Zweiundzwanzigster oder XVIIII. Trinitatis-Sektor

[187] Der echte Kriminalist – meine Gerichthalterei – ein Geburttag und eine Korn-Defraudation


Als ich am Donnerstag darauf meinen Gustav besuchen und ein wenig belehren will: hat ihn Herr von Oefel aus einer Ursache, die bloß ein ganzer Sektor vor- und auswickeln kann, mit einigen Husaren an die Grenze verschickt, wo sie einen Frucht-Kordon bildeten, der kein Korn hinaus- und keinen Pfeffer hereinließ. Da die meisten Bewegungen des Volks sich von peristaltischen anfangen: so wollten es manche feine Leute gerochen haben, der Landesvater täte die Sache, damit seine Landskinder etwas zu brocken und zu beißen hätten.

Ich bekam aber am Ende die größte Teufelei damit, und man soll es jetzo hören, aber nur von vornen an.

Nämlich so: das große Rittergut Maußenbach hat, wie bekannt, die Obergerichtbarkeit, obgleich ich und der Rittergutbesitzer, Herr Kommerzien-Agent von Röper, darüber aus entgegengesetzten Gründen ärgerlich sind. Ich bin ärgerlich, weil ich das Leben, wenigstens die Ehre von einigen hundert Menschen nicht in den Händen eines ganzen römischen Volks, sondern eines Amtmanns etc. sehe; – der Erb-, Lehn- und Gerichtherr ist ärgerlich, weil der Blutbann nichts einträgt, da es mehr kostet, das Richtschwert schleifen zu lassen, als alles abwirft, was damit in den Beutel hineinzumähen ist. »Ehebruch ist für eine malefizische Obrigkeit noch das einzige!« sagt der Erbherr. – Ganz das Gegenteil[187] sagte sein Gerichthalter Kolb; hohe Frais war seine hohe Oper, peinliche Akten waren ihm Klopstocks Gesänge und ein Scherge sein Orest und Sancho Pansa – Er hätte die Welt in zwei Reihen zerteilet, in die aufhängende und in die aufgehangne Reihe, und er wäre Kriminalist geblieben – Ein unrasierter Malefikant im Karzer war ihm ein sinesisches Goldfischchen in einer gläsernen Bowle, beide wurden Gästen vorgestellt – Freie Spitzbuben-Pürsch nur in ein paar Weltteilen wäre seine Sache und Lust gewesen – Mich haßte er auf den Tod, weil ich ihm einmal einen vom Tode ins Zuchthaus wegdefendieret hatte – Er besaß die Sterbelisten aller Hingerichteten und eine Matrikul oder ein genealogisches Saatregister aller Räuber (Ehrenräuber ausgenommen), die in allen deutschen Kreisen zu ernten standen, und wahre Spitzbuben waren für ihn, was für den biographischen Plutarch gutgesinnte Menschen. Kurz er war ein echter Kriminalist, ganz wie ihn die alten deutschen oder neuen englischen Gesetze haben wollen; denn nach beiden soll jeder bloß von seinesgleichen gerichtet und verdammt werden; Kolben aber mußte jeder Spitzbube und Mörder für einen ebenso großen halten, und Inkulpat konnte mithin sagen, daß er die Rechtswohltat genösse, von einem seinesgleichen gerichtet zu werden. Ich kenne nicht viele ebenbürtige Malefizräte und Fakultisten, auf welche dieses anzuwenden wäre.

Das verdroß Röpern ungemein; denn sein Malefizrat zog ihm alle Monate einen kostensplitterigen Fraisfall zu; und hohen Frais-Gerichtherrn ist doch nicht sowohl mit der Einfangung als Beerbung der Inquisiten gedient. Kurz als der Amtmann eine neue Galgenrekruten-Aushebung im Maußenbacher Walde vorzunehmen gedachte – woran vielleicht Robisch schuld war –: so stellte Herr von Röper diese Dieb-Preßgänge dadurch ab, daß er seinem Malefizrat so viel Grobheiten antat, als dazu vonnöten waren, daß der Amtmann nichts tun konnte als abdanken.

Er tat doch noch etwas, der Schelm, er malte meine Wenigkeit ab. Da er mein Defensorat nicht vergessen konnte, so verwaltete er das Fiskalat und sagte zu Röpern, ich taugte nichts, ich wäre ein Mensch, der ihn und mehre Edelleute haßte und der[188] den feinsten Hofton hätte; Paul nähme jeden Prozeß von Untertanen gegen ihre Lehnherrn an und hätte selber einmal gegen den Herrn Kommerzien-Agenten die Feder geführet. – Du elender Kolb! warum sollen Einbeine das nicht tun? – Meine wichtigsten Prozesse sind noch heute keine andern. – Und warum soll nicht gar ein Vorschlag wirklich werden, den ich sogleich tun will? Der, daß man nach dem Muster der Armen-Advokaten Untertanen-Advokaten einführt, die bloß gegen Patrimonialgerichte wie die Malteserritter gegen Ungläubige fechten. –

Ich hab' es aus Röpers eignem Munde; denn kurz, er installierte mich doch zum Maußenbacher – Amtmann, die Advozier- und Lesewelt erstaune, wie sie will. Die Kolbischen Angriffe waren eben meine Wendeltreppe zu diesem Gerichtstuhle. Mein Gerichtprinzipal muß zu seinen ewigen Kämpfen mit allen Instanzen und Edelleuten einen juristischen Taureador, einen hitzigen Federmesser-Harpunierer haben; Kolb sagte aber, ich wäre einer. Zweitens präsentierte mir Herr von Röper den Gerichtstuhl, weil ich weder ritt (des kurzen Beines wegen) noch fuhr (des seekranken Magens wegen) und mithin zur Justizpflege ohne den Pferde-Nachtrab, den sein Stall bisher zu apanagieren hatte, gegangen kam. Für Rezensenten und deren Redakteurs wird der Wink kein Schade sein, daß sie bedenken mögen, daß sie von nun an Papier nehmen und einen Mann rezensieren, der nicht etwa wie sie nichts ist, sondern einen, der so gut richtet wie sie, aber über ein reelleres Leben als das literarische, und der solche Rezensenten selber henken kann, wenn sie in seinem Gerichtsprengel etwas an ders stellen als Ehre.

Jetzt kommt die Hauptsache. Ich war zum erstenmal als Richter in Maußenbach und trat meine Amtmannschaft an. Es ging alles recht gut, ich und Untertanen wurden einander vorgestellt, und ich hatte an diesem Tage über fünfhundert Hände in meiner. Freilich muß ich noch manches saure Gesicht wegscheuern, das sie mir mit machen, weil sie es meinem weniggeliebten Prinzipal machen; denn Volk und Adel liegen nicht bloß in Rom, sondern auch in heutigen Dörfern stets einander in Haaren und Zöpfen und fechten über Schuldensachen. Außer meiner Gerichthalterei[189] feierte heute noch etwas seinen Geburttag – der Verleiher derselben, Röper; wir aßen also recht gut, zweierlei Dingen zu Ehren; erstlich weil das von ihm aufgelöste Parlament in mir heute wieder zusammenberufen und zweitens weil der Berufer vor vielen Jahren geboren worden. Ich kann sagen, mir war wohl dabei trotz meiner Verschiedenheit von dem Wiedergebornen – von dir ist gar nicht die Rede, Luise und Gerichtprinzipalin! – Welches lahme Herz schlüge nicht mit deinem in sympathetischer Harmonie zusammen, wenn es dein Auge über das Vergnügen deines Mannes und von Wünschen für sein Leben glänzen sieht. – Sondern von deinem Eheherrn selber red' ich: er sei nun, wie er will, mir ist es unmöglich, von einem Manne, mit dem ich unter einer Stubendecke sitze, das Schlimme zu denken, das ich bisher von ihm gehört oder auch geglaubt, und es ist wahrlich nicht einerlei, ob uns ein Tisch oder eine Kunststraße trennt. Wenn du einen Menschen von Hörensagen hassest: so gehe in sein Haus und sehe zu, ob du, wenn du in seinen Gesprächen so manchen freundlichen Zug, in seinem Betragen gegen das Kind oder Weib, das er liebt, so manches Zeichen der Liebe aufgefunden hast, ob du da mit dem hineingebrachten Hasse wieder hinausgehest. War gegenwärtiger Verfasser in seinem Leben gegen etwas eingenommen, so waren es die Großen; seitdem er aber in seinen Klavierstunden zu Scheerau Gelegenheit gehabt, mit manchem Großen unter einem Deckengemälde zu stehen, seitdem er selbst unter diesen Riesen mit herumspringt: so sieht er, daß ein Minister, der ein Volk drückt, seine Kinder lieben und daß der Menschenfeind am Sessiontisch ein Menschenfreund am Nähpult seines Weibes sein kann. So haben die Alpenspitzen in der Ferne ein kahles steiles Ansehen, in der Nähe aber Platz und gute Kräuter genug.

Ich gesteh' es also, da nach altväterischer Sitte (an Geburttagen bei Hofe speist' ich dergleichen nie) eine Biskuit-Torte aufgetragen wurde, auf der das Vivat und der Name Röper mit Typen von Mandeln aufgesäet zu lesen und zu essen war – da ferner der Inhaber des Namens zwar sagte: »Solche dumme Streiche machst du nun«, aber sogleich das Auge voll bekam und beifügte: »Schneid unsern Leuten draußen auch einen Bissen« – ich gestehe, sagt' ich,[190] ich wünschte alsdann manche Sage von ihm aus meinem Gedächtnis, die sich mit dem lapidarischen Mandelstil nicht wohl vertrug, und ich hätte besonders etwas darum gegeben, die Krebse am allerliebsten, wenn er, weniger um das Steingut in ihren Köpfen besorgt, seine Luise nicht angebrummt hätte, die in der Freude einige Beiträge zu seiner Krebs-Daktyliothek verschüttet hatte. – Ich will nur aufrichtig sein: der Henker hätte mich holen müssen, wenn ich hart wie ein Krebsauge hätte bleiben wollen, da du, meine Musik-Schülerin, geliebte Beata, welche aus der Hofluft1, wie andre Blumen aus der mephitischen, nichts eingesogen als zartere Reize und höhern Schmelz, da du, holde Schülerin, mit dem weiblichen Gefühle des väterlichen Ansehens hingingest und dem Vater, mit dem Munde auf seiner Hand, die aufrichtigsten Wünsche brachtest und da du erst am Halse deiner Mutter, die euch beide mit Blicken der Liebe überschüttete, dein Herz in ein näheres übergossest ....

Erst jetzo kommt die versprochne Hauptsache – nämlich mein Gustav. Ich wollt', er wär' ausgeblieben. Er tritt vor zwei Husaren voraus, die einen Kornwagen eskortierten. Der Wagen wollte sich über der Grenze – das Fürstentum Scheerau stößet wie der menschliche Verstand überall auf Grenzen – abladen; die zwei Husaren wollten sich bestechen lassen, es war alles gut; aber Gustav wars nicht; der Kondukteur, der Pachter, hatte die Schleichware für Röperisches Gut ausgegeben – und vor Röper sträubte sich der ganze Gustav schon vom Vater her zurück. Zweitens lebte er jetzt mit der Tugend im Brautstand und in den Flitterwochen, wo man gute Werke und moralische hors d'oeuvre für einerlei nimmt und wo zugleich Stil und Tugend zu viel Feuer haben. Kurz der Pachter und Wagen mußten zurück; und der Kadett war ins Geburttagzimmer getreten, um es mit überwallendem Hasse gegen Röperische Betrügereien anzusagen. – Aber war er dies imstande, als er mich nach vielen Wochen und meine Schülerin zum ersten Male sah und unter die fröhlich geröteten Gesichter trat, aus denen er auf einmal Blut und Freude jagen[191] wollte? – Er konnte nichts als mich beiseite ziehen und mir alles entdecken; aber das Belauschen und das anfahrende corpus delicti entdeckten dem Kommerzien-Agenten das nämliche. Er geriet ohne weiteres in eine schimpfende Wut gegen den Kadetten, den die Sache, wie er sagte, nichts angehe, und steigerte sich so lange darin, bis ihm ein Heilmittel gegen das ganze Unglück beifiel. Ich mußte mit ihm vor die Haustür hinaus, und er sagte mir, ich würde als sein Amtmann leicht einsehen, daß man das Getreide für das Getreide seiner Pächter ausgeben müßte, weil der Fürst mit einem Beamten kein Schonen hätte. Das letzte sah ich als sein neuer Amtmann ein, daß der geizige Arsenikkönig, der den Ämter-Handel, Justiz-Unfug und ähnliches duldete, doch auf Ungehorsame gegen ihn wie ein giftiger Wind zufähret; aber das sah ich nicht ein, daß eine zweite Betrügerei der Verhack und Advokat der ersten sein müsse. Zu unserem Gefechte stieß endlich der Gegenstand desselben, der Pachter selber, der mit zerrüttetem Gesicht und mit der stotternden Bitte zulief, »Ihro Gnaden sollten es nicht ungnädig vermerken, daß er in der Angst sein Korn für Ihro Gnaden Ihres ausgegeben hätte«. Nun war der Knoten auseinander: mein Prinzipal hatte bisher bloß seine glücklich über die Grenze gebrachte Schleichware mit der ertappten fremden vermengt. Dem Pachter hielt er sogleich als gesunder Moralist die Bosheit vor, auf einmal ihn, das Land und den Fürsten zu betrügen, »und er wünschte, er bräche jetzt das Schreiben der Regierung auf, er würde ihn auf der Stelle ausliefern«. Zu meinem Gustav eilt' er hinein und warf ihm mit der Hitze der verkannten Unschuld so viel Grobheiten entgegen, als man von einem beleidigten Halb-Millionär erwarten kann, da Besitzer des Goldes, wie Saiten von Gold, am allergröbsten klingen. Mich dauerte mein lieber Gustav mit seiner Tugend-Plethora; ihn dauerte das Unglück des armen Pachters; und Beaten dauerte unsere allseitige Beschämung. Mit reißenden Gefühlen floh Gustav aus einem stummen Zimmer, wo er vom weichsten Herzen, das noch unter einem schönen Gesicht gezittert, von Beatens ihrem, die Blumen kindlicher Freude weggebrochen und herabgeschlagen hatte.[192]

Im Grund ging jetzt der Henker erst los – nämlich das Röperische Gebelle gegen das Falkenbergische Haus und gegen dessen abscheuliche Verschwendung und gegen den Kadetten. Beata schwieg; aber ich nicht: ich wäre ein Schelm gewesen (ein größerer, mein' ich), wenn ich dem Rittmeister die Verschwendung in dem Sinne, worin sie der Gegner nahm, hätte beimessen lassen – ich wäre auch dumm (oder dümmer) gewesen, wenn ich ihn nicht in meinem ersten Amtmanns-Aktus an Widerstand zu gewöhnen getrachtet hätte, sondern erst im zehnten, zwanzigsten – – – Aber das Öl, das ich herumfließen ließ, um seine Wellen zu glätten, tropfte statt ins Wasser ins Feuer. Es half uns beiden wenig, daß uns meine Schülerin mit den silberhaltigsten Stellen aus Bendas Romeo anspielte – der alte Spaß war nimmer zurückzubringen – wir zuckten und lenkten vergeblich an unsern Gesichtern, Röper sah wie ein indianischer Hahn aus und ich wie ein europäischer. – Ich hatte vorgehabt, gegen Abend nach Mondaufgang etwas sentimentalisch zu sein in Beisein von Beaten, da sie mir ohnehin der Hof entriß; ich weiß gewiß, ich hätte hinlänglich empfunden und gefühlt; ich würde unter einem Schatten oder Baum mein Herz hervorgenommen und gesagt haben: »prenez«; ja ich schien sogar heute Beaten mir weit näher heranzuziehen als sonst, welches bei allen Mädchen gelingt, mit deren Eltern man die Geschäfte teilt. – – Das war nun sämtlich zum Henker; ich mußte kalt und zähe davongehen wie ein Kammergerichtbote und empfand schlecht. War der neue Amtmann verdrießlich, den man in sein Amt hineingeärgert hatte: so wars sein Prinzipal noch mehr, der in sein Jahr hineingezankt geworden. So hinkte ich davon und sagte unter dem ganzen Weg zu mir: »So und mit dem Gesicht und Aussehen ziehest du also, glücklicher Paul, von deiner Maußenbachischen Gerichthalterei heim, von der du schon in deinen Sektoren voraus geplaudert. – – Du brauchst meinetwegen nicht aufzugehen, Mond, ich brauche dein Puder-Gesicht heute nicht – der einzige verdammte Korn-Karren! und der Fürst! – und der Filz dazu! und auch die Jünglingtugend! – Ich wollt', daß ihr alle .... Wär' ich aber nur so gescheit gewesen und hätte gleich vormittags gefühlt und hätte vor dem Essen etwas[193] von meinem Herzen vorgezeigt, nur ein Herzohr, nur eine Faser.«

»Ei! Herr Amtmann!« (fuhr mir mein Wutz entgegen) »wieder da? Hats hübsche Ehebrüche gegeben, Hurenfälle, Raufereien, Injurien?«

»Bloß einige Injurien«, sagt' ich.

1

Der Leser muß sich erinnern, daß sie von der Residentin von Bouse bloß zur Feier des väterlichen Geburttags hierhergereiset war.

Quelle:
Jean Paul: Die unsichtbare Loge, in: Jean Paul: Werke. Band 1, München 1970, S. 187-194.
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