rest des Vormittags; unterdessen war im zierlichen Saale das kleine Mittagsmahl aufgetischt und das fröhliche Quartett ließ sich nicht lange mahnen .....

Doch bald nahm das Gespräch eine höhere Richtung. In solcher Naturherrlichkeit, in solchem Freiheitgefühl von allem Zwang der Convenienz schließt der edlere Mensch sein Inneres willig auf und verschmäht es, die strenge Maske der Gleichgültigkeit vor sich zu halten, die im täglichen Leben den Andrang der lästigen Menge abzuhalten bestimmt ist. So auch unser Goethe! Er, dem über die heiligsten und wichtigsten Anliegen der Menschheit so selten ein entschiedenes Wort abzugewinnen ist, sprach diesmal über Religion, sittliche Ausbildung und letzten Zweck der Staatsanstalten mit einer Klarheit und Wärme, wie wir sie noch nie an ihm in gleichem Grade gefunden hatten. »Das Vermögen, jedes Sinnliche zu veredeln und auch den todtesten Stoff durch Vermählung mit der Idee zu beleben,« sagte er, »ist die schönste Bürgschaft unsres[308] übersinnlichen Ursprungs. Der Mensch, wie sehr ihn auch die Erde anzieht mit ihren tausend und abertausend Erscheinungen, hebt doch den Blick forschend und sehnend zum Himmel auf, der sich in unermeßnen Räumen über ihn wölbt, weil er es tief und klar in sich fühlt, daß er ein Bürger jenes geistigen Reiches sei, woran wir den Glauben nicht abzulehnen noch aufzugeben vermögen. In dieser Ahnung liegt das Geheimniß des ewigen Fortstrebens nach einem unbekannten Ziele; es ist gleichsam der Hebel unsres Forschens und Sinnens, das zarte Band zwischen Poesie und Wirklichkeit.

Die Moral ist ein ewiger Friedensversuch zwischen unsern persönlichen Anforderungen und den Gesetzen jenes unsichtbaren Reiches; sie war gegen Ende des letzten Jahrhunderts schlaff und knechtisch geworden, als man sie dem schwankenden Calcul einer bloßen Glückseligkeits-Theorie unterwerfen wollte; Kant faßte sie zuerst in ihrer übersinnlichen Bedeutung auf, und wie überstreng er sie auch in seinem kategorischen Imperativ ausprägen wollte, so hat er doch das unsterbliche Verdienst, uns von jener Weichlichkeit, in die wir versunken waren, zurückgebracht zu haben. Der Charakter der Rohheit ist es, nur nach eignen Gesetzen leben, in fremde Kreise willkürlich übergreifen zu wollen. Darum wird der Staatsverein geschlossen, solcher Rohheit und Willkür abzuhelfen, und alles Recht und alle positiven Gesetze sind wiederum nur[309] ein ewiger Versuch, die Selbsthülfe der Individuen gegen einander abzuwehren.

Wenn man das Treiben und Thun der Menschen seit Jahrtausenden überblickt, so lassen sich einige allgemeine Formeln erkennen, die je und immer eine Zauberkraft über ganze Nationen, wie über die Einzelnen ausgeübt haben, und diese Formeln, ewig wiederkehrend, ewig unter tausend bunten Verbrämungen dieselben, sind die geheimnißvolle Mitgabe einer höhern Macht ins Leben. Wohl übersetzt sich jeder diese Formeln in die ihm eigenthümliche Sprache, paßt sie auf mannichfache Weise seinen beengten individuellen Zuständen an und mischt dadurch oft so viel Unlauteres darunter, daß sie kaum mehr in ihrer ursprünglichen Bedeutung zu erkennen sind. Aber diese letztere taucht doch immer unversehens wieder auf, bald in diesem, bald in jenem Volke, und der aufmerksame Forscher setzt sich aus solchen Formeln eine Art Alphabet des Weltgeistes zusammen.«

Wir lauschten aufmerksam jedem Worte, das dem theuren Munde beredt entquoll, und waren möglichst bemüht, durch Gegenrede und Einwurf immer lebendigere Äußerungen hervorzulocken. Es war als ob vor Goethes innerem Auge die großen Umrisse der Weltgeschichte vorübergingen, die sein gewaltiger Geist in ihre einfachsten Elemente aufzulösen bemüht war. Mit jeder neuen Äußerung nahm sein ganzes Wesen etwas Feierlicheres an, ich möchte sagen, etwas Prophetisches.[310] Dichtung und Wahrheit verschmolzen sich in einander und die höhere Ruhe des Weisen leuchtete aus seinen Zügen. Dabei war er kindlich mild und theilnehmend, weit geduldiger als sonst in Beantwortung unserer Fragen und Einwürfe, und seine Gedanken schienen wie in einem reinen ungetrübten Äther gleichsam auf und nieder zu wogen.

Doch nur allzurasch entschlüpften so köstliche Stunden. »Laßt mich, Kinder, sprach er plötzlich vom Sitze aufstehend, laßt mich einsam zu meinen Steinen dort unten eilen; denn nach solchem Gespräch geziemt dem alten Merlin sich mit den Urelementen wieder zu befreunden.« Wir sahen ihm lange und frohbewegt nach, als er in seinen lichtgrauen Mantel gehüllt feierlich ins Thal hinabstieg, bald bei diesem, bald bei jenem Gestein, oder auch bei einzelnen Pflanzen verweilend, und die erstern mit seinem mineralogischen Hammer prüfend. Schon fielen längere Schatten von den Bergen, in denen er uns wie eine geisterhafte Erscheinung allmählich entschwand.[311]


718.*


1818, Anfang Juni.


Mit Carl Ludwig von Knebel u.a.

Knebel ist ganz der alte wieder. Ich [Johanna Frommann] wollte, Du [Friedrich Johann Fr.] hättest gehört, wie er schalt, daß Goethe (der damals leidend[311] war), so viel arbeite und den Geist anstrenge; Schillern hatte der Geist auch aufgefressen. Goethe sagte wieder: »Dann arbeite ich am meisten, wenn ich mich beschäftigen darf, wie ich mag.« – Man bedauerte ihn, daß er keine Gesellschaft habe, aber die intruders wären ihm verhaßt.[312]


719.*


1818, Juni.


Mit Friedrich Wilhelm Riemer

»Der Mensch ist wohl ein seltsames Wesen! Seitdem ich weiß, wie es mit dem Kaleidoscop zugeht (das Dr. Seebeck uns erklärt hatte), interessirt mich's nicht mehr. Der liebe Gott könnte uns recht in Verlegenheit setzen, wenn er uns die Geheimnisse der Natur sämmtlich offenbarte: wir wüßten vor Untheilnahme und langer Weile nicht was wir anfangen sollten.«[312]


720.*


1818, 7. Juli.


Mit Wilhelm Gerhard

Es traf sich nun glücklicherweise, daß Goethe der fürstlichen Taufe wegen sich eben hier [in Weimar] befand, und da ich durch Bertuch erfuhr, es sei eben die Stunde (11 Uhr), wo er Freunde zu sprechen pflege, so wollte ich nicht versäumen, ihm meine Aufwartung zu machen.[312] Ich wurde sogleich vorgelassen und mit herablassender Freundlichkeit empfangen. Viele, die Goethe persönlich gesprochen haben, finden sich durch eine gewisse feierliche Würde und einen Anstrich von Hofetiquette verletzt, den sie Stolz nennen, der aber diesen ausgezeichneten Mann sehr gut kleidet, weil das Wahrhaftmenschliche auch durch diese Abgemessenheit leuchtet. Ich wenigstens habe nicht das Geringste in seinem Wesen gefunden, was nicht weit mehr zu ihm hingezogen, als von ihm abgestoßen hätte. Ich mußte ihm viel von der Absicht meiner Reise nach England, von dem Gange des britischen Handels, ihren Manufacturen, der Natur englischer und deutscher Wolle, dem Rückzoll auf Druckwaaren Erklärendes sagen, und alles schien ihm in naturhistorischer Hinsicht interessant. Er wünschte sogar bei meiner Rückkehr Muster meines Einkaufs zu sehen. Wir kamen dann auf die Dichtkunst zu sprechen. Er sagte mir viel Schmeichelhaftes über meine Maskenzüge und gestand die Schwierigkeiten ein, die es mir in Leipzig machen müsse, solche Feste zu arrangiren, da es dort nicht wie in Weimar den Adel und einen Fürsten gibt, dem zu Ehren sich jener beeifere, allegorische Darstellungen zu arrangiren. Ich kam auf orientalische Literatur und Joseph v. Hammer zu sprechen; er gestand mir ein, daß er den »Divan« des Hafis bearbeite und schien es gern zu hören, daß die persische Dichtkunst durch ihre Bilder von Edelsteinen und Blumen mir lieb und ich der Meinung sei,[313] ein neuer Stern aus dem Morgenlande würde künftigen Geschlechtern durch die noch lange nicht genug zu Tage geförderten Schätze indischer und persischer Poesie glänzend aufgehen. Wegen einer beabsichtigten Bearbeitung der »Sakontala« für die Bühne war er ganz meiner Ansicht, den indischen Himmel des siebenten Actes zu streichen und einen andern Schluß dafür zu machen; und weil ich den Einwurf, man könne mich deshalb verketzern, äußerte, tröstete er mich mit der Bemerkung: ein Dichter habe völlige Freiheit, das umzumodeln, was nicht für seine Zeit passe.[314]


721.*


1818, 13. Juli.


Mit Friedrich von Müller

und Julie von Egloffstein

Goethe schilderte uns sehr launig Amerika und die dortige Colonisirung, so daß Julie v. Egloffstein nicht übel Lust verspürte, dahin auszuwandern.[314]


722.*


1818, 18. Juli.


Mit Friedrich von Müller

und Julie von Egloffstein

Ich [v. Müller] war zu Goethe gegangen, um mich von ihm zu verabschieden, da er am nächsten Tage nach Carlsbad reiste. Julie v. Egloffstein brachte Goethes Gesundheit aus, was diesmal geduldet wurde, obwohl er es nicht leiden mag.[314]


1551.*


1818, Sommer (?).


In der Familie Thomas Johann Seebecks

Among those living in Jena at the time of my [Hewett's] visit [1881] who vividly remembered this early period was his Excellency the Geheime Rath Seebeck who related to me the following incident. His mother had arrived at Jena with eight children and was invited immediately to make her home with the Knebels. Goethe was a guest in the house at the same time. One evening a discussion upon education arose at the supper table between Knebel and the Frau Seebeck whose whole family was seated around the board. Knebel, as was his wont when roused, was impetuous and testy. Goethe, who did not like argument, interfered against his old friend with the proverb. »Age does not protect from folly« (Alter schützt vor Thorheit nicht). »Cease to contradict this worthy mistress of educational theories. Look at her successful works in eight volumes,« pointing to the children and the strife was decided in behalf of the lady.

The young Seebeck had recently returned from school in Nuremberg. Goethe addressed him with »well, what news do you bring from Nuremberg?« »Nothing,« answered the lad, »exactly new but something old, J had two comrades at school who could[394] not live apart and yet could not get on together; the name of the one was Teufel (devil) and the name of the other was Faust.« The aged counsellor remembers now the wonderful kindliness and pleasure with which Goethe received the boys clever compliment and said: »Excellent! excellent!« (Vortrefflich! vortrefflich!)[395]


723.*


1818, 6. August.


In Gesellschaft

bei Joseph Fürst zu Schwarzenberg

Soeben war eine recht interessante Scene beim Fürsten Joseph Schwarzenberg, wo wir in zahlreicher Gesellschaft zu Mittag gegessen hatten. Die Gräfin B[ombelles] sang außerordentlich schön und entzückte uns alle, als die Thüre sich öffnete und die Catalani hereintrat. Die Gräfin wollte nun durchaus nicht weitersingen; die Catalani bestand darauf mit recht liebenswürdiger Manier. Es ging also vorwärts; die schöne Gräfin gewann ihre Zuhörer immer mehr und mehr. Unter andern war Goethe gegenwärtig und ganz hingerissen. Er sagte das erste hübsche Wort seitdem er in Karlsbad ist: »Wir sind diesen Tönen näher verwandt; es ist das deutsche Herz, das uns entgegenklingt.« Die Gräfin, selbst gerührt durch den Eindruck, den sie machte, sang nun bezaubernd und stimmte endlich, von ihrem Manne auf dem Clavier begleitet, »Kennst du das Land – –« an. Die ganze Gesellschaft wurde lebhaft ergriffen. Goethe hatte Thränen in den Augen. Jetzt begann die Catalani sich unheimlich zu fühlen; sie wurde blaß und behauptete, es werde ihr übel .... Auf einmal lenkte sich nun das Interesse auf ihre Seite, obgleich eine unverkennbare Anwandlung von Eifersucht der Grund ihres Leidens war. Die Gräfin, von allen Herren[315] und Damen unterstützt (nur der Feldmarschall, Goethe und ich blieben neutral) bestimmte sie, ihre Stimme zu erheben. Sie sang eine italienische Romanze, aber schwach, fast nüchtern und höchst bewegt.[316]


1525.*


1818, 27. August.


Mit Wilhelm Rehbein

Sein Leibarzt war der sehr beliebte Hofmedicus Rehbein. Drastisch in seinen scharfsinnigen Verordnungen war er es auch in keckem Witz, und Goethe schenkte ihm großes Vertrauen, seine besondere Gunst, nahm ihn sogar mit in's Bad. »Eines Morgens« – so erzählte mir der Doctor – »mach' ich meinen gewöhnlichen Besuch und finde ihn bei sehr guter Laune; ein Flasche Wein stand neben ihm, aus dem Mutterfäßchen[345] eines seiner Verehrer. Die Blume hatte offenbar auf seinen Geist gewirkt: alles deutete darauf hin und auf seinen Geburtstag, der doch nicht war; er nöthigte mich sogar auf seine Gesundheit zu trinken. Ich stand und wußte gar nicht, wie ich mir das erklären sollte. Ich versah mich irgend eines spaßigen Einfalls, wie er dergleichen oft zum besten gab. Endlich merkt' ich, wo es hinaus wollte: er hatte sich, drollig genug, selbst mystificirt. Da platzt' ich los: ›Aber Excellenz, Ihr Geburtstag ist ja heute nicht!‹ – ›Was?‹ ruft Goethe: ›Mein Geburtstag wäre nicht?‹ – ›Heute nicht!‹ versicherte ich ihm. – ›Laßt doch einmal sehen!‹ sagte er und schritt ganz gravitätisch auf den Kalender zu, legte ihn dann still hin und kam ernst zurück: ›Nun, da sehe mir einmal einer! Da hab' ich mich heute umsonst – betrunken.‹ – ›Praenumerando!‹ rief ich und mußte gerade heraus lachen.«

Das Kraftwort, das der Großartige statt ›betrunken‹ dabei gebraucht haben soll, will ich auf Rechnung des rundsummigen Erzählers setzen.[346]


1526.*


1818, 6. December.


Mit Peter Oluf Bröndsted

Am 6. December besuchte ich Goethe. Er war ein paar Stunden zuvor aus Berka angelangt. Wie es mich freute den alten Adler wieder zu sehen! Er[346] brummt noch wie gewöhnlich, ist um 12 Jahre älter geworden, jetzt beinahe 70 Jahre alt, aber er ist nicht minder kräftig. Er dankte mir vielmals für die Aufmerksamkeit ihn in Weimar besuchen zu wollen, ehe ich nach Italien ginge, sprach mit mir von meiner griechischen Reise, von den phigaleischen Basreliefs etc. Diese bewundert Goethe höchlich. Ich brachte die Rede auf seine neue Dichtung in persischem Gewande (worüber Riemer mir erzählt hatte). Er äußerte, daß es ihm eine Erquickung gewesen sei, sich so in etwas ganz Neues hineinzusetzen; daß Professor Kosegarten in Jena ihm dazu geholfen hatte u.s.w. Ich fragte ihn auch über die Festivität am Hofe, die Goethe vorbereitet. Er sagte1: »Ja nun, man bestrebt sich, wie billig, den hohen Herrschaften als wie zum geringen Ersatz für alle Gnade und Güte zu irgend einem gefälligen Genusse zu verhelfen.« In dieser Maskerade wer den unter Anderem die hervorragendsten Goetheschen und Schillerschen Dramen personifizirt auftreten und jeder eine Huldigungsrede an die hohen Personen halten, unter deren Auspizien sie entstanden. Goethe bat mich morgen um 11 Uhr wieder zu kommen.


1 Im Original deutsch citiert.[347]


1527.*


1818, 7. December.


Mit Peter Oluf Bröndsted und Herrn Lunzi

Montag Vormittag, den 7. December, war ich wieder, mit Lunzi1, bei Goethe. Der edle Greis empfing uns äußerst freundlich. Wie ward ich überrascht, als ich in seinen Salon eintrat und eine sehr hübsche Zeichnung von einer großen Gruppe aus dem Fries des Tempels zu Phigalia auf dem Klaviere aufgestellt fand. Dieses gab Veranlassung zu einem Gespräche über den phigaleischen Fries. Ich erzählte ihm, was er bisher nicht recht wußte, daß diese Marmore die inwendige Verzierung der Tempelzelle waren, auch wie sie gefunden worden, über die Ausgrabung, unseren höchst interessanten Aufenthalt daselbst etc. Goethe sagte einzelne schöne und sehr treffende Bemerkungen wegen der herrlichen Gruppe, die uns gegenüber stand, z.B.: »daß jedes Kunstwerk dieser wunderbaren Nation nicht allein oder für sich isolirt betrachtet werden muß, sondern in Verbindung mit der ganzen Existenz der Hellenen, als ein Glied des wunderbaren Kunstlebens, das nur diese Nation lebte: nur in dieser Weise gelangen wir zu einer wahren, objectiven und geschichtlichen Werthschätzung und Beurtheilung des Werkes. In der uns fast unbegreiflichen Kunstfülle, darin die Griechen lebten,[348] liegt der Grund so mancher Zurücksetzung dessen, was wir, nach unserer beschränkten Schulnorm (wonach die Erzeugnisse unserer eigenen Zeit gewöhnlich angeschaut werden), als wichtig und wesentlich ansehen. Daß der Hellene z.B. oft einen Arm oder ein Bein kürzer oder länger machte als es die Correctheit der Zeichnung zu gestatten scheint, läßt sich gar nicht läugnen, sogar in höchst vorzüglichen antiken Compositionen, aber so Etwas ging ihm nicht an, wenn die Verhältnisse und das Local solches deckten. Bisweilen werden wir sogar finden, daß diese Bedingungen eine solche Unregelmäßigkeit forderten, und daß das Ensemble und der Totaleindruck, das stete und wichtigste Augenmerk des Griechen, dadurch gewann.« – Ich hatte gute Abdrücke meiner wenigen mitgebrachten antiken Gemmen mit zu ihm genommen. Diese freuten ihn sehr. Er seinerseits zeigte mir eine Menge schöner Abdrücke von merkwürdigen Intaglios. Einige waren sehr schön; ich kam aber nicht recht dazu seine Kunstschätze zu genießen, denn er war affairé mit verschiedenen Besuchen etc. wegen der Hofmaskerade. Goethe führte uns in andere Zimmer, wo er seine Bronzefiguren und kleine antike Marmore nebst einer großen Anzahl herrlicher Abgüsse von antiken Marmorwerken hat; hier war es aber außerordentlich kalt, der Mann fror, und ich sah das Ganze nur flüchtig. Ich sprach auch mit Goethe über Oehlenschläger, und ein Gruß von unserem Dichter war ihm sehr willkommen. Es freute ihn zu erfahren, daß[349] Oehlenschläger bei der Nation geachtet und beliebt ist, wie er es zu sein verdient. Von dem Betragen Baggesen's hatte er nur flüchtig etwas gehört; ich erzählte ihm mehr davon. Er äußerte2: »Ja, das mein' ich wohl, daß er nit was Gutes schafft – der ist mir immer als ein lockerer Geselle vorgekommen.« Als ich den herrlichen Greis verließ, sagte er3: »Na! Sie haben tapfer und kräftig das phigaleische Abenteuer und viele andere bestanden, so darf ich wohl hoffen, Sie wieder einmal, wenn ich lebe, gesund und wohl und in einer freundlicheren Jahreszeit bei uns zu sehen.«


1 Junger Grieche, der in Dänemark einige Jahre gelebt hatte.


2 Deutsch in dem Orig. citirt.


3 Ebenso.[350]


1528.*


1818, gegen Mitte December.


Mit Clemens Wenzeslaus Coudray

An dem großen Festzuge vom 18. December 1818, welcher bei Anwesenheit der Mutter der Erbgroßherzogin, der Kaiserin Maria Feodorowna, geistige Erzeugnisse der Weimarer Glanzzeit nebst verschiedenen allegorischen Gestalten vorführte, nahm Karl Wilhelm Freiherr v. Fritsch nebst Frau und seinen drei Söhnen Karl, Albert und Georg theil. Die beiden letzteren stellten Elfen vor, und Albert hatte die Verse zu sprechen: ›Das kleine Volk, das hier vereint etc.‹ Allein es[350] wollte mit dem Auswendiglernen nicht recht gehen, was Oberbaudirector Coudray, der den Aufzug einübte, Goethen klagte. »Nun,« erwiederte dieser, »wo Licht ist, muß auch Schatten sein.«[351]


1552.*


1818, erste Hälfte December.


Mit Marie Sidonie von Grün

Fräulein von Grün with scollop shells and silver spangles was a Pilgrim Genius leading the brillant procession. [Festzug vom 18. December 1818]. A timid school girl she whas summoned to the house of the great poet and minister, Goethe received her with the greatest courtesy and gentleness; he read her part to her and made her repeat it after him. He bade her learn it so that she could say it asleep. When she went to him again, she had committed it perfectly to memory. Goethe praised her and said stroking her locks: »No one could say it better than you my beautiful, dark-haired child. Do not fear in the presence of kings or emperors.« In the presence of the Court she was not afraid, for Goethe's assurance was in her heart and his eye upon her.[395]


724.*


1818, Ende (?).


Über »Die Welt als Wille und Vorstellung«

von Arthur Schopenhauer

Nun laß uns von Deinem Werke reden!... Goethe empfing es mit großer Freude, zerschnitt gleich das ganze dicke Buch in zwei Theile und fing augenblicklich an, darin zu lesen. Nach einer Stunde sandte er mir [Adele Schopenhauer] beiliegenden Zettel1 und ließ sagen: Er danke Dir sehr und glaube, daß das ganze Buch gut sei. Weil er immer das Glück habe, in Büchern die bedeutendsten Stellen aufzuschlagen, so habe er denn die bezeichneten Seiten gelesen und große Freude daran gehabt. Darum sende er die Nummern, daß Du nachsehen könnest, was er meine. Bald gedenkt er Dir selber weitläufiger seine Herzensmeinung zu schreiben; bis dahin solle ich Dir dies melden. Wenige Tage darauf sagte mir Ottilie: der Vater sitze über dem Buche und lese es mit einem Eifer, wie sie noch nie an ihm gesehen. Er äußerte gegen sie: auf ein ganzes[316] Jahr habe er nun eine Freude; denn nun lese er es von Anfang zu Ende und denke wohl soviel Zeit dazu zu bedürfen. Dann sprach er mit mir und meinte: es sei ihm eine große Freude, daß Du noch an ihm hingest, da Ihr euch doch eigentlich über die Farbenlehre veruneinigt hättet, indem Dein Weg von dem seinen abginge. In diesem Buche gefalle ihm vorzüglich die Klarheit der Darstellung und der Schreibart, obschon Deine Sprache von der der andern abweiche und man sich erst gewöhnen müsse, die Dinge so zu nennen, wie Du es verlangst; habe man aber einmal diesen Vortheil erlangt und wisse, daß Pferd nicht Pferd, sondern cavallo, und Gott etwa dio oder anders heiße, dann lese man bequem und leicht. Auch gefalle ihm die ganze Eintheilung gar wohl, nur ließ ihm das ungraziöse Format keine Ruh, und er bildete sich glücklich ein, das Werk bestehe in zwei Theilen.


1 Er enthält die Notiz: »pag. 320, 321, 440, 441. Goethe.« (3. Aufl. S. 261 f. und 360 f.)[317]


Quelle:
Goethes Gespräche. Herausgegeben von Woldemar Freiherr von Biedermann, Band 1–10, Leipzig 1889–1896, Band 3, S. 316-318.
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