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[30] Welch eine Wolke, die kein Sonnenstral durchblinkt,
Hängt sich um jedes Aug?
Wem fließt die Zähre, die auf jeder Wange steht,
Der Trauer Heroldin?
Dem edeln Greise, dem das Looß des Todes fiel,
Münchhausen – Rinnt herab
Auf seine Urne, wie der Thau vom Rosenstrauch,
Er ist der Thränen werth!
Er, deßen Seele nie der Tugend sich verschloß,
Der wie ein Genius,
Auf diese Erdwelt kam, Glück um sich auszustreun,
Verdienste zu erhöhn.
Er, der mit Wachsamkeit im Blick, am Ruder saß,
Des Landes Wohlfarth wog,
Den Flor der Städte hob, und Wonn' und Überfluß
Auf die Gefilde rief.
Er, dem der Schlummer oft vom Augenliede wich,
Wenn Er um Mitternacht,
Die Seele auf das Wohl der Menschheit heftete,
Und manchen Plan entwarf.
Er, der die Musen an die Leine winkte, Er,
Der, wie Georg gebot,
Mit Rosen ihren Pfad bestreute, manchen Kranz
Um ihre Scheiteln wand.
[30]
Ihr Enkel, dankt es Ihm! Traur Ihn Georgia,
Du, seine Lieblingin,
Und rolle einen Schleyr um dein gesenktes Haupt,
Er starb, dein Vater starb:
Beständig dachte Er dein Wohl, bis sich sein Geist
Vom Staube loßwand, und
Auf Engelschwingen durch der Sterne goldne Reyhn
Zum Sitz der Gottheit flog.
Da erndtet Er die Frucht der großen Tugenden!
Die Sterne unter sich,
Schaut Er in eine Welt, die Er beseeligte,
Mit heiterm Blick herab.
Die Nachwelt ehret Ihn, stellt Ihn zum Muster auf,
Pflantzt sein Gedächtniß fort,
Der Nachruhm schreibt sein Lob, mit goldner Flammenschrift,
Ans Thor der Ewigkeit.
Augusta liebet Ihn, gräbt sein ehrwürdig Bild
In ihren Busen, wirft
Oft einen feuchten Blick, in jene Tage hin,
Da Er ihr Schutzfreund war. –
Oft klagt noch eine Leyr, in Trauerton gestimmt,
Um seine Urne, oft
Durchfliegt sein Ruhm, vermischt mit Harfenklang, den Hayn,
Und jeder Wipfel horcht.
[31]
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