Verfluchung der Städte 5

[225] Ihr seid verflucht. Doch eure Süße blüht

Wie eines herben Kusses dunkle Frucht,

Wenn Abend warm um eure Türme sprüht,

Und weit hinab der langen Gassen Flucht.


Dann zittern alle Glocken allzumal

In ihrem Dach, wie Sonnenblumen welk.

Und weit wie Kreuze wächst in goldner Qual

Der hohen Galgen düsteres Gebälk.


Die Toten schaukeln zu den Glockenklängen

Im Wind, der ihre schwarzen Leichen schwenkt,

Wie Fledermäuse, die im Baume hängen,

Die Toten, die der Abend übersengt.


[226] Und wie ein Meer von Flammen ragt die Stadt

Wo noch der West wie rotes Eisen glänzt,

In den die Sonne, wie ein Stierhaupt glatt,

Die Hörner streckt, (die dunkles) Blut bekränzt.


Quelle:
Georg Heym: Dichtungen und Schriften. Band 1, Hamburg, München 1960 ff., S. 219-220,225-227.
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