Zweiter Aufzug

[198] Innerer Hof in Kattwalds Hause. Die rechte Seite schließt eine Lehmwand mit einem großen Tor. Links im Mittelgrunde eine Art Laube von Brettern, als Vorküche, deren Fortsetzung durch die Kulisse verdeckt ist. Im Hintergrunde, bis in die Mitte der Bühne hineinreichend, von einem Graben umgeben, die große Halle des Hauses, deren Fenster nach vorn gehen. Die Verbindung wird durch eine hölzerne Brücke hergestellt, die von der seitwärts angebrachten Tür der Halle an, parallel mit der Bühne laufend, durch eine Seitenabdachung sich nach vorn wendet.

Der Pilger und Leon kommen.


PILGER.

Nun seht denn, mein Versprechen ist erfüllt.

Wir sind im Hause Kattwalds, Graf im Rheingau.

Die Wand hier schließt sein inneres Gehöft,

Und jene Halle herbergt seine Gäste.

Geladne Gäste nämlich, denn, mein Freund,

Mit ungeladnen fährt er nicht gar sanft.

Ich sag euch das voraus, daß ihr euch vorseht.

LEON.

Ich werde wohl. Habt Dank!

So hieß es: Kattwald,

Der Graf im Rheingau, da liegt er gefangen.

PILGER.

Ihr wart so munter auf der ganzen Reise,

Nun seid ihr ernst.

LEON.

Man wirds wohl ab und zu.

Doch mahnt ihr recht. Nur froher Mut vollbringt.

Leon, sei erst Leon. Und eins bedenke:

Weh dem, der lügt! – So mindstens wills der Herr.


Achselzuckend.


Man wird ja sehn. – Nun, Freund, zwei Worte noch!

PILGER.

Ein Wort auch noch zu euch, so schwer mirs fällt.

Ich hab euch her in dieses Haus geleitet,

Wich drum von meiner Straße weithin ab

Und muß zurück nun manche lange Meile.

Die Reisezehrung ist zu Ende.

LEON.

Recht!

Gerade davon wollt ich sprechen.

PILGER.

Auch

Habt ihr wohl selbst, da wir die Fahrt begannen,

Mir zugesichert –[199]

LEON.

Reichliche Belohnung.

PILGER.

Und nun –

LEON.

Seh ich dir nachgerad nicht aus,

Als ob von Lohn gar viel zu holen wäre?

PILGER.

In Wahrheit fürcht ich –

LEON.

Fürchte nicht!

Geld oder Geldeswert, das gilt dir gleich?

PILGER.

Ja wohl.

LEON.

Nun, Geld hab ich auch wirklich nicht;

Doch Ware, Ware, Freund.

PILGER.

Ei, etwa leichte?

LEON.

Nicht leichter als ein Mensch von unserm Schlag.

Kurz, einen Sklaven, Freund!

PILGER.

Wo wär denn der?

LEON.

Ei, hier.

PILGER sich rings umsehend.

Wo denn? Wir sind ja ganz allein.

LEON.

Das macht, der Sklav ist eben unter uns.

PILGER zurückweichend.

Ich bin ein freier Mann.

LEON.

Nu also denn!

Wir sind zu zwei. Ist einer nun der Sklave,

Und bist dus nicht, so kann nur ich es sein.

PILGER.

Ei, plumper Scherz!

LEON.

Der Scherz, so plump er ist,

Ist fein genug für etwas plumpe Leute.

Kurz, Freund, ich schenke mich als Sklaven dir,

Auf die Bedingung, daß du mich verkaufst,

Und zwar im Hause hier. Der Preis ist dein

Und ist der Lohn, den damals ich versprochen.


Er geht gegen das Haus zu.


Heda, vom Haus! Herbei!

PILGER.

So hört doch nur!

LEON.

Niemand daheim?

KATTWALD im Innern des Hauses.

Hurra! Packan! Halloh!

LEON.

Die Antwort ist uns etwas unverständlich.

Kommt erst und seht![200]

KATTWALD auf der Brücke erscheinend.

Was also soll es?

PILGER.

Er ist toll.

KATTWALD herabkommend.

Und wer hat euch erlaubt?

LEON.

Ei was, erlaubt!

So was erlaubt sich selbst. Wens schmerzt, der schreit.

Wer seid ihr denn?

KATTWALD.

Potz Blitz! und wer bist du?

LEON.

Und wer seid ihr?

KATTWALD.

Man wird dir Beine machen.

Ich bin Graf Kattwald.

LEON.

Kattwald? Eben recht.

Seht nur, an euch will mich mein Herr verkaufen.

KATTWALD.

An mich?

LEON.

Im Grund ists lächerlich. Ja wohl!

Ein schmucker Bursch aus fränkischem Geblüt,

Am Hof erzogen, von den feinsten Sitten,

Und den in ein Barbarennest verkauft,

Halb Stall, halb Gottes freier Himmel. Pah!

Doch ists einmal beschlossen und so bleibts.

KATTWALD.

Was hält mich ab, die Knechte 'rauszurufen

Und dich samt deinem Herrn mit Hieb und Stoß –?

LEON zum Pilger.

Seht ihr? nun bricht er los. Es geht nicht, fürcht ich.

Verkauft mich unter Menschen, doch nicht hier.

KATTWALD.

Wer ist der tolle Bursch?

PILGER.

Je, Herr –

LEON.

Mit Gunst!

Ich bin sein Sklav, man hat mich ihm geschenkt,

Er will mich euch verkaufen, das ist alles.

KATTWALD.

Dich kaufen? Ei, du stählest wohl dein Brot.

LEON.

Wie ihrs versteht! Ich schaffe selbst mein Brot

Und schaffs für andre auch.


Zum Pilger.


Erklärt ihm das

Und wer ich bin und meine Qualitäten.

PILGER.

Er ist ein Koch, berühmt in seinem Fach.

KATTWALD.

So kannst du also kochen?[201]

LEON zum Pilger.

Hört ihr wohl?


Zu Kattwald.


Ja, kochen, Herr. Doch nur für fränksche Gaumen,

Die einer Brühe Reiz zu schmecken wissen,

Die Zutat merken und die feine Würze.

Die, seht ihr? so das Haupt zurückgebogen,

Das Aug gen Himmel, halb den Mund geschlossen,

Die Luft gezogen schlürfend durch die Zähne,

Euch fort und fort den Nachgeschmack genießen,

Entzückt, verklärt.

KATTWALD.

Ei je, das kann ich auch.

LEON.

Die rot euch werden, wenn der Braten braun,

Und blaß, wenn er es nicht.

KATTWALD.

Braun, braun, viel lieber braun.

LEON.

Doch, Herr, zu braun –

KATTWALD.

So recht die Mitte.

LEON.

Die euch vom Hirsch den schlanken Rücken wählen,

Das andre vor die Hunde.

KATTWALD.

Ach, die Schenkel –

LEON.

Ich sag euch: vor die Hunde. Doch was red ich?

Hier nährt man sich, der Franke nur kann essen.

KATTWALD.

Ei, essen mag ich auch und gern was Gutes.

Wie teuer haltet ihr den Burschen da?

LEON.

Am Ende paß ich wirklich nicht für euch.

KATTWALD.

Du sollst gehalten sein nach Wunsch und Willen.

LEON.

Ein Künstler lebt und webt in seiner Kunst.

KATTWALD.

Ei, künstle zu, je mehr um desto lieber.

Längst hätt ich mir gewünscht 'nen fränkschen Koch,

Man sagt ja Wunder was sie tun und wirken.

Wie teuer ist der Mann? Und grade jetzt

An meiner Tochter Hochzeittag; da zeige,

Was du vermagst. An Leuten solls nicht fehlen,

Die vollauf würdigen, was du bereitet.

Wie teuer ist der Mann?

LEON.

Wenn ihr versprecht,

Zu halten mich, nicht wie die andern Diener;

Als Hausgenoß, als Künstler.

KATTWALD.

Je, ja doch.[202]

LEON.

Euch zu enthalten alles rohen Wesens

In Worten, Werken.

KATTWALD.

Bin ich denn ein Bär?

Wie teuer ist der Mann?

LEON.

Wenn ihr –

KATTWALD.

Zu tausend Donner!

Wie teuer ist der Mann? frag ich noch einmal.

Könnt ihr nicht reden oder wollt ihr nicht?

PILGER.

Je, Herr –

KATTWALD.

Nu, Herr?

PILGER.

Es ist –

KATTWALD.

Nu was?

PILGER.

Ich dächte –

KATTWALD.

Wenn ihr den Preis nicht auf der Stelle nennt,

So hetz ich euch mit Hunden vom Gehöfte.

Bin ich eur Narr?

PILGER gegen Leon.

Wenn ich denn reden soll.

LEON.

Ei, redet nur.

PILGER.

So mein ich: zwanzig Pfund.

KATTWALD.

Edrita! Zwanzig Pfund aus meiner Truhe!

LEON.

Was fällt euch ein? Um zwanzig Pfund? Ei, schämt euch!

Ein Künstler, so wie ich.

KATTWALD.

Was geht das dich an?

LEON.

Ich tus wahrhaftig nicht. Ich geh mit euch.

KATTWALD.

Du bleibst.

LEON.

Nein, nicht um zwanzig Pfund. Macht dreißig!

KATTWALD.

Ein Sklave, der sich selbst verkaufen will!

LEON.

Nicht unter dreißig.

KATTWALD zum Pilger.

Wir sind handeleins.

LEON.

Ich aber will nicht.

KATTWALD.

Ei, man wird dich zwingen.

LEON.

Mich zwingen? ihr? Wenn ihr nicht dreißig zahlt,

Lauf ich beim ersten Anlaß euch davon.

KATTWALD.

Versuch es!

LEON.

Stürze mich vom höchsten Giebel.

KATTWALD.

Man bindet dich.

LEON.

Versalz euch alle Brühen.[203]

KATTWALD.

Halt ein, verwegner Bursch! – Nu, fünfundzwanzig.

Mit fünfundzwanzig Pfund –

LEON.

Herr, dreißig, dreißig.

Es geht um meine Ehre.

KATTWALD.

Sollt sie haben.

Geht in mein Haus, laßt euch das Geld bezahlen.

Ich kann nicht mehr. Der Ärger bringt mich um.

PILGER.

So soll ich denn –?

LEON.

Geht hin, holt euern Lohn!

PILGER.

Ihr aber bleibt?

LEON.

Ich bleibe hier, mit Gott.

PILGER.

Nun, er behüt euch, wie er euch versteht.


Pilger geht.


KATTWALD der sich gesetzt hat.

Nun bist du mein, nun könnt ich dir vergelten,

Was du gefrevelt erst mit keckem Wort.

LEON.

Wenn ihr schon wollt, tuts bald; denn, wie gesagt,

Ich lauf davon.

KATTWALD aufspringend.

Daß dich! – Und doch, 's ist töricht.

Schau, hier entkommst du nicht. Ich lache drob.

Weißt du, wies einem Burschen jüngst erging,

Der uns entspringen wollte? einem von den Geiseln

Jenseits des Rheins.

LEON.

Ach, Herr!

KATTWALD.

Man fing ihn wieder,

Und –

LEON.

Und?

KATTWALD.

An einem Baumstamm festgebunden,

Ward seine Brust ein Ziel für unsre Pfeile.

LEON.

Ein Franke, Herr? Ein fränkscher Geisel?

KATTWALD.

Wohl.

Der Neffe –

LEON.

Neffe?

KATTWALD.

Von des Königs Kämmrer

Klotar.

LEON aufatmend.

Verzeiht mir meine Sünde![204]

Ich kann nur sagen: Gott sei Dank!

KATTWALD.

Doch bist du klug; du wirst es nicht versuchen.

Sieh nur, das weiß ich, sprich auch was du willst.

Am Ende wirst du finden, daß dirs wohlgeht,

Und lustge Leute kennen ihren Vorteil,

Nur Grämlichen wirds ewig nirgends wohl.

Auch mag ich dir den kecken Ton erlauben,

Wenn wir allein sind, doch vor Leuten, Bursche –

LEON.

Husch, husch!

KATTWALD zusammenfahrend.

Was ist?

LEON.

Dort lief ein Marder

Gerad ins Hühnerhaus.

KATTWALD.

Daß dich die Pest!

Nun hab ichs satt. Die Peitsche soll dich lehren –

LEON singt.

Trifft die Peitsche den Koch,

So rächt er sich doch,

Mag die Peitsche auch kochen,

Solang er im Loch.

KATTWALD.

Sing nicht!


Leon pfeift die vorige Melodie.


KATTWALD.

Und pfeif auch nicht!

LEON.

Was sonst denn?

KATTWALD.

Reden.

LEON.

Nun also: Euer Drohen acht ich nicht.

Ihr könnt mich plagen; ei, ich plag euch wieder.

Ihr laßt mich hungern, ich laß euch desgleichen;

Denn euer Magen ist mein Untertan,

Mein untergebner Knecht von heute an,

Wir stehn als Gleiche gleich uns gegenüber.

Drum laßt uns Frieden machen, wenn ihr wollt.

Ich bleib bei euch, solang es mir gefällt,

Bin euer Koch, solang ich mag und will.

Mag ich nicht mehr, gefällts mir fürder nicht,

So geh ich fort, und all euer Drohn und Toben

Soll mich nicht halten, bringt mich nicht zurück.

Ists euch so recht, so gebt mir eure Hand.

KATTWALD.

Die Hand! Was glaubst du denn?[205]

LEON.

Ihr fallt schon wieder

In euern alten Ton. – He, Knechte, ho!

Kommt her und bindet mich! Bringt Stricke, Pflöcke!

Sonst geh ich fort, fast eh ich da gewesen.

He, holla, ho!

KATTWALD.

So schweig nur, toller Bursch!

Hier hast du meine Hand, auf daß du bleibst –

LEON.

Und fortgeh, wenn –

KATTWALD.

Du kannst. Und wenn du willst,

Setz ich hinzu und weiß wohl, was ich sage.

Besorgst du mir den Tisch, wie ich es mag,

So soll dir Kattwalds Haus wohl noch gefallen.

Und nun geh an dein Amt und zeig mir Proben

Von dem, was du vermagst.

LEON.

Wo ist die Küche?

KATTWALD.

Nun dort.

LEON.

Das Hundeställchen? Ei, Gott walts!

Das hat nicht Raum, nicht Fug, nicht Schick.

KATTWALD.

Nu, nu!

Begnüg dich nur für jetzt, man wird ja sehn.

Was gibst du heute mittags?

LEON.

Heute mittags?


Ihn verächtlich messend.


Rehbraten etwa.

KATTWALD.

Gut.

LEON.

Gedämpftes. – Aber nein.

KATTWALD eifrig.

Warum nicht?

LEON.

Ihr müßt erst essen lernen,

Erst nach und nach den Gaum, die Zunge bilden,

Bis ihr des Bessern wert seid meiner Kunst.

Für heute bleibts beim Braten, und aufs höchste –

Wir wollen sehn.

KATTWALD.

Nun sieh nur, sieh!

LEON rufend.

Nun Holz

Und Fett und Mehl und Würze! Tragt zusammen,

Was Hof und Haus vermag. He, Knechte, Mägde!


Diener sind gekommen.
[206]

Du feg den Estrich! Du bring Holz herbei!

Ist das Gerät? Habt ihr nicht schärfre Messer?

Das Fleisch mag angehn. Pfui, was trockne Rüben!


Er wirft sie weit weg.


Der Pfeffer stumpf.


Er schüttet ihn auf den Boden.


Was knaupelst du da rum?

Du Tölpel, willst du gehn?


Er jagt ihn mit einem Fußtritt aus der Küche.


Verfluchtes Volk!


Er nimmt einem die Schürze und bindet sie um.


Hat man nicht seine Not mit all den Tieren?

EDRITA kommt.

Was ist denn hier für Lärm?

KATTWALD.

Pst, pst! Der neue Koch.

EDRITA.

Für den ihr so viel Geld –?

KATTWALD.

Ja wohl. Sei still!

Er weist uns sonst noch beide vor die Tür.

EDRITA.

Doch wer erlaubt ihm, so zu lärmen?

KATTWALD.

Je!

Ein Künstler, Kind! Ein großer Mann, dems rappelt.

Man muß das Volk wohl dulden, will mans brauchen.

Ich schleiche fort; bleib du mal da und schau,

Ob du was absehn kannst. Doch stör ihn nicht.

Hörst du? Nur still! Und mittags in der Halle.


Er geht.

Leon beschäftigt sich in der Küche. Edrita steht entfernt und sieht ihm zu.


LEON singt.

Den Wein, den mag ich herb,

Der Tüchtige sei derb.


Sprechend.


Pfui Süßes! Hol der Teufel das Süße!

EDRITA.

Ein schmucker Bursch; doch vorlaut, wie es scheint.

Ich will mir ihn ein wenig nur betrachten.

LEON singt.

Der Reiter reitet ho, ho!

Da ruft sie vom Fenster he, he!

Er aber lächelt ha, ha!

Bist du da?


Sprechend.


Nun freilich da, wo sollt ich auch sonst sein?[207]

EDRITA.

Bemerkt er mich in Wahrheit nicht, wie, oder

Stellt er sich an? Ich will nur zu ihm sprechen.

He, guter Freund!

LEON ohne aufzusehen.

He, gute Freundin. Ei,

Ich mag die guten Freundinnen wohl leiden!

EDRITA.

Was macht ihr da?

LEON der Fleisch auslöst, ohne aufzusehen.

Ihr seht, ich spalte Holz.

EDRITA sich zurückziehend.

Nun, das war grob.

LEON singt.

Wer Augen hat ohne zu sehn,

Wer Ohren hat und nicht hört,

Ist Ohren, beim Teufel, und Augen nicht wert.

EDRITA.

Ich sah wohl, was ihr tut, doch sah ich auch,

Daß ihr das Gut verderbt, das ihr bereitet,

Und darum fragt ich euch. Seht einmal selbst!

Ihr schneidet ab die besten Stücke. Hier!


Sie hat hinweisend den Finger dem Hackbrette genähert. Leon schlägt mit dem Messer stärker auf. Sie zieht schreiend den Finger zurück.


EDRITA.

Ei Gott! das ist ein grober Bursch. Bewahr!

Nun sprech ich nicht mehr, gält es noch so viel.

LEON.

Es geht nicht! Nur daheim ist Arbeit Lust,

Hier wird sie Frone. Da lieg du und du!


Er legt Messer und Schürze weg.


Sie mögen zusehn, wie sie heut sich nähren.

Ich will mal eins spazierengehn. – Ja dort,

Dort geht der Weg ins Freie. Laßt doch sehn!

EDRITA.

Das wird dir schlimm bekommen, grober Mensch!

Denn kaum im Freien, packen dich die Knechte

Und führen dich mit manchem Schlag zurück.

LEON.

Ja so! Ihr fürchtet, daß man sich verkühle.

Die freie Luft ist ungesund. Recht gut!

So laß denn du uns miteinander plaudern.

Ein feines Mädchen! Je, mein gutes Kind,

Kann man dir nahen ohne viel zu wagen?

EDRITA.

Wie meinst du das?

LEON.

Je, trifft man ein Geschöpf

Von einer neuen, niegesehnen Gattung,[208]

So forscht man wohl, ob es nicht kneipt, nicht sticht,

Nicht kratzt, nicht beißt; zum mindsten wills die Klugheit.

EDRITA.

So hältst du uns für Tiere?

LEON.

Ei bewahre!

Ihr seid ein wackres Völkchen. Doch verzeih!

Vom Tier zum Menschen sind der Stufen viele.

EDRITA.

Armseliger!

LEON.

Sieh, Mädchen, du gefällst mir!

Das läßt sich bilden, ich verzweifle nicht.

EDRITA.

Weißt du auch, wer ich bin?

LEON.

Ja doch, ein Mädchen.

EDRITA.

Und deines Herrn, des Grafen Kattwald, Tochter.

LEON.

Ei, liebes Kind, da bist du nicht gar viel.

Ein fränkscher Bauer tauschte wahrlich nicht

Mit eures Herren Herrn. Denn unter uns:

Ein Mensch ist um so mehr, je mehr er Mensch


Mit einem Blick auf die Umgebung.


Und hier herum mahnts ziemlich an die Krippe.

Doch bist du hübsch, und Schönheit war und ist

So Adelsbrief als Doktorhut den Weibern.

Drum laß uns Freunde sein!


Er will sie umfassen.


EDRITA.

Verwegener!

Man rühmt die feinen Sitten deines Volks,

Du aber bist entartet und gemein.

Was sahst du wohl an mir, was sprach, was tat ich,

Das dich zu solcher Dreistigkeit berechtigt?

Und wenn denn auch –

LEON.

Mein Kind, wohl gar ein Tränchen?

Hörst du? Das Köpfchen hübsch zu mir gewandt!

Ich bitte dich: verzeih! Bist nun zufrieden?

EDRITA.

Wohlan, ich bins. Ich mag nicht gerne grollen.

Auch nahm ich es wohl minder schmerzlich auf,

Ja, wies den Kühnen früher schon zurück,

Wenn du mir nicht gefielst; fürwahr gleich anfangs.

Sie sprechen viel von euern fränkschen Leuten,

Von ihren Sitten, Künsten; und der erste nun,

Auf den ich stieß, so ungeschlacht und roh.[209]

LEON.

Verzeih! noch einmal, und: ich tus nicht wieder.

Wir haben unsre Weise nun erkannt,

In Zukunft soll kein Zank uns mehr betrüben.

EDRITA.

In Zukunft? Ja, was nennst du Zukunft denn?

Mein Bräutigam ist hier, und morgen schon

Gibt man ihm meine Hand drin in der Halle.

Dann noch zwei Tage höchstens oder drei

Und wir ziehn fort auf seine ferne Hube.

LEON.

So bist du Braut? Je sieh, das tut mir leid.

Wer ist dein Bräutigam? Wie heißt, was treibt er?

EDRITA.

Ich nenn ihn nur den dummen Galomir.

LEON.

Den dummen Galomir? O weh!

EDRITA.

Ja wohl!

Doch ist er unser nächster Stammverwandter

Und so gebührt ihm meine Hand.

LEON.

Je freilich!

Und was die Klugheit, die ihm fehlt, betrifft:

Mein Kind, die dummen Männer sind die besten.

EDRITA.

So dacht ich auch.

LEON.

Sie lassen sich was bieten.

EDRITA.

Und fordern alles nicht nach ihrem Kopf.

Doch siehst du, manchmal, wenn auch nicht so oft,

Spricht man doch gern einmal ein kluges Wort.

LEON.

Kommt dir die Lust, ein kluges Wort zu sprechen,

So geh in Wald hinaus und sags den Bäumen,

Dann kehr erleichtert in dein Haus zurück.

Denn was dir selber nützt, taugt nicht für viele,

Was vielen frommt, das wächst mit Gras und Kraut.

EDRITA.

Ganz faß ichs nicht, doch will ichs also halten.

Nur freilich wünscht man Antwort, wenn man spricht.

LEON.

Das findet sich, eh mans gedacht. Doch nun

Laß uns den Tag benützen, der uns bleibt.

Führ mich ins Feld hinaus, zeig mir die Gegend.

Auch möcht ich, wie's erfordert mein Geschäft,

Nach Wurzeln etwa suchen, Würze, Kräutern.

O Atalus!

EDRITA.

Wie sagst du?

LEON.

Atalus.[210]

EDRITA.

Ist das ein Kräutlein auch?

LEON.

Wie dus nun nimmst.

EDRITA.

Ein nährendes?

LEON.

Mir nährt es Herz und Sinn.

Doch will ich dich nicht eben nur betrügen.

Der Name eines Freunds ists, den ich suche.

Du lachst?

EDRITA.

Ei, eines Atalus gedenk ich,

Der hier bei uns.

LEON.

Ein Franke?

EDRITA.

Ja, vom Rhein.

LEON.

Der Neffe –?

EDRITA.

Sieh, ich weiß nicht, was er ist,

Doch liegt er hier als Geisel unsrer Herrn.

Das ist ein trockner Bursch und gut zu necken.

Wenn du versprichst, recht fromm zu sein und artig,

Und etwa zu entfliehen nicht versuchst –

LEON.

Sorgst du um mich?

EDRITA.

Denk nur, das viele Geld,

Das kurz nur erst für dich der Vater gab.

LEON.

Ei, geizig, wie die Weiber alle sind!

EDRITA.

Doch weißt du ja, unmöglich ist die Flucht.

Ich nehme denn das Körbchen und du folg.

LEON.

Doch naht dort jemand.

EDRITA.

Ei, wer immer!

GALOMIR der auf der Brücke erscheint.

Eh!

EDRITA.

Was kümmerst du mich, dummer Galomir!


Galomir poltert die Brücke hinan, ins Haus zurück.


EDRITA.

Ei, sags dem Vater nur, mich stört das wenig.

Nun komm, eh man uns hindert. Folg mir rasch,

Ich zeige dir den Garten und die Gegend.

Dann unsern Atalus, der auch, wer weiß?

Der deine wohl. Zum mindsten ists ein Landsmann,

Des Anblick dich entschädigt für den unsern.

Verstell dich nicht, so ists. Willst du, so komm!


Sie geht gegen das Tor zu.


LEON.

Das geht ja rascher, als ich dacht und hoffte.[211]

Der Himmel, scheints, kürzt ab mir mein Geschäft.

Ich nehm es dankbar an. – Sieh nur, hier bin ich!


Er folgt ihr. Beide gehen ab.

Kurze Gegend, mit Bäumen besetzt.

Der Schaffer kommt, vor ihm her Atalus.


SCHAFFER.

Bist du schon wieder müßig, wie du pflegst?

Dort gehn die Pferde weiden. Hier dein Platz.

Und wenn sich eins verliert, so wär dir besser,

Du hättst dich selbst verloren als das Tier.


Atalus setzt sich im Vorgrunde rechts auf die Erde.

Der Schaffer geht. Nachdem dieser fort ist.


ATALUS.

Geh nur, du grober Bauer, geh! Ich wollt,

Vergiften könnt ich sie mit einem Blick.


Er schnitzt an einem Stock.


Hab ich den derben Stock erst zugeschnitzt,

Dann nah mir einer nur.

Verwünschtes Volk!

Und auch das grobe Hemd kratzt mir die Haut,

Und nichts als Brot und grüne Kost zur Nahrung,

Wär ich erst wieder heim bei meinem Ohm!

Der denkt nicht mein und läßt sichs wohl ergehn,

Indes ich hier bei diesen Heiden schmachte.


Edrita und Leon kommen.


EDRITA Kräuter pflückend.

Sieh, hier ist Salbei, blaues Kerbelkraut.

Und dort dein Landsmann, schau nur, Atalus.

Der brummt in seinen Bart und schwingt den Stock,

Damit vermeint er all uns zu erschlagen.

Ei, Gott zum Gruß, mein hochgestrenger Herr!

Das ärgert ihn. – Verweile hier ein wenig!

Ich will zum Garten noch des Schaffers gehn;

Dort wächst am Zaune schöner Majoran,

Davon stipitz ich etwa dir ein Händchen.


Sie setzt das Körbchen nieder.


Bleib nur indes!

LEON.

Ja wohl.

EDRITA.

Bald komm ich wieder.


Sie geht.

[212] Leon setzt sich links im Vorgrunde auf den Boden nieder und legt den Inhalt des Körbchens aus.


LEON.

Das hier ist Kraut und das gesprengter Kohl –

He, Atalus!

ATALUS gerade über sich blickend.

Rufts da?

LEON.

Hier gelbe Möhren –

Eur Oheim sendet mich.

ATALUS.

Wie nur? Mein Ohm?

LEON.

Bleibt dort und schweigt! Man darf uns nicht gewahren.

ATALUS aufstehend.

Du sprachst von meinem Ohm.

LEON.

Dort euer Platz!

ATALUS.

Er selbst –

LEON.

Wenn ihr nicht bleibt, so geh denn ich.


Er steht auf und entfernt sich nach dem Hintergrunde.


ATALUS der sich wieder gesetzt hat.

Das ist denn auch so einer wie die andern!

Sie necken mich und haben ihre Lust.

Dem Mädchen, nun, dem stehts noch artig an;

Doch diese groben Bursche – Gottes Wort!


Mit seinem Stock auf den Boden schlagend.


Ich wollt, ein Streich genügte für sie alle.

LEON wieder nach vorn kommend und sich setzend.

Noch einmal, Atalus, bleibt still und hört.

Eur Oheim sendet mich, euch zu erretten.

ATALUS.

Wie fingst du das nur an?

LEON.

Mit Gott gelingts.

Schon fand den Eingang ich in dies Gehöft.

Ich bin hier Koch.

ATALUS.

Da bist du schon was Rechts!

LEON.

Ist alles gut doch, was zum Ziele führt.

Der Herr des Hauses ist mir hold gesinnt,

Ich will erbitten euch mir zum Gehilfen.

ATALUS.

Mich zum Gehilfen? In der Küche?

LEON.

Wohl!

ATALUS.

Da such du einen andern nur als mich.

LEON.

Und wenn ihr sonst gefangen bleibt, wie dann?[213]

ATALUS.

Weit lieber hier gefangen oder sonst,

Als also schänden meiner Väter Namen.


Der Schaffer geht im Hintergrunde beobachtend vorüber.


LEON im Korbe kramend.

Hier Sellerie und das hier Pastinak.

Die Zwiebel beißt. Zu wenig von der Kresse.


Der Schaffer geht ab.


LEON.

Gält es nur euch, so wär ich nun am Ende;

Doch euer Oheim wills, und, junger Herr,

Da werdet ihr wohl müssen.

ATALUS.

Müssen, ich?

LEON.

Ja, Herr! und huckpack trag ich euch hinüber,

Wenn ihr euch sträubt.

ATALUS.

Ei, wags nur, grober Bauer!


Edrita kommt.


EDRITA.

Hier hast du noch. Nun ists wohl denn genug?


Sie schüttet Kräuter aus ihrer Schürze in den Korb.


Und sprachst du auch zu deinem Landsmann dort?

Das ist ein wunderlicher Bursch, nicht wahr?

ATALUS aufstehend.

Sprächt ihr mit mir, euch stünd ich etwa Rede;

Doch jener dort ist albern und gemein.

EDRITA.

Ei, klüger wohl als du.

ATALUS.

Ja, überhaupt

Tut ihr nicht gut, mich also zu verschmähn.

Kehr ich einst heim, wer weiß? ich nähm euch mit.

EDRITA.

Du reichtest wohl die Hand mir gar?

ATALUS.

Vielleicht.

EDRITA.

Ei sieh!

ATALUS.

Vorausgesetzt, der König, unser Herr,

Erkennt eur Haus zu fränkschem Helm und Schild.

EDRITA.

Dann aber, meinst du?

ATALUS.

Dann, o ja!

EDRITA.

O nein!

Der hier gefällt mir, weil er leicht und froh,

Du aber bist beschwerlich und zur Last.

LEON.

Er soll in meine Küch.

ATALUS.

So wiederholst dus?[214]

LEON.

Mir als Gehilf.

EDRITA.

Er ist wohl ungeschickt.

LEON.

Wenn auch! Er ist ein Frank und läßt sich bilden.

ATALUS.

Ich aber will nicht, sag ich noch einmal.

Die Pferde hüt ich endlich, weil ich muß

Und weils ein edles, ritterliches Tier.

Doch in der Küche? Eher hier am Platz

Laß ich mein Leben, gliederweis zerstückt.


Er hat den Stock ergriffen.

Kattwald und Galomir kommen.


KATTWALD.

Die streiten, ho!


Da Galomir mit einer heftigen Bewegung nach der Gruppe hinweist.


Nun ja, ich sehe schon!

Was treibt ihr hier?

EDRITA.

Wir suchten Küchenkräuter.

Hier, dieser kennt sie und ich pflückte sie.

LEON.

Auch dacht ich, 'nen Gehilfen mir zu dingen,

Hier da mein Landsmann stand mir eben an;

Allein er will nicht.

ATALUS.

Nein.

KATTWALD.

Nur eben nein?

Du willst nicht, so? und all dein Grund ist: nein?

Ich aber sage dir: wenn er in meinem Namen

Dich folgen heißt, so folgst du ohne Nein;

Sonst dürften meine Knecht an dir versuchen,

Ob fest das Eisen noch an Beil und Spieß.

EDRITA.

Nun stehst du da und weißt nicht, was du sollst

Und mußt gehorchen doch. Ich wußt es ja.

KATTWALD.

Merk wohl: wenn er dirs heißt in meinem Namen;

Doch vor der Hand bleibst du hier außen noch.


Zu Leon.


Mein Freund, du schniffelst mir zu viel herum

Und spionierst, merk ich, nach allen Seiten.

Du suchst wohl den Genossen nur der Flucht.

LEON.

Erraten, Herr! Zu zweien läuft sichs besser.

KATTWALD.

Nun denn! du hast mich scherzhaft nur gesehn,

Da duld und geb ich wohl ein lustig Wort.

Doch preß ich meine Finger in den Mund[215]

Und ruf mein Schlachtgeschrei, dann, guter Freund,

Setzts Blut.

EDRITA.

Du, das ist wahr.

LEON.

Ich zweifle nicht.

Blut auch bei mir: von Hühnern, Tauben, Enten,

Von allem, was nicht beißt und fromm sich fügt.


Er fängt an, das Grünzeug aus dem Korbe zu werfen.


KATTWALD eifrig.

Was machst du da?

LEON.

Was soll das viele Zeug?

Ist niemand hier doch, ders zur Küche trägt.

KATTWALD.

Nimm du den Korb und geh!

LEON.

Ei, in der Tat?

Bin ich als Träger denn in euerm Dienst?

EDRITA.

Laß mich –

LEON.

Wärt ihr bemüht an meiner Statt?

KATTWALD.

Am Ende soll ich selbst –?

LEON.

Wers tut, mir gleich.

KATTWALD umherblickend.

Da hilft denn wirklich nur ein tüchtger Stock.

ATALUS auf seinen Knittel gelehnt, vergnügt vor sich hin.

Brichts einmal los? Er ist auch gar zu frech.

KATTWALD zu Atalus.

Zu frech? Und du zu albern, leerer Bursch!

Wer etwas kann, dem sieht man etwa nach,

Das Ungeschick an sich ist schon ein Ungemach.

Du nimmst den Korb und gehst und dienst ihm hilflich,

Und führt er Klag, gedenk an meinen Arm.

Für ihn wird sich wohl auch der Meister finden.

Du widersprichst?

EDRITA.

Er sagt ja nicht ein Wort.

KATTWALD.

Nun denn, hierher! und fort!


Zu Galomir.


Mach ihnen Beine!


Da dieser mit hastiger Übertreibung das Schwert ziehen will.


Oho! Du spießest etwa mir den Koch

Und brätst ihn endlich gar! Brauch deine Hände!

LEON zu Edrita.

Indes sie hier sich liebenswürdig machen,

So machen wir uns fort. Nicht so?[216]

EDRITA.

Mir recht!

LEON.

Und wer am besten läuft, erhält – Nun was?

EDRITA.

Nun nichts!


Sie laufen Hand in Hand fort.


KATTWALD.

Holla, das läuft! Die sind schon sehr bekannt!

Und was denkst du dazu, mein armer Galomir?

GALOMIR.

Ich?

KATTWALD.

Nun, ich weiß, du denkst nicht gar zu viel.

Doch sei getrost! Nur noch ein Tage zwei,

So ist sie deine Frau und ihr zieht fort.

Da nimmst du diesen Burschen etwa mit


Auf Atalus zeigend.


Und macht der andre hier sich gar zu unnütz,

So tun wir ihm, wie er den Hühnern tut,

Und schlachten ihn mal ab. Für jetzt, Geduld!

Zum Festschmaus ist er uns ja doch vonnöten.


Zu Atalus.


Du dort voran!

Uns laß nur immer heim.

Die Gäste fanden etwa auch sich ein,


Gehend, dann stehenbleibend.


Mir wässert schon der Mund nach leckern Bissen!


Indem Atalus, den Korb in der Linken tragend und den Stock auf der rechten Schulter, widerwillig vorausgeht und die beiden folgen, fällt der Vorhang.


Quelle:
Franz Grillparzer: Sämtliche Werke. Band 2, München [1960–1965], S. 198-217.
Lizenz:
Kategorien:
Ausgewählte Ausgaben von
Weh dem, der lügt!
Weh dem, der lügt
Weh dem, der lügt! und Dramen (Deutsche Klassiker Bibliothek der literarischen Meisterwerke)
Sämtliche Werke: Siebenter und achter Band: Des Meeres und der Liebe Wellen, Der Traum, ein Leben, Melusina, Weh dem, der lügt!, Libussa, Esther
Hamburger Lesehefte, Nr.84, Weh dem, der lügt!

Buchempfehlung

Schnitzler, Arthur

Das neue Lied und andere Erzählungen 1905-1909

Das neue Lied und andere Erzählungen 1905-1909

Die Sängerin Marie Ladenbauer erblindet nach einer Krankheit. Ihr Freund Karl Breiteneder scheitert mit dem Versuch einer Wiederannäherung nach ihrem ersten öffentlichen Auftritt seit der Erblindung. »Das neue Lied« und vier weitere Erzählungen aus den Jahren 1905 bis 1911. »Geschichte eines Genies«, »Der Tod des Junggesellen«, »Der tote Gabriel«, und »Das Tagebuch der Redegonda«.

48 Seiten, 3.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Geschichten aus dem Biedermeier. Neun Erzählungen

Geschichten aus dem Biedermeier. Neun Erzählungen

Biedermeier - das klingt in heutigen Ohren nach langweiligem Spießertum, nach geschmacklosen rosa Teetässchen in Wohnzimmern, die aussehen wie Puppenstuben und in denen es irgendwie nach »Omma« riecht. Zu Recht. Aber nicht nur. Biedermeier ist auch die Zeit einer zarten Literatur der Flucht ins Idyll, des Rückzuges ins private Glück und der Tugenden. Die Menschen im Europa nach Napoleon hatten die Nase voll von großen neuen Ideen, das aufstrebende Bürgertum forderte und entwickelte eine eigene Kunst und Kultur für sich, die unabhängig von feudaler Großmannssucht bestehen sollte. Dass das gelungen ist, zeigt Michael Holzingers Auswahl von neun Meistererzählungen aus der sogenannten Biedermeierzeit.

434 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon