[Freut euch im Herren allezeit]

[136] F.

F.D.F.

F.

Freude Der Frommen/

Muß von Gott kommen;

Wird nicht genommen.


Freut euch im Herren allezeit/

Lasst kunt sey ewer Lindigkeit.

Der Herr ist nah/ drumb sorget nicht;

Bittet nur so euch was geschicht;

Legt ab die Lügen/ redt Warheit;

Mit ewerm Nehsten friedlich seyt.

Gebet nicht raum dem Lästerer;

Wer g'stolen hat der stehl nicht mehr;

Sondern arbeite mit den händen

Zu nutz den dürfftig'n und Elenden.

Faul geschwätz/ schandbar wort und zorn

Lasst nicht auß ewerm munde horn;

Vnreinigkeit/ geitz/ Hurerey/

Vnd lästerung fern von euch sey.

Haltet Freundschafft mit Frommen hertzen/

Seit züchtig und Ehrbar im schertzen/

Vnd meidet allen bösen schein.

Lasst ewer Red' holdseelig seyn.

Meynt es mit allen menschen gut/

Vergebt dem der euch böses thut;

Gedenckt was Gott euch hat gethan.

Der Heil'gen notturfft nemt euch an/

Traget mitleiden mit den Armen;

Vnd ziehet an hertzlichs erbarmen/

Werdet an guten Wercken Reich/

Verweist alß Christi Diener euch.

Redet und thut zu jeder frist

Was nutz und gut zur bessrung ist.[137]

In summa seyt erbawlich allen/

Sündiget niemand zu gefallen;

Seyt in all ewerm thun geflissen

Zu behalten ein guts gewissen.

Betrübet nicht den Heil'gen Geist/

Sondern Gott mit Danck-psalmen preist.


H.

D.

H.D.S.D.H.

D.

H.


Hosianna Dem Sohn Des Höhsten/

Lobet den Herrn/ dienet dem Nehsten.


G.

G.

G.

G.G.G.S.G.G.G.

G.

G.

G.


Gebt Gern Gehör So Gibt Gott Gnad/

Vnd steht Euch bey mit hülff und Rath/

Das sollt ihr spühren in der that.


Ihr lieben Kinder seyt bereit

Zu guten wercken allezeit;

Thut fleiß/ daß Gottes Herrligkeit

Durch tugend weit werd außgebreitt:

Habt lust zu seyn in niedrigkeit/

Welt hocheit werffet von euch weit.

Hocheit ist voll gefährlichkeit/

Hocheit bring't viel beschwerlichkeit:[138]

Demut von schwerem fall befreyt/

Die Demut sich mit niemand zweyt/

Demut vertreibet Traurigkeit/

Darumb zu Gott nach Demut schreyt.

Fliehet Hoffart/ geitz/ unzucht/ neit/

Hasset den haß/ zorn/ zanck und streit/

Liebet die Lieb und frommigkeit.

Lobet den Herrn in Reinigkeit.

Lebet in fried und Einigkeit.

Thut allen gutes/ niemand leit/

Alßdann fur Gott und menschen beid/

Ihr heut und auch in Ewigkeit

Ruhm-würdig und recht selig seyt.


M.

F.

M.F.V.F.M.

F.

M.


Mercket Fleißig Vnd Folget Mir/

Bittet Gott daß Er euch regier/

Vnd mit des Geistesgaben zier.


Z.

D.

Z.

Z.D.Z.V.Z.D.Z.

Z.

D.

Z.


Zähmet Die Zung Vnd Zwingt Den Zorn/

Kein Lästerung lasst von euch hörn.

Zorn kombt auß Hoffart/ machet thorn/

Vnd pflegt viel gutes zuverstörn.
[139]

Lebet ohn Neit/

Hasset den streit;

Liebt Einigkeit

In Reinigkeit;

Seyt fromb allzeit/

Thut niemand leit/

So gehts euch wol in Ewigkeit.


Amen.


Tugend Demut ist allen gut/

Ohn Demut niemand gutes thut.

Die Demut ist ein Edle tugend/

Steht wol dem Alter ziert die Jugend.

Demut auß Gottes lieb entspringt/

Demut durch Lieb zu Gott eindringt.

Demut Lieb wieder nieder bringt:

Selig ist/ der nach Demut ringt/

Demselben alles wol gelingt.


Betet Täglich/

So thu auch Ich/

Gott wird erhören Euch und Mich.


Herr/ der du Mir nah' bist/

Laß mich gnad erlangen/

Demut/ die dein Gab' ist/

Von dir zu empfangen.


Amen.
[140]

G.

VV.

G.

G.VV.G.K.G.VV.G.

G.

VV.

G.


Gott VVill/ Gott Kan/ Gott VVirt Geben

Allen die nach tugend streben/

Jesum lieben und ihm leben/

Was sie bitten/ mercket eben.


G.

G.G.G.

G.


Gottes Gnaden Gab'

Von oben herab.


G.

G.

G.G.G.G.G.

G.

G.


Gott Gibt Gute Gaben Gern/

Bittet drumb und lobt den Herrn/

So wird Er sie euch beschern/

Euch bringen zu hohen Ehrn/

Vnd durch euch sein lob vermehrn.


Der Mensch wird billig hochgepreist/

Der allen Leuten guts beweist.

Der freundtlich/ fromb und friedsam ist.

Der nicht gebraucht betrug und list.

Der Gott in allen dingen traut.

Der seines Nehsten wolfart baut.[141]

Der nicht das recht der Armen beugt:

Der nicht wieder die Warheit zeugt.

Der sich durch geitz nicht blenden lest.

Der beym freund steht in Nöten fest.

Der Glauben helt/ den Eydt nicht bricht.

Der der Elenden Sach außrichtt.

Der keinem leit noch schaden thut.

Der sich befleißigt der Demut.

Der sich in Reichtumb nicht erhebt/

Der in der Armut frölich lebt.

Der nicht begehrt was er nicht hat.

Der nicht folget der bösen rath.

Der sich in sünden nicht ergetzt/

Der sich nicht bey den Spöttern setzt.

Der Gottes geboth nimbt in acht/

Der vom Gesetz redt tag und nacht.

Der Gottes gaben wol bewahrt.

Der heimlichkeit nicht offenbahrt.

Der seines Nechsten feil bedeckt.

Der sich mit unzucht nicht befleckt.

Der niemands guten Namen schendt.

Der sein zeit Gott zum lob anwendt.

Der sich in guten Wercken übt;

Der alle tröst/ niemand betrübt.

Der Wäisen und Witwen versorgt.

Der willig ist/ gibt/ leiht/ und borgt/

Der mit dem schüld'ger hat gedult.

Der nachlesst und vergibt die schult.

Der sein brot theilt den Armen mit;

Der hülff beweist dem der ihn bitt.

Der böser Leut gesellschafft meidt.

Der gern recht thut/ das unrecht leidt.

Der in Sanftmuth kan tragen schmach/

Der nicht sucht noch begehret rach.

Der nicht schilt/ zörnet/ flucht noch schlegt;

Der sein Creutz auffnimbt/ willig tregt.[142]

Der seiner sünd die straff zuschreibt;

Der in gedult und hoffnung bleibt.

Der fleißig im Gebeth anhelt.

Der wieder auffsteht wann er fellt;

Der nicht in seiner noth verzagt.

Der allezeit dem fried nachjagt.

Der mit danck nimbt was Gott beschert.

Der dem gehorcht der gutes lehrt/

Der alle ding zum besten kehrt.

Der Gottes Will'n zu thun begehrt/

Der Jesu Christi Lob vermehrt/

Der der ist werth daß man ihn Ehrt.


C.

C.V.C.

C.


Christus Vita Christianorum.


C.

A.

I.

C.A.I.A.I.A.C.

I.

A.

C.


Christus Allein Ist Alles In Allen Christen.


A.

G.

A.G.VV.G.A.

G.

A.


Alles Gut VVircket Gott Allein/

Wol dem der sein Werck-zeuch mag seyn/

Gibt ihm die Ehr/ achtt sich selbst klein/

Sein eigen werck auch für unrein

Wie gut sie seyn in ihrem schein.
[143]

F.

D.

VV.

F.D.VV.V.VV.D.F.

VV.

D.

F.


Fliehet Die VVelt Vnd VVollust Des Fleisches/

Bittet den Herrn umb ein reines/ keusches/

Ihm wolgefälligs/ Christliches Leben/

So wird Er es euch gewißlich geben;

Auch was sonst mehr nötig ist darneben.


Dominus sustentavit me,

Der Herr hat mich erhalten.

Sein gnädig hülff ich täglich seh:

Ihn will ich lassen walten.

In Ihn ich fest gegründet steh'/

Sein Reich zukomb/ sein wil gescheh/

In Jungen und in Alten.


G.

G.S.G.

G.


Gelobet Sey Gott/ von

A.O.H.


Hallelujah.


Quelle:
Anna Ovena Hoyers: Geistliche und Weltliche Poemata, Amsteldam[!] 1650, S. 136-144.
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