Lebewohl

[439] Hatte wie ein Pelikan

Dich mit eignem Blut getränket,

Und du hast mir jetzt zum Dank

Gall' und Wermut eingeschenket.


Böse war es nicht gemeint,

Und so heiter blieb die Stirne;

Leider mit Vergeßlichkeit

Angefüllt ist dein Gehirne.


Nun leb wohl – du merkst es kaum,

Daß ich weinend von dir scheide.

Gott erhalte, Törin, dir

Flattersinn und Lebensfreude!
[439]

Quelle:
Heinrich Heine: Werke und Briefe in zehn Bänden. Band 2, Berlin und Weimar 21972, S. 439-440,445.
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Nachlese
Heinrich Heine: Buch der Lieder - Nachlese zu den Gedichten 1812-1827