[16] Im Ton: An Wasserflüssen Babylon, usw.
1.
Herr Jesu Christ, du Gott der Ruh,
Du Schutzherr deiner Glieder,
Schickst uns der Sorgen Anstand zu,
Indem die Nacht kommt wider.
Du bist der Hüter Israel,
Ein Hirt der Bußbetrübten Seel:
In deiner Kirchen Hürden
Sind wir gesichert Tag uff Nacht,
Daß uns der Höllen Wölffe Macht
Nicht macht zu Beutebürden.
2.
Sind wir, O Gott, auf deiner Weid
Deß Tages irre gangen,
So ist uns solches hertzlich leid
Und tragen nun Verlangen,
Zu lauffen nach der rechten Herd,
Die keine Plag und Seuch gefährt,
Die hier wol wird bewachet.
Getreuer Gott, schau doch nit an
Das Vbel, so wir heut gethan
Und uns betrübet machet.
3.
Verleih uns, Herr, durch deine Gnad
Und deine grosse Güte,
Die uns bißher beschirmet hat
Für unsrer Feinde Wüte:
Laß uns ohn alle Plag und Klag
Erwachen mit dem hellen Tag
Ohn Sorgen, Traum und Weinen.
Herr, der du nimmer schläffest nicht,
Laß über uns dein Angesicht
Mit Gnadenglantze scheinen.
4.
Wann aber diese finstre Nacht
Die letzte solte werden
Und daß deß Todes schnelle Macht
Uns raffte von der Erden,
So laß uns selig schlaffen ein,
Daß wir auch bey den Schäfelein
Zur rechten Hande stehen
Und nicht mit jener Böcke Schar
Verstossen werden immerdar
Und in die Hölle gehen.[16]
5.
In dem wir aber noch der Zeit
Das Elend müssen bauen,
So laß uns stets die Ewigkeit
Für unsren Augen schauen,
Daß wir dir, höchster Gott, allein
In waarer Furcht ergeben seyn
Und unsren Nechsten lieben
Und unsers Namens Ehr und Ruhm
Erlangen in dem Christenthum,
Wie GOTT uns vorgeschrieben.
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